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Frauenrechte 4000 

Jedes Jahr feiern Menschen in der ganzen Welt am 08. März den Internationalen Frauentag. In der Vergangenheit und selbst heute noch, müssen Frauen für ihre Gleichberechtigung kämpfen, wehren sich gegen sexuelle Nötigung und eben diese Geschichte der emanzipierten Frau, soll am Internationalen Tag zelebriert werden.
Die Filmindustrie steht schon lange mit dem Begriff der „Ungleichberechtigung“ in Verbindung, besonders nach dem Aufkommen des „MeToo-Movements“ im Jahr 2017. Sie sind auch heute noch Frauen eine unterrepräsentierte Gruppe in vielen Kategorien des Filmeschaffens (auch dieses Jahr befinden sich erneut keine Frauen unter den Oscar-Nominierungen der Kategorie „Best Director).

Das Medium Film hat jedoch, neben den negativen Machenschaften hinter den Kulissen, die Chance, auf eben diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Allerdings fällt bei Betrachtung der Erscheinungsdaten auf, dass viele der Filme, die sich aktiv und präzise mit Frauenrechten auseinandersetzen, erst nach der 2000er Wende erschienen sind. Für einen großen Teil der Filmgeschichte, stand eine männliche Perspektive im erzählerischen Mittelpunkt. Die Frau stellte zumeist lediglich ein Objekt der Begierde da und selten durchlief sie eine große emotionale Reise. Zwar gibt es Ausnahmen, doch die Thematisierung des Frau-Seins als zentralen Handlungsstrang, gibt es erst seit wenigen Jahrzenten. Nähere Aufschlüsse dazu liefert der umstrittene Bechdel-Test, welcher einen Film anhand von drei Fragen darauf untersuchen soll, wie gut Frauen in dem Film repräsentiert werden. Die drei Fragen lauten: „Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?“, „Sprechen sie miteinander?“ und „Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?“. Einer Studie zu Folge, welche 1200 der beliebtesten Filme von 1980 bis 2019 untersuchte, bestanden gerade einmal 50% diesen banal wirkenden Test.

Besonders in dem letzten 20 Jahren lässt sich allerdings eine positive Entwicklung notieren, wenn es um die Thematisierung von Frauenrechten in Filmen geht. Hier ein paar Beispiele...

 

Filme zum Thema

A League of their Own (1992/2022)

(Regie: Penny Marshall, USA 1992) Als der Zweite Weltkrieg droht, das Ende der Amerikanischen Baseball Liga herbeizuführen, bekommt der Besitzer Walter Harvey die Idee, eine Baseball Liga bestehend aus Frauen zu gründen. Der Film dabei von einer Gruppe von Frauen, die sich für eines der Teams, die Rockford Peaches, qualifiziert hat und zeigt, wie diese Frauen sich dem Sexismus und vor allem der ausbleibenden Anerkennung stellen müssen.
Viel kritischer und diverser als der Film, zeigt sich das Reboot, produziert als Serie, aus dem Jahr 2022, welches die Spanne an Frauen der Liga viel mehr an die wahren Begebenheiten anpasst. Denn die Geschichte bezieht sich in der Tat auf die während des zweiten Weltkriegs gegründete und damals noch belustigte Frauen-Baseball Liga der USA. So erzählt die Serie, im Gegensatz zum Film, auch außerhalb der heteronormativen Stereotype und bezieht auch die besondere Stellung von Schwarzen Frauen in der Geschichte der Emanzipation mit ein.
Für die damalige Zeit, stellt „A League of their Own“ (1992) einen ersten Meilenstein für den Kampf von Frauenrechten im Film dar.

 

Bombshell (2019)

(Regie: Jay Roach, USA 2019) Während des Wahlkampfs um die Präsidentschaft der USA im Jahr 2016, steht der Nachrichtensender „Fox News“ im Zentrum der Aufmerksamkeit der republikanischen Anhängerschaft. Als Megyn Kelly, während der Präsidentschafts-Debatte, kritisch Trumps sexistische Kommentare gegenüber Frauen hinterfragt, wird sie Opfer eines regelrechten Shitstorms und wird vom eigenen Sender dazu gedrängt, sich mit Trump zu versöhnen. Zeitgleich thematisiert der Film auch die Vorwürfe sexueller Nötigungen gegen den CEO von Fox News und zeigt die sexistischen und unterdrückenden Arbeitsbedingungen von verschiedenen Frauen im Arbeitsumfeld.
Entgegen vieler Filme, die sich mit Ereignissen aus der Geschichte beschäftigen, greift „Bombshell“ ein ganz aktuelles Thema auf. Immerhin ist der Vorfall, der auf wahren Begebenheiten basiert, nur wenige Jahre her. Somit appelliert der Film an die andauernden Probleme und kritisiert auch den Umgang der Gesellschaft mit Vorwürfen von sexuellen Übergrifflichkeiten, da die Frauen, wie auch in dem Film, in ihrer Glaubwürdigkeit stets angezweifelt wird.

