Franta

  • Es war die wohl ungewöhnlichste Literaturverfilmung, die das deutsche Fernsehen je produziert hat. Die DFFB zeigte "Franta" am 31. Mai

  • StudiohintergrundAls Bühnenmaler noch die Hintergründe für Studiobauten gemalt haben, musste man optisch viel tricksen.

  • Liebesfilme haben auf uns schon immer eine bezaubernde Wirkung gehabt: Man verliert sich in einer Kino-Traumwelt und fiebert mit, egal ob es sich um eine junge, tödliche, zerstörerische oder zum Scheitern verurteilte Liebe handelt.

  • Wenn ein/e Regisseur/in ein Drehbuch umsetzt, kann die Haltung dazu sehr unterschiedlich sein. Man sich sehr genau an die Vorlage halten, (wie etwas Alfred Hitchcock oder Luchino Visconti) oder aber beim Einrichten des Drehbuchs und den Dreharbeiten immer wieder Neues einbringen und von der Vorlage abweichen.

  • Jan Kurbjuweit, der Darsteller aus "Franta", im Interview mit dem Movie-College. Heute ist der Schauspieler hauptberuflich Synchronsprecher.

  • Nicole Ansari-Cox stand schon mit 19 Jahren (1988) in der Hamburger Kampnagelfabrik auf der Bühne und spielte anschließend in Zürich, Wien, London, Berlin und Venedig Theater. Hier spricht sie mit dem Movie-College.

  • Der zweite Teil des Interviews mit Nicole Ansari.

  • Filmregie braucht Erfahrung, hier geben Regisseur-e/-innen ihre Tipps weiter

  • Motivisch Denken

    Farben als Leitmotive

    Farben als Leitmotive in 'Franta'; Sabine Gutberlet und Jan Kurbjuweit" (Regie: Mathias Allary)

    Nein, es soll im Folgenden nicht um das Vereinsmotto des örtlichen Pfadfinderclubs gehen, sondern um ein gestalterisches Element, welches im deutschen Sprachraum geprägt wurde und deshalb selbst im amerikanischen und französischen Kino ohne Übersetzung als „Leitmotiv“ bezeichnet wird.

     

    Dieses Gestaltungselement vermittelt dem Zuschauer eines Films eine gewisse erzählerische Sicherheit und es erlaubt erzählerische Kunstgriffe, die einen Film reicher, gestalteter wirken lassen. Deshalb kann es nicht schaden, sich etwas eingehender damit zu beschäftigen.

     

    Verbinden und vereinen

    Film hat – wie auch Literatur und Musik – sehr viel Verwandtschaft mit der Mathematik. Im Verlauf einer Geschichte oder eines Filmes wiederkehrende Elemente sind in beinahe allen Filmwerken zu finden. Dies transportiert nicht nur Inhalte, sondern es verbindet, vereint die Struktur einer literarischen, filmischen oder musikalischen Komposition.

     

    In der Musik wird häufig Richard Wagner als Namensgeber der Leitmotive benannt, musikalische Erinnerungsmotive, die bereits Geschehenes beim Zuhörer erneut ins Bewusstsein rufen. Aber auch in Kompositionen von

     

    Hector Berlioz, Carl Maria von Weber oder Franz Liszt finden sich Leitmotive.

    In der Literatur hat das Leitmotiv eine vergleichbare Funktion, es ruft dem Leser – durchaus auch in Variationen – bestimmte Ereignisse, Situationen oder Personen wieder ins Gedächtnis.

     

    Vielfältige Erscheinungsformen

    Unter Leitmotiv versteht man beim Film ein Thema, ein Motiv, welches mit einer bestimmten Filmfigur, einer Örtlichkeit oder einer Idee verbunden ist und unter dramaturgischen Aspekten innerhalb eines Filmwerks wiederholt wird. Dabei erfährt es eine Verstärkung, wird eindringlicher für den Zuschauer. Dabei kann sich dieses Leitmotiv auf vielfältige Weise ausprägen.

     

    Kostueme aus Franta

    Gefärbte und übermalte Kostüme aus "Franta" (Kostümbild: Ute Burgmann, Regie: Mathias Allary)

    Als Einstellung: Etwa wenn durch verkantete Kamera klaustrophobische Gefühle oder durch wankende Handkamera der Einfluss von Alkohol, Halluzinationen etc. herbeizitiert werden. Wenn in „Vertigo“ der Detektiv John „Scottie“ Ferguson (James Stewart) Höhenangst bekommt.

     

    Als Tonelement: Eine Filmfigur ist in der Nähe eines Bahngleises aufgewachsen, sodass das wiederkehrende Geräusch eines vorbeipolternden Güterzuges an die Kindheit der Figur erinnert. Gleichermaßen kann der vorbeifahrende Krankenwagen an den Verlust eines guten Freundes erinnern etc.

     

    Als Dialogteil: Eine Filmfigur wurde durch bestimmte Sätze moralisch erniedrigt. Diese Formulierungen werden von einer anderen Person zu einem späteren Zeitpunkt im Film wieder verwendet.

     

    Als Musik: Unser Filmheld war in der Vergangenheit unsterblich verliebt. Seine Jugendliebe hat er aber aus den Augen verloren. Der Filmkomponist hat dieser Liebe jedoch ein musikalisches Motiv gewidmet, welches im Verlauf des Filmes immer wieder auftaucht, wenn der Held sich an seine alte Liebe erinnert, nach ihr sucht, oder sie sich ihm sogar zeigt, er die „Unbekannte“ aber zunächst nicht wiedererkennt. Im Film „Der dritte Mann“ steht die Zither-Musik von Anton Karas stellvertretend für Harry Lime (Orson Welles) oder bei „Krieg der Sterne“ (Musik: John Williams) Skywalkers „Anakin’s Theme“ – eine bezaubernde Melodie – für Anakins Abkehr vom Bösen. Es kann auch durchaus mehrere Leitmotive nebeneinander geben, wie „As Time Goes by“ (Musik: Max Steiner) und die „La Marseillaise“ in Casablanca anschaulich machen.

     

    Als thematische Verknüpfung: Innerhalb eines Filmes geschehen bestimmte Ereignisse stets zu bestimmten Daten (immer an Feiertagen, Geburtstagen, immer an Weihnachten, an Halloween etc.) oder eine Filmfigur wird immer wieder von ihrer (unrühmlichen oder tragischen) Vergangenheit eingeholt.

     

    Als Orte: An bestimmten Orten tritt etwas wiederkehrend ein. In Historien- und Fantasyfilmen werden gerne bestimmte Orte mit Eigenschaften belegt, an denen sich irgendein Geschehen wiederholt, so z. B. auf Schlachtfeldern oder Turnierplätzen.

     

    Ausstattung als Leitmotiv

    Ausstattung als Leitmotiv in 'Endloser Abschied' mit Hilde Ziegler" (Szenenbild: Annette Ganders, Regie: Mathias Allary)

    In der Ausstattung: Bestimmte Requisiten oder stilistische Elemente können andere Zusammenhänge symbolisieren. In „Endloser Abschied“ findet sich das fortschreitende Krankheitsbild einer Alzheimer-Patientin in einer verfremdeten Wohnwelt wieder. Für kurze Momente scheinen Alltagsgegenstände, ja sogar die ganze Zimmereinrichtung mit einer Art Rauhputz überzogen. Ein Sinnbild für die Krankheit.

