St. John's Wort
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St. John's Wort J 2001 REGIE: Ten Shimoyama
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Regie: Ten Shimoyama
Der Videospieldesigner Kohei (Yoichiro Saito) und seine Ex-Freundin Nami (Megumi Okina) wollen sich für ein Computerspiel Inspirationen in einem abseits gelegenes Haus holen. Alles auf eine Digitalkamera aufzeichnend durchstreifen sie das Gebäude und finden dabei immer mehr Indizien auf Namis Vergangenheit. Es handelt sich um ihr Geburtshaus, das einst von ihrem Vater, einem exzentrischen Künstler, bewohnt wurde. Langsam deutet immer mehr auf ein schreckliches Geheimnis hin, das sich in dem Haus und somit auch in Namis Vergangenheit verbirgt...
Gleich am Anfang des Filmes wird der Zuschauer in einen Sog von surrealistischen Bildern, hektischen Kamerabewegungen und grellen Farben gezogen. Diese extreme Darstellung wirkt erst sehr experimentell, fügt sich dann aber gut in den Verlauf der Geschichte ein. Der Aufbau des Filmes ähnelt einem Computerspiel, man wird den Gedanken einfach nicht los, dass die beiden Protagonisten sich in einem digitalen Horror-Action-Adventure à la „Resident Evil" befinden. Die Story ist eigentlich schnell abgehandelt und an sich nichts besonderes, doch die Umsetzung ist sehr gut gelungen. Regisseur Ten Shimoyama schafft auf einfach Weise eine düstere Grundstimmung und vermischt dabei reale und digitale Welten. Unterstützt durch die wackligen Handkamera-Bilder und die hervorragenden Geräuscheffekte erzeugt der Film eine beklemmende Atmosphäre, manchmal etwas durchschaubar aber durchaus funktionierend. So sieht das Kino des 21. Jahrhunderts aus.
Michael Metz

Aufgrund des Titels denkt man, dass "Stage Beauty" mal wieder ein neuer Tanzfilm mit schönen Menschen und der Sehnsucht nach einer tollen Karriere ist. Jedoch auch wenn es sich um ein Historiendrama im Jahre 1660 handelt, ist die Story nicht neu.
Star Wars Episode III- Die Rache der Sith
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Star Wars Episode III- Die Rache der Sith USA 2005 REGIE: Georges Lucas DARSTELLER: Natalie Portman, Hayden Christensen, Ewan McGregor, Christopher Lee, Samuel L. Jackson, Frank Oz, Ian McDiarmid |
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Regie: Georges Lucas
Kinostart: 19. Mai 2005
Viel muss man über diesen Film eh nicht mehr erzählen. Die Fans wissen seit zwanzig Jahren, was uns diese Episode aus dem Krieg der Sterne bringen wird- und wer es bis jetzt geschafft hat, sich dem Hype der bisher erschienenen fünf Episoden zu entziehen, wird vermutlich nicht mehr damit anfangen.
Was sich George Lucas vorgenommen hat, ist klar: die noch offenen Stränge des Mammutprojekts müssen zusammengeführt werden, und zwar so, dass die Erklärungen nicht zu billig wirken; außerdem soll "Die Rache der Sith" einen furiosen Schlusspunkt der Saga bilden. Und nicht zuletzt wollen eine Menge Fans für eine schwache Episode 1 entschädigt werden.
Sein Vorhaben gelingt Lucas zumindest so gut, dass man guten Gewissens behaupten kann, "Die Rache der Sith" sei der beste StarWars-Film- zumindest der neuen Trilogie. Natürlich soll hier nicht zu viel verraten werden für die, die keine Karten für eine Vorpremiere bekommen haben. In diesem Teil wird gezeigt, was eh schon feststand:
wie sich Annakin vom Imperator auf die dunkle Seite der Macht ziehen lässt und die Jagd auf die Jedi beginnt. Es wird erzählt, wie es dazu kommt, dass einzig Yoda und Obi-Wan Kenobi die Klonkriege überleben und ins Exil gehen.
Auch kleine Details werden geklärt: wie der Imperator zu seinem Schrumpfgesicht kommt und Darth Vader zu seinem Asthma, warum Luke und Leia als Waisen und getrennt voneinander aufwachsen, warum die Sturmtruppen jetzt nicht mehr zu den Guten, sondern den Bösen gehören und- die interessanteste Frage überhaupt: warum Darth Vader überhaupt jene schwarze Zwangsjacke tragen muss, bei der man unweigerlich an Lord Helmchen in Mel Brooks genialer Verarsche "Spaceballs" denken muss.
Wie nicht anders zu erwarten, sind die Tricks atemberaubend und wieder ein Lichtjahr perfekter als in der vorigen Episode. Während man in Episode II noch genau merkt, wann digitale Effekte eingefügt wurden (vor allem in der Liebesnest-Szene zwischen Amidala und Anakin), fragt man sich in Episode III, was denn da noch echt und handgemacht ist- allzu viel dürfte es eh nicht mehr gewesen sein, wenn selbst der 82jährige Christopher Lee beim Kämpfen Saltos schlägt.
Insgesamt scheint "Die Rache der Sith" tiefgründiger zu sein als die Vorgänger. Die Süddeutsche Zeitung stellte- wobei diese auch nicht besonders subtil in den Film eingefügt ist- eine offensichtliche biblische Symbolik fest: Amidalas Frisur ähnelt einmal einem Heiligenschein, und Anakins Endkampf mit Obi-Wan Kenobi, bevor er sich entgültig in den Mann aus Lack und Leder verwandelt, wird als Höllenfahrt inszeniert- Anakin scheint ein Teufel zu sein, und ist doch nur einen Pakt mit diesem eingegangen.
Ansonsten hört George Lucas auf sein Publikum. Die Lieblinge Yoda und R2-D2 haben ihre großen Auftritte, und überhaupt ist alles so bombastisch, dass man (wie immer) über sehr viele sehr dämliche Dialoge und unrealistische Details mit ebenso viel Nostalgie hinwegsieht.
Schade ist, dass es Lucas trotz aller Bemühungen nicht gelingt, die Wandlung des Anakin 100%ig schlüssig nachvollziehbar zu machen. Zu schnell wird dieser zur kindermordenden Killermaschine, allzu unwichtig ist plötzlich der eigentliche Grund für seine Wandlung. Und die Auferstehung als Darth Vader ist leider etwas arg lächerlich geraten- Frankensteins Monster im Remake. Nicht alle Verknüpfungen gelingen außerdem: Wie Luke und Leia zu ihren Namen kommen, kann (wie eigentlich so vieles) nicht wirklich ernst genommen werden.
Wirklich interessant sind eh die Fakten rund um den Film: zum Beispiel, dass allen der Verkauf von Previewkarten für Mittwochabend um die 20 Mio. Dollar eingebracht hat. Um George Lucas müssen wir uns also wohl keine Sorgen machen, wenn die Filmserie mit einem der coolsten Bösewichter zuende erzählt ist.
Was soll's- echte Fans lassen sich eh nicht schocken (und könnten mal mitzählen, wie oft in dieser Episode eigentlich Amidalas Frisur wechselt...). Und alle anderen werden wohl nie verstehen, was denn nun eigentlich den Reiz der Saga ausmacht.
Gesehen von Johannes Prokop




