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Daten

Dialog mit meinem Gärtner

109 Min. Frankreich 2007

REGIE: Jean Becker
DREHBUCH: Jean Becker, Jacques Monnet, Jean Cosmos

BUCHVORLAGE: Henri Cueco

DARSTELLER: Daniel Auteuil, Jean-Pierre Darroussin, Fanny Cottencon, Alexia Barlier, Hiam Abbass, Elodie Navarre

 

Regie: Jean Becker

Kinostart: 20. Dezember 2007

Hochsommer in Frankreich. Ein erfolgreicher Maler aus Paris kehrt zur Lebensmitte hin wieder in das Haus seiner Eltern auf dem Land zurück. Er möchte sich dort niederlassen und trifft bei der Suche nach einem geeigneten Gärtner für das Grundstück auf einen ehemaligen Schulfreund.

Die Erinnerung an die vergangenen Zeiten verbindet die heute so unterschiedlichen Männer und lässt eine neue, respektvolle Beziehung entstehen, die rasch zu einer tiefen Freundschaft wird.

„Dujardin" und „Dupinceau", wie sich sich gegenseitig nennen, werden von nun an ihre Tage teilen und nach und nach Einblicke in die Welt des anderen erhalten.

Der Gärtner hält dem Maler mit seiner einfachen, ehrlichen Art einen Spiegel vor und vermittelt ihm die Bedeutung seiner Tugenden. In seiner Welt sind die Tage erfüllt mit Arbeit und Fleiß; Spielchen und Allüren haben dort keinen Platz. Eine tiefe Zufriedenheit strahlt von ihm aus, die sich aus seiner Bescheidenheit ergibt. Für den Maler eine anfangs fremde Welt – in Paris ist entwaffnende Ehrlichkeit kein Mittel, um sich einen Platz in der Gesellschaft zu sichern.

Gerade diese Züge sind es aber, die den Großstadtmenschen anziehen. Seiner Rolle in Paris entbunden, kann er sich ganz auf diese Werte einlassen und ihre Reize kosten.

Er baut seine Staffelei im Schatten der Bäume auf, neben denen sein neuer, alter Freund Salate pflanzt und die Rosenstöcke pflegt. Die Hingabe, mit der Dujardin seiner Arbeit nachgeht, fasziniert ihn. Langsam beginnt er zu verstehen, welche Befriedigung in den Gemüsebeeten zu finden ist, und dass der Sinn des Lebens nicht nur mit mentalen Höhenflügen zu erreichen ist.

Auf der anderen Seite beginnt auch der Gärtner, die Staffeleien mit einem anderen Auge zu sehen. Die bunten Farbkleckse ordnen sich unter den erklärenden Worten Dupinceaus zu erstaunlichen Kompositionen, die sich einen neuen Platz in der Welt des Gärtners erwirken.

Der gegenseitige Respekt ermöglicht es ihnen erst, mit ehrlichem Interesse in die Welt des Anderen einzutreten.

Auf gleicher Augenhöhe diskutieren sie in den Ruhepausen über Farben und Familie, über Rosen und die Frauen, über Gott und das Glück. So wie Dujardin seinem Freund Lektionen in Sachen Salat hält, wird dieser ihm später den Louvre zeigen.

Trotz der unterschiedlichen Lebensumstände und der unterschiedlichen Prägung können beide sich viel geben und vom Anderen lernen. Eine in ihrer Einfachheit bestechende Geschichte über das Leben mit all seinen schönen und traurigen Momenten, über Freundschaft und über Zufriedenheit.

Jean Becker hat hier einen kleinen Edelstein geschaffen, eine Wohltat für den atemlosen Stadtmenschen, eine wohlgemeinte Mahnung, im Leben seinen Träumen zu folgen, aber sich selbst auf dem Weg dorthin nicht zu verlieren. Seine beiden Protagonisten tragen die Handlung mit ihrer starken Präsenz, gerade Jean-Pierre Darroussin in der Rolle des Gärtners besticht durch seine durchdringende Art.

In warmen, flirrenden Bildern fängt Becker sie Stimmung eines Sommers ein, der einige Menschen verändern, Kehrtwendungen provozieren  und viele neue Fragen aufwerfen wird. Eine wohltuende Hitze, die nach einem arbeitsreichen Tag ausklingt aber nachwirkt.

 

Gesehen von Ana Püschel

 

© 1999-2007
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