Filmvertrag

  • Projektentwicklung

    Stoffrechte (Basic rights agreement)

    Ein Produzent, der ein Projekt entwickeln und verfilmen möchte, welches auf einer bereits vorhandenen Vorlage basiert (Theaterstück, Roman, Kurzgeschichte, exklusive Geschichte etc.), muss das Recht erwerben, dieses zu verwenden und als Film zu verwerten. Es macht keinen Sinn, ein Drehbuch oder gar einen Film zu verwirklichen, über dessen Stoffrechte man nicht verfügt. Das wird keine Förderung unterstützen, kein Fernsehsender senden, kein Filmverleiher ins Kino bringen.

    Wer sich nicht sicher ist, ob das geplante Projekt auch zustande kommt, kann einen Stoff auch optionieren. Der Stoff wird dann für einen begrenzten Zeitraum quasi für den Produzenten reserviert und es wird zunächst nur eine kleinere Summe fällig. In diesem Optionsvertrag wird auch festgelegt, welcher Lizenzbetrag fällig wird, wenn das Projekt zustande kommt und welchen Umfang die Rechte in diesem Fall haben. (Dauer, Territorien etc.)

     

    Auf jeden Fall sollte der Produzent die Rechte möglichst frühzeitig erwerben oder optionieren. Häufig hat man es ohnehin mit Verlagen zu tun, die bemüht sind, möglichst hohe Erlöse für ihre Rechte zu erzielen. Je fortgeschrittener ein Projekt ist, desto teurer werden in der Regel solche Rechte gehandelt.

     

    Drehbuchvertrag  (Writer´s agreement)

    Ganz gleich ob es sich um ein Originaldrehbuch oder eines nach einer vorhandenen Buchvorlage handelt, der Drehbuchautor erbringt eine kreative Leistung und hat damit Urheber-, sowie Nutzungsrechte an diesem Drehbuch. Während die Urheberrechte nicht übertragbar sind, erwirbt der Produzent die Nutzungsrechte. Ist ein Drehbuch noch gar nicht geschrieben, und der Produzent beauftragt den Drehbuchautor damit, so fixiert der Vertrag Art und Umfang der Rechte, der Verwertung, sowie das Honorar. Darüber hinaus hält man auch fest, wie viele Versionen des Drehbuchs (drafts) der Autor erstellen muss, falls der Produzent nicht mit der ersten Fassung zufrieden ist.

     

    Ähnlich wie beim Optionieren eines Stoffes kann der Vertrag auch verschiedene Stufen des Honorars beinhalten. Ein kleinerer Betrag für das Schreiben selbst gezahlt. Ein zusätzlicher Betrag wird fällig falls das Drehbuch tatsächlich verfilmt wird.

    Ganz wichtig bei Originaldrehbüchern ist auch eine Klausel wonach der Autor versichert, Inhaber der Rechte an Idee und Stoff zu sein, keine Rechte anderer zu verletzen und den Produzenten von allen Ansprüchen Dritter freizustellen.

     

    Auch die Rechte-Situation in Zusammenhang mit möglichen anderen Publikationen etwa Buch zum Film etc. wird im Vertrag geklärt. Dabei sind auch die prozentualen Beteiligungen an möglichen Einnahmen aus diesen Drittverwertungen zu klären. Schließlich sollte in dem Vertrag auch stehen, bei wem die Verwertungsrechte verbleiben, falls das Projekt vom Produzenten nicht verwirklicht wird.

     

    Projekt- Entwicklungsvertrag  (Development agreement)

    Wenn die Finanzierung der Projektentwicklung nicht vom Produzenten selbst aufgebracht wird, sondern von Dritten stammt, so ist auch darüber ein Vertrag zu schließen. Dritte können zum Beispiel Förderungen, Fernsehanstalten, Filmverleiher oder Investoren sein.

