Kinofilm

  • "Romys" 2020

    Scheinwerfer Rig 500Die Österreichischen Film,- und Fernsehpreise wurden, ähnlich wie die Deutschen Filmpreise, ohne Live-Publikum vergeben. Wir nennen die PreisträgerInnen

  • "Vakuum" November

    "Vakuum", der Kinofilm mit Barbara Auer und Robert Hunger-Bühler, ist im November auf drei Filmfestivals präsent

  • 3 Billboards outside Ebbing

    Das ungewöhnliche Drama von Martin McDonagh erzählt von einer wütenden Mutter und ihrem Protest auf drei Werbetafeln.

  • 3D-Aufnahmen

    Titan 3DStereoskopie hat die Menschen schon lange fasziniert,- das plastische Abbilden der Wirklichkeit. Wo steht sie heute und was bringt Avatar 2 ?

  • 70mm-Format

    Christopher Nolan tut es, Quentin Tarantino tut es. Sie drehen trotz digitaler Übermacht analog und bringen Filme als 70mm Kopien in die Kinos

  • Ahrenshoop: Gewinner

    Preisverleihung AhrenshoopIn einer feierlichen Gala im "The Grand" in Ahrenshoop wurden die Gewinner des Festivals gekürt.

  • Alkohol im Film

    Im Kino wird selten gegessen, dafür umso häufiger getrunken, und wenn dann gerne hochprozentig...

  • Allüren

    Allueren3 500

  • Ältestes Kino schließt

    Filmprojektor 5 500Das älteste Kino Europas, das "Gabriel" in München soll in diesem Jahr für immer die Türen schließen.

  • Analog Film Renaissance

    Im Rahmen der "Tage der Regie" diskutierten Kameraleute, Regisseure/innen und Produzenten über die Magie von analogem Film und heutige Möglichkeiten, damit zu produzieren

  • Analog Revival

    Nein, keine Sorge, die Welt wird nicht wieder auf analoge Technologien umgestellt, doch nicht nur die gute alte Schallplatte erfreut sich wachsender Beliebtheit

  • Arris gebrauchte Alexas

    Arri AlexaArri München bietet generalüberholte, gebrauchte Alexas zu günstigen Preisen an. Lohnt sich das, und was erwartet einen?

  • Autokino

    Zwischen den Laken

    Pärchen im ersten Autokino

    Pärchen im ersten Autokino

    Am 6. Juni 1933 wurde das erste Autokino weltweit eröffnet. Das Camden-Drive-In im Staat New Jersey. Sein Erfinder, Richard Holingshead erwarb ein Patent auf seine Idee. Holingshead hatte lange experimentiert, mit einem Kodak-Projektor auf dem Dach seines Autos und Bettlaken zwischen den Bäumen im heimischen Garten. Dabei ist er auf diverse Probleme gestoßen: Wie verhindert man, dass die vorderen Autos den hinteren die Sicht versperren? Er testete die richtigen Abstände der Fahrzeuge voneinander, entwickelte kleine Rampen für die Vorderräder um eine leichte Neigung jedes Fahrzeugs zu erzielen.

     

    Während die Kinos jener Zeit noch aufwändige, Theatern ähnelnde teure Paläste waren, die eher in Stadtzentren eingerichtet wurden, ließen sich Autokinos auch in ländlichen Gegenden relativ preiswert verwirklichen. Die ersten Jahre hörte man den Ton von Außenlautsprechern. 1941 entwickelt RCA Lautsprecher, die man ins Auto einhängt, ein Verfahren, welches sich ab 1946 in allen Autokinos durchgesetzt hat.

     

    Die goldenen Zeiten

    Die 50ties waren die große Zeit der Autokinos. Man entwickelte bewegliche Standheizungen damit die Open-Air Kinos das ganze Jahr über spielen konnten. 1953 werden in zwei Kinos 3-D Filme angeboten. Bis 1958 wächst in den USA die Zahl von 1000 auf 4000 Open-Air Kinos. Zur gleichen Zeit schließen 5000 konventionelle Kinos in den USA. Man fuhr in Papas Chevy oder Cadillac ins Kino, vorzugsweise mit offenem Verdeck (with the top down) und fühlte sich auf wundersame Weise fast wie eine Figur aus einem James Dean-Film.

     

    Autokino Leinwand

    Leinwand des Autokinos Aschheim, bei München. Hohe Bäume verdecken die Sicht auf die Leinwand für Zaungäste

    Was machte den Erfolg der Open-Airs aus? Ganz bestimmt spielte der Autokult jener Jahre eine gewisse Rolle. In jenen Jahren träumte man davon, vom Arzt über die Bank und die Behörden irgendwann alles am Autoschalter erledigen zu können. Das preiswerte Vergnügen für die ganze Familie, Haustiere eingeschlossen, die Freiheit beim Kinoschauen zu essen, oder zu rauchen kamen hinzu. Vor allem aber verdankten die "Ozoner", wie man die Open Airs liebevoll nennt, ihren Erfolg der Prüderie Amerikas. In einem Land, wo man auch heute nicht in der Öffentlichkeit küsst, (wo die Polizeistreife, wenn ein Pärchen etwas länger im Auto sitzt, hält und fragt, ob alles in Ordnung sei), bot die Privatsphäre des eigenen Autos im Open-Air Kino mehr Möglichkeiten der Annäherung. Besonders beliebt waren die trashigen Horrorfilme dieser Zeit. Double Feature Horror Shows garantierten zahllose Momente in denen die Freundin bei ihrem starken Begleiter Schutz suchen musste.

