MC18 NOV17x2

FF München 2011

Social Media Icons Shop 55

 

Das 29. Münchner Filmfestival, 2011 schaffte es wieder einmal, große Filme und große Namen an die Isarmetropole zu holen

 

Vom Freitag, den 24. Juni bis Samstag, den 2. Juli 2011 fand das 29. Filmfest München statt. Mehr als 230 Filme aus 52 Ländern wurden gezeigt. Darunter waren viele Premieren deutscher wie auch internationaler Filme.

 

Dardenne Brüder

Der belgisch-französische Film ,,Der Junge mit dem Fahrrad", von den Regie-Gebrüdern Dardenne eröffnete am Abend des 24. Juni im Rahmen des Themas "Kinder" das Filmfest 2011

 

Nationale und Internationale Stars der Filmszene gaben sich in München die Ehre, so z.B. der US-amerikanische Schauspieler, Filmproduzent und Regisseur John Malkovich (Being John Malkovich 1999, Ghost World 2001), der US-amerikanische Kameramann, Filmregisseur, Schauspieler Tom DiCillo (Johnny Suede 1991, Double Whammy 2001), die belgischen Filmregisseure, die Dardenne Brüder, Jean-Pierre und Luc Dardenne (Der junge mit dem Fahrrad 2011), der georgische Regisseur Otar Iosseliani ("Chantrapas" 2010, Die Günstlinge des Mondes" 1985) oder der schwedische Regisseur Roy Andersson.

 

Im Mittelpunkt des diesjährigen FilmFest stand unter Anderem des FilmSpecial "Schweden". In rund 20 Filmen wurden die besten Arbeiten der heutigen jungen, kreativen Filmgeneration Skandinaviens vorgeführt. Begleitend beehrte der schwedische Ausnahme-Regisseur Roy Andersson das FilmFest mit seinem ganz besonders skurrilem Humor und zeigte neben seinen Spielfilmen auch Kurzfilme und eine Auswahl der besten seiner 300 gedrehten Werbespots.

 

Ottar Iosselani

Dankesrede vom georgischen Regisseur Ottar Iosselani

 

Ebenfalls gab es dieses Jahr auch wieder ein KinderFilmFest. Mit 15 Lang- und Kurzfilmen sollten auch die kleinen Besucher des FilmFest mit hochkarätigen Kinderfilmen verzaubert werden. Dabei kamen die kleinen Damen und Herren, was die Exklusivität angeht, nicht zu Kurz. Der Kinofilm "Sterntaler" von Regisseurin Maria von Heland feierte auf dem FilmFest sogar Weltpremiere. Am 25.Juni wurde das KinderFilmFest im Festivalzentrum Gasteig mit dem Film "Wintertochter" von Johannes Schmid eröffnet.

 

Neben Filmvorführungen, Förderpreisverleihungen und informativen Gesprächsrunden interessanter Filmemacher, fand dieses Jahr auch die Vergabe des Ehrenpreises, des CineMerit Award, statt. Das FilmFest München zeichnete den US-Schauspieler John Malkovich und den Regisseur Ottar Iosseliani für ihre Verdienste in der internationalen Filmkunst aus. John Malkovich wurde der CineMerit Award in einer Gala im Gasteig verliehen. Am 1.Juli nahm Ottar Iosseliani im Rahmen der Preisverleihung den CineMerit Award entgegen.

 

Eindrücke

 

Das Wetter war dem Festival wohl gesonnen, es war durchwachsen und füllte die Kinossäle mit Zuschauern, die es sich sonst vielleicht am Isarufer oder im Biergarten hätten gut gehen lassen.

 

Italienischer Empfang

Alba Caterina Rohrwacher

Der traditionelle italienische Empfang in Anwesenheit von Alba Caterina Rohrwacher, war trotz Unwetterwarnung von mildem Wetter geprägt...

 

Das Münchner Filmfest bot auch in diesem Jahr wieder eine breite Palette an Filmen, nicht nur aktuelle, in Werkschauen und Sondervorführungen auch durchaus ältere Filme. Zu den spannenden Reihen gehörte sicherlich jene mit den seltsamen Filmen eines Roy Andersson, die mit zwölf Filmen sehr reich und breit angelegt war.

 

Eröffnet wurde das Filmfest mit dem letzten Film der Dardenne-Brüder "Der Junge mit dem Fahrrad", einer filmischen Auseinandersetzung mit einem Jungen aus dem Kinderheim, der von seinem Vater abgelehnt wird und der von einer ihm fremden Friseurin an den Wochenenden betreut wird. Der Film ist gewiss besser als so viele andere Werke die das Licht der Projektoren erblicken, dennoch für Dardenne-Kenner vermutlich nicht ihr stärkstes Werk. Einerseits hat man das Gefühl, dass die Regisseure bemüht waren, ihren Stil einmal mehr zu reproduzieren, dabei sind sie aber weniger dicht an der Hauptfigur geblieben, haben die Räume mehr einbezogen. Auch war der dramatische Konflikt weit weniger groß, als in Filmen wie "L´enfant" oder "Le Fils", wodurch die pseudo-dokumentarische Erzählweise mehr zur Aufmerksamkeitserhaltung der Zuschauer beitragen musste, was sie nicht immer leisten konnte. Zudem irritierte der unnötige und erstmalige Einsatz non-diegetischer Musik.

