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2016 wurde die Neuauflage von Super 8 angekündigt und es gab es neue Details und sogar technische Veränderungen des Formates. Der feste Wille, Filmbegeisterten eine neue Möglichkeit, auf analogem Film zu drehen, anzubieten, treibt Kodak seitdem an. Inzwischen im Jahr 2024 angekommen, soll diese Kamera tatsächlich endlich ausgeliefert werden. Nun sind neue Details der Entwicklung bekannt geworden.

Das ist keine leichte Aufgabe, aktuelle Standards wie einen ausklappbaren LCD Bildschirm, Audio Eingänge und C-Mount mit dem guten alten Super 8 System zu verknüpfen. Die Größe der Super 8 Kassetten soll beibehalten werden, allerdings werden diese zusätzliche Features, wie einen digitalen Speicher für Metadaten, Ton etc. enthalten.Man darf nicht vergessen, dass ein guter Teil des Knowhows von damals, als Super 8 in großen Stückzahlen produziert wurde, verloren gegangen ist. Die damaligen Ingenieure sind heute Rentner. Die alten Maschinen zur Fertigung von Kassetten, Kameras etc. existieren nicht mehr.

 

Aus diesem Grunde wird das ganze System von Grund auf neu entwickelt. Das bietet natürlich den Vorteil, Dinge besser zu machen. So wird das Bildfenster, wie Kodak unlängst verraten hat, um 11% größer, als beim ursprünglichen Super 8 Standard. Das ist vermutlich auch deshalb möglich, weil man den Rand des Filmmaterials nicht mehr für die Tonspur benötigt. Somit ist auch 16:9 wenn man oben und unten das Bild etwas cropped, als Seitenverhältnis möglich.

Bildstand und Genauigkeit des schrittweisen Transports (Film wird intermittierend transportiert) sind viel besser, als es bei den damaligen Kameras der Fall war. Auch verfügt die Kamera über einen C-Mount Objektivanschluss, was bedeutet, dass man manuell scharfstellen muss.

Interessanterweise gab es im letzten Jahrzehnt auch Bemühungen, eine digitale Bolex D16 C Mount Kamera mit Film-Look herzustellen, was ebenfalls in der Branche für Spannung sorgte. 

Eine der größten Herausforderungen ist angesichts der Konstruktion der Kassette, wie man gleichzeitig ein Videobild für das Klappdisplay sowie die Belichtung des Films hinbekommen will. Spiegelreflexsysteme sind sehr aufwändig in der Konstruktion. Auf den von Kodak ausgelieferten Abbildungen fehlt zudem der Abstand für Prisma und teildurchlässigen Spiegel oder gar eine Umlaufblende, wie sie für eine solche Videoausspiegelung auf das Display notwendig wären.

Für den weiteren Prozess werden die Kassetten an spezielle Labors verschickt, die das analoge Filmmaterial entwickeln und scannen. Die Scans werden auf eine neue Plattform, "Darkroom" genannt hochgeladen und können von den Kunden sofort heruntergeladen und bearbeitet werden.

 

Hier ein Video mit ersten Aufnahmen mit der neuen Kamera:

 

 

2016 nannte Kodak auch Preise für die Kameras, die 2018 ausgeliefert werden sollten. Zwischen 2500,- und 3000,- USD waren als Verkaufspreis avisiert, inzwischen im Jahr 2024 ist von einem Verkaufspreis von über 5500,- € die Rede. Ein deutliches Zeichen, dass nicht mehr der Massenmarkt, sondern anspruchsvolle Nachwuchsfilmer und Fans des analogen Films angepeilt werden.

Über den Stellenwert von analogem Film zum aktuellen Zeitpunkt hatten Michael Boxrucker und Kodak 2017 zu einer Panel-Diskussion in München eingeladen, auf der neben den professionellen Einsatzgebieten natürlich auch auf die Super 8 Kamera hingewiesen wurde.

Die Kamera kommt im Set in einem Peli-Case Koffer. Als Materialien bietet Kodak drei verschiedene Kassetten mit 15 Metern Filmlänge (=ca. 3 Minuten) an:

Kodak Tri-X
Kodak Ektachrome 100D
Kodak VISION3 50D

Damit zeigt sich, dass sich bei der Empfindlichkeit gegenüber früher nicht viel getan hat, es bleibt eine Schönwetter Kamera,- für dunkle Lichtsituationen oder Nachtaufnahmen ist sie vermutlich weniger geeignet. Man muss das mögen,- insbesondere die Auflösung, die Aufnahmedauer und die Empfindlichkeit des Filmmaterials sind deutliche Begrenzungen. Wir sind gespannt, ob und wann wir den ersten Kameras im echten Leben begegnen werden.

Bilder: Pressefotos Kodak

 

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