     

     

     

    Themenpark Ozoner

    Autokino Leinwand

    Blick auf die Leinwand

    Neben den PKW- Positionen gibt es auch spezielle Parkplätze für die Pickups, die Mini-Vans, die sonst den anderen die Sicht auf die Leinwand versperren würden. Je nach US-Bundesland geht die Saison heute etwa von April bis Oktober. 500 bis 1000 Autos finden auf so einem Gelände Platz, das größte im Bundesstaat New York kann 1200 Autos aufnehmen. Die Preisgestaltung variiert. Manche berechnen pauschal das Fahrzeug (carload admission-price) und dann können so viele Personen wie hineinpassen zuschauen, bei anderen kostet jeder Zuschauer 1 bis 5 Dollar, Kinder haben meistens geringen oder freien Eintritt. Die geburtenstarken Jahrgänge in den USA brachten auch die Familien in die Autokinos. Spielplätze und Miniatureisenbahnen werden für die Kinder eingerichtet. Kinder konnten im Schlafanzug schauen und Sommerabende waren an der Luft viel angenehmer als im stickigen Kino.

     

    Viele "Ozoner" bieten ein ausgiebiges Rahmenprogramm, von Restaurants, Talent-Shows über Pony-Karussels bis zu Minigolf reichte die Bandbreite der Attraktionen. Werbedias, die so genannten "Intermission Stills" sind auch heute noch häufig Grafiken im Stil der 50er, 60er Jahre, forderten in der obligaten Pause in der Mitte des Filmes zum Kauf von Erfrischungen auf. Popcorn, Schokosterne und Colabecher waren Pflicht. Pommes Frites, Fried Chicken, Barbecue Sandwichs, Hamburger, Pizza oder Ice-Cream konnten bei einigen Kinos sogar vom Wagen aus bestellt und an eingehängten Tischen verzehrt werden.

     

    Kultig

    Die Ausstattung dieser Kinos ist eine Frage des Stils. Selbst wenn man modernisiert, so bleibt der Look so weit wie möglich erhalten. Beliebt waren die Lautsprecher an Säulen, die jeweils zwei Fahrzeuge beschallen konnten. Nach der Vorstellung wurde stets der freundliche Hinweis projiziert, doch vor dem Wegfahren die Mono- Lautsprecher wieder an die Säulen zu hängen. Auch heute noch werden Autokino-Lautsprecher vorzugsweise im Chrom oder Alu-Look der 60ties verkauft. Heute kommt der Ton oft kabellos über FM über das Autoradio, oft auch wahlweise synchronisiert oder in der Originalfassung. Doch zu Zeiten der eingehängten Lautsprecher hieß es nach dem Film grundsätzlich: "Please remember to replace the speaker on the post before you leave the theatre"

     

    Die Filme der 60er 70er zielten vor allem auf ein Teenager-Publikum. Beach- oder Highschool-Filme bestimmten das Programm der Leinwände, die kontinuierlich zurück gingen. Vor allem der Umstand dass irgendwann jeder einen Fernseher Zuhause stehen hatte, und die klassischen Kinos mit Klimaanlagen ausgestattet wurden, ließ die Zahl der Autokinos mehr und mehr sinken. Einige Kinofilme, wie "The last Picture Show" haben dem Autokino sogar ein Denkmal gesetzt.

     

    Heimspiele

    Das erste Autokino Europas steht in Deutschland und ist noch immer in Betrieb. Es wurde 1960 in Grafenbruch bei Frankfurt eröffnet. Vielleicht war es kein Zufall, dass dies ausgerechnet in der Nähe amerikanischer Kasernen geschah. Die Autokinos in Köln Porz und Essen wurden 1968 und 69 eröffnet und bieten 1100 Fahrzeugen Platz. Filmvorführer Heinz Schmidt, der in Köln Porz für die Technik verantwortlich ist, war von Anfang an dabei. Er begann als Servicefahrer mit rollenden Würstchen-Bonbon und Eiswagen. An den Ständern für die Lautsprecher gab es Kippschalter für den Platzservice. Wenn Zuschauer die betätigten, leuchtete ein grünes Lämpchen auf und die fahrbaren Snacks wurden direkt ans Auto geliefert.

