Kinostart

  • Manchmal hört man den Begriff,- voller Respekt,- doch was steckt dahinter und was macht A-Festivals anders als andere Filmfestivals?

  • Das heiße Wetter führte am Dienstagabend zu einigen Irritationen bei einer Filmpremiere im Münchner Arri-Kino.

  • Die Einspielergebnisse von Kinofilmen sind eine harte Währung und entscheiden über Wohl und Wehe von Verleihern, Produzenten, Regisseuren und vielen Anderen

  • Vakuum Kinostart 500Vorpremieren in ausverkauften Häusern,- der Kinofilm von Christine Repond mit Barbara Auer und Robert Hunger-Bühler wird begeistert aufgenommen

  • Versuchsreihe

    Filmvorführung

    Testvorführung

    Ist Ihnen das auch schon passiert? Vor einem der großen Kinos der Stadt werden Sie angesprochen und bekommen einen Zettel in die Hand gedrückt: "Freikarte zur Kino-Preview eines neuen Kinofilms vor dem offiziellen Kinostart. Bitte nennen Sie bei der Anmeldung Alter und Geschlecht der Personen, die Sie anmelden." Nach dem Titel des Filmes, den Sie da zu sehen bekommen, fragen Sie vergeblich, denn möglicherweise steht dieser noch gar nicht fest…

    Früher kannte man das Verfahren nur in den USA (Recruited Audience Screenings), dort ist es für beinahe jeden Film Standard, doch seit einigen Jahren hat es sich auch in Europa etabliert, die Vorführung von Schnittfassungen oder fertigen Filmen vor einem Testpublikum.

    So werden immer häufiger vor Kinos Einladungen verteilt zu irgendwelchen Nachmittags- oder Abendvorstellungen von denen man den Titel nicht kennt und lediglich weiß, dass es sich um irgendeinen neuen, häufig sogar deutschen Film handelt. Die Einladungszettel informieren darüber, wann der Film aufgeführt wird, unter welcher Rufnummer man sich dafür voranmelden kann und dass man sich mit dem kostenlosen Kinobesuch auch zum Ausfüllen eines Fragebogens verpflichtet.

     

    Wann und Warum?

    Die Gründe solche Testscreenings durchzuführen sind vielfältig. Manchmal wollen sich die Macher über Stärken und Schwächen eines Filmes im Klaren sein und ggf. im Schnitt noch auf die Publikumswünsche reagieren können. Wenn ein solches Testscreening gut organisiert und ausgewertet wird, kann damit die Postproduktion eines Filmes qualitativ enorm verbessert werden. Allerdings sind die Kosten und der Zeitaufwand solcher Tests nicht unerheblich, deshalb werden sie fast ausschließlich für Filme durchgeführt, die ein Massenpublikum erreichen sollen.

    Je nach Zweck der Befragung ist auch der richtige Zeitpunkt wichtig. Wenn man noch Veränderungen vornehmen möchte, ist ein Rohschnitt optimal. Allzu roh sollte der Schnitt allerdings nicht sein, Titel müssen nicht zwingend vorhanden sein aber Tricksequenzen oder etwa die Musik sollten mindestens als Layout in geringerer Auflösung bzw. nicht in der Endfassung eingeschnitten sein.

    Auf diese Weise wurde etwa der Streifen "7 Zwerge- Männer allein im Wald" (Start:28.10.2004) getestet, ein Versuch, das derzeitige dünne Fernsehunterhaltungsniveau auch auf die Kinoleinwand zu portieren. Es geht das Gerücht, dass bei den Befragungen ausgerechnet der Produzent und gleichzeitig einer der Hauptdarsteller des Filmes, Otto Waalkes nicht wirklich gut abschnitt. Testscreenings können auch schmerzhaft sein.

    Oder aber ein Verleiher versucht das Potential des Filmes und das genaue Zielpublikum (Alter, Geschlecht etc.) herausfinden um zu wissen, wie man den Film am Besten herausbringt. Schließlich gibt es nur einen Kinostart, wenn der daneben geht bekommt in der Regel kein Film eine zweite Chance.

