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Filmschoolfest Beam 4000

 

Für die diesjährige Ausgabe des Münchner Filmfestivals für Filme von Filmhochschüler*Innen sind wieder Studierende aus der ganzen Welt angereist. 40 Kurzfilme aus 21 Ländern werden in zehn Programmen gezeigt und konkurrieren miteinander um die begehrten Awards. Im Internationalen Wettbewerb werden zehn Preise verliehen - die zusammen rund 35.000 Euro Wert darstellen. So etwa der Hauptpreis für den Besten Film, die Preise für das beste Drehbuch, den besten Animationsfilm, den besten Dokumentarfilm oder die beste Kameraarbeit.

 

Preisträger*Innen Climate Clip Award

Während der Eröffnung des Festivals wurden bereits die Climate Clip Awards an kurze Clips zum Thema Umwelt in einem Sonderwettbewerb vergeben.

Der erste Preis (dotiert mit 3.000 Euro) ging an Alper Bozkurt aus UK für THE LAST SHADE.

Platz zwei (2.000 Euro) ging an Christian León aus Kolumbien für ONCE UPON A TIME: EARTH

Dritter Preis (1.000 Euro) ging an Vahid Omidi aus Afghanistan für FISHERMAN.

 

Preisträger*Innen Wettbewerb

VFF Young Talent Award
„We Know How Beautiful They Were, These Islands” von Younès Ben Slimane (Le Fresnoy, Frankreich)
Lobende Erwähnung für „Black Hole Legion“ von Jonathan Omer Mizrahi

ARRI-Preis für den Besten Dokumentarfilm
„The Empty Sphere“ (Le Fresnoy, Frankreich) von Stéphanie Roland
Lobende Erwähnung für Daniel Asadi Faezi und
Mila Zhluktenko für „Aralkum“

Preis für das beste Drehbuch
für Drehbuchautorin und Regisseurin Naama Shmueli für „Silent One“

Animation Award
„Zoon“ von Jonatan Schwenk

Beste Produktion eines Films einer europäischen Hochschule
Mo Harawe, Regisseur und Produzent von „Will My Parents Come to See Me“

Student Camera Award
„The Forgotten“ Kameramann Sergio Ruiz

ARTE-Kurzfilmpreis
„Alba Vulva“ von Dorka Vermes (FreeSZFE Society, Ungarn)

Wolfgang-Längsfeld-Preis
„Liquid Bread“ von Alica Bednáriková

Prix Interculturel
„Love Death and Everything in Between“ von Soham Kundu

Publikumspreis
„I Was Never Really Here“ von Gabriel B. Arrahnio

 

In einer Sonderreihe sind drei Filme der renommierten israelischen Steve Tisch School zu sehen.

 

Filmschoolfest wall 4000

 

In den 10 Programmen geht es in jedem einzelnen um ein anderes Thema. "Der Mensch ist selbst sein schlimmster Feind" lautet etwa das Motto von Programm 3. Die Filme erzählen von der menschengemachten Zerstörung von Lebensräumen, Natur und Kulturen. Programm 8 handelt dagegen von Überlebenskämpfen, Verlusten und Trauer. Es wird gezeigt, wie die Menschen in den Straßen von Rio de Janeiro ums Überleben kämpfen, wie Eltern den Tod ihres Sohnes betrauern und wie es für manche Menschen eine Herausforderung sein kann, von der eigenen Couch aufzustehen. Es werden zum Beispiel die FIlme "Neon Phantom" (Leonardo Martinelli, 21) oder "Theorie und Praxis" (Leonie Minor, 21) aufgeführt. Im Programm 10 versuchen die Filmemacher alltägliche Situationen authentisch mit der Kamera aufzuzeigen. Die Filme zeigen Menschen aus den verschiedensten Generationen und Ländern, demnach haben sie alle auch andere Probleme und Alltäge.

Neben den 10 Programmen gibt es noch das HFF Specials, wo eine Auswahl der besten Kurzfilme der Hochschule für Fernsehen und Film München. Thematisch und erzählerisch sind die Filme sehr unterschiedlich.

