Zur 2016 angekündigten Neuauflage von Super 8 gibt es neue Details und sogar technische Veränderungen des Formates. Der feste Wille, Filmbegeisterten eine neue Möglichkeit, auf analogem Film zu drehen, anzubieten, treibt Kodak seitdem an. Nun sind neue Details der Entwicklung bekannt geworden.

 

Das ist keine leichte Aufgabe, aktuelle Standards wie einen ausklappbaren LCD Bildschirm, Audio Eingänge und C-Mount mit dem guten alten Super 8 System zu verknüpfen. Die Größe der Super 8 Kassetten soll beibehalten werden, allerdings werden diese zusätzliche Features, wie einen digitalen Speicher für Metadaten, Ton etc. enthalten.Man darf nicht vergessen, dass ein guter Teil des Knowhows von damals, als Super 8 in großen Stückzahlen produziert wurde, verloren gegangen ist. Die damaligen Ingenieure sind heute Rentner. Die alten Maschinen zur Fertigung von Kassetten, Kameras etc. existieren nicht mehr.

 

Aus diesem Grunde wird das ganze System von Grund auf neu entwickelt. Das bietet natürlich den Vorteil, Dinge besser zu machen. So wird das Bildfenster, wie Kodak unlängst verraten hat, um 11% größer, als beim ursprünglichen Super 8 Standard. Das ist vermutlich auch deshalb möglich, weil man den Rand des Filmmaterials nicht mehr für die Tonspur benötigt.

 

Bildstand und Genauigkeit des schrittweisen Transports (Film wird intermittierend transportiert) sind viel besser, als es bei den damaligen Kameras der Fall war.

 

Eine der größten Herausforderungen ist angesichts der Konstruktion der Kassette, wie man gleichzeitig ein Videobild für das Klappdisplay sowie die Belichtung des Films hinbekommen will. Spiegelreflexsysteme sind sehr aufwändig in der Konstruktion. Auf den von Kodak ausgelieferten Abbildungen fehlt zudem der Abstand für Prisma und teildurchlässigen Spiegel oder gar eine Umlaufblende, wie sie für eine solche Videoausspiegelung auf das Display notwendig wären.

 

Für den weiteren Prozess werden die Kassetten an spezielle Labors verschickt, die das analoge Filmmaterial entwickeln und scannen. Die Scans werden auf eine neue Plattform, "Darkroom" genannt hochgeladen und können von den Kunden sofort heruntergeladen und bearbeitet werden.

 

Hier ein Video mit ersten Aufnahmen mit der neuen Kamera:

 

 

Inzwischen nennt Kodak auch Preise für die Kameras, die 2018 ausgeliefert werden sollen. Zwischen 2500,- und 3000,- USD sind als Verkaufspreis avisiert, ein deutliches Zeichen, dass nicht mehr der Massenmarkt, sondern anspruchsvolle Nachwuchsfilmer und Fans des analogen Films angepeilt werden.

 

Über den Stellenwert von analogem Film zum aktuellen Zeitpunkt hatten Michael Boxrucker und Kodak unlängst zu einer Panel-Diskussion in München eingeladen, auf der neben den professionellen Einsatzgebieten natürlich auch auf die Super 8 Kamera hingeiwesen wurde.

 

Bilder: Pressefotos Kodak

 

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