     

    In der Anfangszeit wussten viele Eltern nicht, was Autokinos sind, wenn Sie ihren Kindern das Auto geliehen haben. Es war die Zeit in der manche Eltern von Nachbarn wegen Kuppelei angezeigt wurden, wenn diese ihre Sprösslinge allein ins Jugendzimmer ließen. Heinz Schmidt kann sich an manche Szenen erinnern, wo besorgte Eltern vorbeikamen und nachschauten, was denn ein Autokino eigentlich sei. Erschreckt darüber, dass die jungen Leute da ja ganz allein zusammen im Auto saßen, forderten sie den Vorführer auf, doch sofort die Tochter über Lautsprecher ausrufen zu lassen. Doch der verwies souverän auf die Pause in der das Licht angeht und da, so Schmidt, waren die Mädels so schlau und haben sich im Imbiss- Bereich versteckt. Szenen wie diese ließen damals den Ausdruck Knutschkino entstehen.

     

    Bevor die amerikanischen Fast-Food-Ketten hierzulande eröffneten, waren die Autokinos die einzigen Bezugsquellen für Hamburger, ohne Zweifel ein weiterer Grund ihrer ursprünglichen Beliebtheit. Österreichs erstes Autokino eröffnete 1966.

     

    Autokino Einfahrt

    Einfahrt des Autokinos Aschheim, bei München

    Heute gibt es bedauerlicherweise immer weniger Autokinos. Frankfurt, Essen, Köln, Brandenburg, Dresden, München Aschheim sind einige der verbliebenen Outdoor-Spielstellen. Die Besucherzahlen sanken und die Erträge waren, trotz Nutzung der Flächen auch als Floh- oder Gebrauchtwagenmärkte kaum geeignet steigende Grundstücksmieten zu kompensieren. Das Autokino Nürnberg schloss 2002 weil der Pachtvertrag für das Gelände auslief, das in Hamburg schließt am 19. Juni 2003 für immer die Tore.

     

    Während die Leinwände in den Multiplexen schrumpfen, standen die Autokinos stets für große Projektionsflächen, bis zu 600qm haben die größeren Plätze. Und auch die Lichtleistung der Projektoren, die bis zu 7000 Watt aufweisen, kann selbst schlechte Wetterbedingungen vergessen lassen. Regen stört die Projektion überhaupt nicht, das Licht geht einfach durch die Tropfen durch. Etwas anders verhält es sich mit den Autoscheiben. Schon so mancher ließ einen Film lang die Scheibenwischer laufen und stand danach mit leerer Autobatterie da. Dabei hat Vorführer Schmidt einen genialen Tipp für Autoscheiben bei Regen: Einfach einen Apfel oder eine Kartoffel durchschneiden und damit die Scheibe einreiben. Das verändert die Oberflächenspannung und es bilden sich keine Tropfen auf dem Glas. Überhaupt wird in den meisten Autokinos praktisch das ganze Jahr hindurch gespielt, lediglich Heilig Abend, Silvester, Rosenmontag und Karfreitag bleibt die Projektionskabine geschlossen.

     

    Einen Film Open Air anzuschauen ist einfach eine größere Erfahrung als im klassischen Kino. Der romantische, der nostalgische Aspekt unterm Sternenhimmel Filme zu erleben ist nach wie vor unvergleichbar.

  • Berlinale 2016

    Bis zum 21. Februar treffen sich Filmemacher und Kinointeressierte, um das tollste Medium der Welt zu zelebrieren.

  • Berlinale 2020

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  • Charakterlinien

    Sibel Kekilli interview 500Schauspieler-innen lassen sich im Idealfall voll und ganz auf die Figur, die sie verkörpern, ein. Welches sind die Grundlagen der Rollengestaltung?

  • Chinas Streaming Kinos

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  • Cinec 2018

    CinecVom 22. bis 24.9. bringt die Cinec Anbieter und Anwender von professionellem Kamera, Licht, Ton und Gripequipment zusammen

  • Cinema Jove 18

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  • Cinema Svizzero a Venezia

    ...das klingt einfach tausendmal schöner als nur "Filmwoche des Schweizer Films" zu sagen. Ein Kurzbesuch in Venedig

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  • Cosplay & Comic-Con

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  • Das Wunder im Meer von Sargasso

    angeliki papoulia michalis kimonas elisabeth vangelis police car 500Ein Polizeifilm der anderen Art, eine Polizeichefin die alle Grenzen überschreitet, ein Film mit Wucht...

  • Der Buchladen der Florence Green

    In dem neuen Drama von Isabel Coixet, möchte eine Frau in einer englischen Kleinstadt ihren Traum vom eigenen Buchladen wahrmachen

  • Der gläserne Zuschauer

    Was Netflix mit Anwenderdaten versucht, probiert Disney nun kleinteiliger mit Gesichtserkennung und Artificial Intelligence. Sind bessere Filme das Ergebnis?

