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Festival-Chefin Diana Iljine eröffnet feierlich die Jubiläumsausgabe des Filmschoolfestivals

 

Happy Birthday Filmschoolfest !

Das Festival der Filmhochschulen zeigte als Hybrid die besten Hochschulfilme aus der ganzen Welt! Das war gutes Timing, gerade noch rechtzeitig, kurz bevor die halbe Welt wieder neue Verbote und Sperren wegen der nächsten Corona-Welle hochfährt, fand das Münchner Nachwuchs-Filmfestival ganz real, physisch und mit vielen Gästen aus der ganzen Welt statt. Das war haarscharf vor den notfallmäßig erlassenen Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen und in Hinsicht auf Corona trotz Schutzmasken auch nicht ohne Risiken. Einige TeilnehmerInnen erhielten eindeutige Warnmitteilungen auf ihren Corona Apps.

Nachdem das Festival im Jahr 2020 wegen der Pandemie nur online stattfinden konnte und man den Festival-Zähler notgedrungen auf 39 1/2 umbenannt hat, um nicht das 40 te Jubiläum so glanzlos im Online verschwinden lassen zu müssen, wurde 2021 das Jubiläum nachgefeiert und die (eigentlich 41.) Ausgabe zur 40 ten erklärt.

Von Montag, den 15.11. bis Freitag, den 19.11. wurden jeweils um 18:30 Uhr und um 21 Uhr die zehn Wettbewerbsprogramme im AudimaxX der HFF gezeigt. 46 Kurzfilme aus 26 Ländern waren in diesem Jahr im internationalen Wettbewerb zu sehen.

Am Samstag, den 20.11. hat die Festivaljury, der dieses Jahr Mara Wesenauer, Loïc Hobi, Angélique Kourounis, Roberto Cueto und Olga Caspers angehören ihre Preisentscheidungen verkündet. Zusammen mit weiteren Jurys wurden insgesamt 10 Preise im Wert von 36.500 Euro vergeben.

Die begehrten Preise,- wichtige Unterstützung gerade für NachwuchsfilmerInnen, wurden übrigens auch 2020 bei der Online Ausgabe vergeben. Und natürlich fieberten so viele TeilnehmerInnen auch 2021, ob sie einen der attraktiven Preise gewinnen werden. 2020 ging die gastgebende HFF München dabei leer aus, spannend war also auch die Frage, ob sie in diesem Jahr Gewinnerfilme würde verbuchen können. Um es gleich vorweg zu nehmen... ja, es gelang.

 

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Eröffnung und Foyer der HFF unter Corona-Bedingungen

 

Während bei der 2020 Ausgabe vermutlich weitgehend Filme in der Auswahl waren, welche vor der Pandemie entstanden sind, war das Programm 2021 doch schon geprägter von der weltumspannenden Krise. Die ersten zur Eröffnung  gezeigten Festivalfilme stammten von  HFF Student:innen. - Der Dokumentarfilm „As Armas a meu Adufe“ von Markus Schindler entführt ins traditionelle Portugal, „Sort of Grown Up“ von Marlena Molitor begleitet junge Frauen bei der Selbstfindung und „Nicht zu nah!“ von Luis Sütter zeigt zwei Fremde, die sich trotz der Corona-Pandemie annähern müssen.

Wie in jedem Jahr gab es natürlich auch wieder ein spannendes Rahmenprogramm. Workshops, Panels und Filmvorführungen richteten sich sich sowohl an Studierende und Professor:innen als auch an das interessierte Publikum.

 

Rahmenprogramm

Man merkte deutlich, dass für die deutschen sowie internationale Filmstudierenden es eine große Bereicherung ist, als junge Filmemacher*innen im Rahmen des Festivals sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen und mit ihren Filmen Teil des Festivals sein zu können. So merkte man nach jedem Kurzfilm ein großes Interesse des Publikums an den Interviews mit den jeweiligen Regisseur*innen. Bis zum Schluss des Festivals waren viele Screenings der Programme gut besucht und spiegelten das große Interesse an den komplett unterschiedlichen Geschichten und Visionen der jungen Filmemacher*innen wider.

In Panels und Workshops wurde auch deutlich, wie wichtig Studierenden sowie Dozierenden die Weiterentwicklung der Filmlandschaft beispielsweise im Bereich Lehre und Produktion ist und zu welchem Umdenken die teils veränderten Bedingungen durch die Pandemie zwingen.