     

    Als Farbe: In dem Film „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (Nicholas Roeg) wird die Farbe rot als Leitmotiv genutzt. In „Franta“ taucht ein bestimmtes Blauviolett als Wagenspuren im Sand, in der Uniform Frantas und in der Kleidung der Flüchtlingsfamilie wiederkehrend auf.

     

    Als poetisches Motiv: Die Zeit (Lebenszeit, Zeitdruck, Uhren) oder Gegensätze, Entfernung etc. tauchen in Variationen, die sich aufeinander beziehen, auf.

     

    Montageelement: Ein visuelles Motiv kehrt während des Films immer wieder, um z. B. die Obsessionen einer Filmfigur zu symbolisieren.

     

    Dies ist nur eine Auswahl der Möglichkeiten, man kann mit detektivischem Geschick in Filmen noch zahlreiche andere Varianten entdecken.

     

    Spurensuche

    Auf Ihrer eigenen Suche nach Leitmotiven in den Filmen, die Sie betrachten, sollten Sie sehr aufmerksam sein, um die Spur zu verfolgen. So etwas lässt sich idealer Weise mit Video oder DVD bewerkstelligen. Sie werden einige Sequenzen mehrfach anschauen, sich Fragen stellen.

     

    Welche Verknüpfungen oder Stimmungen erzeugen die Leitmotive?

     

    Auf welche Weise geschieht dies: aus sich selbst heraus oder in Verknüpfung mit den Filmbildern?

     

    Wann tauchen die Leitmotive auf?

     

    In welchem Verhältnis stehen sie in Bezug auf den gesamten Film?

     

    Bleiben die Leitmotive konstant, oder verändern sie sich, vielleicht sogar in Verknüpfung mit der dramatischen Entwicklung der Handlung?

     

    Nicht selten sind Leitmotive in Filmen unter der Oberfläche und nicht so leicht aufzuspüren. Nicht aufgeben, Sie wissen ja, in einem guten Film kann man auch beim x-ten Anschauen noch etwas Neues entdecken...

     

  • Was wäre das Kino ohne Romanvorlagen? Besser,- Schlechter, Innovativer? Einblicke in ein Genre

  • Geschmähte Geliebte

    Nicole Ansari und Jan Kurbjuweit in Franta

    Nicole Ansari und Jan Kurbjuweit in Franta

     

    Lange Jahre hinweg war im Kino der Begriff Melodram das Synonym für Gefühlskitsch, auch wenn einige der weltweit größten Filmerfolge diesem Genre angehörten. "Der blaue Engel" (R: Josef von Sternberg, 1930), "Gone with the wind" (R: Victor Fleming, 1939) , "Written On The Wind" (R: Douglas Sirk), "Casablanca" (R: Michael Curtiz, 1942) und "All That Heaven Allows" (R: Douglas Sirk, 1954), "Dr. Schiwago" (R: David Lean, 1965) u. v. a. Die Filmkritik und die neuen Vertreter des europäischen Kinos der 50er und 60er Jahren standen dem Melodram häufig kritisch bis abwertend gegenüber.

     

    Erst in den 70er Jahren, als Rainer Werner Fassbinder seine uneingeschränkte Achtung für die Filme Douglas Sirks zum Ausdruck brachte, verlor das Filmmelodram etwas den Beigeschmack des Kitsches. Im Winter 1970/71 hatte Fassbinder, damals 25jährig, Sirk im Tessin getroffen - eine Begegnung die beide zutiefst beeindruckte. Fassbinder arbeitete daraufhin, während der übrige "neue deutsche Film" sich weitgehend in Intellektualität übte, an hoch emotionalen Stoffen nach dem Vorbild Douglas Sirks.

     

    Das Melodrama vor dem Film

    So richtig weiß niemand, wann es genau entstanden ist, doch als sicher gilt, dass es bereits lange vor dem Film beim breiten Publikum zu hoher Attraktivität gelangte. Es wird wohl irgendwo in der zweiten Hälfte des 18ten Jahrhunderts gewesen sein, als sich zum klassischen Theater-Drama und der Oper eine zusätzliche beide verknüpfende Gattung gesellte, das Melodrama (es gab diverse Vorstufen zum Melodram, etwa die "Comical Opera", die "Musical Romance" oder die "Burletta"). Im Gegensatz zur Oper, sangen die Charaktere nicht, ihre dargestellten und gesprochenen Handlungen wurden aber zur emotionalen Verstärkung von Musik begleitet.

     

    Mit dem Melodrama wurden Theaterbesuche weniger elitär, sie erschlossen sich dem Kleinbürgertum und erfüllten zugleich deren Sehnsüchte und Bedürfnisse. Den Zuschauern wurden Gefühle pur dargeboten, die durch Intensivierung, wenn nicht Übertreibung besonders einprägsam wurden. Die Guten waren durch und durch gut und die Bösen so schuftig wie irgend möglich.

     

    Vollendung im Film

    Junges Paar

    Zu wahrer Blüte gelangte das Melodram dann im Film. Bereits die frühen Stummfilme griffen auf die Steilvorlage der Theaterkunst zu und behandelten ähnliche Sujets. Dreiecksgeschichten, bei denen ein junges unschuldiges Mädchen durch einen reichen mächtigen oder einfach nur bösen Unhold bedroht wird und welches einen ehrlichen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen liebt, wurden zuhauf verfilmt. Das melodramatische Ende sah dann beispielsweise so aus, dass der junge Geliebte den bösen Unhold tötet, damit das Mädchen zwar rettet, aber zugleich ihre Liebe unmöglich wird, weil der Retter ins Gefängnis muss.

     

    David Wark Griffith, dessen "Birth of a Nation" zu den großen amerikanischen Epen gehört, besetzte in diversen Filmen die Schauspielerin Mary Pickford als Prototyp der unschuldigen Kindfrau, die als armes, schutzloses Straßenmädchen oder Klosterschülerin doch stets moralisch unantastbar blieb. Pickford war in diesen Rollen so erfolgreich, dass sie selbst mit über 30 Jahren noch Zwölfjährige spielte. Erst als die Schauspielerin Lillian Gish Anfang der Zwanziger Jahre Karriere macht, steht eine neue Kindfrau bereit, sich den Widrigkeiten der Welt zu stellen. Griffith Schüler, Erich von Stroheim beginnt ebenfalls in den zwanziger Jahren, eigene Melodramen ("Foolish Wives", "Greed") zu verfilmen.

     

    Charakteristika

    Hauptziel der Protagonisten war meistens die Erfüllung von Liebe, welche dunkle Mächte, widrige Umstände, Naturgewalten, Ehrbegriffe oder böswillige Gegenspieler zu verhindern suchten. Wichtigstes Beiwerk waren (und sind) riesige, bewegende Gefühle, unerträgliche Schicksale und gute, leidende, zugleich tapfere Menschen. Ihre Liebe hält über alle Grenzen hinweg, selbst über den Tod hinaus. Nie war das Gefühl, die Sehnsucht vereinbar mit den Rollenbildern, den Klassen oder Rassenunterschieden. Generationenkonflikte oder berufliche oder persönliche Erfolge die auf Kosten der Familie, der Liebe oder Freundschaft gehen sind das Salz welches gerne in die Wunden der Hauptfiguren gestreut wird. Ein Happy End würde jedes Melodram zerstören, es muss einfach schmerzlich oder zumindest mit einem bitteren Beigeschmack ausgehen, damit man sich als Zuschauer gut fühlt.

