Filmausbildung

  • Wie kommt man eigentlich in Medienberufe, was muss man beachten, wo lauern Stolpersteine?

  • Was sagen unsere User zu Fragen der Ausbildung im Filmbereich?

  • Zu den internationalen Filmschulen Europas, in denen man das Handwerk erlernen kann, gehört jene in Tallinn. Wir haben sie besucht.

  • In China Film studieren? Die BFA ist die größte Filmakademie Asiens, wir haben sie uns angeschaut.

  • Eine alternative Filmausbildung in Selbstorganisation verspricht die Berliner filmArche. Raoul Kevenhörster hat nachgefragt.

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    Das Museumsquartier in Wien

    Das Museumsquartier in Wien

    Trotz der geringen Größe und Einwohnerzahl bietet das Land Österreich eine große Bandbreite an interessanten Filmen. Vor allem durch die Oscar-Auszeichnungen 2008 von Stefan Ruzowitzkys „Die Fälscher“ und 2013 Michael Hanekes „Armour“ (beide in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film) rückte Österreich als filmschaffendes Land weiter ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Natürlich kann man die Qualität künstlerischen Schaffens nicht nur anhand großer Preisverleihungen messen. Das Movie-College wirft einen kurzen Blick auf die Filmgeschichte Österreichs.

     

    Ein Überblick

     

    27. März 1896 – knapp 3 Monate nach der Premiere in Paris – erlebt auch Österreich seine erste Kinovorführung. 1910 gründete der Fotograf A. Kolm die "Erste Österreichische Kinofilmindustrie", in welcher der erste österreichische Spielfilm, Dokumentarfilm und die Wochenschau produziert wurden. Nun nahm die Filmproduktion zu. 1912 wurde Sasha-Film in Wien gegründet, welche gegen Ende des ersten Weltkrieges zu einer der größten Produktionsfirmen Europas versierte. Besonders erfolgreich liefen Monumentalfilme, wie zum Beispiel „Sodom und Gomorrha“ bei welchem Michael Curtiz (damals noch Mihály Kertesz) Regie führte.

     

    Mit Beginn des Naziregimes in Deutschland emigrierten jedoch viele Filmschaffende in die Vereinigten Staaten, wo manchen auch eine steile Karriere gelang, unter anderen Billy Wilder, Fred Zinnemann, Josef von Sternberg, Erich von Stroheim, Otto Preminger, Peter Lorre und Fritz Lang. Mit dem Anschluss 1938 wurde der eigenständigen Produktion dann ein jähes Ende gesetzt. Alle Produktionsfirmen wurden zur „Wien-Film“ zusammengefasst, Beschneidung der Meinungsfreiheit und Einführung einer strengen Zensur folgten. Es entstanden größtenteils sogenannte Kultur- und Heimatfilme, in denen andere Völker, sowie die Demokratie und die Habsburger-Monarchie verspottet wurden.

     

    In der Nachkriegszeit besann man sich zu tendenziell leichteren Stoffen und drehte hauptsächlich Heimatfilme und Komödien. Wie zum Beispiel E. Marischkas "Sissi-Trilogie", 1955-57 mit Romy Schneider oder etliche Filmchen mit Peter Alexander. Nur mühsam erholte sich die Filmszene von den Eingriffen der Regierung in den 30er und 40er Jahren.

     

    Mit den sechziger Jahren kam mit Filmemachern, wie Peter Kubelka und Kurt Kren frischer Wind auf. Durch den Avantgarde Film versuchten sie gängige Konventionen zu brechen und abseits der Sehgewohnheiten des Publikums neue Ausdrucksweisen zu finden.

     

    Die Aktivistin Valie Export präsentierte das „Tapp- und Tastkino“, einem Projekt bei dem sie, den Oberkörper bekleidet mit einer Holzkiste, an der vorne zwei Löcher zum Tasten gesetzt waren, sich selbst als Kino preisgab.

     

    Nun wollte man schon von revolutionären Änderungen träumen, doch Österreich brauchte noch ein bisschen Zeit. Die 70er Jahre wurden das Jahrzehnt mit der  geringsten Anzahl von Filmproduktionen überhaupt. Das die Entwicklung des „Neuen österreichischen Films“  nur langsam voranging und so vieles ungefördert - unbekannt blieb, ist mit großer Wahrscheinlichkeit dem Umstand zu verdanken, dass Österreich erst 1981 und somit als letztes westeuropäisches Land eine staatlich kontrollierte Filmförderung etablierte. Ab nun konnten im Idealfall auch künstlerisch anspruchsvollere Werke ihren Weg zum Publikum finden.

     

    Das Gartenbaukino in Wien

    Das Gartenbaukino in Wien © www.gartenabukino.at

    So kam es ab 1980 zum Aufschwung in der Filmszene. Niki List drehte 1982 eine interessante Komödie "Cafe Malaria“, mit einem jungen Andreas Vitasek und 4 Jahre später „Müllers Büro“, eine Mischung aus Krimikomödie und Musikfilm. Die Verfilmung von Klaus Manns Roman „Mephisto“ brachte 1981 als deutsch-österreichisch-ungarische Koproduktion einen Auslandsoscar ein. Regie führte hierbei István Szabó, in der Hauptrolle beeindruckte Klaus Maria Brandauer. 1976-1983 wurde die satirische Kriminalserie „Kottan ermittelt“ ausgestrahlt, welche großen Anklang fand und in Österreich auch heute noch oft und gerne gesehen wird.

     

    In den 90er Jahren wurde die Produktion von Komödien mit den sogenannten Kabarettfilmen wiederbelebt, welche gesellschaftskritischer waren als Komödien zuvor. Oft wurden typisch negative Charaktereigenschaften der Österreicher dargestellt. Als Schauspieler wurden Kabarettisten, wie Josef Hader (>Das Movie-College führte ein Interview), Roland Düringer, Alfred Dorfer oder Reinhard Nowak eingesetzt, die in wechselnden Rollen in verschiedenen Filmen auftraten. Als Vorreiter ist hier auch Helmut Qualtinger zu nennen, der unter anderem schon 1961 mit seinem Ein-Personen-Stück „Der Herr Karl“ auf diese Weise Aufsehen erregte. Wichtige Filme dieser Periode sind „Indien“ und „Muttertag“ von Harald Sicheritz (beide 1993), „Freispiel“(1995), „Hinterholz 8“(1998),  „Poppitz“(2002) und „MA 2412 – Die Staatsdiener“(2003).

