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Pegelverhältnisse

Im Studiobereich gelten andere Pegelverhältnisse als im Amateurbereich. Eine Spannung von 1,55 Volt ergibt bei einem Profigerät auf der Aussteuerungsanzeige einen Pegel von 0 dB, also Vollaussteuerung. Bei einem Amateur- oder semiprofessionellen Gerät erzielen aber bereits 0,775 Volt 0 dB Anzeige. Das bedeutet, dass Profigeräte einen höheren Pegel als Amateurgeräte benötigen und auch abgeben. Wenn man nun Profi-Equipment (z. B. ein Mikrofon) mit semiprofessionellen Geräten (z. B. einem DV-Camcorder) kombinieren möchte, kann es passieren, dass etwa ein Mikrofon einen so hohen Pegel abliefert, dass das Aufnahmegerät damit nicht mehr zurecht kommt.

 

Daneben gibt es diverse Tonereignisse, die einfach zu laut sind für herkömmliche Mikrofonvorverstärker. Wo professionelle Aufnahmegeräte und Mischpulte noch über sinnvolle Umschalter der Eingangsempfindlichkeit verfügen, begnügen sich viele Amateur- und semiprofessionelle Geräte mit simplen Potentiometern. Deren Regelbereich gerät bei hohen Pegeln an die Grenzen der Einstellbarkeit oder wird gänzlich überschritten.

 

Dämpfen

Umschalter

In diesen Fällen ist es sinnvoll, mit einer Dämpfung zu arbeiten, die man vorzugsweise in den symmetrischen Leitungsweg einbaut. Solche Dämpfungen kann man in einer XLR-Steckerkombination oder auch in ein kleines Gehäuse einbauen. Während man in so eine Steckerkombi nur einen festen Dämpfungswert einbauen kann, ist es bei einem Minigehäuse möglich, per Dreh- oder Tastenumschalter gleich mehrere Dämpfungsgrade zu verwirklichen.

 

Das ist sinnvoll, wenn man auch extrem hohe Schallpegel – wie bei Live-Konzerten oder Flugzeugstarts – noch herabdämpfen möchte. Wer löten kann, wird keine Schwierigkeiten haben, sich so eine Dämpfung selbst herzustellen. Schwierig wird es bei SMD-Widerständen, die sind ohne Platine schwer zu löten. Sorgfalt ist jedoch bei der Auswahl der Bauteile erforderlich. Die Widerstände brauchen keine hohe Kapazität, 1/4 Watt ist völlig ausreichend. Man sollte aber darauf achten, dass sie möglichst identische Werte haben. Also Widerstände mit enger Toleranz kaufen (z. B. Metallfilmwiderstände, 1 bis 2 Prozent Toleranz)! Oder aber sehr genau ausmessen und selektieren, dass die Widerstände möglichst gleiche Werte haben. Das ist ganz wichtig, damit die Signalqualität nicht leidet.

Schaltung

Schaltplan

 

Die Widerstände sind so klein, dass sie auch in einen XLR-Stecker hineinpassen. Nach dem Prinzip des obigen Schaltplans gilt es nun, je nach Bedarf die Widerstandswerte zu variieren. Dabei kommt es sowohl auf die Impedanz der Mikrofone als auch auf den gewünschten Dämpfungsgrad an. Weiter unten stehen die Werte, die für Mikrofone von 100 bis 200 Ohm erforderlich sind.

 

Möchte man die Variante zum Umschalten verwirklichen, so werden entsprechend viele Widerstände per Umschalter in die Leitungswege geschaltet. In wenigen Fällen kann es bei Mikrofonen, deren Stromversorgung durch das Kabel kommt (Tonader/Phantomspeisung) zu Problemen kommen. In diesem Fall kann es helfen, die Phasen zu verdrehen, also auf einer Seite die Adern 2 und 3 zu vertauschen.

 

Dämpfungsgrad R1 R2
10 dB 52 Ohm 140 Ohm
15 dB 70 Ohm 73 Ohm
20 dB 82 Ohm 40 Ohm
25 dB 89 Ohm 23 Ohm

 

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