Technik

  • Ursprünglich ein Börsendesaster, ist der schwarze Freitag inzwischen ein wichtiges Marketingtool geworden. Lohnt sich die Aufregung und wo liegen die Stolperfallen?

  • Dorf P 500Wer in Afrika dreht, muss sich frühzeitig mit den Regelungen und Gegebenheiten beschäftigen. Worauf muss man achten?

  • Wer hochwertige Ausrüstung mit kleinem Budget zusammenstellen möchte, kann leicht Beute von Betrugsfirmen werden. Die Online Angriffe nehmen zu

  • Teil 3.1: IDE - Integrated Drive Electronics

    IDE ist in den meisten Computern zu finden. Fast jedes heute verkaufte Komplettsystem für PC (/IBM komp.) als auch für Mac wird standardmäßig mit IDE ausgeliefert. Der Controller ist in den Motherboards integriert und häufig sogar in Systemen, die mit SCSI erweitert wurden, immer noch vorhanden. Üblicherweise sind zwei Controller schon in in dem Motherboard integriert. Mit Einsteckkarten lässt sich jeder Rechner mit weiteren Controllern über die PCI-Steckplätze erweitern. Jeder Controller ermöglicht den Anschluss von zwei Geräten und somit hat jeder heutige Rechner, mit den zweien, die er hat, Anschlussmöglichkeit für maximal vier IDE-Geräte. Wie zuvor erwähnt sind dies nicht etwa nur Festplatten, sondern auch u. a. Diskettenlaufwerke, CD-ROM/R(W) und DVD-ROM/-+R(W), ZIP und MO-Laufwerke und vereinzelt auch Bandlaufwerke (Streamer).

     

    Entwicklung und Technik

    In der Entwicklung dieser Technik gab es verschiedene Schritte seit IBM 1956 eine erste Festplatte mit ca. 5 MByte vorstellte. Die Entwicklung, die erst in den 80er Jahren größere Schritte machte und schließlich seit den 90ern enorme Steigerungen in Kapazität und Leistung zu verzeichnen hatte, soll hier nicht ausführlich behandelt werden, da sie den Rahmen des Artikels sprengen würde. Entscheidend ist, dass inzwischen die E-IDE-Technik aktueller Standard ist. IDE steht für „Integrated Drive Electronics“, das „E“ bedeutet „Enhanced“. Üblicherweise redet man aber auch weiterhin von „IDE“. Die „Integrierte Laufwerkselektronik“ ist Elektronik, die in Form von Chips auf einer Platine auf der Unterseite der Festplatte zu finden ist. Sie kontrolliert die Rotation der Spindel, Bewegung des Schreib-Lese-Arms und den Datenstrom von den Köpfen an das Datenkabel. Was, wie, wann und wohin auf dem Kabel an Daten gesendet wird, kontrolliert der Controller auf dem Motherboard.

     

    Master und Slave - Adressierung

    Die IDE-Technik ist einfacher als die von SCSI. Wieder muss eine Adressierung erfolgen über die erst das Senden von Daten von einem Punkt zu einem anderen Punkt möglich wird. Die zwei IDE-Controller sind IDE0 und IDE1 (manchmal auch nicht ganz korrekt mit IDE1 und IDE2 beschriftet). An ihnen hängen je zwei Geräte an einem 40-adrigen Flachband-Kabel. Kabelsteckleise auf Controller und an Geräten ist „Male", d. h. 40 Stifte, am Kabel sind es „Female". Es gibt zwei Anschlüsse, genannt „Master“ und „Slave“. Befremdlich wirkt diese Bezeichnung und die Adressierung der Geräte. Dabei ist es nicht so, dass der „Master“ das primäre Gerät ist, dem der „Slave“ untergeordnet ist, wodurch vielleicht die Kommunikation vom Kontroller stets nur über den Master zum Slave erfolgen müsste. Nein, tatsächlich sind beide Geräte fast vollständig gleichrangig und können die gleiche IDE-Leistung in Anspruch nehmen. Einziger Unterschied ist, dass Geräte als Master vor den Slaves gelistet und damit auch angesprochen werden.  Praktisch bedeutsam wird dies nur beim Booten/Starten des Computers.