     

    1999 erschien „Nordrand“, ein Film von Barbara Albert, mit Nina Proll in der Hauptrolle, der international viel Anerkennung – darunter eine Nominierung für den goldenen Löwen in Venedig – erntete und so von manchen als Wendepunkt im österreichischen Film angesehen wird. Es kam eine neue Generation von Filmemachern an die Reihe. Michael Haneke drehte 1989 seinen ersten Langfilm, im selben Jahr wie Michael Glawogger „Krieg in Wien“ veröffentlichte. Götz Spielmann und Ulrich Seidl gaben 1990 ihr Langfilmdebut.

     

    Im neuen Jahrtausend spielten sie eine wichtige Rolle. Weitere erfolgreiche FIlme waren das Zweiter Weltkriegs-Drama "Die Fälscher" (2007) von Stefan Ruzowitzky und "Fallen"(2006)  von Barbara Albert oder "Der Knochenmann" (2009) von Wolfgang Murnberger mit Josef Hader. 2006 drehte Andreas Prochaska einen der ersten Slasher-Filme Österreichs. Nach gängigen Horror-Klischees, mit geringem Budget und mundartsprechenden Laienschauspielern realisiert, erfreute er sich über 80 000 Kino-Besuchern. (Für Österreich ist das viel.) 2008 folgte auch prompt die Fortsetzung - wer hätte es erwartet - "In drei Tagen bist du tot 2". Mit "Das finstere Tal" konnte Andreas Prochaska nun 2015 acht der 14 Kategorien des Österreichischen Filmpreises für sich entscheiden. Der Österreichische Filmpreis wird seit 2011 von der Akademie des Österreichischen Films vergeben. 

     

    Die Filme der Regisseurin Jessica Hausner sollte man auch nicht missen. 1999 gründete sie gemeinsam mit Kameramann Martin Gschlacht und Regisseur Antonin Svoboda ("Immer nie am Meer") die Wiener Produktionsfirma coop99 und drehte unter anderem "Lourdes"(2009) und letztes Jahr ein historisches Drama über die Selbstmordsehnsüchte des Dichters Heinrich von Kleist: "Armour Fou"(2014).

     

    Schauspieler Karl Markovics gab 2011  mit "Atmen" sein Regie-Debut. Der Film handelt von einem 19-jährigen Insassen eines Jugendgefängnisses, der versucht in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Sein zweiter Film "Superwelt" feierte auf der Berlinale 2015 seine Premiere.

     

    Hier kann man vielleicht auch kurz den Namen Christoph Waltz erwähnen, der mit seinen Darstellungen in den Tarantino-Filmen "Ingloriuos Baterds" und "Django Unchained" jeweils einen Oscar gewann und schon unter Regisseuren wie Roman Polański und Tim Burton arbeitete.

    Aber da ich mich nicht der Illusion hingebe einen vollständigen Überblick über die Filmgeschichte schaffen zu können, wende ich mich in folgendem gezielt den vier zuvor erwähnten Autorenfilmern zu.

     

    Michael Haneke

     

    Ein Regisseur, auf den wir ein Augenmerk legen wollen ist Michael Haneke.

    1942 geboren wuchs er in Wiener Neustadt auf und begann in Wien Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaften zu studieren, was er aber Zugunsten eines Jobs als Fernsehdramaturg in Baden-Baden abbrach. Nach mehreren Fernsehproduktionen, drehte er 1989 seinen ersten Kinofilm „Der siebente Kontinent“, erster Teil seiner Trilogie über die “Vergletscherung von Gefühlen“, gefolgt von „Benny`s Video“ und „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“. Die Trilogie beleuchtet Abgründe menschlichen Daseins. Eine Familie begeht Selbstmord, ein anderer Protagonist filmt, wie er eine Freundin mit einem Bolzenschuss tötet, um zu sehen „wie das ist“, und ein Student läuft Amok.

     

    Dabei kommt es selten zur direkten Darstellung von Gewalt, Haneke belässt dies bei der Imagination des Zuschauers. Auch in seinem Film „Funny Games“(1997) und seinem szenegleichen Remake „Funny Games U.S.“(2007) nützt er die Einschlagskraft von psychischer wie physischer Gewalt, unterlegt mit Musik von John Zorn. Er geht noch weiter. Im Film wird von Anfang an klargestellt, dass die Mörder mit ihren Taten keinerlei Absichten verfolgen. Mit den so gewohnten Motiven Eifersucht und Erberschleichung kann man sich hier nicht weiterhelfen. Bei Haneke morden sie, einfach nur um zu morden. (Vielleicht steckt auch noch ein kleines bisschen Vergnügen dahinter, was das Ganze noch verstörender macht.)

     

    „Funny Games“ soll dabei ein Statement gegen den leichtfertigen und ironisierenden Einsatz von Gewalt in den Medien darstellen. Ob man diesen Zustand ändert, wenn man selbst so viel „Böses“ ablichtet, ist eine zu diskutierende Frage. Es stimmt, Haneke stellt anders dar und erzielt damit auch andere Effekte, aber das Grundmotiv bleibt Gewalt. Aber möglicherweise ist Angriff die beste Verteidigung.

     

    Michael Hanke drehte in Frankreich „Cachè“ und „Die Klavierspielerin“. Mit „Das weiße Band“(2009) gewann er die Goldene Palme von Cannes, mit „Liebe“ den Oscar für den besten fremdsprachigen Film 2013, sowie seine zweite Goldene Palme.

    Seit 2002 lehrt Haneke als Professor für Regie an der Filmakademie Wien.

