Wireless Go 2 2 4000

 

Klein und Hochwertig

Den Australiern ist es gelungen, etwas Gutes noch besser zu machen. Die Wireless Go der ersten Generation (2019) sind bereits hervorragend, was die Einfachheit der Bedienung, die Zuverlässigkeit und das geringe Gewicht angeht. Außerdem klingen sie, wenn man die richtigen Lavaliers dazu verwendet, auch recht gut. Sie sind auf jeden Fall für professionelle Anwendungen geeignet. Die klassischen Wireless Go sind für einen Kanal ausgestattet, wer also zwei Personen per Funk aufnehmen möchte, benötigt zwei Sets jeweils Empfänger und Sender.

 

Zweite Generation

In der Neuauflage hat Rode es geschafft, in die ohnehin schon winzigen Gehäuse diverse Verbesserungen zu packen. Das beginnt mit dem Empfänger, der nun zwei Kanäle empfangen kann. Und auch die Sender sind deutlich besser geworden, sie können nämlich nun auch intern Ton aufzeichnen, also ein Sicherheits-Backup aufnehmen. Und was nicht ganz unwichtig ist, die Sendereichweite hat sich von 70 Metern auf 200 Meter erhöht, ein deutlicher Fortschritt. Allerdings gilt das nur, wenn keine Hindernisse dazwischen sind und Hindernisse können schon die Körper der Protagonist*Innen sein. Wenn also der Sender auf der Rückseite der Person angebracht ist und man diese von Vorne aufnimmt, reduziert das bereits die Reichweite.

Doch schauen wir uns die Funken einmal genauer an. Aufgeladen werden die internen Akkus per USB-C Kabel, innerhalb von etwa einer Stunde sind sie geladen. Damit laufen sie etwa sechs bis sieben Stunden lang. Benötigt man längeren Betrieb kann man sie auch von einer Powerbank etc. nachladen. Das tolle an den Geräten,- eigentlich muss man gar keine Anleitung lesen, es ist fast alles selbsterklärend.

Die Sender haben bereits Mikrofone eingebaut, die sehr gut und erstaunlich voll klingen, das mag für Blogger noch in Ordnung gehen, wer szenisch filmt oder Interviews aufnimmt, wird den Protagonisten keine Plastikboxen an den Kragen clipsen wollen. Hier sollte man geeignete Ansteckmikrofone verwenden. Rode bietet hier ein paar recht gute Lavaliers an, es gibt aber auch Tonleute, welche eher auf Sennheiser schwören.

 

Wireless Go 2 4000

 

An Zubehör sind drei USB Ladekabel, ein 3,5mm Miniklinkenkabel (seltsamerweise nicht mehr als Spiralkabel ausgeführt, wie bei den Vorgängern), eine Tasche für alles sowie drei Fellwindschutze für die in die Sender eingebauten Mikrofone.

Was man Rode leider vorwerfen muss, ist dass die Eingänge für externe Lavaliers nicht mit einem Schraubgewinde versehen sind. Es kommt immer wieder vor, dass der Stecker leicht oder ganz rausgezogen wird und man statt des Lavaliers dann den Ton des eingebauten Mikes aufnimmt,- Hosentaschenrascheln sozusagen. Man kann das Risiko etwas minimieren, indem man das Kabel hinter dem Stecker erst einmal mit dem Clip des Senders festklippt bevor es dann zur Position am Kragen oder Körper der Protagonisten geführt wird. Doch wenn man den Sender an Kleidung anclippt, entfällt diese Möglichkeit.

Am Empfänger kann man per Tastendruck zwischen beiden Kanälen umschalten, und mit der zweiten Taste diese stummschalten. Genau wie beim klassischen Wireless Go kann man mit der Taste auch die Verstärkungen -24 dB, -12 dB und 0 dB für beide Kanäle gleichzeitig wählen.

 

Interne Aufnahme

Falls man die interne Aufnahmefunktion per Handy mit der App Røde Central aktiviert hat, zeigt ein roter Punkt am Sender an, dass der Ton zusätzlich aufgenommen wird. Allerdings verlangt die App danach, dass man die Wireless Go II updatet. Das geschieht über die Røde Central Software für Apple oder Windows. Man sollte dieses Update nur vornehmen, wenn nicht gerade ein Dreh unmittelbar bevorsteht. Rode verrät nicht, ob nur die Sender oder auch der Empfänger geupdatet werden sollen. Doch eine intelligente Software sollte das erkennen. Die Desktop Software spielt jedenfalls ein Update nicht nur auf die Sender sondern auch auf den Empfänger.

Bei uns und scheinbar auch anderen Usern ist der auf diese Weise upgedatete Empfänger nämlich eingefroren und war nicht mehr bedienbar. (Der Weg, ihn wieder zum Laufen zu bringen: Den Ausschalt-Knopf des Empfängers so lange festhalten, bis das Gerät sich ausschaltet. Das kann auch mal 10 Sekunden und länger dauern. Wenn das Gerät dann aus ist, verbindet man das Gerät über ein Micro USB Kabel mit dem PC. Dort wählt man in Røde Central den Menüpunkt Factory Reset und setzt den Empfänger zurück.

Gesagt getan funktioniert der Empfänger auch wieder. Wenn wir nun den einzelnen Sender mit einem Micro USB Kabel mit dem PC oder der Smartphone App verbinden, so können wir über das Zahnrad-Symbol in die Settings. Dort können wir die Aufnahmequalität der internen Aufnahe auswählen. Unkompressed sollte für professionelle Zwecke gewählt werden. Damit kann man ca. 7 Stunden lang aufnehmen. (Komprimiert, also in schlechterer Qualität wären über 40 Stunden möglich.)

Nun muss man noch den Record Modus aktivieren. Dabei kann man zwischen Backup und Always on wählen. Für Filmzwecke sollte man Backup wählen, dann wird immer dann aufgenommen, wenn der Sender mit dem Empfänger verbunden ist. Die Variante Always on würde, ganz gleich ob ein Empfänger eingeschaltet ist oder nicht, immer aufzeichnen, sobald der Sender eingeschaltet wurde.

Nach dem Drehtag oder nach mehreren Drehtagen kann man die internen Aufnahmen dann ebenfalls über die RodeCentral exportieren, sprich auf den Rechner oder einen USB Stick etc. kopieren.