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Dreharbeiten Franta

Anfangsszene der Ernst Weiß-Verfilmung "Franta" (Drehbuch: Jan Christoph Jäger, Kamera: Immo Rentz, Szenenbild: Annette Ganders, Regie: Mathias Allary)

 

DEMO

Dauer:

4-12 Wochen

  Bearbeitung:

2-4 Stunden

  SSZ:

10 X 60 Minuten

  LVA Seminar:

10 Lernmodule

  Equivalent ECTS

2 (vergleichbar)

 

Wie man beginnt, so schreibt es sich

In unseren ersten beiden Aufgaben zeigte sich bereits deutlich, welche Möglichkeiten, welche Macht die richtige Wahl der Örtlichkeiten und vor allem ihre Beschreibung haben. Mit ihnen können wir den Leser/Zuschauer sogleich in die richtige Grundbefindlichkeit versetzen, die erforderlich ist, um neugierig zu werden und unsere Geschichten intensiv erfühlen zu können. Die ersten Zeilen einer Szene sind so etwas wie der Aufmacher einer Zeitung. Wir wecken Interesse und stimmen den Leser auf ein Thema ein.

 

Informationen verteilen

Selbstverständlich müssen Sie nicht alle wichtigen Informationen zu einem Ort in den Anfang der Szene packen. Zumindest aber soviel, dass der Ort erkennbar und die für die Emotion und Handlung der Szene notwendigen Informationen gegeben sind. Weitere sinnvolle Elemente, den Ort betreffend können innerhalb der Szene dann eingestreut werden, falls möglich verwoben mit Handlung.

Die Vielzahl an Szenen und Drehorten bei den meisten Filmen macht es unmöglich, den Einführungen der Orte sehr viel Platz einzuräumen. Deshalb sollte die Beschreibung möglichst eindeutig und prägnant sein, damit man sofort weiß, wo man sich befindet. Taucht der gleiche Ort in einer späteren Szene wieder auf, kann man sich die Beschreibung sparen, der Ort ist eingeführt, man kann sich gleich auf die Handlung konzentrieren.

 

Hilfsmittel

Ein klassisches Mittel, Örtlichkeiten rasch zu erklären, sind typische Erkennungszeichen. Restaurants erkennt man an den gedeckten Tischen, den Obern, den Speisekarten, Wohnungen werden oft durch deren Bewohner definiert. Wer den Wohnungsschlüssel besitzt, den Kühlschrank auffüllt, sich in "sein" Bett legt, wohnt in der Regel auch dort.

Beliebt ist auch die Ankündigung in einer der vorhergehenden Szenen. Sagt die Filmfigur in einer Szene, sie sei müde und wolle nach Hause, ist der Ort der wenig später gezeigt wird, damit erklärt. Sagt der Kommissar zu seinem Kollegen, er wolle sich mal in der Firma des Opfers umschauen, weiß der Zuschauer, in welchen Lagerräumen er sich in der folgenden Szene befindet.

 

Starke, kraftvolle Beschreibungen

Es gibt Szenenanfänge eingebettet in Beschreibungen, die haben eine solche intensive Ausstrahlung, dass sie eine ganze Szene lang tragen können. Wenn es einem gelingt, die Örtlichkeit und Situation plastisch einzuleiten, hilft es einem auch beim Schreiben der ganzen Szene. Irgendwie entwickelt ein solcher Ort ganz eigene Qualitäten. Manchmal besteht auch eine ganze Szene nur aus der Beschreibung und ein wenig Handlung:

 

Szene 20                     HAUS BELLEVUE / AUFFAHRT                    AUSSEN / NACHT 

 

Die Jensen geht im fahlen Licht der Laternen nachdenklich die Auffahrt hinunter, hält inne und wendet sich dem dunklen Gebäude zu. Ganz oben, in einem weit geöffneten, beleuchteten Fenster, lehnt der stämmige Hausmeister und starrt in die Ferne.

 

Als er sie bemerkt, löscht er das Licht. Seine glühende Zigarettenspitze verrät jedoch dass er weiterhin am Fenster steht. Zögerlich setzt sie ihren Weg fort.