     

    Soll der Controller Daten zu einer Festplatte oder einem anderem IDE-Gerät senden, sendet er die Bits mit einer Art Empfänger-Adresse („an Master" oder „an Slave") in das Kabel. Es reagiert nur das angesprochene Gerät. Beim Senden von Daten übergibt das Gerät mit den Daten ebenfalls die Information, dass es vom Master oder vom Slave kam. Alle Adern des Kabels werden für den Transfer verwendet, es ist nicht so, dass die eine Hälfte für das eine Gerät, die andere für das andere hergenommen werden. Darin erklären sich dann auch bestimmte Leistungsabfälle. Der Kopiervorgang zwischen zwei Festplatten die an dem selben Controller hängen dauert in etwa doppelt so lang, wie der selbe zwischen den Platten unterschiedlicher Controller, da sich die Transferleistung des Kabels halbiert.

     

    Jede Festplatte kann als Master oder Slave eingebaut werden. Es entscheidet sich über Jumper, die bei älteren Geräten häufiger auf der Unterseite, bei den aktuellen Produkten aber meist hinten, neben den Anschlüssen für Netz- und Daten-Kabel befinden. Eine Beschriftung auf der Festplatte oder im Zweifel auf Auskunft vom Hersteller zeigt, wie ein oder zwei Jumper gesetzt werden müssen. Sind beide Geräte gleich, entweder beide als Master oder als Slave geschaltet, wird entweder keine Festplatte vom System erkannt oder nur eine.

     

    Probleme?

    Bei den Jumpern gibt es zudem Einstellungen, die nötig sein können, wenn eine neue Festplatte in einen alten Rechner mit altem Bios eingebaut werden soll. Geschieht dies nicht, können Probleme auftauchen. Häufig ist etwa, dass nicht die vollständige Kapazität der Festplatte zur Verfügung steht. Hier kann das BIOS des Rechners wegen Inkompatibilität der bereits beschriebenen LBA-Technik nicht die Daten in der eigentlich möglichen Dichte auf die Platte schreiben und lesen. Ein neues Firmware, d. h. ein Update für das BIOS kann das Problem beheben, aber nicht jeder alte Rechner verfügt über ein sog. Flash-BIOS, das updatebar ist.

     

    Es gibt verschiedene weitere Probleme, die insbesondere bei älteren Rechnern auftreten. Je nachdem sind weitere Einstellungen mit den Jumpern an den Festplatten möglich, bzw. Änderungen im Computer-BIOS erforderlich. Das Movie-College empfielt drigend, zunächst die werkseitig eingestellte Jumpersetzung zu verwenden und auszuprobieren. Treten dann Probleme auf, sollte die Dokumentation, Hilfe von den Supportseiten oder die Hotline des Festplatten/BIOS-Herstellers in Anspruch genommen werden.

     

    Cable Select

    Die Einstellung „Cable Select" findet sich auf den meisten heutigen Geräten und wurde ursprünglich erdacht, um im Zuge des P&P (Plug and Play) die Jumpereinstellungen überflüssig zu machen. Hier soll automatisch das Gerät seine Eigenschaft als Master oder Slave erkennen und dementsprechend kommunizieren. Diese Technik hat sich aber nicht wirklich durchgesetzt, da speziellere (und damit auch teurere) Kabel notwendig werden, aber selten in Rechnern automatisch ausgeliefert werden. Es empfiehlt sich auch aus Gründen der Kompatibilität lieber manuell mit den Jumpern Master und Slave einzustellen.

     

    DMA, UDMA, ATA - 33, 66, 100, 133 ???

    Nicht erwähnt wurden bisher die verschiedenen Leistungs-Stufen beim Datentransfer zwischen den Geräten und dem Controller. Auch finden sich Angaben wie "DMA", "UDMA" und "ATA" häufig anstelle des "IDE" in den Sepzifikationen von verschiedenen Geräten.