  • Diagonale Graz

    Mur und Schlossberg in Graz 500Am Dienstag begann die diesjährige Diagonale in Graz um einmal mehr den österreichischen Film zu feiern

  • Die Berlinale

    Die Berlinale findet wie der Name schon sagt, in Berlin statt und gehört zu den ältesten Filmfestivals. Sie wurde 1951 ins Leben gerufen

  • Digitales Kino

    Kino ohne Film

    Kino

    Die große Umstellung auf digitale Projektion ist fast abgeschlossen. In Europa sind die Kinos zu 98 % digitalisiert.

    Immer seltener werden große, schwere Filmkartons (30 kg und mehr) wie früher durch die halbe Welt verschickt, um Kinos und Festivals mit Filmkopien zu versorgen. Nach einigen Vorführungen stellten sich erste Schäden an den Kopien ein, bald war die Perforation beschädigt, am Anfang und Ende der Akte zeigten sich Verschrammungen, fehlten gar einzelne Bilder. Die Kopie wurde irgendwann unbrauchbar. Analoge Filmkopien werden inzwischen durch elektronische Wiedergabe per Videoprojektor ersetzt. Die Filme (digital als DCP) stammen dann von optischen oder magnetischen Speichermedien oder werden per Satellit oder Internet direkt übertragen.

     

    Einsparpotential oder Investitionsfalle

    Kopien könnten von neuen Filmen innerhalb kürzester Zeit in aller Welt sein und die Verleiher sparen Kopierwerks-, Lager- und Versandkosten ein. Der Vertrieb der digitalen Daten verschlingt auch eine Menge Geld, dennoch bringt es den Verleihern Einsparungen. Für die Kinobetreiber sieht die Bilanz allerdings etwas anders aus: Die Kosten für die Umrüstung eines Kino waren anfangs extrem hoch, denn lichtstarke Video-Projektoren sind sehr teuer. Doch das kann sich ändern. Immer wieder sahen sich Kinobetreiber außer Stande, in die neue Technik zu investieren. Viele haben noch nicht einmal die Investitionen in teure THX-Tonanlagen abbezahlt. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, aber die Digitalisierung hat viele Kinos, vor allem in kleinen Orten, sterben lassen. Europäische Fördereinrichtungen wie MEDIA (Creative Europs) haben mit ihrer Initiative Europa Cinemas die digitale Projektion europäischer Dokumentarfilme gefördert. Die Anschaffung eines DLP-Cinema-Projektors mit 2k Auflösung konnte für geeignete Kinos mit bis zu 7500 Euros gefördert werden. Richtige Kinoprojektoren für große Leinwände kosten gut und gerne 40-60.000 Euro und im Gegensatz zu Filmprojektoren, die ein halbes Jahrhundert funktionierten, muss man diese alle sechs, sieben Jahre erneuern. Das sind unglaubliche Kosten, die da von Kinobetreibern gestemmt werden müssen.

     

    Vorteile

    Sowohl die Rechteinhaber (Produzenten oder Vertriebe) als auch die Verleiher haben großes Interesse daran, präzise Kontrolle über die Anzahl und den Zeitpunkt der Vorführungen ihrer Filme zu haben. Darüber hinaus brachte es Kosteneinsparungen, wenn keine Filmkopien mehr gezogen werden mussten. Und auch manche Filmschaffende schwärmen bereits vom angeblichen Segen der elektronischen Filmkunst. Ob diese Äußerungen auch die Wiedergabequalität berücksichtigen, ist fraglich. Die Qualität der Projektion ist, selbst bei hochwertigen Geräten, in der Auflösung und der Farbtiefe noch immer etwas vom 35mm-Film entfernt. Wenn man Qualitätsmerkmale wie Farbtiefe, Kontrast und Differenzierung in Helligkeitswerten ansetzt, dann ist klassischer Film noch immer im Vorteil. Die Entwicklung klassischer Filmmaterialien verschiebt die Maßstäbe auch weiter nach oben, hält den digitalen Weg aber nicht auf. Neueste Filmmaterialien wie das Kodak-50-ASA-Negativ-Material bieten eine Auflösung von 11K. Doch auch die digitale Fraktion rüstet nach, Auflösungen von 4K oder 8K, die am heimischen Fernseher weitgehend sinnfrei sind, können im Kino in Großprojektion durchaus die Qualität sichtbar erhöhen. Und da immer mehr Kinofilme ohnehin digital gedreht werden und immer weniger analoger Film hergestellt wird, ist die digitale Projektion eine konsequente Folge.

     

    Wie so oft siegen in diesem Bereich nicht die künstlerischen, sondern die wirtschaftlichen Argumente und diese liegen auf Seiten des Electronic-Cinema. Genießen wir also noch ein wenig die Zeiten, in denen wir Filme noch in ihrer hochwertigen Qualität betrachten können! Ist das elektronische Kino erst vollständig etabliert, wird sich kaum einer mehr daran erinnern, wie wunderbar eine hochwertige Filmkopie in Projektion ausgesehen hat, aber es bleibt zu hoffen, dass auch die digitale Technik irgendwann erwachsen wird...

