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16mm Filmstreifen mit Einstellungen aus

16mm Filmstreifen mit zwei Takes einer Einstellung aus dem Film "Ein Tag wie ein Jahr"

 

Der Begriff wird im Filmbereich extrem oft und gerne verwendet, doch was genau eine Szene ist, wie sie definiert wird und wann eine neue Szene beginnt, ist längst nicht Jedem bekannt. Eigentlich stammte der Begriff aus dem Theater und meinte die Bühne eines Theaters und eine kleine Handlungseinheit.

Innerhalb eines Filmes gibt es diverse Einheiten, durch die Elemente definiert sind. Da gibt es natürlich die einzelne Einstellung, ein eher technischer Begriff, der besagt, dass alles was man in einer Aufnahme sieht, ohne Unterbrechung in einem gedreht wurde. Im Extremfall kann es sich wie bei "Russian Arc" oder "Victoria" um einen ganzen Film handeln, der in einer Einstellung gedreht wurde. Längere Einstellungen, die eine ganze Szene transportieren, nennt man übrigens "Plansequenz".

In den allermeisten Fällen aber sind die Einstellungen viel kürzer und Bestandteil der nächstgrößeren Einheit eines Filmes, der Szene. Die Szene selbst definiert sich aber nicht dadurch, wann oder wie oft eine Kamera ein oder ausgeschaltet wurde. Auch die oben erwähnten "One-Taker"haben, obwohl sie nur aus einer Einstellung bestehen, eine Vielzahl von Szenen.

Das ist ein Indiz dafür, dass die Szene offensichtlich anderen Kriterien unterliegt, als ihrer Länge oder der technischen Entstehung. Es geht in diesen Fällen vielmehr um die Handlung. Ein bestimmter Handlungsablauf kann eine Szene bilden. Dieser kann, muss aber nicht, in sich vom Erzählbogen geschlossen sein. Wann beginnt dann eine neue Szene?

 

Erkennungsmerkmale für Szenenwechsel

16mm Filmstreifen und Filmspule

Anders als beim 35mm Film, wo ein "Akt" nur ungefähr 20 Minuten lang ist, konnte man bei 16mm etwa 45 Minuten Film auf einer Spule unterbringen. Entsprechende viele Szenen waren in einer solchen Spule untergebracht...

 

Dafür gibt es verschiedene Kriterien, die alle mit der Handlung zu tun haben.

1. Die folgende Handlung findet an einem anderen Ort statt. (Ortswechsel) Dazu rechnet man auch parallel montierte Handlungen an einem anderen Ort, die nicht durch irgendwelche technischen Hilfsmittel wie Split-Screen etc. verbunden sind. (Parallelmontage)

Sind allerdings gleichzeitige Handlungen an verschiedenen Orten (Parallelmontage) technisch etwa durch eine Bildschirmkonferenz oder Telefon miteinander verbunden, ist es ein und dieselbe Szene. (Lediglich für die Herstellung einer solchen Szene würde man die verschiedenen Drehorte mit einem Buchstaben als Zusatz zur Szenennummer kennzeichnen. Also beispielsweise 3A für die Hauptdarstellerin, die Zuhause telefoniert und 3B für den Hauptsarsteller, der im U-Bahn Zwischengeschoss in einer Telefonzelle steht.)

2. Die auf eine Szene folgende Handlung findet zu einem anderen Zeitpunkt statt (Zeitwechsel). Wenn ein Zeitsprung stattfindet, handelt es sich, selbst wenn wir am gleichen Ort bleiben, um einen Szenenwechsel. Ausnahmen sind vielleicht Schnittsequenzen, in denen man beispielsweise verschiedene Tageszeiten oder gar Jahreszeiten hintereinander montiert zeigt, als das sind eben Montagesequenzen und keine aneinandergereihten Szenen.

 

Sonderfälle

Recht schwierig wird die Definition etwa bei der Darstellung von Träumen oder Visionen. Hier neigt man zumeist dazu, nicht von einer neuen Szene zu sprechen, sondern beispielsweise von einer Traumsequenz. Das Kennzeichen von Träumen und Visionen ist das Irreale, welches sich auch in einer unrealen Zeitebene spiegelt. So sind es zumeist eher Bilderfetzen, Visionen, die aneinandergreiht gänzlich aus der Ort/Zeit Logik herausfallen. Deshalb sind diese Sequenzen, so sie keine in sich geschlossene, szenenähnliche Situation erzählen, ein eigenständiges Erzählmittel.

 

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