     

    Junges Paar wird mit Messer bedroht

    Im Zentrum des Melodrams steht meist die weibliche Protagonistin, aus ihrer Perspektive und Emotionalität heraus erfahren die Zuschauer die traurig-schöne Weltensicht. Die Helden des Melodrams scheitern an ihren Sehnsüchten, die so nicht erlaubt sind in ihrer Weltordnung, weil sie mit Konventionen brechen oder aus ihrer kleinen Welt zu etwas Höherem streben. Aus einem guten Melodram möchte der Zuschauer seufzend aus dem Kino gehen mit der Frage auf den Lippen, warum die Welt nur so ungerecht ist. Auf Wunsch kann man zugleich Trost finden, dass die eigene Lebenssituation so schlecht dann doch nicht ist. Der Altmeister des Melodrams, Douglas Sirk sagte dazu: "Glück ohne Scheitern ist wie ein schlecht geschriebenes Gedicht."

     

    Eingeschränkte Palette

    Vielschichtigkeit der Personen ist häufig Gift für das Melodram, klare Typisierung, klare Erkennbarkeit von Gut und Böse sind Grundvoraussetzungen, die es im Melodram zu erfüllen gilt. Die voneinander so fernen Berufsstände treffen zusammen: Die Verkäuferin, die Krankenschwester, die Serviererin stecken vorzugsweise in argen Nöten. Der Arzt, der Architekt, der Maler, der Forscher, der Industrielle oder der Offizier, alle edel, gut, sensibel und moralisch unangreifbar sind zur Stelle um eine der Frauen zu erlösen. Das es nur Männer höheren sozialen Standes sind ist nur allzu logisch, wie wollte auch der Verkäufer, der Krankenpfleger oder der Kellner mit seinem wenigen Geld und der niederen sozialen Position irgendeine Form der Rettung bringen? Und selbst wenn sie es könnten, sie passen einfach nicht in das Erlösungsmuster, welches die in Not geratenen Frauen sich erträumen.

     

    Zerbrechen die Menschen, zerbricht auch die Erde

    Der Zuschauer wird Zeuge von Konflikten innerlich zerrissener Menschen mit sich selbst und der Welt. Gern genommen sind Situationen, in denen die Grundbedingungen für die Hauptfiguren durch äußere Umstände bereits besonders erschwert sind. Kriege, Bürgerkriege, Naturkatastrophen, Revolutionen, Verfolgungen oder soziale Unruhen, aus diesem Gewebe lassen sich vortrefflich Melodramen stricken. Ein wenig erinnert das an die Weltsicht der Romantik, an die Übereinstimmung innerer Befindlichkeiten des Menschen als Spiegel der Natur.

     

    Perspektiven

    Besonders ungebrochen ist die Geschichte des Melodramas bis heute im indischen und türkischen Film. Familienehre und Blutrache sind dort gängige Widrigkeiten der liebenden Hauptfiguren.  Doch auch diverse Fernsehserien, angefangen von "Forsythe Saga" über "Dallas", "Denver" bis "Beverly Hills 90210" arbeiten zuweilen mit den Erzählmustern des Melodrams.

     

    Pieta-Darstellung des Paares

    Heutige Kino- und Fernsehspiel- Regisseure haben zumeist keine Berührungsängste mit dem Melodram. Ob Kaurismäki, Tom Tykwer, Lars von Trier oder Almodovar, sie alle haben schon Melodramen verwirklicht. Beispiele: "Titanic" (R: James Cameron, 1997), "Magnolia" (R: Paul Thomas Anderson,1999), "Men of Honor" (R: George Tillman, 2000), "Sprich mit ihr" (R: Pedro Almodovar, 2002), "Breaking the waves" (Lars von Trier, 1996), "Dancer in the Dark", (R: Lars von Trier, 2000)  "Der englische Patient" (R: Anthony Minghella, 1996).

     

    Das Genre hat die engen, oft banalen Regeln seiner Anfangszeit längst überschritten und die Grenzen immer weiter ausgedehnt ja überschritten. Inzwischen haben sich so viele Variationen des Melodramas entwickelt, kritische, differenzierte, die Klischees geschickt umgehende, selbst Männerfilme, dass man gespannt sein darf, welche zukünftigen Meisterwerke dieses Genre noch hervorbringen wird.

     

     

     

     

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    Orange

    Der Name der Frucht ist Programm: Orange

     

    Auffällig

    Die Farbe Orange empfinden wir als hell und warm, sie ist geradezu leuchtend und liegt von ihrem Gewicht zwischen dem schwereren Rot und dem leichteren Gelb. In der Reihe der Primär- und Sekundärfarben nimmt es damit nach Gelb den zweiten Platz an empfundener Helligkeit ein.

     

    Wir empfinden Orange als warm, doch auch hier erhält das Rot von uns die wärmere Bewertung, das Gelb die kältere als Orange. Obwohl Grün etwa ebenfalls eine Mischfarbe ist, wie Orange, gehen wir subjektiv immer davon aus, Grün sei eine eigenständige, Orange aber eine gemischte Farbe. Wegen der Auffälligkeit von Orange dient diese Farbe als Signal- und Warnfarbe. Die Sicherheitskleidung von Straßenarbeiter, Flughafenarbeitern, Dienstfahrzeugen der Stadtwerke etc. sind in Orange gehalten. Warnende Beschriftungen für Verpackungen explosiver oder ätzender Stoffe sind orange eingefärbt. Orange warnt die Menschen vor Gefahren. Auch im Bürobereich ist Orange für farbige Textmarker neben leuchtgrün eine der beliebtesten Farben.

     

     

    Komplementärfarbe

    Oranger VW-Bus

    VW-Bus in der Kultfarbe der 70er Jahre

    Die Komplementärfarbe zu Orange ist Blau. Man kann sich also kontrastierend den Komplementärkontrast zu Nutze machen und das Orange durch eine blaue Umgebung noch weiter hervorheben. Technisch gesehen hat Orange eine Wellenlänge von 680 nm. Ähnlich wie Rot, regt auch Orange das vegetative Nervensystem an, kann den Puls beschleunigen, den Hautwiderstand verändern und Aktivität erzeugen.

     

     

     

     

     

     

    Designfarbe der Plastikgeneration

    Orange in Plastik

    Orange - wichtige Signalfarbe der Plastik-Generation

    Mit dem Aufkommen der Plastikwerkstoffe kam dem Orange eine besondere Bedeutung zu. Ganz gleich, ob Werbung, Mode, Möbel oder Design: Ab den 70er Jahren fand sich Orange überall im Alltag wieder.