     

    Technische Umsetzung

    LCD-Projektoren

    stellen eines der möglichen Verfahren für das künftige elektronischen Kino dar. Ein transparentes LCD-Feld wird elektronisch angesteuert und erzeugt ein Bild aus verschiedenen Helligkeits- bzw. Transparenztönen.

     

    LCD Scheibe

    Digitale Projektion verdrängt den analogen Filmprojektor.

     

    Zur Projektion strahlt eine starke Lichtquelle durch drei LCD-Elemente nebst Farbfiltern für die drei Grundfarben (RGB, siehe Farblehre) hindurch. Mit Halbspiegeln wird aus den drei Lichtbündeln ein farbiges Bild gemacht, welches ein Projektionsobjektiv auf die Leinwand projiziert. Nachteil des LCD-Verfahrens: Die Flüssigkristalle lassen keine vollständige Schwärzung zu. Dadurch können auf der Leinwand noch keine starken Kontraste wiedergegeben werden.

     

    Kosten

    Kleinere Projektoren fürs Heimkino gibt es schon ab 500 Euro, ab 1.000 Euro genügen die Projektoren für kleine Tageslichtpräsentationen, aber richtig große Projektoren, die auch eine riesige Kinoleinwand erhellen können, sind im Moment mit ca. 20 bis 40.000 Euro noch recht teuer. Hinzu kommen spezielle Server, die die DVPs abspielen können. Die Kosten für die neue Technik pro Saal bedeuten, dass sich für den Kinobetreiber die Investition erst nach 10 bis 12  Jahren refinanzieren wird. Bei weiter rückläufigen Besucherzahlen können sich die Zeiträume sogar noch weiter verlängern.

     

    DMD – Digital Micromirror Device

    LCD Projektor

    LCD-Projektor

    Ein weiteres, momentan technisch führendes Verfahren für die Video-Großprojektion arbeitet mit unzähligen winzigen Spiegeln, die elektronisch gesteuert Licht entweder gar nicht, oder mit unterschiedlicher Intensität reflektieren. Die Lichtquelle leuchtet nicht wie bei LCD durch das Panel, sondern darauf, und das von den winzigen Spiegeln reflektierte Licht wird durch eine Optik auf die Leinwand geworfen. Auch hier kommt für jede Grundfarbe (RGB) wieder ein DMD-Panel zum Einsatz. Dieses Verfahren hat vor allem den Vorteil, vollkommene Schwärzung zu erzielen, das Verlustlicht bei voller Reflexion ist um einiges geringer als bei LCDs. Dadurch nähert sich (zumindest) der Kontrastumfang etwas näher an die Leistung einer Filmkopie an. Auch hier liegen die Gerätekosten bei einem Vielfachen klassischer Filmprojektoren. Noch nicht so etabliert, aber durchaus auch zukunftsweisend sind Laser-Projektoren. Da wird abzuwarten sein, wie sich deren Verbreitung entwickelt.

     

    Standards

    Weltweit konkurrieren wieder einmal diverse Standards, einige davon sind relativ beliebig gewählt, wie etwa der DCI Standard (Digital Cinema Initiatives) mit einer Datenrate von 250 Mbit pro Sekunde, ein Kompromiss zwischen verschiedenen Fraktionen, die entweder 200 Mbit oder 400 Mbit pro Sekunde favorisierten. Erleichterung im Normenwirrwarr bringt der Kompressionsstandard JPEG 2000, der die Daten von 4k auf 2k skalieren kann. Die Digital-Cinema-Initiative wird weitgehend von den großen Hollywood-Studios gebildet. Die Fachleute, die versuchen, vor allem durch die Marktmacht ihrer Studios einen weltweiten Standard festzulegen, kommen von Disney, FOX, MGM, Paramount, Sony Pictures, Universal und Warner Brothers. Auch, wenn Hollywood ganz andere Forderungen stellt: Kinobesitzer, die auf 2k Projektoren setzen, die einen guten Farbraum darstellen können und lichtstark sind, können damit problemlos einige Jahre aktuell bleiben. Unter 2k versteht man 1.920 bzw. 2.048 x 1.080 Pixel, bis zu 6-Kanalton und Bitraten von etwa 80 bis 100 MBit. Der 6-Kanalton ist notwendig um 5.1 Dolby SR technisch abbilden zu können. Die hiesigen Standards zum E-Cinema sehen im 1,3-Progressive-Bildformat projizierte 2k-Dateien mit einem Sechs-Kanal-Ton (5.1-Ton) vor, neuere Vorschläge bilden sogar Vielkanalsysteme wie Dolby Atmos ab. Die Übermittlung und Wiedergabe von 4k ist noch lange nicht Alltag, etwabliert sich aber immer mehr. Die von DCI geforderten Geräte kosten ca 20 % mehr als 2K-Systeme.

