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Pan's Labyrinth

 

Pan's Labyrinth

Daten

Pan's Labyrinth

112 Min., E, Mex., USA  2006

REGIE: Guillermo del Torro

DREHBUCH: Guillermo del Torro
KAMERA: Guillermo Navarro
SCHNITT: Bernat Vilaplana
MUSIK: Javier Navarrete

DARSTELLER: Sergi López, Maribel Verdú, Ivana Baquero

 

Regie: Guillermo del Torro

Kinostart: 22. Februar 2007

Spanien, 1944 gegen Ende des 2. Weltkrieges. In dem Land kämpfen Partisanen gegen das faschistische Regime des Diktators Franco. In dieser unruhigen Zeit ziehen Ofélia (Ivana Baquero) und ihre schwangere Mutter Carmen (Ariadna Gil) zu ihrem neuen Ehemann und Stiefvater Vidal (Sergi López), einen brutalen Militär, der in dem alten Haus in den Bergen in Francos Namen einen Stützpunkt anführt, mit dem Befehl, die in den umliegenden Wäldern versteckten Partisanen zu eliminieren. Schon bei der ersten Begegnung bekundet Vidal Ofélia seine Abneigung, ist sie doch nicht sein Fleisch und Blut sondern das Anhängsel seiner Ehefrau, die er, schnell wird dies deutlich, auch nur aus einem Grund geheiratet hat: ein männlicher Nachkomme muss geboren werden. In dieser beklemmenden Atmosphäre des Fanatismus und der Gewalt denkt sich die verträumte und an Magie glaubende Ofélia in eine Märchenwelt, direkt hinter der Festung im Wald in einem versteckten Labyrinth. Dort begegnet sie einem Pan (Doug Jones), der ihr eröffnet sie sei eine verloren gegangene Prinzessin aus dem unterirdischen Königreichreich, in das sie aber nur zurückkehren könne, wenn sie drei Aufgaben erfülle. So macht sich das Mädchen an das Knacken der Aufgaben, grüßt mit einem schüchtern- höflichen Hola fette Schleimkröten, kinderfressende Bestien und die zugegeben in diesem Film recht unüblichen Verdächtigen. Und je schlimmer die Wirklichkeit sich entwickelt, desto unheimlicher wird Ofélias Gedankenwelt, desto schwieriger werden ihre Prüfungen. Die Zauberwelt mit ihren Aufgaben dient als Spiegelbild der Realität um Vidals Grausamkeiten von denen sie zwar nicht jedes Detail erfährt, aber doch erahnt und erspürt. Letztendlich kommt es zum Show- down zwischen den Fronten Gut und Böse, und obwohl die Gruppe der Partisanen diesen sehr persönlichen Kampf, in dem es mehr um den Sieg über Vidal geht als um den großen gegen Franco, gewinnen, fehlt das Happy- End, da man weiß, dass die Geschichte einen anderen Weg gegangen ist.

Auch wenn dieser Film an ein Märchen erinnert, die Protagonistin ein Kind ist und es nur so von Königen, Prinzessinnen, Feen, Panen und anderen Zauberwesen trotz, kriegt der Zuschauer den Krieg mit seinen Amputationen, Folter und Tod so unverblümt vor die Augen gesetzt, dass man schnell vergessen sollte seine Sprösslinge in diesen "zauberhaften Märchenfilm" an einem Sonntagnachmittag mitzunehmen. Selbst bei dem wohlgesinnten Pan weiß man bis zum Schluss nicht, ob Ofélia ihm wirklich trauen kann, denn er ist kein magischer Helfer im Sinne eines Fuchurs, sondern undurchsichtig und angsteinflößend. Für Ofélia heißt es genau so wie für die Partisanen im Wald oder deren Verbündete im Haus, ja wie sogar für den mächtigen Hauptmann Vidal: Vorsicht, du kannst niemandem vertrauen.
Guillermo del Toros Wesen sind unheimlicher, brutaler, rücksichtsloser als man es sonst gewohnt ist, ebenso wie Menschen im Krieg, im Fanatismus unmenschlicher und grausamer werden. Somit muss man den Film sehen als das was er ist: eine Parabel auf den Krieg aus den Augen eines Kindes.
Es verwundert nicht, dass der Film als Oscar- Beitrag 2007 für Mexico ausgewählt wurde.
Prädikat: besonders wertvoll, aber: for adults only

 

Gesehen von Agata Wozniak

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