Tenrikyo, une tradition en toge noire
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 Tenrikyo, une tradition en toge noire COD 2006 REGIE: Mesmer Rufin Mbou Mikima  |
Horizonte
Regie: Mesmer Rufin Mbou Mikima
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Der zweite Dokumentarfilm von Mesmer Rufin Mbou Mikima erzĂ€hlt ĂŒber das seit Generationen praktizierte Gewohnheitsrecht in Tenrikyo, einem Viertel in Kongos Hauptstadt Brazzaville. Von Privatpersonen ausgeĂŒbt, die ohne juristische Ausbildung das Amt des Richters bekleiden. Von der staatlichen Gerichtsbarkeit als Form der Rechtssprechung offiziell nicht anerkannt aber inoffiziell toleriert. So wird durch ein BĂŒrgertribunal nach der Verhandlung der Schuldige nicht zu einer Haftstrafe verurteilt, sondern der jahrhundertealten Tradition folgend zu spirituellen Riten und Zeremonien fĂŒr BuĂe und LĂ€uterung verpflichtet. Die im Verlauf des Films vorgestellten GerichtsfĂ€lle reprĂ€sentieren die Mehrzahl der in Tenrikyo vorgelegten Beschwerden.
Aus einem gesammelten Filmmaterial von 60 Stunden hat der Regisseur fĂŒr seinen Film besondere GerichtsfĂ€lle heraussondiert und zu einer interessanten sechzigminĂŒtigen Zeitreise in eine vergangene Gerichtstradition aufbereitet.
So muss sich eine junge Frau, die obwohl verheiratet mit einem anderen Mann zusammenlebt, sich nach Entdeckung vor dem Tribunal gegen die Klage ihres Ă€lteren Mannes verantworten. Anstelle einer trockenen nĂŒchternen Verhandlung entpuppt sich hier der Gerichtsaal als eine TheaterbĂŒhne, auf der die eloquenten beredeten GerichtsmĂ€nner in schwarzer Robe mit Witz und Rhetorik das Urteil nach Beratschlagen verkĂŒnden.
Da gibt es das junge Ehepaar, das sich scheiden lassen will und der Scheidungsrichter dieses Ritual mit lautstarker Gestik zu einem besonderen spirituellen Ereignis anheizt.
Und schlieĂlich die elegante aber lautstarke AnwĂ€ltin im Dienst der Vereinten Nationen mit ihrer alten Mutter als Prozessbeteiligte. Sie zeigt sich nicht einverstanden mit den alten Ritualen. In hitziger Diskussion versucht sie mit dem DienstĂ€ltesten die Gruppe von GerichtsmĂ€nnern ĂŒber die RĂŒckstĂ€ndigkeit ihrer Tradition aufzuklĂ€ren und einen Skandal heraufbeschwört durch ihre Weigerung der Teilnahme am Ritual.
Der Regisseur behandelt in seinem Film eine sehr widersprĂŒchliche Gerichtspraxis, die dem Betrachter in der heutigen modernen Zeit als unzeitgemÀà und ungewöhnlich erscheint. In authentischer Weise beleuchtet er eine Tradition von Menschen, die nicht der Gegenwart zugewandt scheinen wollen und Sinn und VerstĂ€ndnis in den Methoden ihrer VorvĂ€ter aus der Vergangenheit zu finden scheinen. Ein Film, der zum Nachdenken anregt ĂŒber eine Welt, deren modernes und weitgereistes Gerichtssystem doch den Status Quo darzustellen gedenkt.
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Gesehen von Roderik Helms
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