Filmkostüm

  • Liebesfilme haben auf uns schon immer eine bezaubernde Wirkung gehabt: Man verliert sich in einer Kino-Traumwelt und fiebert mit, egal ob es sich um eine junge, tödliche, zerstörerische oder zum Scheitern verurteilte Liebe handelt.

  • Die Praxis besteht aus einer Sammlung an Details

    Kostüme

    Die Bandbreite, was ein Kostüm so kosten kann ist gigantisch

     

    Wer in einer konkreten Produktion steckt, spürt ganz unmittelbar die Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis. Wurde an alles gedacht und waren die kalkulierten Beträge realistisch? Jedes Department bekommt ein gewisses Budget zugewiesen, welches sich aus der Vorkalkulation, die die Produktion erstellt, ergibt. Dabei hilft die Erfahrung sehr, grobe Einschätzungen vorzunehmen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn ungewohnte Prozesse wie historische Kostüme, Uniformen oder auch künstlerisch bearbeitete Materialien ins Spiel kommen. In diesem Fall muss man besonders genau recherchieren.

     

     

    Ein gutes Kalkulationsprogramm ist zugleich auch eine Checkliste der wichtigsten Positionen innerhalb der Herstellungskosten. Es erlaubt zudem, den Effekt von Umschichtungen kalkulierter Beträge, unmittelbar abzulesen.

     

    Beispiel: Kostüme

    Kostümkauf

    Anlage 186 erfasst die Kosten für jene Kostüme, die gekauft werden müssen. In den blauen Eingabefeldern wird angegeben, wie viele Darsteller jeweils mit gekauften Kostümen zu welchem geschätzen Pauschalwert eingekleidet werden sollen. Die Summen finden sich in der rechten Spalte.

     

    Anlage 187 erfasst in gleicher Weise die Kosten für Kostümverleih. Hier werden entsprechend Tagesmietpreise oder Pauschalen kalkuliert.

     

    Ausstattung und Technik

    So sehen die Zusammenfassungen für ein paar Kalkulationsposten im Bereich Ausstattung und Technik aus. Insgesamt gibt es etwa 40 A4-Seiten mit Einzelpositionen, die für einen Spielfilm komplett kalkuliert werden müssen. Sie sind weitgehend standardisiert und können von Produzenten, Fördergremien oder Redakteuren gleichermaßen gelesen und verstanden werden.

     

    Auch die folgenden Seiten entstammen dem Kalkulationsprogramm CineCalc.

     

     

  • Was gibt es zu bedenken, wie organisiert man die Kostüme für die Filmschauspieler? Tipps und Listen zum Downloaden

  • Schlechtes Wetter gehört dazu, vor allem, wenn es so im Drehbuch steht

    Schlechtes Wetter gehört dazu, vor allem, wenn es so im Drehbuch steht

     

    Eigentlich kann nur jemand, der mehrere Dreharbeiten erlebt und gut überstanden hat, verstehen, weshalb es Sinn macht, sich über die Bekleidung am Set Gedanken zu machen. Das man optimales technisches Equipment am Set benötigt, leuchtet ja noch ein, aber die Kleidung? Das kann doch so schwer nicht sein, der eigene Kleiderschrank sollte doch den meisten Situationen gewachsen sein, oder?

     

    Nicht ganz. Dreharbeiten haben ziemlich viel gemein mit Expeditionen. Man ist für einen relativ langen Zeitraum von seiner gewohnten Umgebung fern, hat keinen Schrank oder Schreibtisch dabei und sollte deshalb immer alles Erforderliche dabei haben, sonst drohen schwerwiegende Verzögerungen. Je nach Aufgabenbereich muss man am Set Drehbuch, Bild/Ton Negativberichte, Stifte, Schwämmchen, Make-Up, Walky-Talky, Messband, Fotoapparat, Taschenmesser, Werkzeuge, Arbeitshandschuhe, Kreide, Boardmarker, Handy, Schere, Lassoband, Gaffer-Tape, Pinsel, Leder etc. bei sich tragen.