    Ob Kosmetik- und Cremedosen, ob Sitzsack oder das erste bunte Telefon: In einer Vielzahl der Fälle waren sie Orange. Die Verknüpfung mit dem Werkstoff Plastik hat, nachdem man sich erst einmal an diesen Werkstoff gewöhnt hatte, auch eine Assoziation der Farbe als "billig" erzeugt. Das hat sich auch die Werbeindustrie zu Nutze gemacht. In der Folge wurden Rabattaktionen, Preisknüller, Ausverkäufe gerne in Orange angekündigt. Speziell in Zusammenhang mit Konsum und Werbung hat Orange diese Bedeutung inne.

     

     

     

    Farbsymbolik

     

    Orange in den Niederlanden

    Orange Blumen und im Hintergrund getrübtes Orange

     

    Eine eigene Symbolik hat Orange erst in neuer Zeit gekriegt durch den exzessiven Einsatz dieser Farbe bei Plastikartikeln und in der Werbung zwecks erhöhter Sichtbarkeit. Orange wird jetzt mit aufdringlich und billig in Verbindung gebracht. Assoziationen von Orange gibt es zu Vergnügen, zum Lustigen und zur Geselligkeit. Kurz als Farbe der Lebensfreude. Orange ist also auch im Bezug auf die Symbolik komplementär zu Blau, der Farbe des Geistigen, der Nachdenklichkeit und der Stille. Goldfische, die vor allem in Japan einen großen Wert darstellen, sind Orange. Hier verbindet man Wertigkeit mit der Farbe. Positive Symbolik hat Orange im asiatischen Raum. Orange ist die Farbe des Wandels in der chinesischen Religion des Konfuzianismus. Im Buddhismus ist Orange die Farbe der höchsten Stufe der Erleuchtung. Bei Auftritten des  Dalailama oder anderer bedeutender erleuchteter Buddhisten sind diese in Orange gekleidet.

     

    Für die Niederlande ist Orange die politische Farbe schlechthin. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert während der Konfessionskriege wurde Orange zur Farbe der niederländischen Protestbewegung. Bei Fußballspielen ist es selbstverständlich, dass die niederländische Nationalmannschaft in orangenfarbenen Trikots als «Oranje» spielt.

     

     

    Orange im Film

    In der Fernsehtechnik kann man durch Reduzierung der Leuchtdichte aus Orange Braun erzeugen.

     

    "21 Gramm" von González Inárritu

    Hier hat der Kameramann Rodrigo Prieto den verschiedenen Hauptfiguren unterschiedliche Farbwelten zugeordnet. Während die Umgebung von Paul durch eher kalte, bläuliche Farben gekennzeichnet ist, ist jene von Jack durch warme Farben von Gelb über Orange bis Rot gekennzeichnet.

     

    "Bitter Orange"  von Frederico Füllgraf

    Der Dokumentarfilm thematisiert Arbeitsbedingungen der Orangenpflücker in Brasilien, zu denen auch zahlreiche Kinderarbeiter gehören. Die Farbe Orange wirkt mahnend, warnend und macht die sozialen Ungerechtigkeiten signalhaft spürbar.

     

    "Der letzte Tango von Paris" von Bernardo Bertolucci

    Der Kameramann VittorioStoraro hatte bei der Umsetzung des Films ein besonderes Gewicht auf die Farbe Orange gelegt. Sie wird in Fenstern vorbeifahrender U-Bahnen reflektiert, findet sich in den Innenräumen der Pariser Häuser und soll eine Art von sinnlicher Geborgenheit wiederspiegeln. Manche Kritiker sahen darin auch eine Entsprechung des Mutterleibes, eine Art Schutzraum für die Hauptfiguren, eine Abkapselung von der sonst eher kalten Welt. Orange steht auch für die Leidenschaft der Filmfiguren, zuletzt aber auch für Verfall, Einsamkeit und Todesnähe.

     

    "Franta" von Mathias Allary

    Orange in Franta

    Szene aus 'Franta': Vicky schaut Franta, der davon läuft, hinterher.

    In dem Spielfilm "Franta" sind die Szenen, bei der Franta die junge Vicky trifft, in Orangetönen gehalten. Hier symbolisiert Orange die Leidenschaft, die im Verlauf der Szene immer mehr zu einer bedrohlichen, ernsten Situation umkippt.

     

     

    Findet Nemo

    Der Komplementärkontrast schlechthin: Das blaue Meer und orangefarbene Hauptdarstellerbelegen anschaulich wie sich die Kraft von Orange durch das Umfeld noch steigern lässt.

     

    Stummfilm-Code

    Die Stummfilme waren eigentlich nie Schwarzweiß, sie waren in der Regel eingefärbt, je nach Inhalt der Szenen. Wir sprechen dabei vom Viragieren. In Orange waren dabei vornehmlich nächtliche Szenen eingefärbt, die bei Feuer oder Kerzenschein spielten.

     

    Serien-Code

    Bei den verschiedenen aus der Mutterserie "CSI" entwickelten Derivaten hat man versucht, diese auch farblich zu differenzieren. "CSI Miami" ist deutlich spürbar in Orange gehalten, während die Variante "CSI New York" insbesondere zu Beginn in Blau gehalten war.

     

  • Berufe

    Immo Rentz und Mathias Allary

    Kameramann (Jörg Widmer) und Regisseur (Mathias Allary) bei Dreharbeiten zu “Liebe Leben Tod"

    Die schlechte Nachricht zuerst: Regie ist kein geschützter Beruf. Jeder kann sich Filmregisseur nennen, wenn man ihn Filme machen lässt. Beim Berufsbild Kameramann/-frau ist das zwar ähnlich, aber im Spielfilmbereich kann niemand seine Unfähigkeiten an der Kamera so leicht kaschieren, Fehler werden hier sofort sichtbar. Regieschwächen aber werden oft genug durch Eigenregie der Schauspieler und hochbegabte Regiekameraleute ausgeglichen. Es hat schon viele Filme gegeben, bei denen von der Regie außer: „Kamera ab, Ton ab und Bitte“ kaum weitere Äußerungen zum Gelingen des Filmes beigetragen haben.

     

    Die gute Nachricht: Die Mehrzahl der Regisseure verfügt über ordentliches bis hervorragendes Wissen um Kameratechnik und Bildgestaltung. Während die vorgenannten „ahnungslosen“ Regisseure ihre Kameraleute “einfach machen lassen”, wollen die gut ausgebildeten natürlich auch beim Bild mitgestalten. Wie also kann so eine produktive Zusammenarbeit zwischen Regie und Kamera aussehen?

     

    Begriffsbestimmung

    Der/die Kameramann/-frau ist u. a. zuständig für das Licht, den kreativen Einsatz des Aufnahmemediums (Filmmaterial/Video), die richtige Belichtung, die Bildkomposition, für die Kadrage der Bilder und die Bewegungen der Kamera. Der/die Regisseur/in ist zuständig für die Schauspielführung und die künstlerische Kontrolle aller gestalterischen Elemente. Die Regie ist also verantwortlich für den Film in seiner Gesamtheit. Dazu gehören auch die Bilder. Es handelt sich also um eine gemeinsame Anstrengung von Kamera und Regie. Kurzum: Zwei handwerklich-künstlerische Persönlichkeiten, die gemeinsam sich überschneidende Arbeitsbereiche haben, arbeiten beim Film zusammen.

