Katze mit Kalenderblättern

Silvester gehört zu den Ereignissen, die man dem Zuschauer nicht weiter erklären muss, um Emotionen auszulösen...

Silvester gehört, wie etwa Weihnachten, Ostern, Geburtstage oder Hochzeiten zu den in unser aller Bewusstsein abgespeicherten Bildern, die überall relativ ähnlichen Ritualen folgen. Sozusagen Gedächtnis-Bausteine, die im Bewußtsein fast aller Kulturkreise verankert sind. Drehbuchautoren nennen solche Elemente auch "Brain-Scripte". Das hat erzählerisch den Vorteil, dass man nicht das gesamte Ereignis erzählen muss, was in einem Film möglicherweise viel Zeit wegnimmt, sondern lediglich ein oder zwei Erkennungsmerkmale andeuten und der Zuschauer kennt bereits den Rest.

 

Silvester trägt in sich stets etwas von Abschied, weil das alte Jahr geht und natürlich Neubeginn, weil ein neues Jahr mit allen Chancen und Risiken vor einem liegt. Das Rückblicken, Abwägen und Hoffen sind quasi in einem Zeitpunkt vereinigt. Filmfiguren, die Silvester miteinander verbringen, haben irgendetwas miteinander zu verhandeln, Hoffnungen, Sehnsüchte aber auch Abrechnungen stehen im Raum.

 

Menschen mit Wunderkerzen

Silvester ist tief in der menschlichen Geschichte verwurzelt und schon in heidnischen Bräuchen vorhanden gewesen...

Wen wundert es, dass zahlreiche Filme Silvesterszenen beinhalten und damit zugleich die emotionale Aufladung dieses Ereignisses für ihre Filmgeschichte mit benutzen. Einige von ihnen haben Kultstatus erreicht und werden rund um den Jahreswechsel immer wieder gerne gezeigt. Nicht alle von ihnen sind Komödien, obwohl dieses Genre vor allem an Silvester besonders gefragt ist.

 

Hitliste

 

Das Apartment

Ein Klassiker uns sicherlich eine der stärksten Tragikomödien ist "Das Apartment" von Billie Wilder aus dem Jahre 1960. Der österreichische Regisseur und Drehbuchautor hatte ein untrügliches Gespür für starke Erzählbögen und präzise Dialoge. Jack Lemmon spielt hier den kleinen Angestellten C.C. Baxter, der seinen Chefs regelmäßig sein Apartment für Liebesaffairen zur Verfügung stellt. Eines Abends findet er sein Apartment aber nicht leer vor, sondern mit der Fahrstuhlführerin Fran Kubelik (MacLaine) seiner Firma, die Schlaftabletten genommen hat um sich das Leben zu nehmen. Er rettet ihr das Leben, doch irgendwie finden die beiden doch nicht zusammen. Erst als sie am Ende Silvester mit einem ihrer Chefs feiert und aus der Feier direkt zu dem Mann flüchtet, der sie wirklich liebt, kommen die beiden zusammen...

 

Shining

Wer es lieber gruselig mag, für den bietet "The Shining" aus dem Jahre 1980 von Stanley Kubrick mit gespenstischer Silvester-Party im menschenleeren Overlook-Hotel genau die richtigen Zutaten. Jack Nicholson versucht in dem Film seine Frau (Shelly Duvall) und den Sohn Danny Lloyd mit einer Axt umzubringen. Nicht zuletzt die legendären Steadicam Szenen in den Hotelgängen und im Labyrinth-Garten verhelfen dem Film zu seiner soghaften Wirkung.

 

Die Schwester der Braut

Dieser Klassiker aus dem Jahre 1938 von George Cukor bringt Cary Grant in der Silvesternacht auf der seine Verlobung gefeiert wird in die missliche Lage, dass er sich ausgerechnet in die Schwester seiner Braut (Katherine Hepburn) verliebt.

 

Liebe braucht keine Ferien

Der Film von Nancy Meyers aus dem Jahr 2006 bringt die Amerikanerin Amanda (Cameron Diaz) und die Engländerin Iris (Kate Winslet) per Quartiertausch in das Haus der jeweils anderen. Und beide Frauen finden in den jeweiligen Häusern Männer... Die Geschichte findet ihren Höhepunkt in einer Silvesterparty.

 

Die Zeitmaschine

Ja, der SciFi Klassiker von Georg Pal aus dem Jahr 1960 beginnt von der Story her Silvester 1899, als H.G. Wells (Rod Taylor) Freunde zu sich einlädt und sie mit einer Erfindung überrascht...

 

Four Rooms - Silvester in fremden Betten

Für diesen Episodenfilm aus dem Jahre 1995 zeichnen gleich mehrere Regisseure verantwortlich. Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino. Und natürlich nehmen die Geschichten, in denen ein Page seinen ersten Arbeitstag erlebt an einem Silvesterabend ihren Lauf.

 

Harry und Sally

Die Komödie aus dem Jahre 1989 von Rob Reiner bei dem Harry und Sally erst nach zehn Jahren des sich Kennens bemerken, dass sie sich lieben, verlegt den Erkenntnismoment, wie sollte es anders auch sein, auf einen Silvesterabend.

 

Boulevard der Dämmerung

Es scheint fast, als wenn Billy Wilder eine Art Silvesterfan war, auch in seinem grandiosen, in der verblassenden Glamourwelt einer Ex-Filmdiva angesiedelten Geschichte, die er 1950 in die Kinois brachte, gibt es eine legendäre und schicksalhafte Silvesterparty mit dem Möchtegern-Schriftsteller Joe und der Diva Norma...

 

Happy New Year

Der 2011 herausgebrachte Kinofilm von Garry Marshall gehört zu den amerikanischen "Feel Good"- Romantikkomödien und kann mit einer breiten Starbesetzung punkten. Der Regisseur scheint sich als Fachmann für "Brain Scripte" beweisen zu wollen, schließlich hat er auch 2010 den Valentinstag (Valentines-Day) und 2016 den Muttertag (Mother´s day) filmisch thematisiert. Sein Silvesterwerk fiel bei der Kritik durch und erntete sogar diverse "Golden Raspberrys", die Auszeichnungen für den schlechtesten Film sowie schlechteste Darsteller, doch an den Kinokassen hat er dennoch funktioniert. Silvester hat eben eine magische Anziehung.

 

Zeitlos gut

Feuerwerk

Mit Lärm und Lichteffekten werden die bösen Geister vertrieben...

Wie es sich für jeden starken Film gehört, sind all diese Titel zu jeder Zeit ansehbar und natürlich nicht nur an Silvester. Bis hinein in den Filmtitel geschafft hat es der Jahreswechsel neben "Happy new Year" beispielsweise auch beim Fernsehspiel "Schnee in der Neujahrsnacht" von Thorsten Schmidt, der hier ein Großstadtmärchen über Menschen, die sich in eben jener Nacht begegnen erzählt hat.

 

Der Episodenfilm "Four Rooms" hat hingegen nur im deutschen Titel das Wort Silvester angedockt bekommen. Vielleicht hatte der Verleih Sorge, ihn nur einmal im Jahr starten zu können...

 

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