     

    Wertvolles Gut

    Ein besonders wichtiger Punkt bei der Festlegung der DCI-Standards ist dabei der Kopierschutz, das sogenannte Digital Rights Management. Nichts fürchten die Studios so sehr, als dass sich Hacker Zugang zu den Filmen in digitaler Form verschaffen könnten. Interessanterweise denken alle großen Studios gar nicht daran, ihre millionenschweren Master einfach auf Festplatten zu speichern. Letztlich sind digitale Filme in Form von Daten nicht sicher archivierbar. Hier denkt man an Film als Archivmedium und das sogar wie zu Zeiten von Technicolor in Form von drei Farbauszügen auf Schwarzweißfilm.

     

    Zukunftsmusik

    Eine dritte Variante an Projektoren arbeitet mit Laser. Wie beim Fernsehschirm der Elektronenstrahl, so rast der Laser mit hoher Geschwindigkeit über die Leinwand und baut das Bild auf. Im Unterschied zum Fernseher gibt es keine Phosphor-Lichtpunkte, die nachleuchten, ein großer Vorteil in Bezug auf die Kontrastverhältnisse.

     

  • Digitales Material

    Wo liegen eigentlich die sichtbaren Unterschiede zwischen analogem Film und digitaler Bildaufnahme?

  • DOK.Fest im Web

    Dokfest Publikum 3 5002020 wird das Münchner DOK.Fest  nicht wie gewohnt, sondern als Online-Ausgabe stattfinden. Hier gibt es alle Infos dazu...

  • EU gefährdet Medien

    Dass politische Entscheidungen nicht zwingend mit Weisheit zu tun haben, beweisen EU Bürokraten mit einem Medien-Gesetzesentwurf.

  • Europäische Filmpreise

    In Berlin wurden die europäischen Filmpreise vergeben, wobei Ruben Östlunds "The Square" seltsamerweise gleich sechs Preise auf sich vereinigte

  • Fernsehen

    Welche Form, welche Länge, Genre etc. muss ein Programminhalt eigentlich haben, um gesendet zu werden?

  • Fernsehfilmchef freigestellt

    Die #metoo Problematik hat nun den WDR dazu bewogen, seinen Fernsehfilmchef, Gebhard Henke, frei zu stellen

  • FF München 2011

    Das Münchner Filmfest 2011 schaffte es wieder einmal, große Filme und große Namen an die Isarmetropole zu holen

  • Film-Datenbank Sex-Täter

    Welche Filme entstanden unter Beteiligung von Menschen, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben? Kann man / muss man diese vermeiden?

  • Filmenden

    Letzte Einstellungen bleiben den Zuschauern oft am stärksten im Gedächtnis, was hat es damit auf sich?

  • Filmfest 2017 - Empfänge

    Viele Verbände, Fernsehsender, Firmen und Fördereinrichtungen veranstalten am Rande des Münchner Filmfests Empfänge und Rahmenveranstaltungen.

  • Filmfest München 13

    Wie war es eigentlich, das Filmfest 2013 in München? Gedanken zu einem guten Jahrgang...

  • Filmfest München 19

    Filmfest Teppich 500Das Münchner Filmfest eröffnet am 27. Juni mit dem Eröffnungsfilm „The Art Of Self-Defense“

  • Filmfest: Amateurs

    AmateursEin frischer, wilder Film rund um eine schwedische Kleinstadt, mit der es wirtschaftlich bergab geht und über die zwei Freundinnen einen Film drehen

  • Filmformate

    16 mm-Film mit Normal- und Super16- Bildfenster Perforationslöcher einseitig,  je eines pro Bild

     

    35 mm-Film Normalbild. Perforation doppelseitig, je vier pro Bild, bei Sonderformaten auch 3 (Three Perf) bzw. 8 (Quer) pro Bild.

     

    70 mm-FilmPerforation hat die gleiche Größe wie bei 35 mm, auch hier doppelseitig.

     

    Literaturverfilmung “Franta“, gedreht in Normal 16 mm

     

    Spielfilm “LIEBE, LEBEN, TOD“, gedreht in Super 16 mm

    Unterschiedliche Filmformate

    35mm

    Ausgehend vom 35 mm-Film wurden im Laufe der Filmgeschichte die verschiedensten Normen und Bildformate entwickelt. Die Format-Bezeichnungen lassen sich ganz praktisch mit dem Zollstock nachmessen. Ursprünglich waren es Edison und Eastman, welche die Breite des Uhrformats 35mm festlegten.

    In der digitalen Welt entspricht APS C weitgehend dem früheren Film-Frame.

     

    Es gab neben den professionellen Formaten im Amateurbereich Normal 8 mm, Super 8 mm, es gab 9,5 (sehr exotisch, mit Perforation in der Mitte) und auch 16 mm im Amateurbereich.

     

    16 mm

    Mit der fragwürdigen Kriegsberichterstattung im 2.Weltkrieg und der Notwendigkeit, mit kleinem Gerät unterwegs zu sein, wurde der 16 mm-Film auch im Profibereich etabliert.

