MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Arg Gasse3 4000

 

UCINE

Studiengänge

Die FUC (Facultad universitario de cinematografia) oder auch einfach nur “Universidad del cine” genannt, besteht seit 1991 und hat sich im Laufe der letzten Jahre einen exzellenten, nationalen wie auch internationalen Ruf aufgebaut. Die FUC darf sich zu Recht als beste private Filmuniversität des Landes bezeichnen. Schon an dem Angebot der Studiengänge lässt sich erkennen, dass es sich die FUC zum Ziel gesetzt hat ihre Studenten auf höchstem Niveau in den einzelnen, spezialisierten Bereichen auszubilden.

Hier fällt einem auch gleich der erste Unterschied zur CIEVYC ins Auge: Das Studium dauert mindestens 3,5 Jahre (Titelbezeichnung: „Licenciado en Cinematografía“) und es besteht außerdem die Option noch drei weitere Semester zu studieren und den Titel des “Profesor en Cinematografía” zu erwerben, der einem vertiefende Kenntnisse vor allem im Bereich der Psychologie und Pädagogik lehrt, um so selbst vom Studierenden zum Lehrenden zu werden.

Des Weiteren findet man ein weitaus differenzierteres Angebot an Studiengängen. Die Universität besteht aus zwei Fakultäten. Zum einem der “facultad de communicación” und zum anderen der “facultad de cinematografía”. Letztere bietet folgende Studiengänge an:

 

1. Direccion cinematografia (Regie)

2. Guión cinematografia (Drehbuch)

3. Iluminación y camera cinematografia (Licht und Kamera)

4. Escenografia y vestuario cinematografía (Bühnenbild und Austattung)

5. Compaginacion cinematografía (Postproduktion)

6. Producción cinematografía

7. Historia, teoria y critica cinematografía

8. Cine de animación y Multimedia

 

Auch an der FUC werden Seminare, Workshops und vor allem auch Gastreden von bekannten nationalen und auch international Filmschaffenden angeboten, die zum Teil gratis oder kostenpflichtig sind.

 

Ausstattung

Videokameras (3-Chip DV und HD) und  Filmkameras (sowohl 16mm als auch 36mm)

Großzügiger Equipmentraum mit Lichteinheiten aller Stärken, Steadycam und Dolly

9 vollausgestattete Schnitträume, davon 2 für den Online-Schnitt ausgerichtet (Es wird sowohl Avid als auch Final Cut Pro zum Schnitt verwendet)

geräumiges Soundstudio (Pro Tools) zur kompletten Neuvertonung der Filme geeignet, zwei eigenen Aufnahmestudios mit Sprecherkabinen

 

Der “Vor-Ort-Eindruck”

Die UCINE liegt ebenfalls wie die bereits vorgestellte CIEVYC im Stadtviertel San Telmo. Von außen betrachtet erkennt man aber sogleich einen ganz entscheidenden Unterschied. Die UCINE nimmt eine ganze Straße für sich ein, an beiden Straßenseiten befinden sich Eingänge zu den verschiedenen Bereichen der Universität. Im “departamento de alumnos” wurden mir alle meine Fragen ausführlich beantwortet und auch gleich eine Tour durch die Universität angeboten. Der erste Eindruck von außen wird in jeder Hinsicht bestätigt. Architektonisch vereint die Universität den alten Backstein-Look von San Telmo mit seinen vielen kleinen Innenhöfen mit neuen, eleganten Glasfassaden. Überall finden sich große Pflanzen, die eine angenehme natürliche Umgebung schaffen. Die Cafeteria zum Beispiel besitzt den Charme einer traditionell argentinischen Bar mit schummriger Beleuchtung und typisch argentinischen Snacks – einfach ein Ort zum Wohlfühlen. Die Ausstattung der Universität muss keinen Vergleich mit einer deutschen Filmschule scheuen. Die Schnittplätze präsentieren sich in einem neumodischen Look, das Soundstudio beeindruckt mit neuster Ausstattung und die Filmsets lassen an Größe und Realisierungsmöglichkeiten keine Wünsche offen.

Der “Mercedes” unter den privaten Filmschulen richtet ein eigenes internationales Filmfest für Filmhochschulen aus, welches in dieser Form einzigartig in Lateinamerika ist. Des Weiteren darf sich die Universität damit brüsten, jährlich von allen Filmschulen die meisten Projekte zu realisieren. Das sind im Schnitt 10 Kurzfilme in 35mm, 30 in 16mm und ungefähr 100 Kurzfilme, welche in DV oder HD realisiert werden. Relativ viele davon dürfen sich mit internationalen Preisen rühmen.

Im Moment studieren etwa 1000 Personen an der UCINE und jedes Jahr beginnen 300 neue Studenten sich in den verschiedenen Fachbereichen ausbilden zu lassen. Die Argentinier bilden dabei nur eine knappe Mehrheit, denn ungefähr 40 Prozent der Studierenden kommt aus dem Ausland, vorwiegend Lateinamerika. Neben dem normalen Kursangebot ist es für jeden Studenten verpflichtend eine weitere Fremdsprache zu lernen. Angeboten werden Englisch und Französisch.

