Mit dem Regen im Film ist das so eine Sache. Man ist eigentlich schon genug gestraft damit, aufzupassen, dass die Technik nicht vom Regen zerstört wird. Doch was zutiefst irritierend ist: Wenn es wirklich regnet, dann sieht man höchstwahrscheinlich keine fallenden Regentropfen. Für die Kamera sind die Tropfen zu klein und zu schnell. Man sieht nur die nasse Straße oder Landschaft, nicht aber Regentropfen. Deshalb muss Regen, um im Film als Tropfen sichtbar zu werden, künstlich erzeugt werden. Was man aber, wenn es regnet, trotzdem sieht, sind Regentropfen, die sich auf der Frontlinse des Objektivs oder des Filters in der Mattebox einfinden.

 

Macht man künstlichen Regen und vielleicht sogar etwas Wind mit der Windmaschine, pustet es die Wassertropfen umso mehr in Richtung Objektiv. Wenn es mal besonders feucht, der Wind peitschend und der Regen kräftig sein soll, braucht es technische Hilfe, die Tropfen von der Linse fern zu halten. Denn so schön Regentropfen auch aussehen, vor der Linse einer Kamera werden sie vor allem als störende Flecken wahrgenommen und zerstören sogar die filmische Illusion, als Zuschauer an einem anderen Ort der Geschichte anderer Menschen zuzuschauen.

 

Man sieht die Wasserflecken auf der Frontlinse und wird daran erinnert, dass das; was man gerade sieht, von einer Kamera aufgenommen wurde. Diesen Effekt möchte man beim Drehen gerne vermeiden, manchmal hilft bereits ein Schirm. Doch wenn der Wind oder ein Propeller (für künstlichen Wind) den echten oder auch künstlichen Regen in Richtung Kamera pustet, nützt der beste Schirm nichts.

 

 

Regenabweiser sind die technische Lösung für ein uraltes Problem bei Dreharbeiten im Regen und die Technik dahinter selbst ist auch schon einige Jahrzehnte alt. Die bestechende Idee ist es, ein optisches Glas vor dem Objektiv so schnell rotieren zu lassen, dass jeder Wassertropfen sofort wieder von der Scheibe weggeschleudert wird. Das Glas ist aus diesem Grunde in der Regel rund und wird von einem Motor schnell gedreht.

 

Aus diesem Grunde sind Regenabweiser in der Regel auch nicht ganz lautlos, der Motor ist leise zu hören. Wenn man ohnehin mit einer lauten Windmaschine arbeitet, fällt das gar nicht ins Gewicht. Ist es aber ansonsten still, kann ein lauter Regenabweiser ganz schön nerven. Und selbstverständlich verbraucht so ein Regenabweiser auch eine ganze Menge an Akkuleistung.

 

Da die Regenabweiser relativ teuer sind und man sie eigentlich nur sehr selten benötigt, findet man sie vor allem bei Kameraverleihen. Dort mietet man sie dann tageweise an und schon ist man gewappnet für Regen, Schnee und Niesel.

 

 

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