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Manchmal hält diese Welt an besonderen Orten Überraschungen für uns bereit, die wir dort niemals erwarten würden. "La Fabbrica Des Vedere", ein kleines, privates Filmmuseum mitten in Venedig, lässt den Zauber und die Magie des Kinos wieder lebendig werden. Dabei ist dieser für Cineasten unglaublich faszinierende Ort in Venedig nur ganz schwer zu finden.

 

Man muss schon sehr genau wissen, wo man hin will oder beser gesagt, länger durch die Gassen von Venedig wandern, wenn man das unscheinbare kleine Gebäude finden will, in dem sich eine aufregende Sammlung von historischen Filmgeräten befindet, die niemand dort vermuten würde.

 

Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Museum, sondern um eine Privatsammlung, die ein einzelner Mensch ein Leben lang aus Liebe zum Kino gesammelt hat. In seinem den Touristen kaum bekannten, aber absolut sehenswerten Haus hat der Sammler von historischen Bildaufnahme,- und Wiedergabegeräten, Carlo Montanaro, ein Archiv aufgebaut, das absolut sehenswert ist, "La Fabbrica Del Vedere", in der Calle del Forno-Cannaregio 3857.

 

Auf drei Etagen hat er hier eine unglaubliche Bandbreite an Erfindungen, Geräten, Kreationen rund um das bewegte Bild gesammelt und kann dazu, dank seiner hervorragenden Sachkenntnis, Geschichten und Hintergründe erzählen.

 

Museum alter Filmgeräte

Carlo Montanaro, Filmprofessor und Sammler historischer Filmgeräte

 

Während es im Erdgeschoss tatsächlich so etwas wie eine Ausstellungsfläche mit wechselnden Themen gibt, kann man über den ersten und zweiten Stock des kleinen Hauses nur von einem Lager oder Archiv sprechen, zu dicht gedrängt lagern dort verschiedenste Schätze aus der Geschichte des bewegten Bildes. Doch auch wenn viele Schätze in Regalen liegen,- der Sammler Montanaro kennt seine Stücke ganz genau, zieht während er die Besucher durch das Haus führt (es können immer nur 6 Personen gleichzeitig mit ihm in die oberen Etagen gehen) immer wieder historische Geräte hervor und erklärt deren Funktion.

 

Carlo Montanaro hat als Professor über viele Jahre Studierenden alle wichtigen Aspekte der Filmtheorie und Filmgeschichte vermittelt und verweist auf zahllose Abbildungen Venedigs, als eine der Städte, die in der Geschichte am häufigsten dargestellt wurde. Bereits sehr frühe gezeichnete und gemalte Panoramabilder vermitteln zugleich einen Eindruck von der Sehnsucht der Menschen, einen besuchten Ort möglichst umfassend und in allen Richtungen wiedergeben zu können. Vorläufer von Virtual Reality sozusagen.

 

Dreidimensionale Fotos

Bereits ab 1850 kannte man stereoskopische (=dreidimensionale) Fotografien

 

Der Weg hin zur Fotografie, über Glasplattennegative hin zu Nitrozellulose ist hier selbstverständlich an Originalen nachvollziehbar. Frühe Fotoapparate, Laterna Magicas, Zoetropes, Spiegelräder, Filmkameras, Projektoren und so viel mehr hat Montanaro liebevoll gesammelt um zu bewahren, was in der digitalen Welt kaum mehr Beachtung findet.

 

Ein weiterer Schwerpunkt des Sammlers ist die Filmanimation. Zahllose Beispiele von Trickfilmen und deren Vorläufer hat er in seinem Archiv zusammen getragen, Dinge die einen Staunen lassen über die unerschöpfliche Energie von Menschen, ihre Fantasie in bewegten Bilder lebendig werden zu lassen.

 

 

Auf diese Weise reist man auf zauberhafte Weise durch die Vor,- und Frühgeschichte des Films, sieht zahlreiche Belege der Leidenschaft so vieler Pioniere des bewegten Bildes aus nächster Nähe, kann berühren und anschauen, was man sonst nur aus Filmgeschichtsbüchern kennt.

 

Montanaro hat keinen Eintrittskartenverkauf, es gibt aber eine Box, in die man Spenden für den Erhalt dieser großartigen Sammlung einwerfen kann.

 

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