
Mit Felix Eitner ist ein großartiger Schauspieler am 8. November 2025 mit nur 58 Jahren viel zu früh verstorben. Seine Karriere begann schon recht früh, mit gerade mal 14 Jahren spielte er bereits in der Kinderserie "Schau ins Land". Er studierte später Schauspiel an der Folkwang-Hochschule in Essen, an der Otto-Falckenberg-Schule in München und an der École de Théatre Jacques Lecoq in Paris und machte Karriere als Charakterdarsteller mit einem ausgeprägten Sinn für das Komödiantische. Er spielte Theater unter anderem in München, Konstanz, Zürich, Bern und Basel.
Für seine Leistungen erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Max-Ophüls-Preis sowie einen Bambi. Dennoch haben nur wenige Regisseure ihm Gelegenheit gegeben, seine vielschichtigen schauspielerischen Fähigkeiten in Hauptrollen unter Beweis zu stellen. Felix Eitner war als Kommissar Tellheim im „Polizeiruf 110“, in der Vorabendserie „Alles Klara“ als Hauptkommissar Kleinert zu sehen, hatte über 75 Film- und Serienrollen glaubwürdig verkörpert, darunter diverse „Tatorte“, „Der Alte“ sowie unterschiedliche SOKOs.
Auch im Kino überzeugte er in Filmen wie "Nur über meine Leiche ","Der Tunnel“, "Kirschblüten – Hanami", "Kirschblüten & Dämonen" oder "Margarete Steiff“.

Ich lernte Felix anlässlich eines Schaupielworkshops gemeinsam mit meinen Studierenden kennen. In der mehrtägigen gemeinsamen Arbeit an verschiedenen Szenen unterschiedlichster Tonalität arbeitete er so differenziert und zugleich voller Fantasie, dass wir alle tief beeindruckt waren. Einer der sich feinsinnig und inspirierend in die gewählten Figuren hinein begab, der sich kritisch hinterfragte und von innen leuchtete. Was für ein Glück, diese Tage mit ihm erleben und gemeinsam an Szenen arbeiten zu dürfen.
Die unschönen Seiten der Branche hat er auch erfahren, etwa als er aus seiner langjährigen Schauspielagentur, (eine von denen, wo schon die Sekretärin so arrogrant ist, als hätten sie lauter Hollywoodstars unter Vertrag) einfach herausgeworfen wurde, weil er nicht mehr genug Umsatz generierte. Davon hat er mir erzählt, was für eine Ungeheuerlichkeit, die Agentur hatte Jahrelang bestens an ihm verdient. Und weil unser Film,- und Fernsehsystem bei Rollenbesetzungen faul ist und fast ausschließlich auf Agenturen zurückgreift, wurde er fortan weniger angefragt, wurde völlig zu Unrecht, plötzlich übersehen. Das ist alles andere als einfach in diesem manchmal wunderbaren und manchmal furchtbaren Beruf des Schauspielers. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen aus dem Jahr 2016 hat er die Film,- und TV Branche mit einem Haifischbecken verglichen.
Felix Eitner hat sich seit 2024 mehrmals mit Kollegen im VW-Bus auf Theatertournee begeben und von diesen regelmäßig in Reels auf Instagram berichtet, unter dem Titel "Mein Leben als Schauspieler". Sie zeugen von einem unausgeglichenen Mix aus Höhen und Tiefen und lassen erahnen, wie es ihm dabei erging, der immer wieder auf feinsinnige Komödienrollen und andere neue Herausforderungen in Filmen und Reihen gehofft hat. Das Theater spielen habe ihm viel Spaß gemacht, doch es sei auch knochenhart gewesen, hat er berichtet.
Im Herbst war er mit seinem Motorrad unterwegs, hat von der Schönheit der Landschaften geschwärmt, durch die er fuhr. Erst vor wenigen Wochen hat er die Ankündigung einer weiteren Theatertournee mit dem Stück "Eingeschlossene Gesellschaft" verschickt, etwa vom 31. Oktober in Recklinghausen, nur wenige Tage später, am 8. November 2025 ist er gestorben. Die Tournee sollte noch bis zum 30. November laufen und auch für 2026 waren bereits weitere Aufführungen geplant.
Wir vermissen einen großartigen Schauspieler und zugleich einen bescheidenen, sensiblen, einen feinen Menschen. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau, den Söhnen, bei seiner Familie.