     

    Sinn dieser Verträge ist es, den Finanziers eine Aussicht auf Rückzahlung und Rendite oder Übertragung von Rechten zu geben, den Produzenten gleichzeitig die größtmögliche Planungsfreiheit einzuräumen. In diesen Verträgen werden die Rückzahlungsmodalitäten festgehalten, sowohl für den Fall dass das Projekt verfilmt wird, als auch für jenen, dass es gar nicht erst zustande kommt. Auch dies sollte trotz Investitionen möglich sein. Denn es ist allemal billiger, bereits im Entwicklungsstadium von einem schlechten Vorhaben Abstand zu nehmen, als daraus auch noch einen schlechten Film herzustellen.

    Wenn die Verwirklichung eines Filmes gesichert ist, beginnt die Vorproduktion (Preproduction). Weitere Verträge für die Vorproduktion werden erforderlich.

     

     

  • Der Ursprung praktisch jeden Spielfilms ist ein Drehbuch,- so etwas muss zwischen Produzent-in und Drehbuchautor-in präzise geregelt werden

  • Verträge gelten auch ohne Schriftform

    In der Filmbranche werden viele Vereinbarungen mündlich getroffen, ohne jemals per Unterschrift besiegelt zu werden. Die Filmgeschichte ist voller Vereinbarungen, die per Handschlag geschlossen, im günstigsten Fall auf irgendeine Serviette im italienischen Nobelrestaurant gekritzelt wurden. Einige Weltstars sind bekannt dafür, so gut wie nie schriftliche Verträge abzuschließen. Kim Basinger etwa hat nur für einen Bruchteil ihrer Filme Verträge unterschrieben.

     

    Das ist soweit auch durchaus möglich. Viele Rechtsgeschäfte sind – wie Juristen es ausdrücken – „formfrei“. Eine mündliche Äußerung oder Vereinbarung reicht zu ihrer Wirksamkeit aus. Wenn wir die U-Bahn oder ein Taxi besteigen, haben wir – auch ohne schriftliche Vereinbarung – einen Beförderungsvertrag geschlossen. Auch die Zusage an Schauspieler für ein Vorhaben kann bereits ohne jede schriftliche Fixierung Gültigkeit haben. Oft genug kommen sich Vertragspartner, die sich schon lange kennen, albern vor, wenn Sie über die mündliche Vereinbarung hinaus noch Papier bemühen. Doch diese Scham kann teuer werden.

     

    Man sieht sich... (vor Gericht)

    Während man bei uns durchaus gewohnt ist, dass mündliche Zusagen gerade beim Film nicht unbedingt auch gehalten werden, können solche Vereinbarungen in den USA, mithilfe der allgegenwärtigen Anwälte, in millionenschwere Entschädigungssummen verwandelt werden.

    Bekommen die Schauspieler wenige Tage vor Drehbeginn kalte Füße und sagen den Dreh ab, so kann das auch bei uns sehr schmerzliche Konsequenzen haben. Auch wenn eine Produktion erst kurz vor Drehbeginn eingesteht, dass eine empfindliche Finanzierungslücke klafft und der Dreh nicht zustande kommt, bleiben viele Geschädigte zurück.

     

    Taschengeld

    Kim Basinger etwa musste einen Rückzieher aus einer mündlichen Vereinbarung mit Main Line Pictures mit 3,8 Millionen Dollar bezahlen. Umgekehrt verklagte Jodie Foster PolyGram auf 54,5 Millionen Dollar Schadensersatz, weil eine ihr zugesagte Hauptrolle in „The Game“ anderweitig besetzt wurde.

     

    Liegt ein schriftlicher Vertrag vor, in dem Abfindungen oder Entschädigungen vereinbart sind, kann man sich darauf berufen; gab es nur einen Handschlag, wird es schwierig. Denn dann hat der Geschädigte dem Schädiger nachzuweisen, dass es diese mündliche Vereinbarung gegeben hat.

