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Komparsen an Filmsets kennt man ja im Allgemeinen, aber was machen eigentlich Stand-Ins? Nun der allerwichtigste Unterschied zwischen den Komparsen und den Stand-Ins ist sicherlich der Umstand, dass die Komparsen auch im Film sichtbar sind, während die Stand-Ins wohl für immer unsichtbar bleiben werden. Denn sie sind nur der Ersatz für Personen, die aus unterschiedlichsten Gründen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht am Filmset anwesend sind. Weil man sie entlasten möchte, weil sie keine Zeit,- oder weil sie keine Lust dazu haben.

Was genau machen Stand Ins an Filmsets und was gibt es da zu beachten? Nun sie sind Ersatzleute, meistens für die Schauspieler*Innen, um die Dreharbeiten sinnvoll vorbereiten oder durchführen zu können, während einer oder mehrere Schauspieler gerade nicht am Filmset sind. Das klingt erst einmal seltsam, denn eigentlich sind Schauspieler ja genau dafür da, am Set zur Verfügung zu stehen, doch je nachdem, worum es sich handelt, kann es durchaus sinnvoll sein, dass eine andere Person für sie einspringt.

 

Sinnvolle Arbeitsteilung

Der häufigste Fall solcher Ersatzleute bei Dreharbeiten sind die Licht-Doubles. Das sind Stand-Ins, welche sich statt der Schauspieler in das Filmset auf deren Positionen stellen, wodurch Kamera und Lichtteam das Licht optimal setzen können, während die Schauspieler vielleicht beim Maskenbild zum schminken, dem Kostümbild zum Umziehen oder auch bei der Regie sind, um zu Proben. Oder sie sind in ihrem Ruhebereich, einem Raum, Wohnmobil etc. um sich zu erholen und vielleicht die Dialoge der nächsten Szene zu lernen oder aufzufrischen.

Wenn Stand-Ins die Positionen der Schauspieler in einer Szene einnehmen, kann der/die Kamera-mann-Frau und ie Regie die verschiedenen Einstellungen und Winkel testenund optimieren. Auch für die Festlegungen der Schärfe (Fokus) und der Bildkomposition sind Stand-Ins in der Vorbereitungsphase sinnvoll.

Auch bei den soganannten technischen Proben in denen das technische Team die Bewegungen der Kamera und das Timing auch von Stunts und Spezialeffekten testet ist es schlichtwegs effizienter, Stand-ins einzusetzen, damit die Hauptdarsteller sich auf ihre schauspielerischen Aufgaben konzentrieren können.

Für die Schärfeassistenz müssen häufig auf dem Boden Markierungen geklebt werden. Wenn Stand-ins diese für Schauspieler eher lästige Vorbereitung übernehmen und helfen die Markierungen am Boden zu testen, stehen die Schauspieler in der Zeit für andere Dinge zur Verfügung.

Stand-Ins werden meistens aus dem Umfeld des Teams gewählt, oftmals sind des Setpraktikant*Innen oder Runner etc., die gerade keine andere Aufgabe erledigen müssen. Bei größeren Produktionen kann es aber durchaus vorkommen, dass Jemand eigens dafür eingestellt wird. Dann achtet man möglicherweis sogar darauf, dass diese Person dann eine ähnliche Haut,- und Haarfarbe hat wie der,- die Schauspieler*In die sie als Licht-Double ersetzen sollen. Es müssen also nicht wirklich Doppelgänger sein. Damit sind wir natürlich schon ziemlich dicht an den tatsächlichen Doubles dran, die dann möglicherweise bei Zwillingsaufnahmen für die Over-Shoulder ihren Hinterkopf und die Schultern auch tatsächlich ins Bild halten oder deren Hände, Beine oder Körper statt denen der Hauptdarsteller gedreht werden.

 

Ausnahmesituationen & Schwierige Egos

 

Während Licht-Doubles den Drehablauf beschleunigen helfen, sind Stand-Ins wenn sie Schauspieler die ihren Partnern nicht zuspielen, ersetzen müssen, eine eher traurige Variante. Nicht etwa wegen der Stand-Ins, sondern wegen der Gründe, weshalb sie zum Einsatz kommen. Es kommt immer wieder vor, dass Schauspieler obwohl sie manchmal fürstlich bezahlt werden, versuchen ihre Anwesenheitszeit auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn sie besonders egoistisch sind, dann bestehen sie darauf, dass alle Takes, in denen sie im Bild sind, hintereinander abgedreht werden und verlassen danach das Filmset. So kann es sein, dass sie zwar für den ganzen Tag bezahlt werden, tatsächlich aber nur wenige Stunden überhaupt anwesend sind. Und hier kommen nun die Saand-Ins ins Spiel, die sich dann für die jeweiligen Spielpartner dieser fehlenden Schauspielperson, an deren Stelle stellen und für die Blickrichtungen etc. genau das tun, was der eigentliche Schauspieler hätte tun müssen.

Dass das äußerst unkollegial ist, muss man wohl nicht weiter ausführen. Ein solches Verhalten erschwert die Dreharbeiten und zwingt das Team dazu, dank Stand-Ins Methoden zu finden, um die Szenen dennoch fertigstellen zu können. Was das mit der Zusammenarbeit zwischen den Schauspielern macht, kann man nur erahnen.

Natürlich gibt es auch Ausnahmesituationen, etwa wenn ein Schauspieler parallel zu dem Dreh noch eine andere Verpflichtung hat, etwa einen Theaterauftritt, eine kurze Szene für einen anderen Film oder eine Bücherlesung. Dann ist man gezwungen, bewusst so vorzugehen, damit der/die Schauspieler*In früher vom Set kann um zu dem anderen Einsatz zu reisen.

Stand-Ins helfen den Filmteams in den technischen Phasen der Dreharbeiten und geben den Hauptdarstellern mehr Freiraum um ihre Energie für die eigentlichen Dreharbeiten zu schonen.

 

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