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Kleidung Filmstudio 4000

Eigentlich ist keine der hier gezeigten Bekleidungsvarianten für Filmzwecke zu empfehlen. Schwarze oder grellbunte Kleidung ist genauso wenig geeignet, wie karierte Stoffe.

 

Bekleidung dos und don`ts

Ganz gleich ob im Spiel,- Dokumentarfilm oder bei Interviews,- manche Farben und Muster gehen einfach gar nicht. Kostümbildner*Innen wissen das natürlich ganz genau, doch manchmal werden sie eingespart und niemand schaut wirklich auf die Kleidung. Es ist wirklich erstaunlich, wie selbst relativ simple Regeln bei der Wahl der Kleidung regelmäßig missachtet werden und es zu unschönen Effekten in Film,- und Videoaufnahmen kommt. Es kommt eher selten vor, dass Protagonisten fragen, was sie für die Kamera anziehen sollen. Das zeigt doch ein gewisses Problembewusstsein und hilft, unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Wir haben Euch einige der wichtigsten Regeln zusammengestellt. Quasi eine Liste, die man stets beachten sollte, wenn man Personen dreht. Zunächst kommen die Begründungen, weshalb man was vermeiden sollte und am Ende der Seite kommt die kompakte Liste mit den Dos und Don`ts. Wenn Ihr die beachtet, kann eigentlich nichts schiefgehen. Außer, dass man sich mit Essen oder Getränken bekleckert. Deshalb haben Kostümbildner*Innen auch alle Kleidungsstücke der Schauspieler*Innen stets mehrfach dabei.

 

Bildtechnische Notwendigkeiten

Muster

Es gibt verschiedene Grundprobleme, welche mit der verwendeten Technik zusammenhängen. So sorgt der Umstand, dass sowohl in den Sensoren in den Kameras als auch bei den Displays die einzelnen Segmente in rechtwinklig angeordneten Rastern vorhanden sind, regelmäßig für Probleme, wenn Personen karierte Stoffe tragen. Dann treffen nämlich Raster im Bildmotiv auf Raster im Sensor sowie dem Bildschirm, was zu unschönen Moiré-Effekten führt.

 

Weiß

Die technischen Gegebenheiten verlangen häufig nach gewissen Anpassungen. Wenn man in der Postproduktion beispielsweise weiße Titel über Bild oder auch auf Schwarz herstellt, so wählt man nie ein reines Weiß mit 100% Reflexion, sondern eher eines mit 95 oder 92 %. Das sorgt dafür, dass die Schrift nicht "ausbrennt".

Die Farbe Weiß kommt ja häufiger im realen Leben bei Kleidung vor. Während aber unser Auge auch in diesem Weiß noch unterschiedliche Werte differenzieren kann, sind Kamerasensoren dazu unter Umständen nicht so gut in der Lage. Das hängt mit dem Dynamikumfang der Kameras zusammen, Kameras mit großem Dynamikumfang (mehr als 14 Blendenstufen) können etwas besser damit umgehen. Deshalb werden beispielsweise weiße Kleidungsstücke, wenn man denn unbedingt etwas Weißes braucht (Arztkittel, Schwesternuniform, Hemd des Obers usw.) für Dreharbeiten speziell prepariert. Dazu werden diese in einen Eimer mit schwarzem Tee eingetaucht, danach lässt man sie trocknen. Man nennt das dann auch "geteet". Sie bekommen dadurch eine leichte Patina. Für die Kamera sieht die Kleidung weiterhin weiß aus.

 

Schwarz

Auch hier sollte man der Technik ein wenig helfen. Durch den Dynamikumfang der Kameras kann es schnell vorkommen, dass man in schwarzer Kleidung keinerlei Grauwerte oder Reflexe mehr sieht. Dann ist die Kleidung einfach nur flächig schwarz, was unvorteilhaft aussieht. Im schlimmsten Fall verschwindet der Körper der schwarz gekleideten Person visuell im Hintergrund. Wenn es also unbedingt Schwarz sein muss, dann besser dunkelgraue Kleidung wählen, die sieht dann für die Kamera immer noch Schwarz aus, hat aber wenigstens etwas Zeichnung.

