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Sorgfältig wählen

Filmrechte können bares Geld bedeuten. Es gibt zahllose Fernsehstationen rund um den Erdball und auch deutschsprachige Produktionen finden dort ab und an einen Sendeplatz. Insbesondere durch die Streaming-Dienstleister wie Netflix und Amazon Prime hat sich die Zahl der deutschsprachigen Produktionen, die auch weltweit verwertet werden, deutlich erhöht.

Angekauft werden Programme größtenteils von internationalen Vertrieben, deshalb ist es sinnvoll, für den eigenen Film einen Vertrieb zu beauftragen. Leider ist die Wahl des „richtigen“ Vertriebes nicht ganz einfach. Die meisten Vertriebe arbeiten seriös. Doch es gibt leider auch manche Vertriebe, welche die in ihren eigenen Verträgen festgeschriebenen Regeln missachten. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass man heute Sales-Agents in der ganzen Welt beauftragen kann, ihre Seriosität allerdings lässt sich nicht eo einfach erkennen.

Man sollte also sehr genau recherchieren, welche Filme durch Ihren künftigen Vertriebspartner bisher mit welchem Erfolg verwertet wurden. Bitten Sie den Vertrieb, der Ihren Film übernehmen möchte, Ihnen eine Liste der von ihm vertretenen Filme zu schicken. Dann können Sie mit den Produzenten der vertretenen Filme Rücksprache über deren Erfahrungen halten. Hat der Vertrieb Ihren Film ordentlich präsentiert und beworben? Haben Sie regelmäßige Abrechnungen bekommen? Wurde regelmäßig bezahlt?

Bestandteil jedes Vertriebsvertrages ist etwa die Verpflichtung des Vertriebes regelmäßige Berichte über Vertriebsaktivität und ggf. Verkäufe Ihres Filmes abzugeben. Üblich sind Regelungen, wonach im ersten Jahr der Vertriebsarbeit vierteljährlich, danach halbjährlich Berichte an den Produzenten geschickt werden. Darin steht etwa, welche Einkäufer oder TV-Sender mit welchem Ergebnis kontaktiert, welche Lizenzen für den Film vergeben wurden.

 

Schwarze Schafe

Erfahrene Produzenten kennen in der Regel die "schwarzen Schafe" der Branche. Es werden zwar keine schwarzen Listen geführt, aber in einem Gespräch kann man durchaus erfahren, welchen Ruf die eine oder andere Firma genießt. Merkwürdigerweise machen die unseriösen Vertriebe nämlich keine Unterschiede zwischen den einzelnen Filmen, die sie vertreiben. Wenn, dann betrügen die gleich alle Produzenten. Die Grundhaltung eines Vertriebs ist also relativ leicht über Erkundigungen in der Branche herauszufinden.

Von Außen kann man diese dagegen kaum erkennen. Auch die weniger empfehlenswerten Vertreter ihrer Zunft sind ausgesprochen freundlich. Sie tragen teure Kleidung, sitzen in noblen Büros, verteilen aufwändige Werbebroschüren, betreiben aufwändige Webseiten und strahlen vorzugsweise Erfolg aus. Und wenn sie voller Begeisterung Ihren Film in ihr Vertriebsprogramm aufnehmen wollen, wer kann da widerstehen?

Ja und dann geht alles ganz schnell. Sie sollen ein digitales Master, vielleicht noch mit Normwandlung auf NTSC, Übersetzungen aller Kritiken, Fotos, eine Zugangsberechtigung zum Originalnegativ bzw. dem DCP (Lab-Access Letter), ein M&E Band (Internationale Tonfassung), Musiklisten etc. bereitstellen. Die Kosten investieren sie selbst, schließlich haben Sie ja einen internationalen Vertrieb, die Rückflüsse werden sich schon rechnen...

 

...aber

Der beste Vertrag ist natürlich nur so gut wie der Charakter Desjenigen, mit dem man ihn schließt. Wer ahnt schon, dass die Regelung, Ihnen halbjährliche Abrechnungen über die Verkäufe und Erlöse zu senden, nur auf dem Papier steht. Vielleicht bekommen Sie sogar zu Beginn der Geschäftsverbindung noch eine Abrechnung, in der steht, es hat keine Erlöse gegeben. Sie werden nie erfahren, auf welchen Kabelstationen in den USA, Kanada, Australien oder vielleicht Korea Ihr Film gelaufen ist und welche Lizenzsummen dafür gezahlt wurden.

Wer von seinem Sales Agent weder Abrechnungen noch Berichte bekommt oder gar Beweise für ungemeldete Verkäufe seiner Produktion vorliegen hat, sollte schleunigst die Notbremse ziehen!
Das Positivste was Sie erreichen können ist vermutlich, irgendwann Ihre Rechte wieder zurückzuerhalten. Geld werden Sie vermutlich nie sehen. Und es ist bedauerlicherweise auch recht unwahrscheinlich, dass Sie Ihren Film danach einem anderen Vertrieb anvertrauen können, denn diese sind an Second- Hand Ware nicht allzu interessiert.

 

Informationen zu Vertrieben

Diese bekommt man bei der

German Films Service & Marketing GmbH

Herzog-Wilhelm-Str. 16

80331 München

Tel.: +49 (89) 599 787-0

Fax: +49 (89) 599 787-30

www.german-films.de

info@german-films.de

Verband der Filmexporteure

Adressen diverser, im Verband zusammengeschlossener Weltvertriebe findet man hier:

Mehringdamm 33

10961 Berlin

Tel: +49 173 726 06 1

http://www.vdfe.de/mitglieder-1

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