     

    Die Arbeit mit Kameraleuten

    Zunächst einmal hängt der Beitrag der Regie zum Bild von deren Fähigkeiten in diesem Bereich ab. Es gibt Regisseure, die ihre Vorstellungen gar nicht mitteilen können oder wollen, die den Kameraleuten sagen: Nun mach mal! Vielen fehlt schlicht und einfach das Fachwissen oder die Erfahrung, um in diesem Bereich mitreden zu können. Das Wissen um die Bildaufnahme, wie man damit umgeht und wie man sich darüber abspricht, gehört zu den Basis-Werkzeugen der Regisseure. Andere wollen stets nur ihre eigene Vorstellung umgesetzt wissen und lassen Ideen und Konzepte des Kameramanns gar nicht erst zu. Manche würden am liebsten selbst die Kamera in die Hand nehmen und alles alleine machen. Damit verschenken Sie die Chance, etwas von den Fähigkeiten eines anderen zu lernen. Leider gibt es auch Regisseure, die über Bildgestaltung reden, ohne irgendeine Ahnung davon zu haben. So eine Arbeit ist dann besonders hart für die Kameraleute. Manchmal haben die Regisseure selbst von der Schauspielführung keine Ahnung und die Kameraleute geben diese, getarnt als Positionsanweisungen gleich mit. Auch wenn man auf Pressefotos merkwürdigerweise die Regisseure häufig an der Kamera sieht, haben sie da eigentlich gar nicht viel zu suchen. Wenn der Kameramann ausnahmsweise mal sagt "Schau mal durch, wie findest du das?", dann ist das in Ordnung. Wenn aber der Regisseur ständig auf dem Dolly mitfährt, dann stimmt irgend etwas nicht. Viele lösen den daraus resultierenden Konflikt mit einer Videoausspiegelung. Dann kleben dieselben Regisseure vor dem Monitor und haben noch immer keinen Schimmer von der Wirklichkeit vor der Kamera.

     

    Wie sag ich's?

    Die ideale Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Darauf basieren alle hervorragenden Filme und das erklärt auch, warum Regisseure oft mit den selben Kameraleuten zusammenarbeiten. So hat etwa Bernardo Bertolucci meistens mit dem Kameramann Vittorio Storaro, Ingmar Bermann mit dem Kameramann Sven Nykvist oder Tom Tykwer mit Kameramann Frank Griebe gedreht. Regisseure, die nicht begreifen, dass ein Film als Teamwork einiger Kreativer entsteht, haben Wesentliches nicht begriffen. Kompetente, erfahrene Regisseure aber besprechen alle gestalterischen Mittel, von der Wahl der Brennweite über Bildkomposition, Kamerabewegungen und Licht. Der Schlüssel zur vertrauensvollen Zusammenarbeit liegt im Gespräch. Leider gibt es auch Regisseure, die sich nicht vermitteln (können oder wollen). Sie erwarten quasi von der Kamera seherische Fähigkeiten. Dabei kann man im Dialog vielfältige Mittel verwenden. Ob mal mit Fotos, Beispielen aus der Malerei, Grafik oder einfach anderen Filmen arbeitet, selbst wenn einem das Fachvokabular gänzlich fehlt, kann man sich trotzdem verständigen. Man sollte stets die Auffassungen des anderen respektieren und prüfen, die eigenen Ideen durch Überzeugungsarbeit zu vermitteln versuchen. Dass es dabei auch zu unterschiedlichen Haltungen kommt, ist selbstverständlich, der Dialog dient dann dazu, sich abzustimmen. Wenn gleichwertige Kreative zusammentreffen, helfen die Argumente, die man aufwendet, um den anderen zu überzeugen, ganz nebenbei, seine Vision von dem Film zu vervollkommnen.

     

    Zusammenhänge

    Dreharbeiten zu "Franta"

    Innerhalb eines Teams gibt es mehrere Gruppen, die enger zusammen arbeiten. Der Kameramann etwa ist auf engsten Dialog mit Licht, Kamerabühne und Kameraassistenz angewiesen. Auch zwischen Kamera und Regie sollte ein enger Zusammenhalt bestehen, damit eine gemeinsame optische Vision im Film ihren Niederschlag findet. Allerdings sollten die wichtigsten Gespräche vorab stattgefunden haben, vor Drehbeginn. Kamera und Regie sollten engste Vertraute während der Dreharbeiten sein, ihre Arbeitsbereiche sind unmittelbar miteinander verzahnt. Eine besonders schwierige Situation entsteht, wenn der Regisseur falsche oder schlechte Bildideen erzwingt und der Kameramann um den Irrweg weiß. Doch auch der umgekehrte Fall, eine technisch vielleicht einwandfreie, für den Stoff aber falsche Bildgestaltung, kann Regisseure (vorausgesetzt sie wissen, was sie tun) in große Konflikte bringen. Doch kaum etwas ist schlimmer für laufende Dreharbeiten, als wenn Kamera und Regie vor versammeltem Team über die Bildgestaltung streiten. In diesen Fällen ist es hilfreich, wenn es ebenso kreative Redakteure oder Produzenten gibt, die mit starkem Engagement erspüren, was für das Projekt richtig ist. Gemeinsam mit ihnen lassen sich viele, selbst scheinbar unversöhnliche Gegensätze wieder aufheben.

     

    Fazit

    Ein erfahrener Regisseur weiß, welchen Effekt welche Optik hat und spürt ob das Licht die gewünschte Stimmung transportiert. Es ist eine Gratwanderung, seine Visionen zu vermitteln, die Ideen anderer zuzulassen. Wichtig bleibt vor allem die künstlerische Kontrolle und die produktive Art, seine Vorstellungen mit denen der anderen Kreativen im Team sichtbar zu machen. Denn was immer auch die Gründe sein werden, warum ein Film misslang (das schlechte Drehbuch, die unprofessionelle Produktion, die schlechten Schauspieler), letztlich wird jeder sagen, es lag an der Regie.

     

  • Rot ist eine besondere Farbe, sie hat großen Symbolgehalt

  • Jan Kurbjuweit in

    Jan Kurbjuweit zusammen mit Daniela Lunkewitz in "Franta"

     

    Stimme geben

    Viele renommierte Schauspieler leihen ihre Stimme internationalen Kollegen, wenn deren Filme für die deutschsprachige Verwertung synchronisiert werden. Doch über die praktischen Abläufe, die Arbeitsbedingungen und Voraussetzungen ist allgemein wenig bekannt. Da in Deutschland sehr viel synchronisiert wird, gibt es entsprechend viel Arbeit, allerdings oft für die immer gleichen Stimmen...

     

    Der Schauspieler Jan Kurbjuweit berichtet in einem Interview des Movie-College darüber, wie er neben der Schauspielerei zum Synchronsprechen kam, welche Voraussetzungen diese Tätigkeit erfordert und wie der Arbeitsalltag aussieht.

