Handyfilm quibi 2000

Susanne Batteux und Joachim R. Iffland in "Midsommar Stories", Episode PAX (Regie: Michael Chauvistré, Produktion: Allary-Film, Tv & Media)

 

Das Gleiche, nur kürzer und kleiner, so könnte man den Streamingdienst fürs Handy umschreiben. Was steckt dahinter? Dass unsere Smartphones schon lange auch zu Medienplayern geworden sind und dass wir da auch gerne in kurzen Pausen auf der Fahrt in den Offis, an Haltestellen etc. Clips schauen, haben Jeffrey Katzenberg und Meg Whitman, beide Milliardäre, in Los Angeles zur Basis ihres neuen Geschäftsmodells gemacht.

Quibi heißt ihr Produkt und ist ein weiterer Streamingdienst, der allerdings das Programm in kleine Häppchen zerlegt und nur für Smartphones konzipiert ist. Der Name leitet sich ab von "Quick Bites" (Kleine Häppchen) und soll den Konsum von Filmstückchen in Wartepausen erleichtern. An den Start geht der Dienst mit 24 Serien, die in jeweils etwa 10 Minuten lange ebensolche "Häppchen" zerlegt worden sind.

Für knapp 5 Dollar im Monat bekommt man diese, mit Werbung versetzt, für 8 Dollar kann man auch ohne Werbung schauen. Um eine gewisse Exklusivität herzustellen, haben Regisseure wie Steven Spielberg, Guillermo del Toro und Antoine Fuqua eigens Serien für Quibi hergestellt. Doch die sind kaum anders als Bekanntes, nur ein wenig mehr als Fastfood für die Augen.

 

Wie sieht es aus?

Naja, so wie man das eben von anderen Videos, die man auf dem Handy anschaut, kennt. Besonders schmerzlich wird es, wenn in den kleinen Häppchen dann auch noch magisch schöne Landschaftsaufnahmen zu sehen sind, deren Anmutung im Mobiltelefon massiven Schaden nimmt. Da das Format auf Handy ausgelegt ist, gibt es auch stets eine Hochkantversion, bei der man meistens das Gefühl hat, viel zu dicht dran zu sein,- was ja auch stimmt, schließlich gibt das Querformat (wenn man die unbequemere Querposition mit dem Handy wählt) ja noch deutlich mehr Raum frei.

Da die aktuellen Serien bewusst für das Format konzipiert wurden, sind auch die Hochformat-Aufnahmen bei Drehen eingeplant worden. Das bedeutet schlicht, dass es immer nur eine wichtige visuelle Erzählebene gibt,- eben jene, die in das Hochformat passt. Visuell vielschichtiges Erzählen geht anders. Aber das will Quibi auch gar nicht, es geht um spannende, kleine Clips, die man zwischen all die anderen Ablenkungen des Alltages quetschen kann.

 

Banner Virtual Reality Buch Schmal 2000