Das Movie-College Team ist für Euch dabei und wird über die Filme und das Festival berichten.

 

Standfoto Rooms 4000

 

HFF Special 1

Am Montag fand das HFF Special 1 statt. Hier wurden 4 Filme von Studierenden der HFF gezeigt. Der erste Film "The Door of Return" von Kokutekeleza Musebeni und Anna Zhukovets ist ein Mix aus Dokumentarfilm und Sci-Fi. Im Jahr 2440 besiedeln die Menschen den Saturn und sind von Rassismus, Sexismus und Kapitalismus befreit. Eine schwarze Frau muss nun zurück in das Jahr 2020 reisen, wo Rassismus für Afro-Deutsche noch allgegenwärtig war. Der Film zeigt ohne Verschönerung die Realität der Afro-Deutschen im Jahr 2020. In Interviews erzählen verschiedene Frauen ihre Geschichten in denen sie Rassismus erlebt haben. Durch die Emotionen der Interviewten fühlt der Zuschauende mit den Interviewten mit. Als die Zeitreisende zum Ende des Films endlich in unsere Gegenwart zurückreist und sich mitten in einer Black Lives Matter Demonstration befindet, ist die Kameraführung so gewählt, dass der Zuschauende sich als Teil der Menge wahrnimmt, was sehr mitreißend ist.

Der Shortfilm "Clean Aid" von Valentin Dittlmann, Hannes Werner und Felix Zachau zeigt einen Droiden, der die Straßen aufräumt. Gesteuert wird er von einer alten Frau. Als der Roboter nun eine Stereo-Anlage unter all dem Müll findet und diese sogar noch funktioniert, verändert sich die komplette Atmosphäre des Films. Von der gedrückten Stimmung am Anfang ist kaum mehr etwas zu spüren, denn die fröhliche Musik nimmt den Zuschauer augenblicklich mit, denn nicht nur der Roboter beginnt zu tanzen, auch die alte Frau im Rollstuhl wippt nun den Fuße im Takt der Musik. Am Ende findet der Zuschauer heraus, dass die alte Frau einmal Rollschuhfahrerin war und entdeckt sofort die Ähnlichkeit in den Bewegungen des Roboters. Auch ohne Gespräche baut der Kurzfilm eine Spannung auf und bildet sogar eine kleine Spannungskurve.

Im Film "Milktooth" von Boris Gavrilović geht es um eine Mutter, die einen Zufluchtsort braucht und diesen bei ihrer Tochter findet, obwohl diese eigentlich ihre Mutter auf Abstand halten möchte. Das Verhältnis der beiden wird im Film sehr schnell deutlich. So fährt die Mutter ihrer Tochter oft durch die Haare, doch diese wehrt sich dagegen. Auch das ungemütliche Schlafsofa für die Mutter lässt auf keine gute Beziehung schließen. Spannend zu sehen war, dass die beiden sich meist auf serbisch unterhalten haben, doch die Tochter immer mal wieder ins Deutsch übergeht. Dadurch erlangt sie Distanz zu ihrer Mutter. Die harte Thematik wird durch das Schwarz-Weiß nochmal untersützt. Am Ende des Films wird die Mutter von ihrer Tochter aus der Wohnung geschmissen.

 

Standfoto 963 4000

 

Von Daood Alabdulaa wurde der schwarz-weiß Film "+963" gezeigt. Hier geht es um die Folter im syrischen Gefängnis. Zusehen waren Männer die auf dem kalten Boden lagen, mit einer Nummer auf der Stirn. Es ist still, bis auf einen Mann der immer wieder die Telefonnumer seines Zuhauses aufsagt. Als ein Wachmann hereinkommt und nach einem Mann sucht und sich alle an der Wand aufstellen, wird die Angst über deutlich. Durch das nun eindringlichere und ängstlichere Aufsagen der Nummer steigt die Spannung. Im Hintergrund hört man, wie ein Mann zusammengeschlagen wird. Obwohl weder der Wachmann noch der Gefangenen gezeigt wird, möchte der Zuschauende selbst nur aus diesem Gefängnis heraus. Kurze Erleichterung verspürt der Zuschauende, wenn der Gefangene sich in einer Art Partkhaus befindet, doch die Erleichterung hält nicht lange, als der Zuschauende die Abmagerung, den beschwerten Gang und den geqälten Gesichtsausdruck wahrnimmt.