     

    Zunächst gab es die "Advanced Technology Attachment"

     

    Nachteil: wenige Geräte

    Blicken wir auf die Nachteile. Erster Nachteil ist vielleicht schon deutlich geworden: Begrenzung von zwei Geräten für jeden Controller, d. h. insgesamt vier Geräte in einem heutigen Computer. Vier Festplatten wäre ja aber gar nicht so schlecht, könnte man meinen. Tatsache ist aber, dass die meisten Computer neben einer Festplatte auch ein CD/DVD-Laufwerk haben und einen CD/DVD-Brenner. Schon sind drei Anschlüsse von vier verwendet. Es kann nur noch ein weiteres Gerät, etwa eine Festplatte eingebaut werden. Ein Video-Profi mag das schon stören, denn Speicher wird für den Schnitt ohne Ende gebraucht. Eine Lösung ist es, das CD/DVD-Laufwerk auszubauen und somit Platz für eine dritte Festplatte zu schaffen. Das ist für all diejenigen sinnvoll, die nicht allzu häufig CDs abspielen müssen, denn dann können sie auch den Brenner verwenden. Wer aber einen CD/DVD-Player häufig verwendet (Spiele, Musik-CDs, Nachschlagewerke auf CD, etc.), dem ist von dieser Lösung abzuraten. Ein meist teurer Brenner sollte nicht durch Dauereinsatz verschlissen werden.

     

    Eine Möglichkeit wäre aber auch, einen zusätzlichen Controller einzubauen. Im Handel gibt es bereits für unter 100 € IDE-Controller als PCI-Karten, die einfach auf das Motherboard gesteckt werden und daran dann weitere Festplatten angeschlossen werden können. Allerdings ist der Platz und die Stromversorgungs-Anschlüsse im Computerinneren begrenzt. Zudem gibt es Motherboad spezifische Grenzen, wie viel Gigabyte verwaltbar sind.

     

    Nachteil: Prozessor-Belastung

    Ein weiterer technischer Nachteil ist einer, dessen man sich selten bewusst ist, unter dem man aber bei IDE zu leiden hat. Die Rechenleistung, die nötig ist, um Daten über IDE an die Festplatten oder anderen Geräte zu senden oder von diesen zu empfangen, muss zu einem Großteil vom Prozessor (CPU) des Rechners übernommen werden. Natürlich laufen über diesen, der das Gehirn jedes Computers ist, sowieso alle Operationen des gesamten Systems. Wie später noch dargelegt wird, kann aber dem Prozessor ein Teil von Rechenleistung abgenommen werden. So ist es in der SCSI-Technik. Bei IDE hingegen wird die CPU vollständig belastet. Neben der Initiierung des Datentransfers (Schreiben/Lesen von Bits auf eine Festplatte oder ein anderes Gerät) muss der Vorgang auch danach bis zum Abschluss mit einem Teil seiner Leistung durch den Prozessor begleitet werden. Man kann sich vorstellen, dass quasi der Datenstrom über den Prozessor laufen muss, was diesen und damit den gesamten Computer verlangsamt. Das ist natürlich vereinfacht dargestellt, aber im Prinzip richtig. Tatsächlich läuft der Datenstrom nur über den IDE-Controller von Sender zu Empfänger aber einen nicht unerheblichen Rechenaufwand muss der Prozessor beisteuern. Auch, wenn die Hersteller die Technik verbessert haben und die Belastung für den CPU stetig reduzieren konnten, besteht sie noch weiter.

     

    Externe Festplatten und die neue Serielle Technik sind weitere verwandte Themen, die aber in einem späteren Teil besprochen werden.

     

    Soviel zur IDE-Technik. Wie bereits erwähnt bietet SCSI die professionelleren Möglichkeiten. Damit geht es auf der folgenden Seite (Teil 3.2: SCSI) weiter.

