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Während sich die Kamerahersteller trefflich über Auflösungen ihrer Sensoren, Farbtiefe und Look streiten, wird im Hintergrund daran gearbeitet, die möglichen Qualitätssteigerungen zu den Zuschauern zu bringen.

 

Genau hier liegen Herausforderungen, die vergleichbar sind mit der Umstellung von analogem auf dititales Fernsehen. Ein neues Protokoll für IP basierte Übertragung von Filmen, ATSC 3.0 genannt, wird, nicht gerade zur Freude der Programmanbieter, gewaltige Neuanschaffungen erfordern.

 

Eierlegende Wollmilchsau...

Um möglichst alle denkbaren Formate und Bedürfnisse bedienen zu können, muss dieses Protokoll möglichst vielseitig ausgelegt sein. Das ist weitaus komplexer als die bisherigen Unterscheidungen zwischen 4:3, 16:9, 720p oder 1080i. Die Bandbreite an denkbaren Formaten, die übertragen werden sollen, ist riesig. Unterschiedliche Kontrastverhältnisse (HDR), Auflösungen wie UHD, größere Farbräume, unterschiedliche Bildraten, verschiedenste Audio-Formate sind nur wenige Beispiele künftiger Varianten.

 

Im Mittelpunkt dieser Formate steht ein Container-Format, HEVC, welches so wie ältere Containerformate wie Quicktime oder H264 ein ganzes Bündel an unterschiedlichen Inhalten, wie Audio, Text, Video, Metadaten, interaktive Steuerung etc. in sich trägt. Und natürlich sind auch Verschlüsselungen integriert, mit deren Hilfe neue Bezahlvarianten an die Datenpakete gekoppelt werden können.

 

Datenexplosionen

Von der Aufnahmeseite und der Postproduktion, der so genannten "Content Creation", wissen wir, welche gigantischen Datenmengen bei unkomprimiertem 4K anfallen. Das kann, je nach Farbtiefe bis zu einem Gigabyte pro Sekunde bedeuten. Die Datenmengen explodieren mit der Verbesserung der Bildqualität. Diese Datenmengen können aktuell nur noch mit Serien an Flash-Speichern SSDs realisiert werden, aktuelle Festplatten kommen da an ihre Grenzen. Doch kaum ist ein Film fertig bearbeitet und gemastert, wird er massiv datenreduziert, um ihn irgendwie verwerten zu können.

 

Doch selbst die datenreduzierten Formate brauchen Speicherplatz, den zu organisieren und zu steuern gehört zu den Aufgaben des "Content Managements". Und da immer weniger Menschen die Programminhalte genau dann anschauen wollen, wenn ein TV Sender sie sendet und alle Zeichen auf View on Demand stehen, müssen dann die meisten dieser Inhalte auch noch gleichzeitig abrufbar gehalten werden. Da entstehen gigantische Datenmengen und die Programmanbieter wie Amazon Prime und Netflix fordern möglichst starke Kompressionen der Daten, um diese Herausforderung der "Content Distribution" bewältigen zu können. Der Wunsch, Filme auch mobil streamen zu können, wird durch 5G ebenfalls komprimierte Datenpakete erfordern.

 

Was wird beim Zuschauer ankommen?

Doch hier sind die Antworten nicht so einfach. Will man die Qualitätsvorteile sichtbar an die Zuschauer weitergeben, darf man nicht zu viele Informationen wegkomprimieren. Dummerweise benötigen die effizientesten Kompressionsalgorithmen die meiste Rechenleistung, diese beim Zuschauer wieder zu decodieren. Das verteuert wieder die Geräte auf der Consumerseite, ein Teufelskreis, der den Content-Anbietern Kopfzerbrechen bereitet.

 

Weitere Herausforderungen liegen darin, die Zuschauer nicht durch unendliche Datenbanken zu überfordern. Wer hunderttausende Titel vorrätig hält, überfordert die Kunden, die sich entscheiden sollen. Die Personalisierung soll hier Abhilfe schaffen, durch gezielte Vorauswahl das Angebot zu lokalisieren, also für das jeweilige Land oder den Kulturkreis einzuschränken und für den individuellen Kunden maßgeschneidert zu reduzieren.

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