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Warrel Head Mont2 2000

 

Man kennt sie aus den "Making Of" Videos amerikanischer Blockbuster- jene Schwenkköpfe, die per Kurbel bedient werden. Da werden Kameraschwenks mit kleinen Metallkurbeln gesteuert und viele fragen sich, wie genau das denn funktioniert und warum man solche Schwenkköpfe verwendet. Was macht sie so besonders? Sie sind größer, schwerer als die meisten Hydro,- oder Fluidköpfe, wie sie zumeist in Europa gebräuchlich sind und sie sind auch deutlich teurer. Trotzdem finden sie vor allem in den USA verstärkt Verwendung, gehören fast schon zur filmischen Tradition,- die Kurbelköpfe.

 

Getriebe

Es ist schiere Mechanik, Zahnräder, Kränze die ineinander greifen, ein wenig wie das Metallbearbeitungsbetriebe von Drehbänken oder Fräsen kennen. Man kurbelt und irgendwelche Einstellschlitten verändern in minimalen Schritten ihre Position. Bei den Kurbelköpfen läuft ein Zahnrad-Halbkreis in den Getriebe-Zahnrädern und erlaubt so die vertikale bzw. die horizontale Schwenkbewegung. Es gibt, wie bei einer Gangschaltung beim Auto Über,- und Untersetzungen der Drehbewegung, der Arri Head 2 etwa besitzt 3 verschiedene Übersetzungen und einen Neutralgang.

Früher, als analoge Filmkameras enorm schwer waren, machte es durchaus Sinn, mit Kurbelköpfen zu arbeiten, bei Fluidköpfen liegt die Obergrenze bei etwa 15 KG, schwerere Kameras lassen sich mit Fluidköpfen nicht mehr so gut ausbalancieren und schwenken.Kurbelköpfe können Kameras bis 50 KG und mehr tragen, das ist eine echte Ansage. Sie heißen Arri Head 2, GearNex Gearhead, Technovison Technohead MK III S, Gearhead WORRALL etc.

 

 

Kurbelkopf 1 4000

Arrihead II, fortschrittlicher Kurbelkopf

 

Präzision

Ein weiterer wichtiger Grund liegt in der Reproduzierbarkeit der Schwenkbewegungen. Während in Europa den Schwenkern oder Kameraleuten mehr kreative Freiheit zugestanden wird, sie also auch etwas individueller schwenken dürfen, verstehen sich die Schwenker oder "Camera-Operators" eher als Ausführende, die die Vorstellungen des DOP möglichst präzise umsetzen. Da hilft ein Schwenkkopf sehr, bei dem man quasi mit der Anzahl der Drehungen ganz präzise bei jeder Wiederholung an den gleichen Endpunkten eines Schwenks landet. Wer Horizontal 14 und Vertikal 8 Umdrehungen mit der Kurbel dreht, wird bei jedem Take exakt am gleichen Endpunkt ankommen. Diese Genauigkeit kann man mit Hydroköpfen nicht erzielen.

Ein weiterer Unterschied, der allerdings nur bei geringen Abständen zum Tragen kommt, ist der Umstand, dass die Bildebene, also der Ort, wo beim analogen Film das Bildfenster und beim digitalen Film der Sensor sitzt, bei Kurbelkopf im besten Fall genau im Zentrum der Vertikalen Schwenkachse sitzt. Beim klassischen Hydrokopf sitzt diese Bildebene oder auch das optische Zentrum meist deutlich oberhalb der vertikalen Schwenkachse. Dieses leichte Kippen des Bildes bemerkt man aber nur bei sehr geringen Abständen der Objekte zur Kamera. Es gibt Hydroköpfe, die diesen Schwachpunkt ausgleichen, so genannte Nodal-Schwenkköpfe.

 

Worral Head Kurbel 2 2000

 

Die Amerikaner nennen sie auch "Gear Heads", also Getriebköpfe, was noch einmal unterstreicht, dass da Zahnräder beim Schwenken ineinander greifen. Um auch den amerikanischen Markt bedienen zu können, bauen Europäische Hersteller wie Arri ebenfalls Kurbelköpfe, sehr populär ist der Arri Head 2. Interessanterweise werden auch Bedieneinheiten für Remote-Heads, die man mit deutlich eleganteren Steuerungstools ausstatten könnte, für den US Markt gerne mit Handkurbeln versehen.

Man kann mit Kurbelköpfen sehr präzise arbeiten und bei sehr langen Brennweiten kann man auch ruhiger schwenken als mit Hydroköpfen. Grundsätzlich ist das Kurbeln allerdings nicht so intuitiv wie der Hydroschwenkkopf, deshalb muss man das Kurbeln tatsächlich trainieren und regelmäßig auffrischen, damit man es am Set auch tatsächlich beherrscht.

Wer sich einen eigenen Kurbelkopf zulegen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Während professionelle Hydro-Schwenkköpfe so ab 3-5000,- Euro Neupreis zu haben sind, kosten die Kurbelköpfe auch gerne 25 bis 30.000 Euro. Da sie so schwer sind, kommen sie eigentlich nur auf sehr robusten Stativen mit 150er Schale oder auf großen Dollies zum Einsatz.

 

Worral Head Kurbel 2000

 

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