     

  • Standards

    35mm Film

    35mm Filmstreifen,- ein Standard, der über ein Jahrhundert überdauerte

    Im ersten Jahrhundert des Films und seiner Technik sah es auf Grund glücklicher Fügung und so mancher Monopole so aus, als wenn dem Kino etwas in der Industrie recht seltenes, nämlich ein weltweiter Standard gelungen wäre.

     

    Sieht man einmal von den ersten paar Jahren ab, in denen es unterschiedlichste Filmbreiten, Bildfrequenzen und sowohl runde als auch eckige Perforationen gab, so hat sich recht schnell jener Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger, den Edison George Eastman, dem Erfinder des Zelloloidfilms als Breite vorgab, etabliert, nämlich genau 35mm. Sogar die Fotografie und nicht zuletzt die legendäre Leica Kleinbild-Sucherkamera übernahm dieses Format um damit kompakte Fotoapparate produzieren zu können.

     

    Filme die in diesem Format (damals noch mit breiterem Bild weil "old silent frame" ohne Lichttonspur), irgendwo auf der Welt gedreht wurden, konnte man in allen Kinos weltweit auch wieder abspielen, ein großer Vorteil wenn nicht gar die Voraussetzung für die Verbreitung dieses Mediums. Und selbst heute noch werden teure Kinoproduktionen zu Archivzwecken auf 35 mm Film kopiert, auch wenn die Filme in den Kinos längst digital gebeamt werden.

     

    Neue Zeiten

    Kamerasensor

    Bauteil: Kamerasensor

    Mit der Digitalisierung und dem langsamen Aussterben des Analogen Films ist dieser Hauptvorteil des Films verloren gegangen, die digitale Distribution kennt viele Unterformate und Kodierungen, kennt unterschiedlichste Kopierschutzmechanismen und Auflösungen. Die verschiedenen Hersteller wollen ihre Produkte möglichst durch eigene Codecs unterscheidbar und untereinander inkompatibel machen.

     

    DCP (Digital Cinema Package) ist nicht gleich DCP, das wissen erfahrene Filmvorführer schon lange. 2K, 4K oder gar 8K, zweidimensional oder in 3D, mit unterschiedlichsten Schlüsseln zum Abspielen auf einem Kinobeamer.

     

    Noch komplizierter als die Wiedergabe ist jedoch die Aufnahmeseite, hier gibt es eine Vielzahl von Auflösungen, Chipgrößen, Codecs, Farbtiefen und Bildseitenformaten. Um sich in diesem Dschungel zurecht zu finden, ist schon eine ganze Menge Grundlagenwissen notwendig, welches wir auf den Seiten zur Kameratechnik vermitteln.

     

    Da kann man fast von goldenen Zeiten sprechen, als man noch analog gedreht hat, und die Filmrolle 16 oder 36 mm in nahezu jede Kamera einlegen konnte. Lediglich die Kameras in den kommunistischen Ländern arbeiteten mit einer anderen Perforation, ein Versuch zu verhindern, dass kapitalistisch produziertes Rohfilmmaterial durch sozialistische Kameras laufen könnte...

     

     

    Kapitel im Bereich Kameratechnik

     

    Zu diesem Thema finden Sie natürlich wichtige Kapitel auch in den Bereichen Licht, Filmgestaltungund Berufsbilder.

     

    Kamera studieren kann man an zahlreichen Filmhochschulen.

     

    Weitere Artikel zu aktuellen Geräten finden Sie unter Tech-News und unter "Neue Gadgets"

     

  • Nachrichten und Newsclips

    Interview

    Interview mit Handycam

    Die Nachrichtenredaktionen der diversen TV-Sender brauchen ständig neue Nachrichtenware, um ihre Sendungen aktuell und interessant zu gestalten. Dabei sind die Maßstäbe, was eine Nachricht wert sei, längst nicht mehr so streng wie in den ersten vier Jahrzehnten des Fernsehens. Oft genug werden auch bedeutungslose oder der PR nahestehende Informationen zu News gemacht. Heute zählt auch und manchmal vor allem der Unterhaltungswert von Nachrichtenclips. Optisch interessante Beiträge werden gegenüber eher theoretischen, schwer vermittelbaren, bevorzugt. Ist ein Thema zu trocken, wird es im Notfall eben nur verlesen. Die Nachrichtenredakteure fühlen sich, je nach Sender, mehr oder weniger den Einschaltquoten verpflichtet.