     

    Schauspiel-Ausbildung

    Nach seiner Schauspiel-Ausbildung an der Folkwang Hochschule in Essen nahm Jan Kurbjuweit diverse Theater- Engagements in verschiedenen Städten Deutschlands an. Sein Filmdebüt gab er 1989 in Mathias Allarys Film "Franta", mit dem er bekannt geworden ist.
    Es folgten u.a. Rollen in "Regina auf den Stufen" (ZDF, Regie: Bernd Fischerauer), "Beweisnot" (ZDF, Regie: Nico Hofmann),"M" von Claude Chabrol und "Capitale de la Doleur" von Boris Wieland. Heute arbeitet er vor allem als Synchronsprecher in Berlin.

     

    Interview mit Jan Kurbjuweit

    Jan Kurbjuweit auf der Berlinale

    Jan Kurbjuweit auf der Berlinale

    Movie-College: Wie verlief Dein Werdegang nach dem Erfolg von "Franta"?

    Jan Kurbjuweit: Ich war danach in erster Linie fürs Fernsehen tätig. Nach "Franta" kamen von den verschiedenen Fernsehsendern sehr viele Angebote. Mich hat das damals aber alles völlig überrannt. Ich hatte weder eine Agentur noch irgendeine andere Art von Beratung. Das hatte zur Folge, dass ich mich erst mal zurückgezogen habe und erst später wieder eingestiegen bin. Allerdings auf einer anderen Ebene und nicht mehr so erfolgreich. Für das ZDF habe ich dann den 10-Teiler "Regina auf den Stufen" gemacht. Auch kam es zu einer Zusammenarbeit mit Nico Hoffman und Claude Chabrol.

     

    Movie-Colllege: Was für eine Ausbildung hast Du absolviert?

    Jan Kurbjuweit: Ich habe an der Folkwang Hochschule in Essen eine Schauspielausbildung gemacht. In den darauffolgenden Jahren habe ich u.a. in Heidelberg, Stuttgart, Berlin und Zürich Theater gespielt, bis Mathias Allary mich schließlich entdeckt hat.
    Vorher hatte ich mich gar nicht in Richtung Film bemüht. Eine Kollegin hatte mich überredet, dass ich für "Franta" vorsprechen soll. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir gerade eine Auszeit vom Theater genommen, um mich mehr meinen anderen künstlerischen Fähigkeiten zu widmen. Ursprünglich wollte ich Kunst und nicht Schauspiel studieren.
    Zur Schauspielerei bin ich erst durch eine langweilige "Faust"-Inszenierung unseres Abitur-Jahrgangs gekommen. Mich hat das "sich anbiedern" meiner Mitschüler so gestört, dass ich kurzerhand eine Gegeninszenierung gestartet habe und zwar den "Traum eines Schülers". Ich hab das Stück selbst geschrieben, gespielt und Regie geführt. Vorher war ich zwar in einigen Theater- Ag`s und habe auch mal bei einer Aufführung der "Dreigroschenoper" Schlagzeug gespielt. Aber erst da ist der Funke so richtig übergesprungen, dass ich mich anschließend bei der Folkwangschule beworben habe, bei der ich sogar gleich genommen wurde.

     

    Movie-College: Du arbeitest jetzt hauptberuflich als Synchronsprecher. Wie wird man Synchronsprecher?

    Jan Kurbjuweit: Indem man arbeitsloser Schauspieler ist, vom Theater möglicherweise genug hat oder nicht die entsprechenden Rollen angeboten bekommt. Man steht quasi auf der Strasse und würde gerne wieder drehen, doch leider bleiben die Angebote aus. Also hat man eigentlich gar keine andere Wahl, als sich ein wenig umzuschauen und versucht vielleicht etwas in Richtung Rundfunk, Hörspiel oder Synchron machen zu können. Ich bin über einen Kollegen zum Synchron gekommen. Der hat mich mit ins Studio genommen und ich hatte so die Gelegenheit mir alles in Ruhe anzusehen. Ich fand es dort äußerst spannend und sah außerdem die Möglichkeit mich noch weiter entwickeln zu können. Daraufhin habe ich beschlossen, dass ich dort einsteigen möchte.
    Man fängt mit sogenannten Mengeterminen an. Massenszenen werden von Mengesprechern synchronisiert. Manchmal kommt es dann auch zu Einzelterminen, wo beispielsweise ein Briefträger gesprochen werden soll. Es zeigt sich sehr schnell, ob man Talent hat und dem Druck der in den Aufnahmestudios herrscht, standhalten kann. Zuerst hört man in das Original rein, achtet auf den Rhythmus und die Art wie gesprochen wird. Ist die Person jünger oder schon älter, welchen Charakter hat sie. Dann wird das ganze einmal geprobt und gleich darauf aufgenommen.

     

    Movie-College: Kommt es dann auch zu Leistungs- und Konkurrenzdruck?

    Jan Kurbjuweit: Der Leistungs- und Konkurrenzdruck ist nicht zu verachten. Man kommt oft in Situationen, in denen man im Kreise der Kollegen aus der Menge heraus aufgefordert wird einen Einzelnen zu sprechen. In solchen Momenten darf man sich dann nicht aus der Ruhe bringen lassen und muss sich weiterhin gut konzentrieren.
    Wenn man dann vier oder fünf mal die geforderte Leistung nicht erbringt, ist man sehr schnell wieder draußen. Sonst wird das ganze zu teuer, denn der Regisseur, das Studio, der ganze Betrieb kostet viel Geld, da kann man sich Verzögerungen nicht leisten.

     

    Movie-College: Hast du vorher ein spezielles Stimmtraining gemacht?

    Jan Kurbjuweit: Während meiner Zeit an der Schauspielschule habe ich auch ein umfangreiches Stimm- und Sprechtraining bekommen. Diese Fertigkeiten sind für die Tätigkeit eines Synchronsprechers unerlässlich.

     

    Movie-College: Wir bekommen oft Anfragen von Leuten, die direkt Synchronsprecher werden wollen, also ohne den Weg über die Schauspielerei. Ist es sinnvoll, etwas zu synchronisieren, wenn man nicht den schauspielerischen Background hat, sich in die Figur auch einzufühlen?

    Jan Kurbjuweit: Soweit ich weiß, werden z.B. in Berlin von dem Regisseur und Schauspieler Joachim Kunzendorf spezielle Kurse angeboten. Von dort kommen dann öfter mal welche, aber meistens sind sie auch schnell wieder verschwunden. Die wenigsten schaffen es wirklich sich durchzusetzen. Man lernt vielleicht den Ablauf und ein paar Techniken, z.B. das Changieren. Das bedeutet, dass man mit der Stimme etwas drüber gehen muss. Mehr als beim alltäglichen Sprechen. Aber das alles ersetzt noch kein schauspielerisches Talent. Die meisten erfolgreichen Synchronsprecher sind Schauspieler. Allerdings gibt es auch Synchronsprecher, die bereits als Kinder angefangen haben und später nie eine Schauspielausbildung oder ähnliches absolviert haben.

    Synchronsprecherin

    Synchronsprecherin

     

    Movie-College: Was würdest du jemandem raten, der in Richtung Synchronsprechen gehenmöchte. Solche Kurse scheinen in Deinen Augen ja nicht so sinnvoll zu sein?