     

    Jacken

    Da man meistens die Hände zum Arbeiten frei haben will, kann man keine Köfferchen am Drehort herumtragen. Es wird schnell klar, dass man seine Sachen möglichst am Körper tragen sollte. Zweckmäßige Jacken sollte also möglichst vielseitige, und zahlreiche Taschen anbieten, um alles Erforderliche unterbringen zu können. Selbstverständlich spielt auch die Lage der Taschen ein wichtige Rolle, zwei in optimaler entspannter Armposition braucht man allein, um sich bei Kälte die Hände wärmen zu können. Die Handytasche sollte leicht ohne Verrenkungen erreichbar sein (Nicht vergessen: Nur in Drehpausen. Wenn gedreht wird sollten alle Handys aus sein).

     

    Einsatz von Windmaschinen lassen es zusätzlich ungemütlich werden

    Windmaschinen lassen es zusätzlich ungemütlich werden

     

    Nicht ganz unwichtig ist auch das Temperaturverhalten der Jacken. Am Set kann es vorkommen, dass man sehr lange an einer Stelle verharren muss. Laufen, um sich zu wärmen ist nicht. Die Jacke sollte also auch bei großer Kälte absolut vor Wärmeverlust schützen, zugleich aber atmungsaktiv sein. Eine Jacke für alle Jahreszeiten gibt es eigentlich nicht, mindestens zwei, eine für Frühjahr und Herbst, sowie eine Winterjacke mit wärmendem Innenfutter sind sinnvoll.

    Wasserdicht sollten sie sein, und hochwertige Kapuzen haben, denn die engen Budgets bei Produktionen erzwingen Drehtage bei fast jedem Wetter. Hinzu kommen Situationen mit künstlichem Regen, bei denen es wichtig ist, auch unter der Feuerwehrdüsen noch trocken zu bleiben.

    Damit man an den oft recht engen Sets nicht ringsum alles umschmeißt, sollten Jacken nicht aufgebläht wie Pellwurst sondern grundsätzlich eng geschnitten oder noch besser, taillierbar sein. Das Obermaterial sollte möglichst geringe Raschel- Geräusche beim Gehen oder Bewegen erzeugen, der Ton wird es Ihnen danken.

     

    Westen

    Wie die Jacken sollten die Westen möglichst vielfältige Unterbringungsmöglichkeiten in Form von Taschen anbieten. Für kältere Drehs sind gefütterte, für warme Tage strapazierfähige Baumwoll-Westen zu empfehlen. Mindestens vier weite Taschen sollte die Weste haben, je mehr Einteilungen desto besser.

     

    Farbgebung

    Wer sich von seinem Job her häufig in Gefahrenbereichen aufhält, etwa unter Kamerakränen, Scheinwerfern oder gar zum Absperren auf Verkehrswegen stehen muss, sollte auffällige gut sichtbare Farben wählen, etwa Orange oder Rot. Wer eher unauffällig bleiben will oder sollte, etwa wenn man sich als Regieassi unter die Komparsen mischen muss, sollte eher dunklere Farben, vorzugsweise Schwarz wählen.

     

    Gürteltaschen

    Wenn die eigene Jacke zu wenige Taschen anbietet oder es einfach zu warm ist und man nur ein T-Shirt trägt, können Gürteltaschen den notwendigen Platz anbieten. Speziell für Kamerabühne oder Licht eignen sich Gürteltaschen, bei denen einzelne Fächer die Aufnahme auch von Schraubenzieher, Zange und Taschenmesser erlauben. Auch kleine Taschen zur Aufnahme von Wäscheklammern zu Befestigen von Filterfolien an den Scheinwerfern sind recht nützlich. Standfotografen können hier ihre belichteten und unbelichteten Filme bei sich tragen.

     

    Solange das Stromaggregat nachts noch draußen läuft, findet man sich beim Arbeitslicht noch halbwegs zurecht. Aber irgendwann wird auch das ausgeschaltet, dann sind Taschenlampen angesagt, gut wenn man eine am Körper trägt. Auch für Walkies mit Headset sind Gürteltaschen ideal, falls man keine Jacke hat, die entsprechende Taschen bereitstellt.

     

    Für Maskenbildner gibt es Gürteltaschen mit den wichtigsten Utensilien zum Auffrischen und Abtupfen in der Szene, für Kostümbildner Taschen für Textilbürste, Fusselbürste, Nähzeug etc.

     

    Künstlicher Regen bringt zur nächtlichen Kälte auch noch Nässe

    Künstlicher Regen bringt zur nächtlichen Kälte auch noch Nässe

     

    Wer die Klappe schlägt (z.B. Materialassi, Script etc.) braucht sinnvollen Stauraum für Stifte, Schwämmchen, Lassoband und evtl. Negativbericht. Auch hier helfen Gürteltaschen weiter.