     

    "Wenn ich jemanden schon vergewaltige - was ich als Filmemacher automatisch tue - dann möchte ich ihn wenigstens zur Selbständigkeit vergewaltigen, so dass er vielleicht beginnt, ein wenig über seine Rolle in dem Spiel nachzudenken." (- Michael Haneke in einem Interview, Süddeutsche Zeitung 6./7. März 2010)

     

    Michael Glawogger

    Freiluftschlachthof in Nigeria aus

    Freiluftschlachthof in Nigeria aus "Workingman`s Death" © M. GLAWOGGER

    Vor allem seine drei Dokumentarfilme „Megacities“, „Workingman`s Death“ und „Whore`s Glory“, gefilmt an Schauplätzen auf der ganzen Welt, brachten Michael Glawogger internationale Anerkennung ein. Sie zeigen Menschen in verschiedensten Ländern und Situationen zur Zeit der Globalisierung um die Jahrtausendwende. Als Beispiel: In 5 Episoden zeigt „Workingman`s Death“ Menschen unter schwerster körperlicher Arbeit: Kohle-Bergleute in der Ukraine; in Indonesien wird an einem aktiven Vulkan Schwefel gefördert; man sieht Arbeiter auf einem riesigen Freiluft-Schlachthof in Nigeria, Schweißer in Pakistan und Stahlarbeiter in China.

     

    1995 interviewte er in „Kino im Kopf“ professionelle sowie Laienregisseure über Ideen für Filme, welche nie umgesetzt wurden - 10 Entwürfe. Ausgewählt wurden die Gefilmten durch eine Annonce, wobei nur ihre Ideen, nicht ihre Biografien zählten. Doch es wäre nicht Glawogger, wenn es bei dieser dokumentarischen Sichtweise bleiben würde. Gemeinsam mit den Interviewten realisierte er für den Film einzelne Szenen dieser Entwürfe. Es entsteht ein wildes Durcheinander von verschiedensten Genres und verschiedensten Gestalten.

     

    Erfolgreich im deutschsprachigen Raum waren auch seine skurril-grotesken Komödien „Nacktschnecken“ und „Contact High“, mit Michael Ostrowski, Raimund Wallisch und Georg Friedrich in den Hautrollen. 2009 erschien die Literaturverfilmung „Das Vaterspiel“.

     

    2013 brach Michael Glawogger zu einer einjährigen Reise durch die Welt auf. Ein Bild der Welt sollte entstehen und dies geht nur „wenn man keinem Thema nachgeht, keine Wertung sucht und kein Ziel verfolgt. Wenn man sich von nichts treiben lässt außer der eigenen Neugier und Intuition". Er wollte einen Dokumentarfilm ohne Ziel und ohne Thema drehen. Während der Reise schrieb er Tagebücher, die wöchentlich in „Der Standard“ und in einem Blog der „Süddeutschen  Zeitung“ veröffentlich wurden. Im April 2014 verstarb er überraschend im Alter von 54 Jahren in Liberia, nachdem er an Malaria erkrankt war.

     

    Ein Verlust, der einen richtig traurig stimmt, wenn man die Projekte-Seite auf www.glawogger.com betrachtet. Viele interessante Ideen, welche jetzt nicht mehr entstehen werden können

     

    Götz Spielmann

     

    Götz Spielmann, geboren 1961 in Wels und aufgewachsen in Wien, studierte Drehbuch und Regie an der Filmakademie Wien. 1990 gab er sein Spielfilmdebut mit „Erwin und Julia“. Seine Filme „Die Fremde“(2000) und „Antares“(2004) waren Österreichs Einreichungen für eine Oscar-Nominierung. 2008 wurde Spielmanns Film „Revanche“ dann auch von der Academy in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. „Revanche“ wurde von Kritikern viel gelobt und gilt bei vielen als Spielmanns bester Film. Unter anderem wurde auch die Kameraarbeit von Martin Gschlacht gelobt, welcher momentan bei vielen bedeutenden Produktionen in Österreich hinter der Kamera steht.

     

    2013 kam Spielmanns bislang neuester Film „Oktober November“ in die Kinos.

    In seinen Filmen widmet sich Spielmann zumeist schweren Themen, wie in „Antares“ der Untreue in einer Beziehung oder in „Oktober November“ dem Verlust eines Menschen. Wo manch andere sich in gefühlsduseligen und unglaubhaft dramatischen Szenen ergehen würden, besticht Götz Spielmann durch eine zurückhaltend beobachtende Sicht. Das ermöglicht realistische, intime Momente in seinen Filmen.

    Das Movie-College führte ein Interview mit Götz Spielmann.

     

    Ulrich Seidl

    Im Keller 2014

    "Im Keller" (2014) © Stadtkino Filmverleih

    Ulrich Seidl bedient sich ähnlich seinem Kollegen Michael Glawogger oft halb-dokumentarischer Mittel um seine Filme in Szene zu setzen. Dabei bildet er zumeist extreme Situationen ab. In seinem ersten Langfilm ´“Good News“ (1990) vergleicht er die Lebensumstände von Zeitungsverkäufern in Wien mit denen, die die Zeitung kaufen. In langen Einstellungen zeigt er die Trostlosigkeit und Eintönigkeit des Alltäglichen auf beiden Seiten.

     

    Auf eine gewisse Art verstörend sind eigentlich alle seine Filme. In „Tierischer Liebe“(1995) zeigt er intime Beziehungen zwischen Haustieren und ihren Besitzern. In „Jesus du weißt“ (2003) vertrauen sechs Christen dem Regisseur ihre Beichte an. Menschen, die ihre persönliche Verbindung zwischen sich selbst und Gott offenlegen. Eine Verbindung die wahrscheinlich das Intimste ist was es gibt. Sechs Portraits der Einsamkeit.

     

    Um das Thema Glaube geht es auch im zweiten Teil der Paradies-Trilogie (2012/13) „Paradies: Glaube“, in welchem Maria Hofstätter als alleinstehende Frau mit Wandermuttergottes-Statuen missionierend von Haus zu Haus geht und so versucht Österreich ein wenig katholischer zu machen. In „Paradies: Liebe“ reist die 50-jährige Hauptperson als Sextouristin nach Kenia um ihre Liebe - wie auch immer man dieses Wort jetzt definieren will -  zu finden und „Paradies: Hoffnung“ spielt in einem streng geführten Diätcamp für übergewichtige Kinder. Je einer der Filme war bei den Filmfestivals in Cannes, Venedig und Berlin vertreten.

     

    Sein neuester Film „Im Keller“ löste 2014 Debatten aus, weil zwei österreichische Politiker zurücktreten mussten, nachdem sie in einer Szene einen gemütlichen Stammrunden-Abend in einer mit Hakenkreuzen und Hitlerportrait geschmückten Kellerstube verbrachten.

