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Regie: Kurt Langbein

Buch: Kurt Langbein und Anna Katharina Wohlgenannt

Kinostart: 19.04.2018

 

In Kurt Langbeins neuem Dokumentarfilm nimmt uns der Regisseur mit auf eine Reise durch die halbe Welt zu den unterschiedlichsten Menschen und Projekten, die alle eines gemeinsam haben: Sie wollen weg von kapitalistischer Ausbeutung und Profitgier, hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise.

 

Den Anfang macht die österreichische Petra Wähning, die ihre Erfüllung in der Gründung des Projekts der „Solidarischen Landwirtschaft“ gefunden hat. Sie möchte die Anonymität des Kaufs von Lebensmittel im Supermarkt durchbrechen, indem Konsumenten ihre Produkte direkt beim Bauern erwerben und dadurch bereiter wären faire Preise zu bezahlen. Danach reist Langbein zusammen mit Wähning nach Südkorea, um die Genossenschaft „Hansalim“ vorzustellen, in der bereits 1,5 Millionen Menschen mit regionalen und fair produzierten Produkten versorgt werden.

 

Anschließend begleitet er Laura Gerritsen, die mit den Unternehmen Fairphone in den Kongo reist, um sich die neu geschaffenen fairen Produktionsstätten für die Herstellung von Metallen anzuschauen, die für die Produktion von Smartphones benötigt werden. Außerdem zeigt Langbein ein Zürcher Pärchen, dass uns das Wohnprojekt „Kalkbreite“ vorstellt, in dem es auch selber lebt. Das Wohnprojekt zeigt wie man in einer großen Stadt nachhaltig und umweltfreundlich leben kann, indem man sich beispielsweise Gefrierschränke im Keller des Gebäudes bei Bedarf anmietet, statt selber welche zu besitzen, die man gar nicht regelmäßig benutzt.

 

 

Abschließend geht die Reise nach Südfrankreich zu einer ehemals zum Unilever-Konzern gehörender Teefabrik, die geschlossen werden sollte, dann aber von den Arbeitern selbst übernommen wurde und sich mittlerweile  als Genossenschaft „Scop-Ti“ selbst verwaltet. Zwischendurch wird immer wieder die Journalistin und Ökonomin Ulrike Herrman mit der Börse im Hintergrund eingeblendet, die erklärt, dass die Ausbeutung durch den Kapitalismus beendet werden müsse.

 

Nachhaltigkeit ist ohne Frage ein wichtiger Begriff in der heutigen Zeit und aktueller denn je. Immer mehr Menschen wenden sich von der Wegwerfgesellschaft ab und bewegen sich in Richtung eines umweltfreundlicheren Lebensstils. Langbein trifft mit seinem Film den Nerv der Zeit und zeigt durchaus inspirierende Menschen, die aktiv zu einer besseren Gesellschaft beitragen wollen. Den einzelnen Projekten räumt er viel Zeit ein, um Details zu erklären und die Protagonisten ausführlich zu Wort kommen zu lassen. Das Problem dabei ist jedoch, dass er es verpasst kritische Nachfragen zu stellen und die Projekte in einen größeren Kontext zu setzen.

 

Sind faire Smartphones überhaupt ökonomisch rentabel oder dazu verdammt ein Nischenprodukt zu bleiben? Kann sich eine „Solidarische Landwirtschaft“ durchsetzen, wenn sich die Supermärkte an jeder Ecke mit ihren Preisen unterbieten?

 

Alles in allem liefert Kurt Langbein mit seinem Dokumentarfilm „Zeit für Utopien – Wir machen es anders“ einen durchweg interessanten optimistischen Blick in die Zukunft, der wie der Titel allerdings schon andeutet utopisch ist und an einigen Stellen einen Realitätscheck gut hätte gebrauchen können. Wünschenswert wäre es aber allemal, dass sich diese Utopien irgendwann doch dursetzen werden.

 

Gesehen von Stephanie Bergwinkl

 

Bilder: Greenhouse PR

 

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