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Abenteuer im Weltall

Unzählige junge Leute mit aber auch ohne größeres Talent träumen von der Vorstellung sofortigen Ruhmes und Wohlstands, den die Medienbranche scheinbar offeriert. So wollen es jedenfalls die vielen Lifestyle-Magazine im TV und Print-Magazine glauben machen. Bei all den Partys und Empfängen wundert man sich schier, dass die Stars überhaupt noch arbeiten müssen. Eine wunderbare Welt zwischen Käsehäppchen und Champagner lächelt uns allabendlich aus den Fernsehern an.

Wie einseitig und verlogen diese Welt dargestellt wird, hat sich zwar herumgesprochen, doch es ist wie mit dem Lottospielen: Vielleicht könnte man ja auch zu den Gewinnern zählen... Leider sind auch unseriöse Agent*Innen unterwegs, man sollte also aufpassen, nicht leichtgläubig an die Falschen zu geraten.

 

Werbeplakat für die Agentur

Der Hype

Da werden Wettbewerbe, Foto-Shootings, Preisausschreiben  und Actors-Days an jeder Ecke organisiert, die vor allem einen Zweck haben: preiswerte PR für die Veranstalter zu verbreiten und Zeitschriftenauflage oder Zuschauerquoten in die Höhe zu treiben. Und wo die Medien leichtes Spiel mit den Hoffnungen haben, da sind auch unseriöse Pseudo-Agenturen nicht weit.

Schauspiel-Agenturen, Modell-Agenturen, Casting-Studios – die Branchenbücher einer Großstadt und Anzeigenteile der Boulevardblätter spucken endlos Adressen aus. Wer nur seinen Traum hat, von seinen Hoffnungen geblendet ist und fast alles dafür tun will, ihn zu erreichen, kann da leicht an die Falschen geraten.

Denn Agent sein kann jeder. Das ist kein geschützter Beruf. Eine Agentur kann man leichter eröffnen als eine Boutique. Ein Telefon genügt fürs erste. Dann vielleicht noch ein paar Anzeigen, man suche neue Talente, erleichtere die ersten Schritte ins Business etc.

 

Special Agents

Wer auf solche Anzeigen reagiert und beim ersten Gesprächstermin bereits überzeugt wird, wie groß seine Chancen sind, sollte stutzig werden. Seriöse Agenten nehmen nicht jeden in ihre Agentur auf. Vorzugsweise Schauspieler, die bereits erfolgreich sind, dann haben die Agenten nämlich weniger Arbeit mit ihnen. Oder aber sie suchen gezielt für eine bestimmte Rolle, dann ist die Auswahl ebenfalls beschränkt. Wenn der Agent dann auch noch einen Vorschuss für seine Bemühungen und vielleicht auch noch hohe Honorare für die Herstellung von Fotos, Setkarte etc. verlangt, ist eigentlich klar, dass diese Agentur nicht seriös sein kann. Seriöse Agenturen verdienen ihr Geld, indem sie von vermittelten Jobs ca. zehn Prozent der Gage erhalten. Aber Vorkasse ist unseriös. Ebenso alle anderen Formen von Honorierung der Vermittlungstätigkeit, die legendäre Casting-Couch —ein untrügliches Zeichen unseriöser Agenten.

Dann gibt es die Fake-Casting-Veranstaltungen. Reihenweise stehen junge Talente bei einer No-Name-Agentur Schlange, um dann ein kurzes „Casting-Interview“ zu geben. Tage später dann ein überraschender Anruf, Glückwunsch, man sei in die engere Wahl gekommen. Nun stünden alle Türen offen, allerdings sei es wichtig, noch ein paar Dinge zu optimieren. Da gibt es dann einen Schauspiel-Crashkurs, einen Tag lang, sehr intensiv, sehr teuer. Man zahlt, denn schließlich weiß man ja nicht, dass alle, die beim Casting Schlange standen, den gleichen Anruf bekommen haben und an einem anderen Tag den Crashkurs belegen werden.

 

Rückfragen bewahrt vor Enttäuschung

Seriöse Agenturen verdienen ihr Geld mit der Vermittlung von Jobs. Sie wechseln auch nicht ständig ihre Namen und Telefonnummern. Einige, aber längst nicht alle, sind Mitglied im Verband deutscher Schauspiel-Agenturen (https://www.schauspieler-agenturen.de) oder können auf eine langjährige Erfahrung und erfolgreiche Vermittlungen verweisen. Nachfragen kann man auch beim Interessenverband Deutscher Schauspieler e.V. (München), Prinzregentenstr. 1 80538 München Telefon: 089-223595 Fax: 089-226823.

Es lohnt sich auch, mal einen Blick in den Agenturkatalog zu werfen. Sind dort bekannte Gesichter zu finden, zeigt dies, dass die Agentur auch im Geschäft erfolgreich ist. Auch die zentrale Bühnenvermittlung der Arbeitsämter (ZAV Kapuzinerstr. 26, 80337 München, oder Friedrichstr. 39, 10969 Berlin, weitere Filialen gibt es in Köln und Hamburg) kann ggf. weiterhelfen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

 

Das bedeutet noch lange nicht, dass alle „seriösen“ Agenturen auch wirklich gut sind. Doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte...

 

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