     

    Seidl spitz zu, zeigt Realitäten, wie man sie weder sehen noch wahrhaben will. Jedoch wären die Filme nicht halb so erschütternd, wie sie sind, wenn man nicht auch viel Wahrheit in ihren Aussagen erkennen würde. Dabei weiß man nie wo die Grenzen zwischen Dokumentar- und Spielfilm, Realität und Fiktion zu setzen sind. Die „Ästhetik“ des Hässlichen wird einem als Zuschauer so unbarmherzig auf die Augen gedrückt, dass man selbige am liebsten verschließen und aus Scham im Kinositz versinken würde, während man eine Schar Kinder verschüchtert und alles andere als happy „When you happy and you know it clap your fat“ singen hört.

     

    Auf die Frage, ob es bei ihm Gewissensbisse auslöse, dass seine Filme sensible Gemüter nachhaltig verstöre, antwortete Ulrich Seidl in einem Interview: „Nein. Meine Arbeit und die Kunst generell ist dazu da, den Menschen einen anderen Blick zu geben, also auch zu verstören. Die Kunst ist nicht dazu da, etwas zu bestätigen, sondern etwas aufzuwerfen. Wenn man nur selbstbestätigt aus dem Kino geht, hat das für mich keinen Wert.“ (Zitate von Ulrich Seidl aus einem Interview mit Martin Schwarz der zitty Berlin vom 30.04.2013)

    Als Moralist betrachte er sich trotzdem nicht. Er zeige nicht, was Gut und was Böse ist, sondern nur Menschen, ohne sie zu verurteilen.

     

    Humor?

    Wenn man die Werke bedeutender österreichischer Filmemacher betrachtet, kommt schnell die Frage auf, warum diese so oft so extrem - im Sinne von skurril, schamlos, ein bisschen verstörend -  sind. Ist es einfach eine Mode? Liegt es an diesem den Wienern angeblich eigenen, teils bösartigen Humor? Dieser ist sehr trocken und hintergründig. Er zielt nicht auf eine Pointe ab, der Betroffene muss hinter jedem Satz einen charmant verpackten Schlag ins Gesicht erwarten. Gleichzeitig sei der österreichische Humor viel „selbstzerfleischender“, so der deutsche/in Österreich auftretende Komiker Dirk Stermann in einem Interview mit der taz. „In Österreich bist du Teil des Grauslichen.“ 

    „Wir lassen es zu, schonungslos mit uns selbst umzugehen.“, so Ulrich Seidl. 

     

     

     

     

    Hier noch ein paar interessante Links zum Thema:

     - http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_österreichischer_Kinofilme

     - Für (S)exploitation- und Pulp-Fans:

       Der Vice Guide zu krankem österreichischen Film

     - Von der Finanzierung bis zur Festivaleinladung:

       http://www.falter.at/falter/2008/05/20/drehen-ist-nicht-das-problem/

     

  • In der Filmschule des Movie-College findet man Fachwissen rund um Film und Medien in mehreren tausend Kapiteln

  • HFF MünchenWelche Möglichkeiten gibt es eigentlich in Deutschland, Film und Medien zu erlernen oder zu studieren?

  • Praktika sind eine wichtige Voraussetzung für Filmstudium und Berufserfahrung. Worauf muss man achten, was ist zu Bedenken?

  • Aufgaben der Regieassistenz

    Regieassistentin Basia Baumann bei den Dreharbeiten zu „Midsommar Stories"

     

    Kaum ein Arbeitsbereich beim Film unterliegt so vielen Fehldeutungen wie die Regieassistenz. Während die einen in der Regieassistenz so etwas wie eine Zweitregie für Komparsen und Kleindarsteller wähnen, meinen die anderen, es handle sich um ein persönliches mobiles Sekretariat des Regisseurs. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, denn das Aufgabengebiet der Regieassistenz ist sehr weit gefasst. Sowohl gestalterische, dramaturgische als auch organisatorische Aufgaben müssen parallel bewältigt werden - keine einfache Aufgabe, will man es ordentlich machen. Nicht wenige behaupten sogar, dass die Regieassistenz viel erfahrener sein muss als die Regie. Das erklärt auch, weshalb es ein grobes Missverständnis wäre, zu glauben, als Film-Neuling arbeitet man am Besten erst einmal als Regieassi. So etwas gibt es zumindest an professionellen Filmsets nicht. Regieassistenten sind "alte Hasen", sie haben schon viele Drehs hinter sich und bringen jede Menge Erfahrung mit.

     

    Die Vorbereitung

    Die Arbeit der Regieassistenz beginnt einige Wochen vor dem ersten Drehtag. Am Anfang stehen die sorgfältige Lektüre des Drehbuchs und erste Besprechungen mit der Regie über die grundsätzliche Linie und gestalterische Präferenzen bei der Umsetzung. Die Regieassistenz versucht im Vorfeld, kritische Bestandteile und mögliche Schwierigkeiten innerhalb des Buches aufzuspüren. Je nach Stoff besorgt sie vielleicht zusätzliche Infos aus Bibliotheken oder Archiven zur Recherche und Weitergabe an andere Mitarbeiter. Ein Durchgang beim Lesen des Drehbuchs gilt der Zeiterfassung. Jede Szene wird vorgestoppt, das heißt, man liest sich die Szene mit der Stopuhr vor und versucht Handlung ohne Dialogteile zeitlich ungefähr einzuschätzen. Die Vorstopzeiten geben Aufschluss darüber, ob evtl. noch gekürzt werden muss, um auf die gewünschte Filmlänge zu kommen.

     

    Ein weiterer wichtiger Vorbereitungsschritt sind die Drehbuchauszüge. Zu jeder Szene werden wichtige Details, die Personen, Kostüme, Effekte etc. herausgeschrieben. Diese Auszüge sind wichtig bei den kommenden Besprechungen mit den verschiedenen Departments. Die Aufzeichnungen helfen auch, wenn von der Produktion der Drehplan erstellt wird. Hier sollte die Regieassistenz nach Möglichkeit dabei sein. Sie assistiert der Regie bei der Besetzung, kümmert sich eigenständig darum, die für die jeweiligen Szenen notwendigen Komparsen zu finden. Außerdem ist sie bei der Motivsuche dabei und bei den diversen Besprechungen und Abnahmen von Kostüm, Requisite und Ausstattung durch die Regie.

