MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Fleisch Gemuese 4000

 

War die Welt früher für die Catering-Planung vieler unflexibler Produktionsfirmen noch in Ordnung,- man servierte mehrheitlich Fleisch und behandelte Vegetarier und Veganer als Exoten, so hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man damit die deutlichen Veränderungen in den Essgewohnheiten vieler Menschen schlicht ignoriert hatte.

Auch bei vielen Empfängen der Film,- und Förderlandschaft blieb Vegetariern und Veganern bei vielen Buffetts nur, auf Reis, Pasta ohne Bolognese oder Brezen auszuweichen. In manchen Film-Bundesländern hatte man fast den Eindruck, man befände sich auf einer Leistungsshow der Metzgerinnung. Heute ist es mehr als selbstverständlich geworden, zumindest fleischlose Alternativen beim Catering anzubieten.

Eine aktuelle Umfrage hat nun ergeben, dass die Mehrheit von Filmschaffenden am Set kein Fleisch aus konventioneller Tierhaltung essen will. Einer Umfrage von Changemakers.film und Crew United zufolge will die Mehrheit der Teammitglieder an Filmsets weniger oder gar kein Fleisch mehr essen. Dieses Ergebnis deckt sich mit unseren Erfahrungen, allerdings scheint die Umfrage auch aufzuzeigen, dass es nach wie vor signifikant viele Teammitglieder gibt, die nicht gänzlich auf Fleisch verzichten möchten.

Die Ergebnisse werden auch in Zusammenhang von Bestrebungen zu Green Film Shooting gesehen, auf allen Ebenen des Filmemachens nachhaltiger vorzugehen. Die Umfrage fand nicht unter wissenschaftlichen Anforderungen statt, doch sie zeigt sicherlich Tendenzen auf.

 

Umfrageergebnis

Über 66,3 % der Befragten lehnen Fleisch aus konventioneller Tierhaltung ab, während 83,1 % dafür wären, wenn es nur noch an einem Tag der Woche Biofleisch am Set gäbe. Zudem machten 51,0 % deutlich, dass sie ihren Fleischkonsum generell reduzieren wollten. 42,1 % aller Teilnehmer*innen gaben an, bereits gar kein Fleisch mehr zu essen.

Die Ergebnisse der Umfrage kann man hier nachlesen: https://changemakers.film/wp-content/uploads/2022/04/2022-03-29_Fleischkonsumumfrage_Booklet_Changemakers.pdf

 

Kompromisslösung Bio

Noch immer scheinen signifikant viele Teammitglieder, wenn man die Zahlen richtig versteht, etwa 58 % nicht gänzlich auf Fleisch verzichten möchten und ihren ökologischen Beitrag zur Weltverbesserung in der Reduktion des Fleischkonsums und der Bevorzugung von Bio-Fleisch zu sehen.

 

Schwierige Auswertung

Auch wenn uns die veröffentlichten Ergebnisse aus dem Herzen sprechen- im Movie-College und an Filmsets der Allary-Film, TV & Media gibt es seit Jahrzehnten kein Fleisch,- so muss man sie dennoch ein wenig relativieren: Bei der Umfrage sind bedauerlicherweise die unterschiedlichen Berufsbereiche nicht gleich gewichtet. So haben von den eher körperlich schwerer arbeitenden Teammitgliedern wie Beleuchtern und Kamerabühne nur etwa 5,6% teilgenommen, während Bereiche wie Regie oder Schauspiel mit 34% deutlich stärker in der Umfrage repräsentiert sind. Die Auswertung von Umfragen ist, wenn sie wissenschaftlichen Ansprüchen genügen sollen, recht komplex, deshalb sollte man diese Ergebnisse eher als Indikator für eine Tendenz betrachten aber nicht die absoluten Zahlenwerte als gesetzt betrachten.

Generell ist die Umorientierung hin zur fleischreduzierten oder fleischfreien Ernährung auch an Filmsets absolut zu begrüßen, es wird sicherlich ein Prozess sein, der sich hier einspielen wird. Es scheint also angebracht, künftig bei jeder Produktion vorab im Team und Cast nachzufragen, welche Ausrichtung, welche Präferenzen das Catering haben sollte.

 

Weitere neue Artikel

Mees Peijnenburg hat mit seinem Film "A Family" ein Trennungsdrama aus zwei höchst unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ein Interview.

Carice van Houten und Pieter Embrechts spielten die Eltern der beiden Kinder in "A Family". Im Interview spricht Pieter Embrechts über seine Arbeit in dem Film

Im Interview spricht die Regisseurin, Autorin und Produzentin über "Ghost School", der auf der Berlinale in der Sektion Generation Kplus gezeigt wurde.

Hollywood sieht sich derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert - und steckt in einer seiner größten Krisen.

Das ging schnell, wie kam es dazu, dass das Publikum KI generierte Filme nicht mehr so interessant findet?

Sie ist die Trophäe, die keiner haben will, der Anti-Oscar, der für die schlechtesten Filme vergeben wird: Die Goldene Himbeere.

Sie kommen daher im Deckmäntelchen des Dokumentarischen, sind aber schlichte Werbefilme für ihre Protagonisten

Früchte sind nicht nur ein beliebter Lieferant für Vitamine, sondern auch für Filmtitel. Wir haben zugebissen...

Warum die kleinen Plastiksteinchen aus Skandinavien so viele Stop-Motion Filme hervorgebracht haben...

Wie man vor CGI und Computeranimationen mit Modelltricks und Einzelbildern Fantasiewelten erschuf

Historische Verbrechen und deren Aufklärung sind zentraler Plot in einigen spannenden Kinofilmen und Serien

Weshalb Kunsträuber im KIno schon immer eine wichtige Rolle eingenommen haben