    Am nächsten kommt in der digitalen Cinematografie MFT diesem Format, genauer gesagt dem Super-16 Format.

     

    70 mm

    Über ein Jahrhundert lang war, genau so wie in der Anfangszeit des Films, 35 mm der Standard für professionelles Kino.

    Es gab allerdings auch das hochwertigere 70 mm-Format, was bei besonders großer Projektionsfläche (Breitwand) und Show-Projektionen (IMAX etc.) Verwendung fand. Manchmal, wenn man Glück hat, kann man noch hier und da Filmvorführungen in 35mm und sogar 70mm sehen, oft auch im Rahmen von Filmfestivals.

    Je nach System werden pro Bild 5, 8, 10 oder bei Horizontalem Transport sogar 15 Perforationslöcher transportiert.

    Auch hier gibt es eine Entsprechung bei digitaler Filmaufnahme, die Arri Alexa 65 entspricht diesem alten Großformat.

     

    Blow-up

    Nur weil im Kino meist 35 mm Kopien liefen, war das noch kein Grund, auch auf 35 mm-Systemen zu drehen.

    Durch permanente Weiterentwicklung waren die Filmmaterialien so gut geworden, dass man problemlos auf 16 mm-Rohfilm drehen konnte, vorzugsweise im Super 16-Format, wo durch ein größeres Bildfenster in der Kamera mehr Aufnahmefläche für das Bild zur Verfügung steht.

    Das Negativ konnte später auf 35 mm aufgeblasen (umkopieren/Blow-up) werden.

     

    Faz

    Wir bewegen uns hier im Bereich ästhetischer Bewertungen, aber es bestehen technisch alternativ auch zufriedenstellende Möglichkeiten von Video auf 35 mm zu gehen. Dieses Verfahren nennt man Faz. Es gibt diverse Kinofilme, die mit einer Videokamera aufgenommen und auf diese Weise auf analogen Film übertragen wurden.

     

    Auf diese Weise konnte man aber nur bei reduzierter Bildqualität wirklich Geld sparen. Auflösungen, die näher an 35 mm kommen (4K) schlugen dann doch mit hohen Kosten zu Buche. Es sollte aber an dieser Stelle trotz anders lautender Behauptungen nicht verschwiegen werden, dass die Ergebnisse ästhetisch noch lange nicht mit echtem Film mithalten konnten.

    Mit dem Wechsel von analogen Filmkopien hin zu DCPs wurden diese Verfahren obsolet.

     

    24p

    24p hieß ein ursprünglich auf Basis von DIGI-BETA entwickeltes Format, welches näher an die Qualität des Film-Aufnahmeverfahrens heran reichte und mit Vollbildern arbeitete. Angesichts der vielen Bildinformationen, die in einem einzigen 35 mm-Filmbild stecken ein ehrgeiziges Unterfangen. Seit es HD, Ultra HD sowie 4K Formate auf Band und Filebasiert gibt, ist 24p sowie teilweise auch 48p und 60p digitaler Alltag.

     

    Mehr zum Digitalen Filmdreh

     

  • Filmkritik-Anfänge

    In Zeiten, in denen für Filmkritiken immer weniger bis gar kein Geld mehr bezahlt wird, obwohl sie ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Filmkultur sind, ist es vielleicht umso wichtiger, sich einmal die Anfänge und Geschichte der deutschsprachigen Filmkritik vor Augen zu führen. Nicht zuletzt bildete sie eine der Grundlagen für die Filmanalyseund Filmwissenschaft.

     

    Kinosaal historisch

    Die Anfänge: Fachzeitschriften

     

    Alter Filmscheinwerfer

    Dass man in Feuilletons Filmkritiken lesen konnte, war gar nicht selbstverständlich.

     

    Etwa zeitgleich mit der Einrichtung echter Gebäude zum Zwecke der Filmaufführung, also einem Schritt weg von den Varietes, den Spiele-Arkaden und Rummelplatzvorführungen hin zu ersten Kinos, entstanden auch die ersten Fachzeitschriften für Film. Die wohl erste, der „Kinematograph" stammte aus Düsseldorf und schrieb seit 1906 über Filme.

     

    Dabei gaben sich die frühen Filmzeitschriften aufklärerisch, schließ kannte sich kaum Jemand mit dem neuen Medium Film aus.

     

    Tageszeitungen schrieben auch über Filme, oft aber eher, um den Protest bestimmter Interessensgruppen gegen den einen oder anderen Filminhalt zu publizieren.

     

    Im Sommer 1909 erschien erstmals „Die Lichtbild-Bühne", herausgegeben von Paul Lenz-Levy, eher mit dem Hintergedanken, Hinweise auf technische oder gestalterische Fehler in den besprochenen Filmen zu geben. „Kino-Theater-Kritik" nannte der Autor diese Art von Rezensionen. Das konnte bis hin zu Vorschlägen für eine bessere Musikuntermalung reichen. Wir befinden uns schließlich noch tief in der Stummfilmära, neben den dokumentarischen Wochenschauen mit Nachrichten,- und Magazincharakter gab es aber bereits eine Reihe von Unterhaltungsfilmen, die durchaus auch ernster Natur sein konnten.