     

    Riemen, Gurte, Schlaufen

    Mit An- und Umhängeriemen, an denen sich Karabinerhaken oder Klettverschlüsse befinden, kann man einzelne Objekte auch anhängen, damit man sie nicht verliert. Beleuchter haben auf diese Weise ihre Arbeitshandschuhe, Gaffer Tape oder Lassoband am Gürtel. Kameraassistenten befestigen so oder mit einer kleinen Tasche ihr Messband am Gürtel.

     

    Handschuhe

    Beleuchter müssen am Set schwere Scheinwerfer, Stahlstative, Gerüste, Vorschaltgeräte und vieles Andere mehr Tragen, Aufstellen und Einrichten. Um die Hände zu schützen und besseren Halt zu haben, sind Arbeitshandschuhe aus Leder sehr sinnvoll. Für Sommerdrehs gibt es auch Fingerlose Lederhandschuhe. Die einfache Variante gibt es im Autozubehör, doch es lohnt sich, ein paar Euros mehr in gute Handschuhe zu investieren. Professionelle Beleuchter-Handschuhe gibt es im Movie-College-Shop

    Für die übrigen Jobs sind bei Kälte Fingerhandschuhe zu empfehlen, damit man sich beim Bedienen irgendwelcher Geräte nicht jedes Mal die Handschuhe ausziehen muss.

     

    Schuhe

    Für alle Jobs sind grundsätzlich Kunststoffsohlen angesagt, Ledersohlen machen einfach zu viel Lärm, das schadet dem guten Ton. Bitte auch darauf achten, dass die Gummisohlen nicht auf glatten Böden quietschen. Bei Winterdrehs unbedingt auf gute Wärmeeigenschaften achten, nichts ist schlimmer am Set, als wenn man stundenlang in der Kälte stehen muss und die Füße kaum mehr spürt. Grundsätzlich sind gute Outdoor-Schuhe etwa zum Bergwandern auch für Drehs in kalten Jahreszeiten optimal geeignet.

     

    Auf Schnee und Eis sind entsprechende Profile wichtig, wer eine Kamera für 50.000 Euro auf der Schulter trägt, sollte darauf achten, nicht mit dem guten Stück auszurutschen.

    Wer häufig mit schwerem Equipment hantiert, insbesondere Beleuchter und Kamerabühnenleute, kann seine Füße vor Verletzungen durch schwere Stative, Gegengewichte etc. durch Schuhe mit Metallkappen schützen. Die gibt es natürlich bei Herstellern für Berufskleidung aber teilweise auch in normalen Schuhgeschäften. Der britische Schuhhersteller Doc Martens produziert solche Schuhe auch für die englische Polizei und Armee.

     

    Hosen

     

    Gleise

    Gedreht wird immer und überall, wie das Drehbuch es bestimmt

     

    Was für Jacken gilt, gilt auch für Hosen- möglichst viele große Taschen sollten sie haben. Da man am Set selten ausreichend Stühle vorfindet, setzt man sich halt da hin, wo Platz ist, auf den Boden, auf Steine, Kies oder ins Gras. Robustheit ist also ein zweites Kriterium bei der Wahl. Deshalb trifft man häufiger die Bundeswehr-Kampfhosen am Set, die haben viele Taschen, allerdings können die Knöpfe beim schnellen öffnen und schließen schnell nerven.

     

    Praktischer sind daher die sogenannten Cargo-Hosen, die etwas friedlicher aussehen und die es in Kurz und Langversion gibt. Reiss- oder Klettverschlüsse erlauben schnellen Zugang zu Werkzeugen etc. Zudem gibt es Regenfeste Ausführungen, die weil atmungsaktiv, auch schlechte Wetterlagen gut überstehen.

     

    Kappen

    Bei stundenlangem Warten unter brühender Sonne sind Kappen (möglichst in hellen Farben oder Weiß, wegen der Reflektion) eine große Hilfe. Sie schützen den Kopf und das Gesicht vor zu starker Sonneneinwirkung.

     

    Es kommt darauf an...

    Wer sich mit seiner Kleidung auf die Drehbedingungen, die Notwendigkeiten von Kamera und Licht und das Wetter richtig einstellt, der kann mit allen Drehsituationen gut zurecht kommen.