     

    Dafür kann durchaus ein bereits komplett fertiger Film getestet werden. Wer einschätzen kann, was für ein Potential ein Film beim Publikum hat, kann ziemlich präzise einschätzen, wie viele Kopien des Films bestellt, wie breit die Werbekampagnen gestreut werden müssen. Wer weiß, bei welcher Altersgruppe und welchem Geschlecht der Film am Besten ankommt, kann diese Gruppe bei der Werbung gezielter ansprechen. Dabei hilft es natürlich auch, wenn man erfährt, welche Elemente im Film am Besten angekommen sind, auch darauf kann man dann bei der Werbung abzielen.

     

    Testpublikum

    Bereits die Auswahl der Zuschauer gehört zu den aufwändigsten Arbeiten bei der Durchführung von Probevorführungen. Diese Aufgabe bindet, um einen repräsentativen Querschnitt im Publikum herbeizuführen, bereits ein kleines Team von mehreren Mitarbeitern für einige Tage. Es geht eben nicht, dass man mal eben all seine Freunde und Bekannten einlädt und nach dem Film in gemütlicher Atmosphäre ein paar Statements einholt. Entscheidend ist ja gerade die Objektivität und die gewünschte Zusammensetzung des Testpublikums. Abgesehen davon verfügt kaum ein Verleih oder Produzent über genügend persönliche Kontakte um mal eben 3-400 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren oder exakt je 200 weibliche und männliche Studenten im Alter zwischen 19 und 25 einzuladen.

     

    Auswahl

    Dabei achten die Tester (diese Screenings werden oft von PR-Agenturen durchgeführt) sehr genau darauf, wen sie zu den Probevorführungen einladen. So wird bei der Kartenbestellung am Telfon sehr genau nachgefragt, wie alt man ist, welches Geschlecht man hat, ob man Student ist oder berufstätig etc. Es kann auch berücksichtigt werden, ob die Testseher mit dem Genre Erfahrung haben, also ob sie bereits vorher vergleichbare Grusel,- Abenteuer,- Familien,- oder Zeichentrickfilme angeschaut haben.

    Nur wenn die Angaben ins gewünschte Bild passen, wird die Karte auch reserviert. Je nachdem, welche Altersstruktur gesucht wird, kann es auch schon mal vorkommen, dass man bei der telefonischen Reservierung keine Karte mehr bekommt, weil bereits zu viele junge (oder ältere) Leute zugesagt haben.

    Mitarbeiter aus der Film- und Fernsehbranche sind übrigens zu solchen Screenings nicht zugelassen.

     

    Fragebögen

    Wer den Testfilm gesehen hat, füllt anschließend den Fragebogen aus. Diese arbeiten mit einer Notenskala von 1 bis 6 sowie freien Feldern für eigene Anmerkungen. Dabei werden üblicherweise Fragen wie folgende gestellt:

     

    Wie gut gefällt Ihnen der Titel des Filmes?

    Welchen Titel würden Sie dem Film geben?

    Wie gefiel Ihnen das Ende des Filmes?

    Wie gefielen Ihnen die Hauptfiguren?

    Wie sympathisch (wie glaubhaft) fanden Sie die Hauptdarstellerin?

    Welche Szenen gefielen Ihnen sehr und welche weniger gut?

    Wodurch wurden Sie auf diese Testvorführung aufmerksam?

    Was beeinflusst Sie bei der Entscheidung für einen bestimmten Film? Zeitungsberichte, Trailer, Kritiken, Plakatierung oder Freunde?

     

    Auswertung

    Nur wenn die Fragebögen von erfahrenen Statistikern und Marketingleuten erstellt werden, kann die Auftraggebende Firma auch einen Nutzen aus den gewonnenen Daten ziehen. Selbstverständlich werden all die Erkenntnisse geheim gehalten, schließlich müssen einmal produzierte Filme gestartet werden, selbst wenn die Fragebögen verheerend ausgefallen sind.

    Für die Positionierung des Filmes am Markt ist das Genre von Bedeutung. Viele Filme bedienen gleichzeitig unterschiedliche Publikumsinteressen. Ist es eine klassische oder eher eine romantische Komödie, ein Film für alle oder eher ein Frauenfilm. Wenn man die Ankündigungen des Filmes so ausrichten kann, dass die Erwartungen des Publikums optimal bedient werden, ist der Zuschauer auch zufrieden. Nichts ist schlimmer, als ein falsches Versprechen an den Zuschauer.