     

     

    Ganz gleich, ob Miniteams wie früher für die aktuelle Berichterstattung mit Filmkameras (gefüllt mit schnell zu entwickelndem Umkehrfilm) oder wie heute mit Camcordern unterwegs sind, eines steht vor allen ästhetischen und qualitativen Aspekten im Vordergrund: Die Nachricht, die Geschichte. Während sich in der Filmära noch Journalist, Tonmann, Kameramann und Kameraassi auf die Suche nach den aktuellen Bildern und Tönen machten, sind die heutigen so genannten ENG-Teams (Electronic Newsgathering) viel kleiner. Drei, ja, manchmal sogar nur zwei Personen sind es, die Situation, Licht, Videokamera, Tonaussteuerung, Mikrofonhandling sowie ggf. Interview alleine bewältigen müssen. Häufig genug sind im aktuellen Bereich die Aufnahmebedingungen alles andere als ideal. Die Miniteams müssen bei Unfällen, Demonstrationen, in überfüllten Pressekonferenzen, bei Naturkatastrophen in schwierigsten Situationen durch schnelle Entscheidungen sicherstellen, dass sie die Geschichte bekommen.

     

    Technik

    Die Aufnahmegeräte kommen den Miniteams in gewissen Grenzen entgegen: Heutige Videokameras sind so lichtempfindlich, dass man in vielen Situationen mit wenig oder gar ganz ohne Zusatzlicht auskommt. Kleine Lichteinheiten, durch Akku überall sofort einsatzbereit, erlauben es auch nachts zu drehen. Professionelle Kameras (die gleichen, mit denen man auch aufwändige, qualitativ hochwertige Dokus drehen kann) bieten diverse Automatiken an (Weißabgleich, Blende, Tonaussteuerung) sowie einen kleinen Mithörlautsprecher, durch den Kameramann/-frau den aufgenommenen Ton zur Kontrolle hört, wenn er/sie durch den Kamerasucher schaut. Unter Akzeptierens einiger qualitativer Kompromisse kann ein einzelner so mehrere Jobs gleichzeitig überwachen. Wie gesagt, Qualität ist nicht das wichtigste Stichwort bei ENG. Satelliten, Standleitungen und digitale Übertragungsverfahren erlauben es, Bild und Ton in kürzester Zeit in die Sendezentralen zu übermitteln.

     

    Position

    Jubiläen, Besuche beim Kaninchenzüchterverein oder Brieftaubenwettflüge gehören eher zu den angenehmen Ausnahmen. Ganz gleich, welches Thema gedreht wird, in der Regel ist die persönliche Haltung des Aufnahmeteams dazu nicht gefragt. Das gilt auch für Situationen (Demonstration, Streik etc.), bei denen sich eine starke Polarisierung zeigt. Wer seine persönliche Sicht der Dinge vermitteln will, kann hier schnell an Grenzen stoßen. Wichtig ist es in solchen Fällen, möglichst objektiv (so weit es das überhaupt gibt), vorhandene Positionen und unterschiedliche Darstellungen der Beteiligten einzufangen. Überhaupt ist der Status solcher EB-Teams (Elektronische Berichterstattung) nicht wirklich lustig. Zahllose Kameraleute, die sich irgendwann einmal eine EB Kamera gekauft oder geleast haben, sind Kleinunternehmer geworden, die ihr Gerät samt Zwei-Mann-Team zu Dumpingpreisen anbieten. Bei der großen Konkurrenz kann man, was die Aufträge angeht, kaum wählerisch sein.