     

    Die Dreharbeiten

    Schließlich sollte sie auch bei den Besprechungen von Regie und Kamera über die Auflösung dabei sein, um sich die entsprechenden Festlegungen in ihr Drehbuch einzeichnen zu können. Wenn dann die Dreharbeiten beginnen, kümmert sich die Regieassistenz um den Drehablauf und erteilt dem Team Auskünfte über Pensum, Auflösung und sonstige Abläufe. Es werden ohnehin unzählige Fragen an die Regie gerichtet, wenn die Regieassistenz einen Teil der Fragen abfangen und selbst beantworten kann, hilft das ungemein. Eine ganz wichtige Eigenschaft der Regieassistenz ist eine gewisse Transparenz dem Team gegenüber. Bei einem Film ändern sich ständig irgendwelche Details. Diese Informationen an alle relevanten Mitarbeiter weiterzugeben fällt in den Aufgabenbereich der Regieassistenz. Je nach Absprache mit der Regie inszeniert sie die Abläufe von Komparsen - keine leichte Aufgabe, wenn alles natürlich aussehen soll.

     

    Je nach Fähigkeiten inszeniert sie auch eigenständig „Nur-Ton“ Aufnahmen mit Schauspielern oder Komparsen. Häufig werden einzelne Sätze, Ansagen, Rufe, Lachen oder allgemeines Gemurmel benötigt, da muss nicht unbedingt die Regie dabei sein. Wenn ihr bei der Inszenierung der Schauspieler Fehler auffallen, macht sie die Regie darauf aufmerksam (nicht verantwortlich ist sie für Anschlüsse aller Art, dies macht Script/Continuity.) Auch bei den abendlichen Mustervorführungen sollte sie unbedingt teilnehmen. Für die Produktion ist sie Ansprechpartner in Zusammenhang mit den Dispos für den nächsten Tag. Sie kann Schwierigkeitsgrad und Pensum der geplanten Szenen am Besten einschätzen.

     

  • Die Seele des Schauspielers

    Helmut Griem in dem Film „Endloser Abschied

    Helmut Griem in dem Film „Endloser Abschied"

     

    Der Beruf des Schauspielers ist, wenn er gewissenhaft und mit größter Sorgfalt ausgeübt wird, ein sehr schwieriger, ausschließlicher. Während in anderen Kreativbereichen stets das Werk im Mittelpunkt der Beurteilung steht, so ist es beim Schauspieler doch immer auch der Mensch selbst. Beurteilt wird letztlich der Mensch, man trennt das Arbeitsergebnis selten von der Person. Das macht den psychischen Druck aus in diesem Beruf.

     

    Doch die Definitionen des Berufes sind unterschiedlich. Während früher viel Handwerk und Können Vorbedingung zur Ausübung dieses Berufes waren, ist heutzutage oft das bloße und möglichst wiederholte Erscheinen auf dem Bildschirm Legitimation genug. Die meisten wirklich großen Schauspieler haben jedoch eine klassische Ausbildung und lassen es sich auch nicht nehmen, neben dem Film immer wieder auch auf der Bühne zu spielen. Vom finanziellen Aspekt her ist dies sicher nicht lohnend, doch für die Seele des Schauspielers umso mehr. Eine Vielzahl von Techniken, aber natürlich auch der Erfahrungsreichtum, ermöglichen es den Schauspielern, vielfältige Rollenfiguren glaubhaft zu verkörpern. Die Fantasie des Schauspielers nutzt dabei eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Emotionen, um daraus Bausteine für seine Rollenfigur zu formen. Hinzu kommen sorgfältige Vorbereitung und Recherche.

     

    Katharina Thalbach in „Liebe, Leben, Tod

    Katharina Thalbach in „Liebe, Leben, Tod"

     

    Zudem gibt es einige Besonderheiten beim Film, Vorgehensweisen, Abläufe, Markierungen und Vorgaben, die an dieser Stelle erörtert werden. Es sind längst nicht immer die besten Vertreter ihres Standes, welche die meisten Rollen angeboten bekommen. Die Mechanismen des Marktes, bei denen auch Öffentlichkeitsarbeit, Agenturen und Beziehungen eine Rolle spielen, übernehmen auch beim Casting so manches Mal die Hauptrolle. Und dennoch eröffnen sich auch jenseits dieser Konventionen für echte Talente immer wieder Chancen, Ihr Können unter Beweis zu stellen.

     

     

    Im Bereich "Schauspiel" des Movie-College finden sich zahlreiche Seiten über die Technik und Kunst des Schauspiels.

     

  • Die Movie-College Seminare bieten individuell betreutes Lernen in den Bereichen Regie, Produktion und Drehbuch

  • Gebühren für die Seminarteilnahme

    Unsere Absicht war es, deutlich unter den Gebühren anderer Anbieter für Seminare zu bleiben und dennoch deren Inhalte um ein Vielfaches zu übertreffen.

     

    • Corporation 890,00 Euro (inkl. 19% MwSt.)
      Für Firmenangestellte und andere Teilnehmer, sofern eine Firmenrechnung gewünscht wird.

    • Freelancer 598,00 Euro (inkl. 19% MwSt.)
      Für Selbständige (Rechnungsstellung auf Teilnehmeranschrift), Lehrer und Privatpersonen.

    • Trainee 449,00 Euro (inkl. 19% MwSt.)
      Für Studenten, Auszubildende und Praktikanten oder bei Erwerbslosigkeit. (Subventionierter Tarif)

    Um auch dem talentierten Nachwuchs eine qualifizierte Fortbildung zu ermöglichen, werden die Seminare subventioniert. Fairerweise wird die Gebühr für Schüler, Studenten, Praktikanten und Auszubildende am stärksten subventioniert

     

    Multiplikator-Förderung und Teamrabatt

    Firmen und Freelancer erhalten einen Zusatzrabatt, wenn Sie als Multiplikatoren fungieren, d. h. wenn sie Praktika anbieten, Nachwuchsprojekte unterstützen oder bereits unterstützt haben. Für Lehrer gelten selbstverständlich die selben Rabatte. Für Teilnehmer, die sich gemeinsam anmelden, gibt es zudem einen Team-Rabatt.