     

  • Wind aus der Tube

     

    Nicht nur für dramatische Wettereffekte wie Sturm, oder Schneetreiben benötigt man Windmaschinen. Auch für ganz „normale“ Szenen sind sie durchaus hilfreich.

     

    Herbstlaub oder auf dem Gehweg herumfliegende Zeitungsfetzen geben einem Straßenzug eine ganz eigene Stimmung. Auch Vorhänge, die sich vor dem offenen Fenster leicht im Wind bewegen, können eine Situation bedrohlich oder auch unheimlich werden lassen. Kaum ein Thriller kommt ohne diese Effekte aus.

     

    Wind kann ein starres Bild beleben, kann Sehnsucht nach Ferne oder auch Einsamkeit, Unbehaustheit in die Gesichter der Darsteller hineinwehen. Auch tote Gegenstände auf einem Tisch wirken realistischer, wenn das Tischtuch sich ein wenig bewegt.

     

    Der Natur nachhelfen

    In den seltensten Fällen hilft die Natur selbst mit, die nötige Bewegung ins Bild zu bringen. Außer am Meer, muss man so gut wie immer selbst dafür sorgen, dass die gewünschte steile Brise ans Set geweht kommt.

     

    Zu diesem Zweck gibt es ganz unterschiedliche Größen von Windmaschinen. Die Palette reicht von kompakten kleinen, die einem kräftigen Tischventilator entsprechen, bis hin zu großen Flugzeugpropellern, die auf eigenen fahrbaren Anhängern aufgebaut sind.

     

    Ob es Marilyns Kleid im verflixten siebten Jahr ist oder die Panik im Katastrophenfilm, Wind gehört einfach mit dazu. Mit großen Ventilatoren können sogar die Zweige in Bäumen bewegt werden. Auch im Umgang mit Wind ist Know-how eine wichtige Voraussetzung. Man kann durch gezielte Ablenkung des Winds, ähnlich einem Windkanal die Wirkung deutlich erhöhen.

     

    Man muss es sehen

    Die Departments Ausstattung, Maske und Kostüm können übrigens erheblich dazu beitragen, dass man den wehenden Wind auch sehen kann. Nicht jedes Halstuch flattert im Wind! Organsa ist ein Material, welches dafür besonders geeignet ist. Auch die Haare dürfen nicht zu sehr fixiert werden, sonst flattert kein Strähnchen, das wäre doch schade. Je mehr leichtes Material durch die Gegend gewirbelt werden kann, je mehr im Bild hin und herwackelt (Fensterläden, Türen an Drähten gezogen etc.) desto echter wirkt der Sturm.

     

    Für kurze, starke Windstöße eignet sich besser Pressluft. Entsprechende Kompressoren erlauben dann eine kurze, stärkere Wirkung. Sie finden übrigens auch bei der Simulation von Explosionen Verwendung, wenn es darum geht eine Riesenwolke Filmstaub schlagartig aufzuwirbeln.

     

    Probleme

    Keine Illusionen sollte man sich über die Geräuschentwicklung der hilfreichen Maschinen machen: Originalton ist bei solchen Aufnahmen so gut wie nie möglich. Schließlich sind die großen Geräte direkte Geschwister der Propellerflugzeuge und was das akustisch bedeutet, weiß jeder, der mal neben so einem Flugzeug stand. Ganz nebenbei lieben Mikrofone derart heftige Windentwicklung trotz Korbwindschutz nicht allzu sehr.

     

    Aufnahmen mit Windmaschinen sind daher stets potenzielle Nachsynchronisations-Szenen. Manchmal kann man sich behelfen, indem man die betreffende Szene am Set auch ein paar mal nur für den Ton (ohne Bildaufnahme und ohne Windmaschine) spricht und spielt. Das nennt man Nurton-Aufnahmen. Man kann dann den Ton nachträglich im Schneideraum anlegen. Nurton hilft, hohe Kosten für Nachsynchron einzusparen.

     

    Kosten

    Für Nahaufnahmen eignet sich, wie oben erwähnt, ein kräftiger Tischventilator durchaus. Wenn es etwas mehr Wind sein soll, so gibt es Geräte mit ca. 700-800 Watt Leistung für etwa 30,- Euro am Tag zu mieten. Die richtig großen Geräte auf Anhängern kosten dann ab 250,- Euro pro Tag.

     

     

     

     

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