 

In obiger Beschreibung werden auf einfache Weise Grundstimmungen und Erfahrungen angesprochen, welche die meisten Menschen irgendwo in sich tragen. "Fahles Licht der Laternen", "eine Auffahrt, dunkle Gebäude", "ein weit geöffnetes, beleuchtetes Fenster, dessen Licht plötzlich gelöscht wird", "eine glühende Zigarettenspitze im Dunkeln". Diese Stichworte lösen bei uns Stimmungen aus, die uns helfen die Emotionen der Filmfigur (in diesem Fall Silvia Jensen) nachzuempfinden: Sie ist allein, (schutzlos) geht eine schlecht beleuchtete Auffahrt hinunter, weit und breit ist niemand unterwegs. Nur ein Fenster ist beleuchtet, der Hausmeister lehnt im Fenster und löscht das Licht, als er sie bemerkt. (Sie fühlt sich beobachtet).

 

Raumgefühle

Sie sehen, dass man durchaus Gefühle der Filmfiguren auch wenn man sie nicht als Dialog, Erzählerstimme oder Handlung transportiert, über Beschreibungen von Örtlichkeiten und Situationen vermitteln kann. Je archetypischer, je allgemein bekannter diese Situationen und Örtlichkeiten sind, desto leichter steigt der Leser/Zuschauer darauf ein.

Versuchen Sie bei Ihren Drehbüchern die Örtlichkeiten so zu wählen und zu beschreiben, dass Sie damit zugleich Stimmungen und Gefühle ihrer Filmfiguren verstärken können. Altmeister Hitchcock hat in Filmen wie "Das Fenster zum Hof" oder "Vertigo" intensiv mit der Kraft der Drehorte gearbeitet. Dies ist keineswegs eine Aufforderung zu spektakulären Handlungsorten, sondern zu einer sehr bewussten Auswahl und Behandlung als gestalterisches Element:

Ein einsamer Bauerhof irgendwo im Elsass, der umgeben von einer Mauer nur durch ein Hoftor betreten werden kann, vermittelt das Gefühl einer Art Burg, von Abgeschiedenheit, Einsamkeit, von Abschottung.

Ein Apartment irgendwo im 14.Stock eines Studentenwohnheims einer Großstadt. Grelle Farben an Haustür, Briefkästen und Aufzüge sollen Freundlichkeit vermitteln. Eisiger Wind heult durch den Schacht des Müllschluckers. Ein Gefühl von Anonymität, Schutzlosigkeit und Verlorenheit stellt sich ein.

Unspektakulär, aber in Verbindung mit der richtigen Geschichte sagen beide Orte bereits viel über die Menschen, die sich dort befinden, aus. Doch Vorsicht: Nicht immer ist es sinnvoll mit solchen Motiven eindimensional umzugehen. Brüche und Gegensätze haben ihren eigenen Reiz. Wenn ein High-Tech gewohnter Großstädter mit seinem Wagen irgendwo liegen bleibt und auf einem Bauernhof ohne Telefon festsitzt, kann vielleicht eine reizvollere Geschichte entstehen.

Manche Orte lösen beinahe automatisch in uns Grundstimmungen und Assoziationen aus. Dabei sind auch gegensätzliche Auslegungen möglich. Eine Waldlichtung kann, je nach Geschichte, romantisch, freundlich oder bedrohlich sein. In den folgenden Aufgaben können Sie auch unterschiedliche Bewertungen vornehmen.

 

Lernmaterialien

Hinweis: Das folgende Menü mit zahlreichen Materialien, Links und mehr, lässt sich in dieser Demo nicht öffnen.

Doch kommen wir zu Ihnen und Ihren ersten Aufgaben bei diesem Buchprojekt. Das Drehbuch zum Polizeiruf muss recht schnell alle wichtigen Informationen zu den Figuren und Geschehnissen liefern.

 

Aufgaben

Hinweis: Die zu diesem Lernmodul gehörenden Aufgaben sind in dieser Demo leider nicht zugänglich. In der Regel werden drei bis sechs Aufgaben gestellt, deren Lösungen man direkt in Eingabemasken hineinschreiben kann. Hier als Beispiel Fragestellungen, die nicht aus diesem, sondern aus dem ersten Lernmodul des Drehbuchseminars 1 stammen. Da es sich um eine Demo handelt, sind die Felder nicht ausfüllbar.

 

Manual Demo Aufgaben 4000

Hinweis: Da diese Seite nur eine Demo ist, können Sie die folgenden Felder nicht ausfüllen und Ihre Lösungen auch nicht an den / die Turor -in senden.

 

Manual Seminare Persoenliche Daten 4000

 

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