     

    Nachwuchsförderung

    Bei der Unterstützung eines Nachwuchs-Filmprojekts, bei der Vergabe von Praktika/Volontariaten und als Lehrer erhalten Sie 10% Nachlass. Bitte Belege in Kopie beilegen!

     

    Team & Partner

    Wenn Sie sich zu mehreren (mindestens 2 Personen) anmelden, erhält jeder von Ihnen 10% Nachlass. Anmeldungen bitte unbedingt zusammen absenden!

     

    Ratenzahlung

    In begründeten Ausnahmefällen bieten wir die Möglichkeit in Raten zu zahlen an. Dabei muss ein schriftlicher Nachweis erbracht werden, dass es nicht möglich ist, die Summe mit einem Mal zu begleichen. Die Gebühren werden dann auf drei Monatsraten aufgeteilt.

     

  • Kosten der Seminare

    Siehe Seminartarife.

     

    Probleme mit der Beispielaufgabe?

    Die Beispielaufgabe zum Seminar ist nicht ganz einfach. Natürlich wird im Seminar (vor allem über den nicht öffentlichen Seminar-Bereich) das Wissen vermittelt, das man benötigt um solche Aufgaben zu lösen.

     

    Zu welchen Stichtagen beginnen Seminare?

    Die Seminare beginnen nicht zu festen Stichtagen, sondern laufend – abhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung und davon, ob freie Seminarplätze zur Verfügung stehen. Manchmal kann es, wenn gerade keine freien Seminarplätze zur Verfügung stehen, zu kurzen Wartephasen kommen, das ist aber nicht die Regel.

     

    In welchem Zeitraum muss das Seminar abgeschlossen werden?

    Die Regelzeit für ein Seminar beträgt – abhängig vom individuellen Arbeitsrhythmus des Seminaristen – ca. vier bis sechs Monate. Diese Angabe ist nur als Richtwert zu verstehen und gilt für einen straffen Seminarverlauf. Üblicherweise werden Sie diesen Wert leicht überschreiten. Wir richten uns auf Ihre Zeitplanung (Urlaub, Beruf, Studium etc.) ein. Das Seminar hat keine feste Laufzeit, wenn Sie sechs oder zehn Monate benötigen ist es gar kein Problem, Sie steuern Ihr Lerntempo selbst.

     

    Ablauf eines Seminars

    Das Movie-College bietet Online-Seminare in den Bereichen „Produktion" und „Regie" und "Drehbuch" an, die Sie bequem von zu Hause aus neben Ihrer Arbeit oder sonstigen Beschäftigung absolvieren können. Dabei werden Sie persönlich durch einen fachkundigen Tutor betreut. Dieser schaut Ihre Lösungen des jeweiligen Lernmoduls durch, sendet Ihnen dazu Anmerkungen und Hinweise sowie den Code zur nächsten Lerneinheit.

    Detaillierte Informationen finden Sie unter Seminare bzw. Seminare: Ablauf.

     

    Zertifikate über den Abschluss eines Seminars

    Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars bestätigen wir Ihnen mit einem Zertifikat die erfolgreiche Teilnahme und führen die behandelten Lerninhalte auf. Das Zertifikat enthält zudem eine persönliche Bewertung des Tutors über die erbrachten Leistungen.

    Das Movie-College ist keine staatlich anerkannte (Hoch-) Schule, sondern ein Weiterbildungsangebot der Firma Allary Film, TV & Media. Viele Lerninhalte ähneln jedoch denen an Filmhochschulen und waren auch Basis für die Entwicklung eines staatlich anerkannten Filmstudiengangs einer privaten Hochschule.

     

    Seminar 2 ohne oder vor Seminar 1 belegen

    Die Seminare „Regie 2" und „Produktion 2" bauen auf dem jeweiligen Seminar 1 auf; sie können daher nur nach erfolgreichem Abschluss der Seminare „Regie 1" bzw. „Produktion 1" belegt werden.

     

    Verschiedene Seminararten parallel belegen

    Es ist theoretisch möglich, etwa Drehbuch 1 und Produktion 1 parallel zu belegen. Prüfen Sie aber, ob Sie dafür auch die Bearbeitungszeit aufbringen können, um die Seminarinhalte und Aufgaben durchzuarbeiten.

     

    Postproduktions-Seminar im Movie-College

    Seit geraumer Zeit wird im Movie-College ein Seminar für Postproduktion angekündigt. Aus verschiedenen Gründen konnte dieses bisher noch nicht realisiert werden, ein Termin ist noch nicht abzusehen.

    Sobald ein Starttermin für das Seminar feststeht (ca. 6 bis 12 Monate vor dem Start), geben wir ihn im Movie-College sofort bekannt.

     

    Rechnung auf andere Personen

    Sofern gewünscht stellen wir die Rechnung über Ihre Seminargebühr gerne einer anderen Person aus. Firmenrechnungen müssen wir dabei leider ausnehmen; diese stellen wir ausschließlich Teilnehmern im Corporation-Tarif beziehungsweise deren Arbeitgebern aus.

     

    Seminarrechnung steuerfrei

    Leider kann die Seminar-Rechnung nicht steuerfrei ausgestellt werden, da es sich nicht um eine Warenlieferung handelt. Eine Trennung der Leistungen in Seminargebühr und Waren (Unterrichtsmaterialien) ist ebenfalls nicht möglich.

     

  • Bayerisches Filmzentrum

    Besonders wenn man am Anfang steht, sind es vor allem die Strukturen einer neuen Film- und Fernsehproduktion,die viel Energie abziehen. Von den Räumlichkeiten über die Bürogeräte bis hin zu einem funktionierenden Sekretariat, sind unzählige Fragen offen. Lange bevor die New Economy Startkonzepte mit so chicen Namen wie "Inkubatoren" bedachte, machte man sich in München Gedanken darüber, wie eine Starthilfe im Medienbereich aussehen könnte.

    Bayerisches Filmzentrum

    Ein Gebäude für den Filmnachwuchs, ganz ohne Treppen

    In der Absicht, talentierten Nachwuchsproduzenten und jungen Unternehmern der Medienindustrie den Einstieg in die Film- und Fernsehbranche zu erleichtern, gründeten die Gesellschafter, der Freistaat Bayern und die Bavaria Film GmbH 1992 das Bayerische Filmzentrum.

