Drehbuchvertrag

  • Projektentwicklung

    Stoffrechte (Basic rights agreement)

    Ein Produzent, der ein Projekt entwickeln und verfilmen möchte, welches auf einer bereits vorhandenen Vorlage basiert (Theaterstück, Roman, Kurzgeschichte, exklusive Geschichte etc.), muss das Recht erwerben, dieses zu verwenden und als Film zu verwerten. Es macht keinen Sinn, ein Drehbuch oder gar einen Film zu verwirklichen, über dessen Stoffrechte man nicht verfügt. Das wird keine Förderung unterstützen, kein Fernsehsender senden, kein Filmverleiher ins Kino bringen.

    Wer sich nicht sicher ist, ob das geplante Projekt auch zustande kommt, kann einen Stoff auch optionieren. Der Stoff wird dann für einen begrenzten Zeitraum quasi für den Produzenten reserviert und es wird zunächst nur eine kleinere Summe fällig. In diesem Optionsvertrag wird auch festgelegt, welcher Lizenzbetrag fällig wird, wenn das Projekt zustande kommt und welchen Umfang die Rechte in diesem Fall haben. (Dauer, Territorien etc.)

     

    Auf jeden Fall sollte der Produzent die Rechte möglichst frühzeitig erwerben oder optionieren. Häufig hat man es ohnehin mit Verlagen zu tun, die bemüht sind, möglichst hohe Erlöse für ihre Rechte zu erzielen. Je fortgeschrittener ein Projekt ist, desto teurer werden in der Regel solche Rechte gehandelt.

     

    Drehbuchvertrag  (Writer´s agreement)

    Ganz gleich ob es sich um ein Originaldrehbuch oder eines nach einer vorhandenen Buchvorlage handelt, der Drehbuchautor erbringt eine kreative Leistung und hat damit Urheber-, sowie Nutzungsrechte an diesem Drehbuch. Während die Urheberrechte nicht übertragbar sind, erwirbt der Produzent die Nutzungsrechte. Ist ein Drehbuch noch gar nicht geschrieben, und der Produzent beauftragt den Drehbuchautor damit, so fixiert der Vertrag Art und Umfang der Rechte, der Verwertung, sowie das Honorar. Darüber hinaus hält man auch fest, wie viele Versionen des Drehbuchs (drafts) der Autor erstellen muss, falls der Produzent nicht mit der ersten Fassung zufrieden ist.

     

    Ähnlich wie beim Optionieren eines Stoffes kann der Vertrag auch verschiedene Stufen des Honorars beinhalten. Ein kleinerer Betrag für das Schreiben selbst gezahlt. Ein zusätzlicher Betrag wird fällig falls das Drehbuch tatsächlich verfilmt wird.

    Ganz wichtig bei Originaldrehbüchern ist auch eine Klausel wonach der Autor versichert, Inhaber der Rechte an Idee und Stoff zu sein, keine Rechte anderer zu verletzen und den Produzenten von allen Ansprüchen Dritter freizustellen.

     

    Auch die Rechte-Situation in Zusammenhang mit möglichen anderen Publikationen etwa Buch zum Film etc. wird im Vertrag geklärt. Dabei sind auch die prozentualen Beteiligungen an möglichen Einnahmen aus diesen Drittverwertungen zu klären. Schließlich sollte in dem Vertrag auch stehen, bei wem die Verwertungsrechte verbleiben, falls das Projekt vom Produzenten nicht verwirklicht wird.

     

    Projekt- Entwicklungsvertrag  (Development agreement)

    Wenn die Finanzierung der Projektentwicklung nicht vom Produzenten selbst aufgebracht wird, sondern von Dritten stammt, so ist auch darüber ein Vertrag zu schließen. Dritte können zum Beispiel Förderungen, Fernsehanstalten, Filmverleiher oder Investoren sein.

     

    Sinn dieser Verträge ist es, den Finanziers eine Aussicht auf Rückzahlung und Rendite oder Übertragung von Rechten zu geben, den Produzenten gleichzeitig die größtmögliche Planungsfreiheit einzuräumen. In diesen Verträgen werden die Rückzahlungsmodalitäten festgehalten, sowohl für den Fall dass das Projekt verfilmt wird, als auch für jenen, dass es gar nicht erst zustande kommt. Auch dies sollte trotz Investitionen möglich sein. Denn es ist allemal billiger, bereits im Entwicklungsstadium von einem schlechten Vorhaben Abstand zu nehmen, als daraus auch noch einen schlechten Film herzustellen.

