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Tonmischung 2000

Dolby Atmos Mischung bei Arri

 

Eine neue Dimension für das Kino...

Ursprünglich kam der Ton zum Tonfilm von einem Mono-Lautsprecher hinter der Leinwand. Erst später, mit Aufkommen des Breitwand-Films in den 50er Jahren, dachte man plötzlich auch über Stereo mit besserer Links-Rechts-Mitte-Ortung oder dann später über 5.1 oder 7.1 Surround nach.

 

Das Bild intensivieren

Ton intensiviert das Kinoerlebnis ungemein, und viele Dinge, die man im Bild sieht, werden von den Surround-Systemen entweder bevor sie im Bild waren, während sie im Bild sind oder auch noch wenn sie wieder aus dem Bild heraus sind, angekündigt, übernommen oder weitergeführt. Dass man nicht nur von vorn, sondern auch von den Seiten und hinten den zugehörigen Ton hören kann, hat das Kinoerlebnis enorm gesteigert und dazu geführt, dass die Unterhaltungsindustrie auch für die Flatscreens in den Wohnzimmern Surround-Abhören angeboten hat.

Neben 3D-Filmen, die allerdings den Zuschauer auch gut überfordern können und nach dem ersten Hype wieder auf ein angemessenes Maß realistischer Anteile am Gesamtproduktionsvolumen zurückgegangen sind, gibt es eine Ebene, die dem maximalen Realismuseindruck im Kino bisher nicht erschlossen war: das Hören in der Vertikalen, oben und unten. Dabei sind diese Ebenen für den Menschen genauso wichtig wie das Rundumhören. Allein schon, um als Mensch in dieser Welt Gefahren etwa über uns in Bäumen oder herabfallende Dachziegel, Eis etc. von Hausdächern rechtzeitig orten zu können. Schon in den siebziger Jahren, als Tontechniker in Deutschland mit der hochspannenden Kunstkopfstereofonie experimentierten, galten solche Kunstköpfe als besonders hochwertig, mit denen neben der Rundumortung auch oben und unten lokalisiert werden konnten. 

 

Neue Verfahren, neue Erlebnisse

Atmos Leinwand 4000

 

Vorn hinter der Leinwand die mit Z gekennzeichneten zusätzlichen Frontlautsprecher, die Reihen links und rechts seitlich sowie hinten sind zusätzliche Surroundlautsprecher und die beiden mittleren Lautsprecherreihen sind die so genannten Overhead Speaker, die über den Zuschauerreihen hängen.

Es ist daher nur logisch, dass Firmen wie das Fraunhofer-Institut und natürlich Dolby mit ihrem Atmos-System lange an Systemen entwickelt haben, die auch den Ton in der vertikalen Ebene realistisch abbilden. Es macht einen gewaltigen Unterschied aus, die Töne plötzlich ringsum abbilden zu können, es erschließt eine ganz neue akustische Dimension. Und was den realistischen Höreindruck über diese umschließende Raumdarstellung hinaus interessant macht, ist die Tatsache, dass einzelne Tonereignisse gezielt an einer beliebigen Stelle irgendwo im Raum akustisch abgebildet werden können.

Da Dolby Atmos voll kompatibel ist mit 7.1 oder 5.1, können die so gemischten Produktionen in allen Kinos abgespielt werden. Und auch das Verfahren ist flexibel, in kleinen Kinos reichen 20 bis 30 Deckenlautsprecher, in größeren sind es auch schon mal 60. Auch die vorderen Kanäle erhöhen sich bei Atmos auf 5 und erlauben damit auch präzisere Wiedergabe des Haupttons. Das Einmessen der Kinosäle wird deutlich aufwändiger als bisher, schließlich müssen die Laufzeitunterschiede zwischen den jeweiligen Einzellautsprechern präzise kompensiert werden.

Die Investition, ein Kino mit den neuen Atmos Prozessoren und zahlreichen zusätzlichen Lautsprechern auszustatten, könnte sich lohnen, denn anders als bei 3D oder 5.1 Surround werden sich die Zuschauer sicher nicht bis zu 60 Lautsprecher ins gemütliche Wohnzimmer hängen. Mit der neuen akustischen Dimension könnte Kino sich fast noch nachhaltiger vom TV-Bildschirm daheim abheben als mit 3D. Es bleibt spannend.

 

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