     

    Dabei setzten sie genau dort an, woran es der Medienmetropole München noch fehlte. Als Standort von renommierten Produktionsfirmen wie Constantin- und Odeon-Film und führenden TV-Sendern, wie Pro7/Sat1 Media, bietet München gute Ausbildungsmöglichkeiten in der Medienbranche und verfügt zusätzlich über eine der besten technischen Infrastrukturen Europas im Bereich Film, Fernsehen und Video. Doch der Mangel an geeigneten Büroräumen und Personal erschwert es Jungunternehmern in München Fuß zu fassen.

     

    Das Konzept

    Deshalb errichteten sie, direkt auf dem Gelände der Bavaria Film, ein repräsentatives Gebäude mit zahlreichen Büroräumen, die Medienunternehmen zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt werden.

    Unter der engagierten Leitung zunächst von Arthur Hofer, gefolgt von Gabriele Pfennigsdorf, Christiane M.und aktuell Anja-Karina Richter bietet das Filmzentrum nicht nur einen zentralen Telefon/Büro/Fax/Message- Service für alle Mieter, sondern auch einen regen Austausch an Informationen. 

    Zahlreiche Veranstaltungen, Seminare und eine Leitung, die den Nachwuchsproduzenten mit Rat und Tat zur Seite steht, erhöhen die Synergieeffekte beträchtlich. Eine Cafeteria im Erdgeschoss ist der zentrale Treffpunkt des Gebäudes.

     

    Und auch das Umfeld, die Produktionsstätten der Bavaria-Film und der auf dem Gelände beheimateten Fernsehsender erleichtern es, mit Profis aus allen Arbeitsbereichen in Kontakt zu kommen. Darüber hinaus macht es einfach einen guten Eindruck, wenn man seine Besprechungen mit Auftraggebern oder Mitarbeitern in einer auch optisch eindrucksvollen Umgebung halten kann.

    Doch nicht nur Jungproduzenten, auch diverse Non-Profit Organisationen, wie die Interaktivitäts-Seminarschule Sagas und der dem Dokumentarfilmnachwuchs verpflichtete Discovery Campus haben ihre Büros im Rundbau.

     

    Besonders interessant ist es, als Firma durch das zentrale Büro auch bei Abwesenheit stets erreichbar zu sein. Auf diese Weise verlieren Dreharbeiten, Reisen oder gar Urlaub ihren Schrecken. Benötigt man einmal kurzfristig zusätzlichen Raum, so stehen auch Konferenzräume mit Video/TV günstig zur Verfügung.

     

    Erfolg selbstgemacht

    Die Filmplakate an den Wänden des Rundgangs belegen anschaulich, welche Projekte in diesem Haus schon entstanden sind. Erfolgsschichten von früheren Filmzentrums-Mietern wie „Clausen & Wöbke“, „Hoffmann und Voges“, MTM cineteve; Sam Film, Engram Pictures u.v.a. sind, wie überall in der Branche, vor allem auch das Ergebnis von Fantasie und Engagement.

     

    Die Büros sind über einen spiralförmigen Gang erreichbar.

    Wer sich einfach nur in sein hübsches Büro setzt, aus dem Fenster schaut und denkt "nun Filmzentrum, mach mal was aus mir", hat den Grundgedanken des Hauses missverstanden.

     

    Wer aber viel eigene Energie und gute Projekte mitbringt, sollte sich das Filmzentrum einmal aus der Nähe ansehen. Die Verwertungsgesellschaft VGF vergibt übrigens einmal Jährlich Stipendien an Nachwuchsproduzenten, mit denen diesen 18 Monate lang ein möbliertes Büro im Filmzentrum finanziert wird. Die Ausschreibungen hierfür finden im Juni/Juli statt.

     

    Ein besonders interessantes Projekt des Bayerischen Filmzentrums, das "First Movie Program" geleitet von Astrid Kahmke richtet sich an Nachwuchsautoren und Produzenten, die intensivere Betreuung in dramaturgischer und geschäftlicher Hinsicht brauchen. Für handverlesene, erfolgversprechende Projekte werden Scriptdoktoren, Kontakte zu Redakteuren und Dramaturgen gleich intensiv mitgeschmiedet. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Mieter im Filmzentrum ist oder nicht. Die Teilnahmebedingungen, weitere Infos und aktuelle Informationen über die Produzenten und ihre Projekte erfährt man auf der Website des Filmzentrums.

     

    Infos: Website, E-Mail

     

  • Berufsstände

    Verbände auf Messen und Kongressen

    Gerne präsentieren sich die berufsständischen oder wirtschaftlich orientierten Verbände auf Messen und Kongressen

    Im Mittelalter regelten die Zünfte, welche Handwerker innerhalb der Stadtmauern ihrem Gewerbe nachgehen durften, die Übrigen mussten außerhalb der Stadtmauern und ohne den Schutz der Bürger ihre Leistungen anbieten.

    Die verschiedenen Verbände der Filmwirtschaft und Filmschaffenden bemühen sich, die Interessen der jeweiligen Berufsgruppe bzw. Bereiche der Filmwirtschaft nach Außen hin zu vertreten. Das kann auch das Aushandeln besserer Honorare oder Bedingungen betreffen und damit Tätigkeiten von Gewerkschaften berühren.

     

    Verbände leisten also Lobbyarbeit und Betreuung ihrer Mitglieder zugleich. Nicht immer sind die Verbände klar zu unterscheiden, in verschiedenen Fällen konkurrieren sie sogar um die Gunst der jeweiligen Berufsgruppen. Prominentes Beispiel etwa ist die Berufsgruppe der Dokumentarfilmregisseure, die sowohl von der AG DOK als auch vom Regieverband, der eine eigenen Dokumentar-Sektion eröffnet hat, umworben werden.

     

    Aufgabenbereiche

    Häufig genug werden Arbeitsverträge mit Pauschalen geschlossen, welche einerseits die Vergütung von Überstunden und Feiertagszuschlägen ausschließen, aber andererseits unter den dafür vorgesehenen Pauschalen liegen. Die allgemeine Arbeitssituation und der Umstand, dass insbesondere Newcomer froh über jede Arbeitsmöglichkeit sind, verschärfen die Lage der Filmschaffenden erheblich.

