MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Squaring the circle 5 4000

© Splendid Film GmbH

 

Regie: Anton Corbijn

Dauer: 101 Minuten

Kinostart: 14. März 2024

 

Auch wenn die große Zeit der Venyl-Schallplattencover lange vorüber ist,- für Sammler und Fans sind sie, die in den 60er und 70er Jahren für die visuelle Gestaltung enorm prägend waren, noch immer Kunstwerke. Hinter vielen der ikonografischen Cover damals steckte die von Storm Thorgerson und Aubrey Powell gegründete Grafik-Agentur Hipgnosis. Da fallen einem sehr schnell die großartigen Cover von nahezu allen Pink-Floyd-LPs, die frühen Platten von Peter Gabriel, einige von von Led Zeppelin, 10CC oder auch von Paul McCartneys Band Wings ein. Damals arbeitete man noch analog, es wurde physisch fotografiert, retuschiert, montiert. Es war eine Zeit, in welcher die künstlerischen Visionen nicht von Marketingstrategen und Verkaufsprognosen eingezwängt wurden. Storm Thorgerson und Aubrey Powell konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen und so wurden die Plattencover zu Kunstwerken, die bis in die heutige Zeit nachwirken.

Es ist geradezu zwingend, dass den Film „Squaring The Circle: The Story Of Hipgnosis“ über die Schöpfer dieser Cover von einem gemacht sein muss, dessen DNA ebenfalls von Musik durchtränkt ist,- Anton Corbijn (Regisseur von „Control“). Der hat nämlich jede Menge Videos und Fotos von großen Musiklegenden gemacht. Dank seiner Kontakte kommen in dem Film jede Menge Leute aus der Musikszene zu Wort, Doch es sind nicht alles wirklich bedeutsame Interviews, es scheint ein wenig, als wenn diese Statements von unzähligen Menschen das ersetzen müssen, was es eben nicht an Filmaufnahmen von den absolut spontanen und weitgehend anarchischen Anfängen der Agenturals Archivmaterial gibt. Wie erzählt man im Film etwas, wovon es keine Aufnahmen gibt? Manche der Interviewten erzählen auch nicht Selbsterlebtes, sondern angelesenes, das ist ein wenig schade. Weshalb wer es da tatsächlich in den Film geschafft hat, manche hatten keinerlei Berührungspunkte mit der Agentur Hipgnosis, erschließt sich den Zuschauern nicht immer.

Natürlich werden im Verlauf des Films die teilweise bereits bekannten Geschichten hinter diversen ikonischen Plattencovern erzählt, es ist einfach spannend, die Storys aus dem Mund der alternden Rock,- und Popstars wie Paul McCartney, Roger Waters, David Gilmour, Jimmy Page, Robert Plant oder Peter Gabriel zu hören. Etwa dass die Figur auf dem Cover von Pink Floyds "Wish you were here" tatsächlich brannte und so fotografiert wurde.

 

Squaring the circle 4 4000

© Splendid Film GmbH

 

In dem Film geht es aber auch um die Beziehung der beiden Agenturgründer Powell und Thorgerson, über ihre Leidenschaft starke aussagekräftige Entwürfe zu liefern und welche Geschichten hinter den Ideen steckten. Dass die Partnerschaft der beiden kreativen Köpfe irgendwann so  bitter endet, kann man fast nicht glauben und weil der Film es auch irgendwie nicht ganz auserzählt, auch nicht verstehen. Irgendwie wird da offenbar ein Teil der Story ausgelassen.

So ist es denn vor allem Thorgerson, dessen Aussagen die wichtigsten authentischen Informationen liefern und der auch zahlreiche Skizzen und Entwürfe zu dem Film beigesteuert hat. Hinter all dem liegt auch die Geschichte einer Freundschaft und ihrem Bruch Ende der 80er Jahre. Powells Statement, er ist inzwischen um die 80 Jahre alt, sitzt am Ende des Films und es lässt die Zuschauer*Innen nachdenklich zurück.

Für Fans der großen Zeit der Plattencover ein Muss.

 

Squaring the circle 3 4000

© Splendid Film GmbH

 

Gesehen von Mathias Allary

Banner K Kreativtraining pur 5000

Weitere neue Artikel

So wie einst die Nagra den Filmton revolutionierte, hatten die britischen Mischpulte die Arbeit an Filmsets radikal verändert.

Es ist schon etwas besonderes, wenn der Titel eines Films aus seiner Handlung oder seinen Dialogen entspringt...

Unsere Welt, das Leben um uns herum bietet unzählige spannende Geschichten, die geradezu danach rufen, verfilmt zu werden...

Krise oder Transformation? Ein Plädoyer für neue Formen des Dokumentarischen

Sie ist eine der ältesten Techniken, um realistische Animationen zu schaffen: Die 1914 erfundene Rotoskopie.

In Filmabspännen stehen oft viele Producer. Was machen die eigentlich alle und welche Unterschiede gibt es?

Was können sie und was können sie nicht? Rückblenden als Bruchstellen der filmischen Illusion

Welche Weihnachtsfilme werden wohl in diesem Jahr auf uns herniederschneien? Wir haben Euch den ultimativen Timetable zusammengestellt....

Der Begriff klingt bescheiden. Was macht ihn so entscheidend für die Fähigkeiten und das Funktionieren von Technik?

In diesem Interview erzählt uns der Regisseur Kevin Koch ein paar Hintergründe zu der Entstehung seines Films "Prince de la Ville", der auf der FOFS 2025 gezeigt wurde.

Auf dem FOFS 2025 teilte der Regisseur Willy Fair seine Geheimnisse mit uns, wie sein preisgekrönter Film "Death's Peak" entstand.

Die Filmgeschichte war noch jung, als erste Stummfilme künstlich erschaffene Wesen als Thema entdeckten. Wie die Roboter im Kino Karriere machten...

Der Film "Jumah" erzählt von Xingyue, die sich in Zentralchina als Außenseiterin fühlt. Wir hatten beim FOFS 2025 Gelegenheit mit den beiden Regisseurinnen zu sprechen

Nicht wenige Tonmeister meinen, es sei das beste Großmembran-Stereomikrofon der Welt. Was macht es so besonders?

Nicht immer braucht es ein hohes Budget um an der Kinokasse viel Geld einzuspielen. Welches waren erfolgreiche Low-Budget Filme?

Kurzfilme auf Filmfestivals einreichen ist gar nicht so einfach,- wie kann man seine Chancen verbessern?

Sie gehören untrennbar zur Ikonographie des Horrors: Zombies. Die Rückkehr der – nicht mehr ganz so frischen – Toten ist ein popkultureller Dauerbrenner.

Adobe baut seine Firefly KI zu einem Produktionszentrum aus und erfüllt damit viele Wünsche...