 

FFF Empfang

Auch für den FFF Empfang auf der Praterinsel machte der Regen eine pünktlich eine Pause

 

Starke Filme waren im internationalen Programm zu sehen, "Erratum" etwa vom polnischen Regisseur Marek Lechi, schaffte es, in der Figur des Michael, der auf dem Transfer eines Fahrzeuges einen tödlichen Unfall verursacht und in der Stadt seiner Kindheit hängen bleibt und vieles Verdrängtes aufarbeitet. Der Film schafft es, den Zuschauer mit in den seltsamen Schwebezustand des Protagonisten zu versetzen und Sinnfragen zuzulassen.V

 

Spannend auch der wieder aufgetauchte und restaurierte Film "Deep End" von Jerzy Skolimowski aus dem Jahre 1970, der einmal mehr beweist, dass die jüngere Filmgeschichte eine Reihe von formal und inhaltlich spannenderen Filmen zu bieten hat, als vieles Andere aus dem aktuellen Filmschaffen.

 

Etwas durchwachsen, wie eigentlich jedes Jahr, war die Reihe der deutschen Fernsehfilme. Vom Monumentalepos bis zum bescheidenen Dokumentarfilm reichte die Palette und zeigte einmal mehr, dass hohes Budget nicht zwingend mit hoher gestalterischer Qualität einhergehen muss.

 

Auszeichnungen

Roter Teppich

Der in München etwas kurze aber bestens beleuchtete rote Teppich über den auch alle normal sterblichen Gäste gehen dürfen

 

Auch wenn es eigentlich keinen Wettbewerb gibt, so spielen Preise eine große Rolle beim Filmfest München. Der Cine Merit Award etwa wurde in diesem Jahr an Ottar Iosselani verliehen. Iosselani schafft es seit Jahrzehnten, mit einfachen erzählerischen Mitteln einen eigenen Mikrokosmos seiner Filmfiguren zu erschaffen und auch der Tristesse des Alltags Humor abzugewinnen.

 

Der Arri Preis für für den besten internationalen Film ging an Aki Kaurismäki für "LE HAVRE".

 

Der CineVision Preis ging an TYRANNOSAUR von Paddy Considine.

 

Das Movie-College hat auch dieses Jahr wieder als offizieller Medienpartner des Filmfestes 2011 täglich Filmschaffende, deren Filme im Festival liefen, interviewt. Die Clips sind auf den YouTube Channels des Filmfestes sowie des Movie-College zu sehen.

 

Banner Regie GK 4000

Banner Regie GK 4000

Weitere neue Artikel

Auf der Berlinale 2025 sprachen wir mit der Dänischen Regisseurin und Drehbuchautorin Jeanette Nordahl über ihren berührenden Film "Beginnings"

In der Berlinale-Reihe "Panorama" erzählt die Regisseurin in "Schwesterherz" sehr beeindruckend von einem moralischen Dilemma

In der Berlinale-Reihe "Panorama" erzählt der Film "Hysteria" von Dreharbeiten zu einem politischen Thema, die immer schwieriger werden...

Wie arbeiten Grundierung und Puder zusammen und wie korrigiert man Hautunreinheiten, Rötungen und mehr?

Wie betont, wie versteckt man Gesichtspartien durch Konturieren und was ist mit Tattoos?

Zu den Aufgaben des Maskenbilds gehört die richtige Wahl der Farbtöne und die Abstimmung mit Kamera und Licht. Was bedeutet das für die Farbpaletten?

Für ruhige Filmaufnahmen aus der Hand bieten sich Objektiv,- und Sensorstabilisierung an. Welche ist besser oder braucht es die beide?

 Im richtigen Leben möchte man ihnen nicht begegnen,- im Kino sieht es ganz anders aus...

Geheimagenten sind im Kino zu schillernden Figuren geworden, was macht Agentenfilme so attraktiv?

Wie kommt das Alter auch jenseits romantisierender Almöhi- oder Harald & Maude Geschichten realistisch im Kino vor? Eine Suche...

So wie es "Slow Food" oder "Slow Sex" als Entschleunigung gibt, kann man das Wandern im Film als eine Art "Slow Roadmovie" ohne Auto bezeichnen...

Ist es das magische Blau, ist es das luxoriöse Umfeld oder warum hat das Kino sie immer wieder thematisiert?