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Nikon RED 4000

Werden künftig RED Kameras ein Nikon-Label tragen? Noch weiß Niemand, wohin die Reise gehen wird...

 

Man darf das ohne Zweifel als Paukenschlag bezeichnen, der japanische Kamerahersteller steigt damit überraschend ins Filmgeschäft ein. Die Nachricht kommt unerwartet aber sie ist nachvollziehbar und ein spannender Schritt für beide Unternehmen, den japanischen Klassiker für hochwertige Fotokameras und den Newcomer der den Markt der digitalen Kinematographie ab 2006 neu aufrollte.

Interessanterweise standen sich beide Unternehmen zuletzt sogar vor Gericht gegenüber weil es Auseinandersetzungen wegen der RED RAW-Patente über komprimiertes RAW gab. Nikon hatte sich außergerichtlich mit RED einigen können, vielleicht war das bereits die Vorstufe zur Firmenübernahme.

Man hat sich immer gefragt, weshalb Sony, Canon oder auch Panasonic mit ihren Mirrorless Kameras auch den Markt der Videofilmer bedienen, während Nikon Kameras dafür eher selten verwendet werden. Nun hat Nikon mit dem Kauf von RED die Karten neu gemischt, man darf von einigen Synergieeffekten ausgehen, welche die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen hervorbringen wird.

 

Klassiker ihres Fachs

(Nikon wurde 1917 als Nippon Kogaku K.K. ("Japanische Optikfabrik") gegründet und später in Nikon umbenannt. Über viele Jahrzehnte waren es Nikon Fotokameras, welche Profifotograf*Innen im Kleinbildbereich bevorzugten. Nikon produzierte auch schon früh die wahrscheinlich besten digitalen Negativ,- und Diafilmscanner und besaß damit wichtiges Knowhow im Bereich von Bildabtastung. Nikon war 2009 der erste Fotokamerahersteller, der digitale Videoaufnahmen in seine Kameras integrierte. Doch der Erfolg der erst später eingeführten Canon 5D ließ diese Pionierleistung verblassen.

RED Digital Cinema wurde 1999 von Jim Jannard gegründet und hat hochauflösende Kinokameras zu vergleichsweise günstigen Preisen hergestellt und damit auch etablierte Kamerahersteller wie Arri wachgerüttelt. Von der ersten RED ONE bis zur hochmodernen V-RAPTOR [X] hat das Unernehmen die Messlatte immer weiter nach oben verschoben. Es hat eine eigene, professionelle RAW-Komprimierungstechnologie, entwickelt und für seine Leistungen auch einen Technik Oscar erhalten. 

Bereits vor einiger Zeit hatte der RED Gründer Jim Jannard bekannt gegeben, dass er sich aus Altergründen (er ist über 70) aus der Firma zurückziehen wolle. Aktuell leitet Jarred Land das Unternehmen als CEO.

 

Was darf man erwarten?

Natürlich bewegen wir uns hier im Bereich der Spekulationen, aber klar erkennbar ist, dass RED mit seinem Knowhow im Bereich der Sensoren, der Bildverarbeitung, der Videocodecs und der Color-Science den Nikon Kameras mehr Cinematographische Fähigkeiten liefern kann. Nikon auf der anderen Seite kann vielleicht mit seiner langen Erfahrung im Bau von hochwertigen Objektiven, Autofokus-Technologien, Lichtmessmethoden und in der industriellen Serienfertigung von Kameras eine Menge anderer Elemente beisteuern, die für RED spannend sein könnten.

All die Effekte werden sich natürlich nicht sofort zeigen, doch es werden Prozesse angestoßen, die beiden Kamerafamilien erweiterte Workflows, neue Features und kreative Möglichkeiten eröffnen werden. Man kann erwarten, dass die großen Mirrorless Videokamera-Anbieter Sony, Canon und Panasonic künftig mit stärkerer Konkurrenz durch Nikon rechnen müssen. Möglicherweise wird Nikon mit Hilfe des RED RAW Codecs auch in den Markt semiprofessionller Kompaktvideokameras a la Blackmagic Pocket vorstoßen.

Inwieweit sich auch bei den professionellen Cine Kameras Marktanteile zwischen den großen Playern Arri, Sony und RED verschieben werden, steht ein wenig in den Sternen, der Markt ist doch recht überschaubar, es werden einfach nicht so viele hochpreisige Kinokameras gebraucht.

Es bleibt also spannend.

 

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