 

On the Basis of Sex (2018)

(Regie: Mimi Leder, USA 2018) Basierend auf der Geschichte einer jungen Ruth Bader Ginsburg, erzählz der Film die Geschichte der Frau die später die erst zweite Frau sein würde, die im Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten saß.
Nachdem sie ihren Abschluss bei der Columbia Law School erworben hatte, muss sie sich der Wahrheit stellen, dass sie, auf Grund ihres Geschlechts, bei keiner Anwaltskanzlei eine Anstellung findet, obwohl sie als beste ihrer Abschlussklasse abschnitt.

 

Suffragette (2015)

(Regie: Sarah Gavron, Groß-Britannien 2015) Maud Watts, eine junge Kleiderwäscherin im Jahr 1912, findet sich bei einer Lieferung in einem Suffragetten Protest wieder. Ab sofort beginnen der Kampf und der Protest einer Gruppe von Frauen für das eigene Wahlrecht in Groß-Britannien, welche ein immer extremeres Ausmaß annehmen.

 

Hidden Figures (2016)

(Regie: Theodore Melfi, USA 2016) Der Film begleitet Afro-Amerikanischen Mathematikerinnen Katherine Goble Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson, welche bei NASA zum Zeitpunkt des Wettlaufs ins All arbeiten. Nicht nur ihr Geschlecht wird hier zum Hindernis, denn es die Rassentrennung ist in den 60er Jahren in den USA noch weit verbreitet. Somit zeigt der Film auch, die Unterschiede zwischen Weißen und Schwarzen Frauen in den Anfängen der feministischen Bewegung.

 

Nur eine Frau (2019)

(Regie: Sherry Hormann, Deutschland 2019) Am 7. Februar 2005 wurde Hatun Aynur Sürücü von ihrem jüngeren Bruder ermordet im Auftrag die Ehe der Familie wiederherzustellen. „Nur eine Frau“ erzählt eben diese Geschichte aus Sicht von Aynur, wie sie sich über die Konventionen ihrer streng religiösen Familie hinwegsetzt, dann verstoßen wird und versucht in Deutschland ein leben als freie Frau zu führen, bis sie Ihre Vergangenheit wieder einholt. Es beginnt ein Spiel zwischen zwei Fronten in denen diskutiert wird, wie schwer es für Frauen sein kann, aus den sexistischen Konventionen der Gesellschaft auszubrechen.

 

Battle of the Sexes (2017)

(Regie: Valerie Faris; Jonathan Dayton, USA 2017) Bei einem Tennis Turnier im Jahr 1970 wird den Frauen als Preisgeld gerade mal ein Achtel der Summe der Männer ausgezahlt, obwohl die Zahlen des Ticketverkaufs gleich sind. In Folge dessen organisiert die Tennisspielerin Billie Jean King eine eigene Tennis Tour nur für Frauen. Als ein ehemaliger, mittlerweile 55 Jahre alter, Tennis-Star sich über die Frauen lächerlich macht, beginnt der Kampf der Geschlechter für eine faire Bezahlung der Frauen in der Tenniswelt.

 

Promising Young Woman (2021)

(Regie: Emerald Fennell, USA 2021) Gejagt von einer traumatischen Vergangenheit, zieht die 30 Jährige Cassie Thomas abends durch die Clubs und Bars ihrer Stadt und lässt sich von verschiedenen Männern abschleppen, die denken, dass sie sturzbetrunken sei. Versuchen diese Männer nun sie zu vergewaltigen, offenbart sie ihre Nüchternheit, um ihnen eine Lektion zu erteilen. Nicht nur zeigt der Film eine Frau, die versucht die schlimmen Schicksale, welche sie selbst miterleben musste, zu verhindern, sondern er zeigt auch, wie unser Rechtssystem wieder und wieder Frauen im Stich lässt.

 

Little Women (2019)

(Regie: Greta Gerwig, Groß-Britannien 2019) In den 1860er Jahren versuchen sich die March-Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy in einer Welt zurecht zu finden, welche für Männer gemacht scheint. Besonders die Schwester Jo, welche vergebens versucht ihrer Passion als Schriftstellerin nachzugehen, erfährt, dass ihr Geschlecht ein großes Hindernis darstellt, was sie sehr frustriert. Im Kern der Dinge, befasst sich der Film allerdings mit der Freundschaft zwischen den Schwestern und den verschiedenen Formen der Emanzipation.

 

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