 

Einschreibungsformalitäten und Preise

 

Für die Immatrikulation sind folgende Unterlagen nötig:

  1. Studentenvisum (für das Studium muss kein DNI (Personalausweis) beantragt werden)
  2. Titulo Secundario (vergleichbar mit einem “Highschool”-Abschluss) oder für alle ausländischen Studenten der Nachweis eines ähnlichen Abschlusses. Dies würde bedeuten eine Beglaubigung des deutschen Schulzeugnis im Argentinischen Konsulat einzuholen und dieses dann in Argentinien nochmals im “Ministerio de Relaciones Exteriores” und dem “Secretaría de Educación de Buenos Aires” beglaubigen zu lassen. Da in Deutschland kaum jemand Unterricht über die Geografie, Geschichte und Literatur Argentiniens hatte, müssen diese in Argentinien vor Ort nachgeholt werden. Dabei muss man jedoch nur die jeweiligen Prüfungen mitschreiben, welche ohne großen Aufwand bestanden werden können. Die Universität ist dabei äußerst hilfreich und unterstützt einen mit Adressen und Ansprechpartnern.
  3. Vier Ausweisfotos
  4. Kopie des deutschen Personalausweises
  5. Zertifikat über gesundheitlichen Zustand (vom Hausarzt)

Hinzu kommen nun noch die Studiengebühren, welche sich entsprechend dem hohen Niveau folgendermaßen zusammensetzen:

 

Einmalige Immatrikulationsgebühr: 1500 US Dollar

Monatliche Studiengebühr: 780 Pesos

 

Umrechnungskurs: ( vom 1. Oktober 2006 )

1 Euro = 3.94209 Argentinischer Peso
1 Argentinischer Peso (ARS) = 0.25367 Euro (EUR)

1 Euro = 1.26796 US Dollar
1 US Dollar (USD) = 0.78867 Euro (EUR)

 

 

An dieser Universität werden nur 11 Monate Studiengebühren im Jahr bezahlt. Zusätzliche Kosten für Prüfungszulassungen entstehen nicht. Kopierkosten und Ähnliches hat jeder Student selbst zu zahlen.

 

Für ausländische Studenten gibt es keine Form von “becas” (Stipendium), welche man beantragen könnte. Darum sollte man sich also in Deutschland kümmern, doch inwieweit der DAAD Stipendien hierfür vergibt, ist schwer einzuschätzen.

 

Hinzu kommt noch eine weitere, wichtige Tatsache: An der UCINE lässt sich als Ausländer NUR das komplette Studium absolvieren. Die einzige Ausnahme: ein „Convenio“, also eine Partnerschaft zu der Heimuniversität. Das “Freemover” Programm wird hier weder anerkannt noch werden Ausnahmen in diesen Belangen akzeptiert.

 

Fazit

 

PRO: sehr gute Spezialisierungsmöglichkeiten, eigener Schwerpunkt auf Animation, große, angenehme Räumlichkeiten, exzellente Ausstattung

CONTRA: im Vergleich die teuerste Filmuniversität

 
 
Kontakt

Universidad del Cine

 

 

Pasaje J.M. Giuffra 330
San Telmo (C1064ADD)
Ciudad de Buenos Aires

Argentina


Tel: (5411) 4300 1413
Fax: (5411) 4300 0674

fuc@ucine.edu.ar

 

Banner K Kreativtraining pur 5000

Kameraworkshop Banner 8 23 4000

Weitere neue Artikel

So wie einst die Nagra den Filmton revolutionierte, hatten die britischen Mischpulte die Arbeit an Filmsets radikal verändert.

Es ist schon etwas besonderes, wenn der Titel eines Films aus seiner Handlung oder seinen Dialogen entspringt...

Unsere Welt, das Leben um uns herum bietet unzählige spannende Geschichten, die geradezu danach rufen, verfilmt zu werden...

Krise oder Transformation? Ein Plädoyer für neue Formen des Dokumentarischen

Sie ist eine der ältesten Techniken, um realistische Animationen zu schaffen: Die 1914 erfundene Rotoskopie.

In Filmabspännen stehen oft viele Producer. Was machen die eigentlich alle und welche Unterschiede gibt es?

Was können sie und was können sie nicht? Rückblenden als Bruchstellen der filmischen Illusion

Welche Weihnachtsfilme werden wohl in diesem Jahr auf uns herniederschneien? Wir haben Euch den ultimativen Timetable zusammengestellt....

Der Begriff klingt bescheiden. Was macht ihn so entscheidend für die Fähigkeiten und das Funktionieren von Technik?

In diesem Interview erzählt uns der Regisseur Kevin Koch ein paar Hintergründe zu der Entstehung seines Films "Prince de la Ville", der auf der FOFS 2025 gezeigt wurde.

Auf dem FOFS 2025 teilte der Regisseur Willy Fair seine Geheimnisse mit uns, wie sein preisgekrönter Film "Death's Peak" entstand.

Die Filmgeschichte war noch jung, als erste Stummfilme künstlich erschaffene Wesen als Thema entdeckten. Wie die Roboter im Kino Karriere machten...

Der Film "Jumah" erzählt von Xingyue, die sich in Zentralchina als Außenseiterin fühlt. Wir hatten beim FOFS 2025 Gelegenheit mit den beiden Regisseurinnen zu sprechen

Nicht wenige Tonmeister meinen, es sei das beste Großmembran-Stereomikrofon der Welt. Was macht es so besonders?

Nicht immer braucht es ein hohes Budget um an der Kinokasse viel Geld einzuspielen. Welches waren erfolgreiche Low-Budget Filme?

Kurzfilme auf Filmfestivals einreichen ist gar nicht so einfach,- wie kann man seine Chancen verbessern?

Sie gehören untrennbar zur Ikonographie des Horrors: Zombies. Die Rückkehr der – nicht mehr ganz so frischen – Toten ist ein popkultureller Dauerbrenner.

Adobe baut seine Firefly KI zu einem Produktionszentrum aus und erfüllt damit viele Wünsche...