    Jan Kurbjuweit: Solche Kurse sind insofern sinnvoll, um überhaupt fürs Synchronsprechen mal ein Gefühl zu bekommen: Auf diese Weise kann man selbst herausfinden, ob man Talent dafür hat und es einem Spaß macht. Ich weiß das gerade junge Leute oft von den Kursen kommen, sich dann einem Aufnahmeleiter oder einer Firma vorstellen und einen Mengetermin bekommen. Dort müssen sie sich dann beweisen. Wenn sie allerdings nach zwei, drei oder viermal die geforderte Leistung nicht erbringen, bekommen sie so schnell keinen neuen Termin mehr. Das ist der Weg.

     

    Movie-College: Welche Möglichkeiten gibt es die Stimme fürs Synchronsprechen zu trainieren?

    Jan Kurbjuweit: Die Stimme trainiert man gar nicht so sehr. Viel wichtiger ist das man spielen kann. Sehr wichtig sind außerdem ein musikalisches Gehör und Einfühlungsvermögen. Man hört sich den entsprechenden Take an, achtet auf den Sprechrhytmus, versucht sich in die Situation hineinzuversetzen, damit man die Stimme glaubwürdig transportieren kann.

     

    Movie-College: Gibt es spezielle Agenturen, die Synchronsprecher vermitteln, an die sich auch der Nachwuchs wenden kann?

    Jan Kurbjuweit: Nein, in Berlin zumindest nicht. In der Regel geht man zu den Firmen und stellt sich dort bei den Aufnahmeleitern vor. Am besten mit einer Vita, Foto und einer Stimmprobe auf CD. Die beinhaltet verschiedene Texte, die man gesprochene hat, also z.B. etwas witziges, Werbung, Nachrichten. Vielseitigkeit ist dabei wichtig. Man sollte auch nicht so schnell aufgeben und wenn es sein muss alle Firmen kontaktieren um sich dort vorzustellen.
    Ich habe bei einer Firma einen Disponenten. Alle Firmen in Berlin wissen, dass dieser Aufnahmeleiter für mich zuständig ist und wenden sich an ihn, wenn sie mich für etwas buchen wollen. In der Woche bekommt er 20 Bewerbungen, wovon die wenigsten wirklich eine Chance haben. Deswegen ist es wichtig, dass man hartnäckig ist, immer wieder nachfragt und so im Bewusstsein bleibt. Das Beste ist allerdings wenn man bereits etwas vorweisen kann z.B. Werbung, Rundfunk etc.
    Um sich vorzubereiten, ist es sehr sinnvoll, sich so viele Filme wie möglich anzuschauen und dann genau darauf zu achten, wie diese Filme synchronisiert sind. Auch das laute Lesen von Büchern, Nachrichten oder Werbung kann sehr hilfreich sein.
    Man hört allerdings nie wirklich die Realstimmen, vielmehr gehen die Sprecher mit ihrer Stimme ein wenig drüber. Trotzdem darf es aber nicht künstlich klingen, sondern ehrlich.
    Es werden auch immer wieder neue Stimmen benötigt, deswegen sollte man sich nicht so schnell entmutigen lassen.

     

    Movie-College: Wie sieht es mit dem Hörfunkbereich aus?

    Jan Kurbjuweit: Früher haben sie für Ihre Archive immer wieder neue Stimmen gesucht, mittlerweile ist der Bedarf nicht mehr so groß.

    Movie-College: Was hast du bisher als Synchronsprecher gemacht?

    Jan Kurbjuweit:Sehr viele Zeichentrickfilme, aber auch Realfilme und Serien.
    Einmal habe ich z.B. für einen Zeichentrickfilm ein Staubwölkchen gesprochen. So etwas macht sehr viel Spaß, da man dabei spielen kann und verrückt sein darf. Wie klingt eine Staubwolke oder ein Papagei? Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sieht, dass man der Figur auf dem Papier Leben einhaucht.

     

    Movie-College: Was machst Du lieber: Eigene Figuren kreieren oder von einer anderen Sprache ins Deutsche zu synchronisieren?

    Jan Kurbjuweit: Das ist schwer zu beantworten, da beides seinen Reiz hat.
    Der reale Film ist feiner und daher wahrscheinlich die größere Herausforderung, da der Zuschauer nicht merken darf das es synchronisiert ist, sondern denken soll, dass der das jetzt spricht. Spaß macht es natürlich wenn man in den Zeichentricks richtig Saft gegeben darf, man rumspielen kann. Eine Herausforderung war z.B. mal, als ich für eine Werbung einen Hund sprechen sollte, der erst real ist und winselt und dann auch richtig spricht.

     

    Movie-College: Kommt es auch vor das Du innerhalb einer Serie oder eines Films mehrere Personen sprichst? Ist es stimmlich machbar das man mehrere Rollen spricht?

    Jan Kurbjuweit auf der Berlinale

    Jan Kurbjuweit auf der Berlinale

    Jan Kurbjuweit: Bei den Mengeterminen spricht man auch mal mehrere verschiedene Typen. Das hört auch keiner, der Zuschauer kann es nicht unterscheiden.

     

    Movie-College: Hat es lange gedauert bis du von den Mengeterminen zu dem Punkt gekommen bist, an dem du davon leben konntest?

    Jan Kurbjuweit: Ich hab ziemlich schnell von den Mengeterminen leben können, die sind schon relativ gut bezahlt. Um mal einen Anhaltspunkt zu geben: Man hat einen Mengetag im Studio von 9-18 Uhr, ist dort den ganzen Tag über mit vielen Leuten zusammen, es ist dunkel und sehr anstrengend, wird aber gut bezahlt. Ich wurde damals mit 250 € am Tag bezahlt. Wenn du das hochrechnest: 2 Tage in der Woche... so hab ich mich damals finanziert.

     

    Movie-College: Ist das heute noch so?

    Jan Kurbjuweit: Es kann sein das die heute weniger zahlen, vielleicht 200 €. Und wenn man anfängt, dann Rollen zu sprechen, kommt schon einiges zusammen. Aber dafür muss man auch einiges sprechen. Hier in Berlin ist es so, dass man pro Take bezahlt wird und seit 1996 ist der Preis pro Take gleich, nämlich 2,50 €.
    Die großen Sprecher bekommen dann natürlich mehr oder handeln Pauschalen aus.
    Weitere Regeln sind, dass 1-10 Takes 50 € kosten. Früher gab es für die Anreise 25 € und für jeden Take bekam man dann 2,50 €. Im nächsten Schritt erhöht man die Grundgage: 150 € dafür, dass man kommt und 2,50 € für jeden Take. Die Kommgage erhält man jeden Tag neu.

     

    Movie-College: Ist man dann jedes Mal den ganzen Tag im Studio?

    Jan Kurbjuweit: Nein nicht unbedingt, man hat oft auch mehrere Termine an einem Tag in verschiedenen Studios. Je nachdem, wie man gebucht ist, hat man dann pro Termin eine Grundgage plus die gesprochenen Takes bekommen. Das ist nicht immer so, aber es kommt vor, dass sich das häuft.
    Das schöne in dem Beruf ist, dass man auch mal wieder freie Zeit hat. Mir kommt das sehr entgegen, da ich auch gerne mal in Ausstellungen gehe, Freunde besuche oder mich irgendwelchen Aktivitäten widme. Der Nachteil ist allerdings, dass man nicht weit im Voraus planen kann, da man immer erst abends die Termine für morgen weiß. Damit muss man umgehen können. Mich nervt es mittlerweile ein bisschen, da ich nicht so über mein leben entscheiden lassen möchte. Aber wenn man schon ein bisschen im Geschäft ist, kann man dem Disponenten auch schon mal sagen, dass man jetzt mal für zwei Tage nicht da ist.