    Auch der Kampf um die Vergütung für Urheberleistungen wird von verschiedenen Verbänden seit Jahrzehnten geführt, insbesondere die Bildgestalter, die Kameraleute sind hier nicht angemessen berücksichtigt.

    Dass aber die Mitglieder dieser Verbände so etwas wie ein Gütesiegel tragen, besser, professioneller, was auch immer sind, ist unrichtig.

    In praktisch jedem Bereich gibt es Filmschaffende, die nicht in den Berufsverbänden Mitglied sind und genau so professionell arbeiten wie die Verbandsmitglieder.

     

    Beiträge und Vorteile

    Vielleicht hat es mit der Liebe der Menschen zu Vereinen zu tun, vielleicht auch mit dem leichteren Zugang zu Informationen wie "was verdient eigentlich ein Regisseur im Moment beim WDR...", oder aber an den diversen "Guides" in denen sich die Verbandsmitglieder samt Vita und Filmographie verewigen können, die Verbände haben reichlich Mitglieder. Und es gibt reichlich Verbände rund um die Film- und Fernsehbranche, insbesondere in Deutschland.

    Die Mitgliedschaft kostet in der Regel Beiträge, bei Produzentenverbänden können da unter Umständen ganze Prozentpunkte von Fördersummen für Filmprojekte hinzukommen, ein nicht ganz preiswerter Spaß. Einige Verbände locken Newcomer mit reduzierten Beitragssätzen, die dann bei zunehmender Professionalisierung erhöht werden.

    In jedem Fall aber ermöglichen die Verbände, mehr Informationen zu den Berufsfeldern zu bekommen und in Kontakt mit Filmschaffenden zu treten, etwa wenn man den Stab für ein Filmvorhaben zusammenstellen will.

     

    • Adressen
    • Münchner Freiheit 20

      D-80802 München

      Tel: 089 - 271 74 30

      Fax: 089 - 271 97 28

    • Einemstraße 11

      10787 Berlin

      Tel.: 030-230 81 90

      Fax: 030-230 81 919

    • Grützmühlenweg 76

      22339 Hamburg

      Tel: 040-5391328

      Fax: 040-5391329

    • Rosenthaler Str. 39

      10178 Berlin

       

    • Im Brunnenhof 30

      50999 Köln

      Tel: 02236-96757

      Fax: 02236-96757

    • Haimhauser Str. 5a

      80801 München

      Tel: 089-336573

      Fax: 089 -336573

    • German Society of Cinematographers

      Brienner Straße 52

      D-80333 München

      Tel: 089-34019190

      Fax: 089-34019191

    • Haimhauserstraße 5a

      80802 München

      Tel.: 089-63498541

      Fax: 089-336573

    • Arno-Holz-Weg 8

      81929 München

      Tel: 089-3072-6266

      Fax: 089-3072-6267

    • Brienner Straße 52

      80333 München

      Tel:089-34019109

    • VHR e.V. c/o Bernstein Requisitenverleih

      Stahlwiete 14

      22761 Hamburg

      Tel. 040 - 85 41 43 - 32

      Fax. 040 - 85 41 43 - 36

    • Kurfürstenstr. 23A

      50 678 Köln

    • Köthener Straße 44

      10963 Berlin

       

    • Prinzregentenstr. 1

      80538 München

      Tel: 089-223595

      Fax: 089-226823

    • Isabellstr. 20

      80798 München

      Tel: 089-27293513

      Fax: 089-27293636

    • Bavariafilmplatz 7

      Geiselgasteig

      82031 München

      Tel: 089 6493139

      Fax: 089 6492908

    • Verband deutscher Synchronproduzenten e.V.

      Hohenzollerdamm 150

      14199 Berlin

    • Kurfürstenstr. 17a

      22041 Hamburg

      Tel: 040-656594

      Fax: 040-6567399

    • Am Zaarshäuschen 9

      51427 Bergisch Gladbach

      Tel: 02204-23595

      Fax: 02204-21584

    • Kreuzberger Ring 56

      62505 Wiesbaden

      Tel: 0611-77891-0

      Fax: 0611-77891-39

    • Kaistraße 14

      40221 Düsseldorf

      Tel: 0211 600 456 0

      Fax: 0211 600 456 33

     

    • Adressen
    • Kontakt:

      E-Mail: office@directors.at

    • Filmhaus - Spittelberggasse 3

      A-1070 Vienna Austria

      Tel & Fax: +43-1-526 97 41

    • A-1060 Wien

      Gumpendorferstr. 80/2

      Tel: +43-1-5952991

    • A-1070 Wien

      Stiftgasse 6, 1. Stock

      Tel: +431 - 526 85 03-500 oder 501

      Fax: +431 - 526 85 03-550

    • Filmhaus - Spittelberggasse 3

      A-1070 Wien

    • A-1070 Wien

      Spittelberggasse 3

      Tel/Fax: 01/526 97 41

    • c/o Peter Altendorfer

      2500 Baden

      Prinz Solmsstrasse 9

      Tel: 0664-100 98 11

    • Spittelberggasse 3

      A-1070 Wien

      Tel: +43 1 5269741

    • Spittelberggasse 3

      A-1070 Wien

      Tel: +43 1 5223234

    • 1030 Wien

      Salesianergasse 8/5/3

      Tel: +431/913 27 42

     

    • Adressen
    • Postfach 399

      Schwarztorstrasse 56

      3000 Bern 14

      Tel: 031 387 37 00

    • Neugasse 10

      8005 Zürich

      Tel. 044 253 19 88

      Fax 044 253 19 48

    • Edwin Horak

      Badenerstrasse 99

      CH8952 Schlieren

      Tel. & Fax +41 (0)1 730 46 32

    • Zinggstrasse 16

      CH- 3007 Bern

      Tel. +41 31 370 10 60

      Fax +41 31 372 40 53

    • Josefstrasse 106

      Postfach 2210

      8031 Zurich

      Tel: 01-272 21 49

      Fax: 01-272 21 94

    • Maupasstraße 2

      CH-2004 Lausanne

      Tel: 041(0)213511850

      Fax: (0) 213235945

     

  • Das klingt genial, als Newbee oder Filmstudent bei einem Profiprojekt mitzuarbeiten. Doch Vorsicht, dahinter verstecken sich oft Chaosdrehs!