    Auch bei uns gibt es immer wieder Auseinandersetzungen vor den Arbeitsgerichten, doch die Entschädigungssummen sind deutlich niedriger. Abgesehen davon herrscht auch bei vielen Filmbeschäftigten die Angst, wenn sie gegen eine größere Institution (TV-Sender, Produktionsriese etc.) aufbegehren, bekommen sie bei dieser und den assoziierten Unternehmen nie wieder einen Job. Die Abhängigkeiten sind da recht klar vorgezeichnet. Popularität kann da schon deutlich die Bereitschaft stärken, im Zeifelsfall auch gerichtlich gegen größere Firmen vorzugehen.

     

    Beweise beweisen

    Es genügt nicht, sich auf eine mündliche Abrede oder Nebenabrede (Zusatz zu einem schriftlichen Vertrag) zu berufen. Wird diese Darstellung von der Gegenseite zurückgewiesen, und kann der/die Geschädigte keine Zeugen beibringen oder diese mündliche Absprache anderweitig beweisen, kann man nach den gesetzlichen Regeln der Beweislast seine Ansprüche nicht belegen.

    Wer nämlich im Zweifelsfall eine gerichtliche Entscheidung zu seinen Gunsten erzielen will, muss alle relevanten Absprachen beweisen. Sind nicht alle für ein Urteil notwendigen Umstände abzuklären, geht dies zu Lasten des Beweispflichtigen.

     

    Schriftform doch nicht so schlecht

    Vertragsunterlagen

    Vertragsunterlagen

    Wer sich gerichtliche Auseinandersetzungen nicht leisten kann oder will, macht schriftliche Verträge. Ein mündlich geschlossener Vertrag und auch mündliche Nebenabreden zu schriftlich geschlossenen Verträgen bergen also stets unvorhersehbare Schwierigkeiten. Deshalb führen auch fast alle schriftlichen Verträge den Zusatz „Mündliche Vereinbarungen, auch die mündliche Vereinbarung über die Aufhebung der Schriftform, sind nichtig.“ mit sich. Verträge empfehlen sich einfach aus Gründen der Beweissicherheit.

     

    Für Produzenten sehr wichtig ist auch die schriftliche Fixierung von befristeten Arbeitsverhältnissen. Jeder Anstellungsvertrag für Filmschaffende (Musterverträge finden Sie im Shop)  besitzt eigene Unterpunkte, in denen der vorgesehene Zeitraum festgelegt werden kann. Das aktuelle Arbeitsrecht, welches im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt wird, schreibt übrigens für Kündigungen seit Mai 2000 die Schriftform vor, vorher genügte auch eine mündlich ausgesprochene Kündigung.

     

    Wie sagte schon Goethe: „Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.

     

  • Rechtsbeistand

     

    Von der Entwicklung bis zur Verwertung eines Filmes hat ein Produzent eine Vielzahl von Verträgen abzuschließen. Bei millionenschweren kommerziellen Produktionen sind die Risiken besonders hoch, folgenschwere Fehler zu begehen. Hier werden gerne Kanzleien beauftragt, die sich über viele Jahre eine Expertise in Filmrecht erarbeitet haben, wie etwa SKW Schwarz in München. Wer nicht gerade über fürstliche Budgets verfügt, wird sich möglicherweise schwer tun, für Alles und Jedes einen Filmanwalt zu bestellen.

     

    Besonders Low-Budget-Produzenten stecken das dafür fällige Geld lieber in den Film und prüfen oder formulieren sogar die Verträge selbst. In vielen Fällen (Standardverträge) ist das auch durchaus denkbar, in einigen anderen birgt es größere Risiken in sich. Man muss das abwägen und unterscheiden zwischen Standardaufgaben und komplexeren Themen. Außerdem sollte man sich mit dem Thema genauer beschäftigen und den jeweils aktuellen Stand der Rechtsprechung in Vertragsmustern anpassen.