    Zu den gewonnenen Erkenntnissen gehört nicht nur die Bewertung, wie der Film aufgenommen wurde, (Sehr gut, Gut, Mittel oder Schlecht) sondern auch, ob die Testseher den Film ihren Freunden empfehlen würden. Dies gibt Aufschlüsse darüber, wie lange man den Film in den Sälen halten kann. Auch die Information über besonders beliebte Szenen aus dem Film ist hilfreich für die Gestaltung von Kinotrailern oder TV-Spots.

    Hinsichtlich der Veränderungsmöglichkeiten in der Postproduktion können Fragen nach der Beliebtheit einzelner Figuren, der Musik oder des Filmendes Informationen zur Optimierung vermitteln.

    Wenn Sie also das nächste Mal eine Einladung zu einem Testscreening bekommen, können Sie mit dem guten Gefühl hingehen, die Produzenten oder Verleiher eines neuen Filmes einem bedeutenden, unvorhersehbaren und risikobehafteten Forschungsobjekt näher zu bringen: Ihrem Geschmack.

  • Geldrückflüsse

    Kinoaal

    Kinoauswertung ist eine unsichere Angelegenheit und schon lange nicht mehr die wichtigste Möglichjkeit, mit Filmen Geld zu verdienen

    Nirgendwo liegen Höhenflüge und Abstürze so nahe beieinander, wie im Filmgeschäft. Und auch wenn im Gegensatz zu anderen Ländern hierzulande eher wenig privates Kapital in die Herstellung von Filmen fließt, so sind die grundsätzlichen Mechanismen bei der Vermarktung von Filmen vergleichbar.

     

    Keine der Major-Companies in Hollywood produziert nur Erfolgsstreifen. Es sind die Hits, mit denen die Flops finanziell aufgefangen werden. Ähnlich den Sterne-Restaurants versucht man durch beste Zutaten (Drehbuch, Talent, Cast) günstige Voraussetzungen zu schaffen, doch eine Garantie für einen Erfolg ist das noch lange nicht.

     

    Kinoauswertung

    Für die Verwertung von Kinofilmen gelten überall auf der Welt ähnliche Spielregeln.

    Die erste Verwertung findet durch die Verleiher statt, die den Film für eine begrenzte Zeit von wenigen, manchmal nur zwei Wochen an die Kinos vermieten. Die Erlöse aus dem Verkauf der Kinokarten werden zwischen Kinobesitzer und Verleiher geteilt. Präzise ausgedrückt liegt der Teil, den der Kinobesitzer für die Miete des Films abführt, bei derzeitig 47,7 %. Ihr Anteil an jeder verkauften Kinokarte liegt also etwas über 52 %. Bei besonders begehrten Filmen haben einzelne Verleiher auch durchgesetzt, den Anteil der Kinobesitzer auf nur noch  43 % zu drücken. Manche Verleiher staffeln auch die Leihmieten nach der Größe der Städte. Kinos in Städten unter 50.000 Einwohnern müssen danach höhere Leihmieten (53 %) zahlen, da sie angeblich weniger Konkurrenz haben als Großstadtkinos.

     

    Erfolgsfaktoren

    Chinese Theatre LA

    Das legendäre "Chinese Theatre"

    Ausschlaggebend für einen Erfolg ist neben einem guten Film und aufwändiger Werbung für den Kinostart auch die Anzahl der Leinwände (Kinos), die den Film gleichzeitig spielen. Denn natürlich sind Werbekampagnen teuer und werden nur für einen kurzen Zeitraum auf den Kinostart hin konzipiert. Da werden Anzeigen geschaltet, Werbespots gesendet, Plakate aufgehängt, und vieles mehr. Das Marketing eines Filmstarts kann problemlos Millionenbeträge verschlingen. In den USA sind die Marketingkosten für einen Film meist genau so hoch wie seine Herstellungskosten. Wenn ein Kino den Film erst lange nach der Werbekampagne spielt, erinnert sich niemand mehr an die PR-Arbeit.

