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Der Klassiker: Also noch analog auf Magnetband aufgenommen wurde, dienten Aufkleber auf den Schachteln der Beschriftung mit technischen Angaben

 

Wie sag ich’s meiner Aufnahme?

Man möchte gar nicht glauben, wie viel Zeit in Schneideräumen und Tonstudios mit dem Suchen von Aufnahmen und Abklären von technischen Parametern verbracht wird. Archäologisches Gespür, Detektivarbeit, Forscherdrang und Handschriftenkunde gehören eigentlich nicht wirklich in das Aufgabengebiet der Tontechniker/-innen und Cutter/-innen. Abgesehen davon geht kostbare Zeit verloren, die man besser in die Gestaltung des Filmes investieren sollte.

Häufig genug reichen die Ursachen für unnötigen Zeitaufwand zurück zu den Dreharbeiten, zur Kennzeichnung der Tonbänder bzw. DAT-Kassetten oder Tonfiles auf Festplatte oder Flash-Kartenspeicher. Dabei ist auch die Art und Genauigkeit der Kennzeichnung von Tonaufnahmen ein wichtiger Teil der Professionalität. Zudem ist es ein auch über die Dreharbeit hinaus für sich sprechendes Aushängeschild für den Tonmeister. Alle für einen Film angefertigten Tonmedien (Band, DAT, Flash, Audio-CD, DVD) sollten äußerlich gut lesbar und klar beschriftet bzw. angesagt werden.

 

Filebasiert

Ganz anders sind die filebasierten Aufnahmen, hier überspielt man ja nur die Daten und löscht die Karten dann wieder. Hier muss also eine große Sorgfalt auf das Benennen von Dateiordnern und ggf. Meta- Daten verwendet werden. Sowohl was den Inhalt, als auch was die technischen Parameter angeht. Darüber hinaus sollte man wenn möglich, auf jedem Speichermedium einen technischen Vorspann aufnehmen, der aus einer klaren Ansage besteht.

Bei den heute üblichen Files ist eine klare Ordnerstruktur sinnvoll. Ein Hauptordner sollte den Namen des Films/Jobs besitzen und/oder die Gerätebezeichnung tragen, also beispielsweise Zoom F8 oder SD MixPre etc. Darin sollten sich für jeden Drehtag einzelne Unterordner befinden, in denen alle Aufnahmen des Drehtages enthalten sind. Ein sauber eingestellter Timecode bzw. das Aufnahmedatum und die Uhrzeit sollten selbstverständlich sein.

 

Kassette 4000

Auch bei der digitalen, bandgestützten Variante DAT wurden früher die Informationen auf den Covern der Plastikboxen eingetragen

 

Die Ansage, welche der Tonmeister oder der Tonangler auf jedes Band, bzw. zu Beginn eines Drehtages in ein File spricht, sollte beinhalten:

 

  • Speicher/Bandrolle/Kassettennummer
  • Produktionsnummer (falls vergeben) und Filmtitel
  • Filmtitel
  • Produktionsfirma
  • Aufnahmedatum
  • Name des Tonmeisters / der Tonmeisterin

 

Bei Analoger Aufnahme oder Geräten bei denen man die Pegelverhältnisse nicht kennt, kann man zusätzlich folgendes Aufnehmen:

 

  • Text: Es folgt ein Pegelton mit minus 10dB (oder anderem Wert), aufgezeichnet mit
  • bei Tonband: Geschwindigkeit (19 cm/sec, 38 cm/sec)
  • bei DAT oder Harddisk: Samplingrate (44,1 oder 48)
  • aufgezeichnet mit Gerät (Nagra, Fostex, Sound Devices, Zoom, Tascam etc.)
  • Filmgeschwindigkeit (24 oder 25B/sec)

 

Danach: Aufnahme des Pegeltons (etwa 20-30 Sekunden lang, stammt meist aus dem ins Gerät eingebauten Pegeltongenerator und hat eine Frequenz von 800-1000 Hz) mit dem Pegel, den man in der Ansage genannt hat. In diesem Beispiel also mit -10dB. Das ist besonders bei analogem Material sehr wichtig, damit beim Überspielen auf Perfo oder beim Eindigitalisieren mit dem richtigen Pegel gearbeitet werden kann.

Bei digitalen Aufnahmen ist der Pegelton auch verzichtbar, weil bei korrektem Überspielen auch automatisch die Pegelverhältnisse übernommen werden

 

Beschriften

Außen auf der Tonbandbox oder DAT-Kassette oder noch besser im Tonbericht für den Drehtag sollte stehen:

Nummer, Titel, Produktionsfirma, Datum, Tonmeister, Pegel des Messtons (-12, -10 oder -8 dB), Aufnahmeformat, Geschwindigkeit oder Sample-rate, Synchronformat (Timecode oder Pilot), zusätzliche Angaben wie: Atmo, Sound-Effekte, Primärton etc.

 

Tonaufkleber

Tonberichte werden auch heute bei File- basierten Aufnahmen geführt, damit man im Schneideraum den Überblick behält. Doch die müssen natürlich nicht zwingend auf Papier gemacht werden, es gibt digitale Alternativen

 

Auf dem Band / dem Speichermedium  selbst:

Bei Bändern: Nummer der Rolle, Produktion, Datum, Tonmeister

Die meisten Tonleute verwenden vorbereitete Aufkleber, bei denen die wichtigsten Informationen einfach durch Ankreuzen festgehalten werden. Eine freie Fläche ist für individuelle Eintragungen vorgesehen. Bei professionellen DAT- Kassetten waren auf den mitgelieferten Aufklebern die wichtigsten Eingabefelder ebenfalls bereits vorbereitet.

Bei Speicherkarten (SD oder CF) ist es sinnvoll, diese zu nummerieren, dann kann man leichter zuordnen, was worauf aufgenommen wurde und,- falls Datenfehler auftauchen, welche Karte defekt ist,- möglicherweise mit Datenrettungstools noch einmal ausgelesen werden und danach ausgewechselt werden muss.

 

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