     

    Diese Fachblätter wurden allerdings kaum von den normalen Zuschauern gelesen, sie richteten sich eher an die Branchenmitglieder, Filmleute und Kinobetreiber. Ob diese sich gerne vorhalten lassen wollten, was alles an ihren Arbeiten unzulänglich sei, ist fraglich.

     

    Näher an die Zuschauer

    Tanzschuhe

    Film wurde erst langsam von reiner Jahrmarktunterhaltung zu einer veritablen Kunstform

     

    Einige der ersten Kritiken in Tageszeitungen, erschienen in den „Münchener Neuesten Nachrichten" 1910. Sie waren Kinema-Kritik überschrieben und besprachen Uraufführungen.
    Doch erst mit der zunehmenden Filmlänge machte es Sinn, Filme ausführlicher zu besprechen. Anfang des zweiten Jahrzehnts, begannen die Filmproduzenten und Kinobetreiber, Pressevorführungen anzubieten. Diese Maßnahmen hatten Erfolg, nach und nach erschienen immer öfter Filmbesprechungen von ähnlichem Umfang wie Theaterkritiken.

     

    1913 wurde bereits der angeblich erste „Autorenfilm" in Berlin uraufgeführt, „Der Andere" von Max Mack. Die Tageszeitungen berichtete erstmals über diesen Film in ihren Feuilletons, die bis dahin weitgehend der Kunst, dem Theater, der Literatur und der Musik vorbehalten waren. Doch es blieben erst einmal Ausnahmefilme, die es bis ins Feuilleton schafften. Paul Wegeners „Der Student von Prag" gehörte ebenfalls dazu und wurde künstlerisch und schauspielerisch in den höchsten Tönen gelobt. Auffällig, wie wichtig den frühen Kritikern die Bewertung der schauspielerischen Leistungen war.

     

    Die Kino-Zeitschrift „Bild und Film", von der katholischen Kirche Finanziert und ein Vorläufer des späteren „katholischen Filmdienstes" kritisierte vor allem ästhetische Mängel, war aber auch offen für neue Entwicklungen im Kino. Zu den Regelmäßigen Autor-inn-en gehörten Ludwig Hamburger, Hermann Häfker, Adolf Behne, Alexander Elster, sowie mit Malwine Rennert und Hilda Blaschitz als frühe Filmkritikerinnen. Einige von ihnen formulierten sogar so etwas wie eine Theorie des Schauspielens, etwas das Béla Balázs' in den zwanziger Jahren in seinem Buch "Der sichtbare Mensch" intensiv ausformulierte. Und auch die Montage rückte mehr und mehr in den Fokus der Filmkritiker-innen.

     

    Fragen nach den Wirkungen

    Je mehr der Film zum Massenmedium wurde, umso stärker wurde auch der Ruf nach Zensur sowie die Auseinandersetzung damit, was jene Filme denn eigentlich mit den Zuschauern anstellen könnten. Welchen Einfluss würde Film in moralischer, religiöser oder politischer Hinsicht auf die Massen haben? Der erste Weltkrieg schließlich nutzte erstmals das Medium für Propagandazwecke. Der künstlerische Film lag während des ersten Weltkrieges bei den im Krieg befindlichen europäischen Filmländern praktisch am Boden. So gab es wenig, worüber man Kritiken schreiben konnte. Lediglich frühe Blockbuster wie „Birth of a Nation" fanden ihren begeisterten Niederschlag in Filmkritiken.

     

    Nach dem Ende des ersten Weltkrieges entstanden mit „Die Puppe" oder „Das Kabinett des Dr. Caligari" sowie „Nosferatu" Filme, die deutlich durch die Traumata und Zerstörungen des Krieges geprägt waren. Kurt Pinthus und Kurt Tucholsky, schrieben unter anderem für die Zeitschrift "Das Tagebuch" und das "8-Uhr-Abendblatt", später dann für "Die Schaubühne" Filmkritiken. Siegfried Kracauer schrieb ab 1921 für die "Frankfurter Zeitung" und war wohl der bekannteste Filmkritiker der zwanziger Jahre. Sein in den vierziger Jahren erschienenes Buch „Von Caligari zu Hitler" zählt auch heute noch zu den Standardwerken der Filmgeschichte.

     

    Ab Mitte der zwanziger Jahre veröffentlichten auch Bernard von Brentano und Rudolf Arnheim Filmkritiken und versuchten Gesetzmäßigkeiten in dem noch jungen Medium zu entdecken. Die Kritik am Film war endgültig etabliert...

     

  • Filmkritik: Profile

    Der "Desktop-Film" zeigt eine Journalistin, die online Kontakt zu einem IS-Kämpfer aufnimmt.

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