    Wenn die Verwirklichung eines Filmes gesichert ist, beginnt die Vorproduktion (Preproduction). Weitere Verträge für die Vorproduktion werden erforderlich.

     

     

  • Wer professionell Geschichten entwickelt oder produziert, sollte sich absichern, um so flüchtige Dinge wie Ideen nicht zu verlieren. (+Pages)

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    Die wichtigsten Bausteine eines Regievertrags mit dem Produzenten haben Sie ja erfolgreich kennen gelernt und die kritischen Punkte entdeckt.

     

    Nun kann es aber auch vorkommen, dass Sie gar nicht für einen freien Produzenten, sondern direkt für einen Fernsehsender arbeiten. Viele öffentlich-rechtliche Fernsehsender machen nämlich nach wie vor auch Eigenproduktionen. (In Deutschland häufig auch indirekt und gar nicht auf den ersten Blick sichtbar über eine der zahlreichen Tochterfirmen. In Österreich oder der Schweiz sind derartige Verflechtungen kaum möglich.)

     

    In diesem Fall schließen Sie Ihren Vertrag direkt mit dem Sender ab. Und da dieser Fall gar nicht selten eintritt, tauchen wir mit Ihnen erneut in das Gebiet der Verträge ein.

     

    Bitte downloaden Sie sich zunächst einen Standard-Vertrag mit einer ARD-Fernsehanstalt. Dieser Vertrag entspricht (aus rechtlichen Gründen) nicht dem aktuellen Stand, in aktuellen Verträgen gelten andere Regelungen beispielsweise hinsichtlich der Wiederholungshonorare aber auch in der Nennungen der unterschiedlichsten Distributionswege (Streaming, Download etc.)

     

     TV-Vertrag MS Word

     

    Dieser Vertrag wird einem Deckblatt angeheftet, in dem die Vertragspartner genannt sind, der Filmtitel und weitere Details.

     

     

    Moviedeutscher Rundfunk
    Abtg. Honorare und Lizenzen
    Funkundfilmplatz 2
    36664 Filmstadt

    Herrn/Frau
    Starregisseur
    Talentgasse 7
    38887 Erfolgstadt

     

    Filmtitel: “Liebe, Leben, Tod”

     

    Herr/Frau Starregisseur hat sich bereit erklärt, die Regie bei einem Fernsehspiel mit dem obigen Arbeitstitel zu übernehmen.

     

    Für diese Tätigkeit erhält der/die Regisseur/-in vom Moviedeutschen Rundfunk ein Honorar in Höhe von 30.000 €.

     

    Der Betrag ist wie folgt zahlbar:

     

    - 10.000 € nach Unterzeichnung der Vereinbarung
    - 10.000 € nach Ende der Dreharbeiten
    - 10.000 € nach erfolgter Endabnahme

     

    Mit Zahlung dieses Betrags erwirbt der Moviedeutsche Rundfunk alle Rechte an der Regie. Soweit nichts anderes vereinbart wurde, gelten die Honorarbedingungen des Moviedeutschen Rundfunks für das Fernsehen, die dieser Vereinbarung beigefügt sind.

     

    Wir dürfen Sie bitten, uns zum Zeichen Ihres Einverständnisses die beigelegten zwei Briefkopien unterschrieben zurückzusenden.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

     

    Tja, und die Anlagen haben Sie sich ja inzwischen hoffentlich gedownloadet. Allerdings gibt es zwei Arten von Anlagen. Eine ist für Darsteller und Drehbuchautoren, die andere für Regisseure gedacht. Man kann sie so leicht verwechseln...

     

    Gemeinerweise sollen Sie selbst herausfinden, ob die Anlagen zu Ihrer Tätigkeit passen oder ob sie für den Drehbuchautor oder einen Schauspieler gelten würden.

     

     

    Frage 1

    Bitte teilen Sie uns Ihre Einschätzung mit und begründen Sie diese:

     

     

    Frage 2

    Ungeachtet ob dieser Vertrag für Regie gültig wäre, welcher Punkt regelt Honorare bei Wiederholungen und welcher Prozentsatz ist dort angedacht, wenn Ihr Film erneut im bundesweiten Abendprogramm gezeigt würde?

     

     

    Frage 3

    Ist der Vertragspartner des Moviedeutschen Rundfunk laut den Anlagen bei diesem angestellt oder freischaffend, also selbstständig?

     

     

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    Bitte senden Sie Ihre Lösungen ans Movie-College.

     

     

     

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