     

    Movie-College: Ist Berlin die Stadt fürs Synchronsprechen oder gibt es da auch andere Städte?

    Jan Kurbjuweit: Es gibt viele Firmen in Berlin. Aber auch in München, Hamburg oder
    Frankfurt. Hannover ist eher Porno, mich hat das nie so gereizt. Vielleicht wäre es auch mal spannend, das zu machen.

     

    Movie-College: Verträgt sich denn Dein Image damit Porno zu Synchronisieren?

    Jan Kurbjuweit: Je vielseitiger desto besser. Da gibt es das Schubladendenken nicht so, wie es z.B. bei der Schauspielerei der Fall ist. Aber über das Synchronisieren von Pornos wird nicht so offen gesprochen, man kriegt es eher am Rande mit.

     

    Movie-College: Und nun unsere Letzte Frage: Du wohnst hier in Berlin, wegen dem Job oder des kulturellen Angebots?

    Jan Kurbjuweit:Wegen der Liebe und dann war es mit der Liebe aus und ich bin hier hängen geblieben. Dann hab ich mit dem Synchronsprechen angefangen, aber die kulturellen Angebote sind nicht zu verachten.

     

    Movie-College: Vielen dank für das Interview.

     

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    Symbolfarbe

    Violetter Kaktus

    Keine künstliche, sondern eine in der Natur vorkommende Farbe, welche die Natur sogar mit ihrer Komplementärfarbe (gelbe Blüte) kombiniert.

    Das ist schon eine seltsame Farbe, bei der sowohl der Inbegriff für 'warm' - das Rot - gemischt wird mit der Farbe fürs Kühle, dem Blau. Damit ist eigentlich schon ausgedrückt, dass diese Farbe uneindeutig ist, unentschlossen, dass sie irgendwie zwischen allen Stühlen hängt. Insbesondere in der Pflanzenwelt kommt Violett recht selten vor, weshalb es sogar zu Überschneidungen zwischen Pflanzenname und Farbbezeichnung kommt - im anglo-amerikanischen Raum heißt das Veilchen sogar Violet. Im arabischen Raum heißt Flieder übrigens Lilak, womit sich der Kreis wieder schließt.

     

    Vom Grundgehalt her ist es eine warme, allerdings nicht sehr hell leuchtende Farbe; sie ist kein wirklicher Aufreger, eher wirkt sie beruhigend. Sie beweist eine gewisse Empfindungsfähigkeit. Bei den Mystikern im Mittelalter wurde die körperliche Farbe Rot und die geistige Farbe Blau im Violett als Symbolfarbe der Vermischung von Körper und Geist betrachtet.

     

    Abgrenzungen

    Schon die richtige Benennung verwirrt: Was ist violett, was ist lila? Wann ist die Mischfarbe schon Rot bzw. Purpur, Magenta, wann ist sie sie blau zuzurechnen? Ausgehend davon, dass für Violett Rot und Blau zu gleichen Teilen gemischt werden müssen, kann man die benachbarten Begriffe vielleicht etwas besser ausdifferenzieren. Eine mögliche Unterscheidung wäre: Lila ist ein durch Hinzumischung von Weiß aufgehelltes Violett. Magenta ist ein noch helleres Violett, heller als Lila. Ultramarinblau ist ein durch höheren Blauanteil gekennzeichnetes Violett.

     

    Assoziativ

    Szene aus Franta

    Violetter Mantel als farbdramaturgisches Element in dem Spielfilm "Franta"

    In der Kultur wird das Violett in die Nähe des Purpurs gebracht, welches vor allem wegen der Seltenheit des Farbstoffs als Herrscherfarbe über viele Jahrhunderte galt. Da die Könige sich das Rot als Farbe der Macht reserviert hatten, wählte sich vermutlich die Kirche das benachbarte Violett als Symbolfarbe von kirchlicher Macht und Gläubigkeit. Speziell für den christlichen Advent und die Fastenzeit ist Violett die Symbolfarbe schlechthin. Aber auch in anderen Religionen spielt das Violett eine Rolle, es gilt auch als Farbe des Hinduismus. Sie steht für eine gewisse Feierlichkeit, steht auch für Introvertiertheit, für Besonderheit oder Melancholie. Aber auch die Nähe zum Blau, welches für Weisheit steht, spielt hinein in die Deutung von Violett. Es steht für etwas Besonderes, steht für Fantasie, Mystik und Spiritualität. Der Umstand, mitten zwischen Rot und Blau zu stehen, gibt der Farbe auch etwas Unklares, eine gewisse Unentschiedenheit zwischen den Polen und damit einen Symbolgehalt, der Unwahrheit und List transportiert. Dazu passt vielleicht auch die sprachliche Verwandtschaft mit der lateinischen Violentia - der Gewalt. Die Frauen- und Lesbenbewegungen haben sich weltweit violett als Symbolfarbe gewählt, möglicherweise um sich von dem Pink der Barbie-Welt abzuheben und doch in der Nähe der Mädchen-Symbolfarbe zu bleiben.

     

    Filmbeispiele

    Lila in Franta

    Violett geleitet den Protagonisten hin zu seinem schicksalhaften Ende - in dem Spielfilm "Franta".

    Die frühen schwarzweißen Fotografie-Verfahren (Nicephore Nièpce) waren übrigens vor allem für den blauen und den ultravioletten Lichtanteil empfindlich. In den viragierten (also eingefärbten) Szenen der Stummfilmzeit hatte die Einfärbung in violett die Bedeutung dramatischer Nachtszenen, während normale Nachtszenen blau eingefärbt wurden. In dem Film "Sieben Leben" mit Will Smith spielen die Farbe Violett und Rosa eine wichtige gestalterische Rolle. In dem Film "American Violett" symbolisiert ein Veilchen, das die alleinerziehende Mutter Dee Roberts pflegt, ihre Hoffnungen.  Bei "Ultraviolet" mit Milla Jovovich taucht in Kostüm und Ausstattung violett immer wieder auf, ansonsten ist die Sci-Fi-Mär eher bedeutungslos. in "Punch-drunk Love" trägt Lena je nach dramaturgischer Notwendigkeit bei ihren Treffen mit Barry vorwiegend Rottöne, an einem Punkt der gefassten Ruhe jedoch Violett. bei "You Seng" sind diverse Szenen farbdramaturgisch in violett gestaltet. In dem Film "Franta" taucht eines Tages aus dem Nebel eine Flüchtlingsfamilie auf, deren blauer Karren mit Habseligkeiten eine violette Spur hinter sich herzieht. Diese Spur begegnet dem Protagonisten mehrmals und am Ende, kurz bevor es mit ihm zu Ende geht, ist sogar sein Mantel violett gefärbt.

     

    Weitere Beispiele sind "Violette Nozière" mit Isabelle Huppert oder "Die Farbe Lila".

     

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