 

Farben und Muster

Kleidung Stoffe 4000

Wenn es nicht dramaturgisch für eine Rolle oder einen historischen Kleidungsstil zwingend erforderlich ist, sollte man gemusterte Kleidung eher vermeiden

 

Kleidung sollte nie in Konkurrenz zu den Gesichtern der Protagonisten treten. Deshalb sollte man besser statt wilder Muster eher Unifarbene Kleidung wählen, dabei möglichst intensive, knallige, reinbunte Farben meiden. Auch Neonfarben sind nicht zu empfehlen. Starke Farbkontraste sollte man unbedingt meiden, sie erzeugen eine visuelle Unruhe. Also kein Rot / Grün, Blau / Orange oder Gelb / Violett kombinieren. Getrübte Farben, also mit Schwarz oder Weiß gemischte Farben kommen in der Kamera besser. Grundsätzlich sollten es mittlere Helligkeiten sein, also nicht zu dunkel und nicht zu hell. Natürlich muss man auch auf die gewünschte Aussage achten, da hilft dann die Farbenlehre weiter.

 

Tontechnische Notwendigkeiten

Stoffe, die starke Geräusche machen, sollte man meiden. Ähnliches gilt für Schuhe,- solche mit harten Sohlen meiden oder wenn nicht anders möglich, für den Dreh mit Lassoband (Tesa Textil) auf der Unterseite der Sohle etwas abkleben und dadurch dämmen.

Bei dere Wahl der Oberbekleidung ist solche vorzuziehen, die in Brustkorbhöhe Befestigungsmöglichkeiten für Ansteckmikrofone (Lavalier) an Knopfleiste oder Kragen bietet. Falls man ein Interview dreht, bei dem die Lavalier-Mikrofone sichtbar sind, eignen sich T-Shirts, falls sie ohne Jackett drüber getragen werden, nicht so gut. Wenn man die Klemme des Lavaliers am Rundkragen des T-Shirts befestigt, so sitzt das Mikrofon zu hoch, es kommt zu Auslöschungen des Schalls durch das Kinn der Protagonisten. Wird ein Jackett über dem T-Shirt getragen, dann kann man am Kragen des Jacketts das Lavalier entsprechend tiefer (Brusthöhe) anbringen und es passt wieder. Sonst sind Blusen, Hemden oder auch Poloshirts mit Kragen besser geeignet, weil man dort die Ansteckklemme in der richtigen Höhe befestigen kann. Wenn es zwingend das T-Shirt sein muss, dann sollte man das Lavalier drunter mit Leukoplast auf die Haut kleben.

 

Wichtigste Regeln:

 

Keine karierten Stoffe wie Karo, Streifen, Pepita, keine Fischgrätmuster, keine kleinen Punkte und keine feinen Linienmuster.

Keine reinweiße Kleidung. Besser Eierschale, leichtes Beige etc. oder weiße Stoffe in Schwarztee präparieren.

Keine vollschwarze Kleidung, besser Dunklegrau, Anthrazit

Keine glänzende oder reflektierende Kleidung, also keine Silber,- oder Goldflächen in Applikationen

Keine intensiven, knalligen, neonfarbigen Kleidungsstücke. Besser mit Weiß oder Schwarz getrübte Farben, also gedeckte Farben oder Pastellige Farben.

Keine T-Shirts bei Interviews falls man kein Jackett drüber trägt, besser Hemden, Blusen oder Poloshirts. Alternativ: Lavalier unter das Shirt auf die Haut kleben.

Keine Schals, Halstücher oder Halsketten, die am Lavalier-Mikrofon Geräusche verursachen könnten

 

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