     

    Je mehr Kinos dann den Film gleichzeitig spielen, desto höher die Erfolgschancen. Früher wurden Filme Deutschlandweit mit bis zu 100 Kopien gestartet. Zuerst spielten sie in den Großstadtkinos, dann in den Außenbezirken und zuletzt in den Kleinstädten. Später galten 300 Kopien als recht viel. Inzwischen, seit Filme wie Independence Day mit fast 1000 Kopien ins Rennen gehen und damit fast alle verfügbaren Leinwände blockieren, manchmal sogar mehrere im gleichen Multiplex gleichzeitig, ist klar, welcher Wettbewerb bei Kinostarts stattfinden kann. Oft wird ein Film dann nach 2 Wochen schon vom nächsten Kinostart verdrängt. Die Verleiher beobachten auch sehr genau die Starttermine der Konkurrenz und versuchen, für ihre eigenen Titel möglichst konkurrenzarme Starttermine zu finden.

     

    Die Branche beobachtet deshalb sehr genau die Besucherzahlen an den Kinokassen. In verschiedenen Fachzeitschriften werden die Ergebnisse (box-office) veröffentlicht. Wohl und Wehe der Industrie liegen zwischen diesen wenigen Zeilen der Einspielergebnisse. Besonders genau beobachtet werden die ersten beiden Wochen. Es ist absolut normal, dass ein Film in der zweiten Woche 30 % weniger Zuschauer hat. Gehen die Besucherzahlen in der zweiten Woche aber dramatischer zurück (mehr als 50 %) dann fliegt der Film ganz schnell aus den Kinos.

     

    Video / DVD / BluRay Auswertung

    Die nächste Verwertungsstufe ist der Videoverleih-, und Verkauf. Die Dauer, über die ein Film in den Online-Videotheken, Buchläden oder Kaufhäusern früher in Stückzahlen zu vertreiben war, lag bei 5-10 Monaten. Heute ist dieses Zeitfenster oft nur wenige Monate oder gar nicht vorhanden, weil alle Vertriebswege gleichzeitig bestückt werden. Man darf diesen Markt nicht unterschätzen – es gibt zahlreiche Titel, die im Kino ein Flop, im DVD / BluRay / Streaming-Markt aber ein Verkaufshit waren. Indirekt gehören auch die Boardprogramme von Fluggesellschaften, Bahnlinien, Hotelfernsehen oder Schifflinien in dieses Segment.

     

    Fernsehauswertung

    Die nächste Verwertungsstufe sind die Pay-TV-Kanäle wie Premiere oder in Frankreich Canal+. Die Verwertungszeit kann parallel mit der Videoverwertung liegen, die Dauer ist maximal ein Jahr. Je weniger „kostenlose“ TV Sender es in einem Land gibt, desto mehr Geld haben die Pay-TV Sender zum Ankauf von Lizenzen zur Verfügung. 

     

    Die folgende, meist letzte und in Deutschland, Österreich und der Schweiz die finanziell wichtigste Verwertungsstufe ist das Free-TV, das öffentlich-rechtliche oder private Fernsehen. Die Verwertung wir hier individuell verhandelt. Die Zahl der Ausstrahlungen oder der Zeitraum der Rechteübertragung sind Kriterien der Vertragsgestaltung. Je kürzer die Lizenzzeiträume, desto öfter kann der Rechteinhaber den Film wieder veräußern.

     

    Weitere Möglichkeiten

    Eine weitere Verwertungsmöglichkeit stellen die nichtgewerblichen Bereiche dar. Damit sind Schulen, Goethe-Institute, Inter Nationes, Deutsche Welle, Filmclubs etc. gemeint. Hier sind Lizenzsummen oft auch noch nach den oben genannten Verwertungszeiten zu erzielen.

     

    Fazit 

    Es ist eher die Ausnahme, dass ein Film im Kino Millionen Zuschauer bekommt und damit zugleich auch auf den anderen Vertriebswegen (DVD, BluRay, Streaming-Dienste) hohe Rückflüsse erzielt. Oft bringen Filme erst nach vielen Jahren ihre Herstellungskosten zurück.

    Erst danach bringt ein Film Gewinne.

     

  • Das neue Drama von James Marsh handelt von Donald Crowhurst, der als Hobbysegler versucht die Welt als schnellster Mensch alleine zu umsegeln.

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Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

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