Video Sender Terradek 3000

 

Über Sinn und Unsinn der Bildkontrolle für Alle kann sich durchaus streiten. Brauchen wirklich mehr Personen als vielleicht die Kamerassistenz und die Regie ein Videobild? Möglicherweise noch die Continuety und was ist mit der Regieassistenz und der Maske? Plötzlich vervielfältigt sich die Anzahl potenzieller Mitzuseher am Set... Wie auch immer man dazu steht,- Fakt ist, an Filmsets werden immer häufiger Video Sender eingesetzt. Worauf muss man achten und was können sie? Professionelle Videosender sind sehr teuer, wenn es nur um Bildkontrolle und nicht um Sendequalität geht, gibt es preiswerte Alternativen...

 

Bildkontrolle High-End

Video Sender Monitor 1 2000

 

Die erste Unterscheidung ist sicherlich, ob die Videofunkstrecken perfekte Signale in bester Qualität und ohne Verzögerung übertragen müssen oder ob sie eher für die einfache Bildkontrolle gedacht sind. Weitere Unterschiede liegen sicherlich in der Breite der Datensignale und in der verwendeten Kompression. Für hohe Sendequalität ist eine größere Bandbreite des Signals und meistens auch eine möglichst geringe Latenzzeit gefragt. Beides lassen sich die Hersteller teuer bezahlen.Hier kann man, wenn man höchste Qualität erwartet, viele Tausend Euro investieren. Wenn es um hochwertiges Monitoring geht, gibt es große Qualitäts,- und Preisunterschiede.

Zu den großen Anbietern in diesem Bereich gehört etwa Teradek, die mit Systemen wie der Teradek Bolt XT 500 SDI/HDMI latenzfreie Videoübertragung in 1080p anbieten. Diese senden mit weitgehend störungsfreier Übertragung im bereich 5,19 ~ 5,23 GHz.

Soll das Signal auch halbwegs sendefähig sein, muss man noch tiefer in die Tasche greifen. Hier werden auch gerne mal 14000,- € aufgerufen, wie etwa bei der "Teradek Bolt XT 3000". Besondere Störsicherheit bei der Signalübertragung verspricht auch die "LiveU LU-400-SCM-SN001 mit V-Mount" welche eine mobile Übertragungseinheit über das Handynetz ist. Mit der "Teradek Ranger" (ca. 15000,- €) können sogar 4K Signale unkomprimiert und über größere Entfernung (bis zu 1500 Meter) übertragen werden. Einige der hochpreisigen Funkstrecken, beispielsweise auch von Arri, lassen sich direkt an entsprechend geeignete Kameras anflanschen, was den Kabelsalat, der sonst vom Kameragehäuse ausgehen würde, deutlich reduziert.

 

Video Sender 2 3000

 

Eine HD Auflösung von 1080 ist auch bei den preiswerten Geräten inzwischen Standard, bei einigen kann man aber auch niedrigere Auflösungen auswählen. Auch die Ein, und Ausgänge sind entscheidende Unterschiede. Während die teuren Profifunkstrecken auch über HD-SDI verfügen, bieten die preiswerten nur HDMI. Auch die Störsicherheit ist angesichts vieler Geräte, die sich heutzutage auf dem WLAN-Frequenzband tummeln, nicht immer gegeben.

 

 

Preiswerte Alternativen

Video Sender 1 3000

 

Wenn Die Latenzzeit nicht so eine große Rolle spielt, um auch dem Team, der Regie etc. ein Bild zum Mitschauen anzubieten, kann man durchaus auf preiswerte Lösungen gehen, von denen die meisten aus China stammen. Viele unterschiedlich gebrandete Geräte sind baugleich. Die INKEE Benbox etwa liefert für knapp 120 € bereits ansehnliche Videoübertragung auf jedes Mobilephone im Umkreis von etwa 100 Metern. Die Übertragung läuft über 2,4 oder 5 G WLAN.

Die Benbox wiegt nur 100 Gramm und kann auf den Blitzschuh der Kamera aufgesteckt werden. Per HDMI Kabel wird es mit dem Kameraausgang verbunden. Der Videosender hat einen eingebauten 2500-mAh-Lithium-Akku. Das empfangene Videobild kann bei einem solchen Preis nicht ganz latenzfrei sein, 150 Millisekunden gibt der Hersteller hier an, aber zu einer Bildkontrolle ohne zeitkritische Faktoren ist es auf jeden Fall geeignet. Um beim Drehen die Hände frei zu haben, kann man es auch mit einem Handy-Armband Halter (iPhone Wristband) am Arm befestigen. Praktisch alle Systeme haben auch 1/4 Zoll Gewinde als alternative Befestigungsmöglichkeit.

 

Separater Empfänger

Möchte man statt auf Handys auf richtige Videodisplays übertragen, so bieten sich Sender / Empfängersets mit HDMI Ausgang an. Diese senden ebenfalls per WLAN, man kann also neben dem mitgelieferten Videoempfänger ebenfalls auf Handys empfangen. Auch diese sind in preiswerter Ausführung erhältlich, beispielsweise "Zhiyun TransMount" (Latenzzeit laut Hersteller: 0,15 Sekunden), "Accsoon CineEye 5G Wireless" (laut Hersteller eine Latenz von 0,06 Sekunden), "CVW SWIFT 800" (Latenzzeit laut Hersteller 0,7 Sekunden) oder auch "Hollyland Mars 300" ein Set welches etwas teurer ist und auch immerhin eine Latenz von <0,1 Sekunde Versatz hat.

Einige Sende / Empängerkombinationen die eher für den Wohnzimmer-Bereich gedacht sind, wie das "Measy W2H" liefern sogar 4K Signalübertragung, besitzen aber keinen Blitzschuhanschluss und keinen eingebauten Akku..

 

Stromversorgung

Einige der preiswerten Sets werden mit einem Aufsteck-Akku mit Strom versorgt, etwa das "CVW SWIFT 800" Set, was den Vorteil hat, dass man lediglich den Aufsteckakku (SONY NP-F970 Akku) wechseln muss um weiterarbeiten zu können. Sende-Empfangskombinationen mit einem kleinen eingebauten Akku müssen dann erst einmal ans Ladegerät gehängt werden, für professionelles Drehen sind das inakzeptable Unterbrechungen. Andere Geräte wie das "Zhiyun TransMount" oder "INKEE Benbox", lassen sich über eine Buchse mit externem Strom versorgen, hier können Gmbals etc. mit Ladefunktion die Stromversorgung aufrecht erhalten. Man kann damit also auch Lösungen finden, aber externe Akkuboxen und Kabelverbindungen machen das System natürlich schwerer und vielleicht auch Fehleranfälliger.

 

Eine Frage der Helligkeit

Viele Displays sind zu dunkel um gegen helles Tageslicht anzukommen. Hier muss man dann einen Sonnenschutz (Sunhood) um das Display oder Handy herum bauen oder einen passenden kaufen, um trotzdem das Bild beurteilen zu können. Im einfachsten Fall ist das ein mit Gaffer-Tape optimierter Pappkarten, in dessen Innerem sich der Kontrollmonitor mit der Empangselektronik oder ein Tablett oder Handy befindet.

 

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