     

    Auftraggeber und Lieferanten

    Längst nicht alle Nachrichtenbeiträge werden im Auftrag der Nachrichtenredaktionen gedreht. Oft entstehen Aufnahmen auch aus Eigeninitiative von Freelancern oder Privatleuten. Ihre potenziellen Käufer, die Magazine der Privatsender setzen voll auf effektvolle, vorzugsweise spektakuläre Bilder, Interviews sollen möglichst unter 20 Sekunden Länge bleiben.

     

    Die Promoreporter

    Die Sparmaßnahmen der Sender, aber auch intensive, erfolgreiche Tätigkeit diverser PR-Agenturen machen auch Clips, die mit einem klaren, werblichen Charakter im Auftrag von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Agenturen hergestellt werden, zur beliebten Bereicherung der Nachrichtensendungen. So finden inzwischen auch Schönheitswettbewerbe, Kinostarts oder Modenschauen ihren Weg in die Nachrichtensendungen und Magazine. Selbst die skandalösesten Enthüllungen über Stars und Sternchen werden nicht immer von TV-Redaktionen in Auftrag gegeben. Auch die Plattenverlage oder Agenturen der scheinbar Ertappten, lassen ENG-Teams für sich arbeiten.

     

    Die Filterer

    Die Fälle, in denen Reporter direkt aus Kriegsgebieten unter Einsatz ihres Lebens (z. B.Vietnamkrieg) berichten, sind rar geworden. In jüngeren Kriegszeiten liefern die Medienabteilungen der Armeen die Erfolg vermittelnden Videoaufnahmen gleich selbst mit. Aufnahmeteams der Armeen, geschult auch in psychologischer Kriegsführung, sind jedoch keine Garanten objektiver Berichterstattung. Aber auch diverse Regierungen liefern offizielle Erklärungen ihrer Staatsoberhäupter vorzugsweise selber an.

     

    Die Fledderer

    Einige Teams haben sich darauf spezialisiert, Unfälle aller Art zu dokumentieren. Der gute alte Polizeifunk, aber auch gefällige Informanten sind die Quellen, aus denen diese brandaktuell die Orte von Bränden, Unfällen und Tragödien erfahren. Da treffen dann z. B. kurz nach den Rettungskräften etwa zwei junge Damen in orangen Overalls und mit der Betacam auf der Schulter ein und drehen Unfallopfer ohne jede Schamgrenze von allen Seiten. Dass die beiden weisungsgebundene Praktikanten sind, entschuldigt das Fehlen jeder Sensibilität kaum. Aber auch als One-Man-Show-Variante gibt es diverse Schauerfilmer im ganzen Land, welche ihre aktuelle Ware bereits auf dem Weg zum Unfallort telefonisch den Newsredaktionen anbieten.

     

    Die Kamerazeugen

    Die weite Verbreitung handlicher Videokameras für Amateure sorgt dafür, dass bei zahllosen Ereignissen mit Nachrichtencharakter nicht nur Augenzeugen anwesend sind, sondern auch durchaus sendefähige Videoaufnahmen entstehen. Die meisten Aufnahmen vom 9/11-Terroranschlag auf New York, die wir vermutlich niemals vergessen werden, stammen aus winzigen DV-Kameras. Inzwischen stehen mit filebasierten HD-Kameras noch kompaktere und hochauflösendere Kameras zur Verfügung.

     

    Immer häufiger arbeiten Amateure in Krisen- oder Kriegsgebieten für Nachrichtenagenturen. Über die Verantwortung welche diese Agenturen tragen, wenn sie sogar Jugendliche dafür bezahlen, riskante Videoaufnahmen und Fotos in Kriegsgebieten zu erstellen, sollte dringend diskutiert werden. Gar nicht selten lassen diese privaten Berichterstatter bei den gefährlichen Drehs ihr Leben, nur selten erfährt die Öffentlichkeit davon.

     

Banner Virtual Reality Buch Schmal 2000

Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

18-01--2020 12:00 pm - 19-01--2020 16:00 pm

01-02--2020 12:00 pm - 02-02--2020 16:00 pm

15-02--2020 12:00 pm - 16-02--2020 16:00 pm