Der Kurzfilm "Rooms" von Welf Reinhart, der einen Studenten-Oskar gewonnen hat, zeigt ein altes Pärchen, das gezwungen wird aus seiner Wohnung ausziehen. Zunächst scheint, das Ganze nicht weltbewegend zu sein, denn schell begeben sich die zwei auf Wohnungssuche. Doch bald bemerken sie, dass Wohnungen Mangelware und keinenfalls leicht zu haben sind. Ihre Verzweiflung im Laufe des FIlm wird immer Größer. Dies zeigt sich vor allem im Verhalten des Mannes, während er anfangs noch recht ruhig ist, verliert er zum Ende hin immer mehr die Nerven und möchte sogar am Ende nicht aus der Wohnung heraus, sodass die Polzei kommen muss. Die einzige Wohnung, die sie gefunden haben, ist dreckig und kaputt. Am Ende schaffen sie gemeinsam dann doch sich heimig zu fühlen. Der Film zeigt auf gefühlvolle und eindringliche Weise das Problem des Wohnungsmangels in Deutschland auf. Lediglich die Zeitsprünge im Film sind etwas verwirrend, da nicht gleich klar ist ob nun 14 Monate vergangen sind oder das Ehepaar nun früher mit Zwangsräumung aus der Wohnung gezwungen wird. Außerdem kann bei manchen Zuschauenden auch die Frage aufkommen, warum der Mann nicht froh ist, zumindest eine Wohnung gefunden zu haben, sodass der nicht auf der Straße leben muss. Vermutlich liegt die Antowrt darin, dass er sich ein besseres Zuhause für seine Frau wünscht, die trotz ihres rentenalters noch immer abends arbeitet. Die Liebesbeziehung der beiden wird durch Szenen, wie das gemeinsam Duschen oder auch Alltagsszenen, wie gemeinsames Kaffe trinken sehr deutlich.

 Screenshot LoveDad 4000

 

Am dritten Festivaltag wurden die Programme 5 und 6 gezeigt, welche jeweils vier Filme umfassten.

Ein Film von Regisseurin Magdalena Chmielewska trägt den Titel "Lullaby" und handelt von einem jungen Mädchen, die unter einer Schlafstörung leidet. Da sie nachts nicht schlafen kann, versucht sie einen Ruheplatz bei Ihren Freund*Innen zu finden und gerät dabei in einige Konfliktsituationen. Der Film zeigt eindrucksvoll die innere Verzweifelung der Protagonistin aber auch den äußeren Konflikt mit anderen Kontaktpersonen, besonders mit Ihrem Freund Max. Die Zuschauer*innen werden über den Ausgang des Films lange im Dunkeln gelassen. Es ist nicht schwer sich in die Hauptperson hineinzuversetzen, da der Film kaum mit Musik sondern mit Geräuschen der Umgebung arbeitet.

Das Programm 6 thematisierte viel Misskommunikation, besonders in Bezug auf väterliche Beziehungen. In Diana Cam Van Nguyens Film erzählt die Regisseurin von ihrer eigenen Beziehung mit Ihrem Vater. Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, da seine Frau keinen Sohn zur Welt gebracht hatte und somit keinen Erben hervorgebracht hat, versucht die Tochter durch einen Brief die Beziehung zu ihrem Vater wieder neu aufzubauen. Die Tochter wählt den Brief als Medium der Kommunikation, weil sie mit Briefen eine enge Verbindung zu ihrem Vater assoziiert, als dieser eine Zeit lang im Gefängnis war. Die Gestaltung des Films sieht ebenfalls aus, als wäre dieser auf Papier entstanden. Somit fühlt sich der Zuschauer als wäre er selbst Teil des Briefs und der Geschichte und kann sich dadurch mehr in die Hauptperson hineinversetzen.

 

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