Am Dienstag veranstaltete zudem das Filmschoolfestival zusammen mit der Hochschule für Fernsehen und Film, der Hochschule für Musik und Theater, der Akademie der Bildenden Künste und der Theaterakademie August Everding den Respekt-Tag. Unter dem Motto „Neue Allianzen“ legten an diesem Tag Workshops, Panels und Filme einen klaren Fokus auf Respekt, Diversität und Awareness im alltäglichen Miteinander. Beispielsweise wurde im Workshop „Intimacy Coordination“ von Dr. Julia Effertz, die erste Intimitätskoordinatorin im deutschsprachigen Raum, darüber aufgeklärt, weshalb die Film- und Theaterlandschaft für die Umsetzung intim-körperlicher Szenen zurecht Intimitätskoordinator*innen brauchen, um Grenzüberschreitungen zu verhindern und die psychische Gesundheit der Schauspieler*innen sowie Crew zu bewahren.

Wie auch Stunt-, Kampf- oder Tanzszenen choreografiert werden, damit niemand sich körperlich verletzt oder die jeweiligen Schritte klar sind, sollte auch der Ablauf intimer Szenen durch Intimitätskoordinator*innen choreografiert werden, die zwischen Regie und Schauspieler*innen unterstützend vermitteln und durch ihre Arbeit zum reibungslosen Ablauf sowie für die mentale Gesundheit aller Menschen am Set sorgen. Neben der Vorstellung dieses neuen Berufsbildes gab es an diesem Tag noch weitere Workshops wie beispielsweise „How to end systematic oppression“, „Respektvoller Umgang mit Sprache“ oder „Ein klares ‚Nein‘ verbindet“. Der Respekt-Tag zeigte, dass in den Kunsthochschulen zumindest ein Bewusstsein für diese Themen herrschen und auch die Bereitschaft zur Auseinandersetzung, Reflexion und Weiterentwicklung besteht.

 

Mehr Infos zum Programm gibt es unter: www.filmschoolfest-munich.de

 

PreisträgerInnen

Während der Eröffnungsveranstaltung am 14. November wurde bereits der Climate Clips Award verliehen. Die Nagelschneider Stiftung zeichnete einmal mehr die besten Climate Clips des Jahres aus.

Den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt „Fight Fast Fashion“ von Miriam Welcker und Lili Zwirner (Hochschule RheinMain, Deutschland).

Den mit 3.000 Euro dotierten 2. Platz belegte „Zizuma“ von Kolumbianer Sergio Alejandro N. Suárez (Universidad Nacional de Colombia).

Die Italienerinnen Giulia Betti und Alice Gambara (Civica Scuola die Cinema Lucchino Visconti) belegten mit „Earth“ über den dritten Platz (1.000 Euro Preisgeld).

 

Wettbewerbe

„Regime Change” von Yana Sad (Moscow School of New Cinema, Russland) wurde als bester Film mit dem VFF Young Talent Award ausgezeichnet.

Der ARRI-Preis für den Besten Dokumentarfilm (Sachleistungen im Wert von 4.000 Euro) geht an Paula González García, Gloria Gutiérrez Álvarez und Andrés Santacruz für „A Dance for the End of the World“ (The Madrid Film School).

Der Preis für das beste Drehbuch (2.000 Euro) geht an Drehbuchautor und Regisseur David Bustos und Koautor Sergio Amador für „Play Dead“ (Escola Superior de Cinema i Audiovisuals de Catalunya).

Der zweiB-Award für die beste Animation (ein DCP-Mastering im Wert von 1.000 Euro) geht an den Film „Scum Mutation“ von Ov (Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains, Frankreich).

Der Panther-Preis für die beste Produktion eines Films einer europäischen Hochschule geht an die Ungarin Borbála Nagy. (Zunächst Studium der Filmwissenschaften in Budapest, danach Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). (5.000 Euro)

Der Student Camera Award (2.000 Euro für die beste Cinematografie geht an „The Water‘s Whisper“ von Ian B. Morales (National School of Film Arts in Mexico City)

Der ARTE-Kurzfilmpreis geht an „Must Be Painful“ von David Semler (FAMU, Prague) ( 6.000 Euro)

Der mit 2.500 Euro dotierte Wolfgang-Längsfeld-Preis ging an„Harmonia“ des Niederländers Thom Lunshof. (The Netherlands Film Academy).

Der Prix Interculturel (2.000 Euro, gestiftet von der Interfilm Akademie) geht an „Topless“ von Hannah Jandl (Hochschule für Fernsehen und Film München).

Zum Publikumsliebling wurde von den Zuschauer:innen „Her Dance“ von Bar Cohen (The Steve Tisch School of Film and Television)gewählt

 

 Für das Movie-College besuchten Sara Keßling und Tancredi Banone das Festival.

 

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