     

    Vertrag

    Der professionelle Rat eines Anwalts kann insbesondere bei ungewöhnlichen Detailfragen helfen, viel Ärger und Nachteile zu vermeiden. Hier finden Sie einen Überblick über die häufigsten Vertragsformen beim Film. Viele Standardverträge kann man aber auch mit etwas Sachverstand mit Hilfe von Vertragsmustern selbst aufsetzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, stets auf dem Laufenden zu sein, falls sich Rechtsänderungen ergeben. In Deutschland etwa müssen sämtliche Verwertungsarten explizit genannt werden. Man darf sie also nicht summieren mit Formulierungen wie "alle Verwertungsformen". Und man kann leider auch nicht "künftige Verwertungsarten" vertraglich festlegen. Wenn die jeweilige Technologie der Nutzung nicht im Vertrag erwähnt ist, gilt sie auch nicht.

     

    In den Unterkapiteln finden Sie Informationen zu verschiedenen Vertragsarten. Man sollte alles chriftlich vereinbaren, mündliche Verträge bereiten oft später Probleme. Lesen Sie hier, weshalb.

     

    Vertragsarten der Vorproduktion & Produktion

     

    Produzentenvertrag

    Koproduktionsvertrag

    Darstellervertrag

    Produktionsvertrag

    Finanzierungsvertrag

    Fördervertrag

    Regievertrag

    Drehbuchvertrag

    Projektentwicklungsvertrag

    Dienstleisterverträge

    Mitarbeiterverträge

    Rückstellungsverträge

    Musikverträge

     

    Zahlreiche Musterverträge finden Sie übrigens im Movie-College-Shop.

     

  • Was nützt der schönste Film, wenn ihn niemand anschaut?

    Auch wenn es den Kreativen eher zuwider ist über so weltliche Dinge wie das Abspiel bzw. die Verwertung eines Filmes nachzudenken, dieser Teil des Jobs ist ebenso wichtig wie die Herstellung selbst.

    Zunächst einmal ist wichtig, dass die Öffentlichkeit und potenzielle Verleiher, Filmvertriebe, Videovertriebe und Sales-Leute überhaupt davon erfahren, dass es dieses Produkt überhaupt gibt.

    Da kann man viel von der Penetranz der Werbeindustrie lernen: Namen, Titel oder Produkte müssen sich in den Köpfen fest einnisten, um eine Wirkung zu zeigen. Stetes Tröpfeln eines Produktnamens höhlt den Stein. Das gilt auch für Filme.

     

    Pressearbeit

    Sie werden vermutlich keinen Werbeetat zur Verfügung haben, umso wichtiger ist Ihre Pressearbeit (PR).

     

    Informieren Sie die Fachpresse (Kameramann, Professional Production, Zoom, Cinema etc.) noch vor Beginn der Dreharbeiten von dem Projekt.

    Sind bekannte Schauspieler eingebunden, sollten Sie auch die allgemeine Presse (Zeitungen, Zeitschriften) vor Drehbeginn informieren. Sehr hilfreich ist es, wenn Sie irgendeinen Bezug (lokal oder inhaltlich) zu der jeweiligen Publikation herstellen können.

    Während der Dreharbeiten sollten Sie der Presse per Mail, Fax oder besser Telefon Drehtage anbieten, an denen die Presse zugegen sein und ggf. Fotos machen kann. Darüber hinaus sollten Sie von der Produktion aus Fotos (Standfotos und Bilder von den Dreharbeiten) bereitstellen.

    Ist der Film fertiggestellt, sollten Sie die Presse auf die Premiere aufmerksam machen.

     

    Versuchen Sie, sobald der Film fertig ist, ein Video davon zu erstellen, und falls möglich auch eine englisch untertitelte Fassung machen zu lassen. Ein ordentlicher Flyer (kurze, gefaltete Info mit Inhalt, Stab, Produktionsdaten) und ein kleines Presseheft in gutem Layout dürfen auch nicht fehlen. Außerdem stellt man alle Presseinformationen und Fotos zugleich in digitaler Form als Electronic Press Kit EPK zur Verfügung, gerne auch im Download.

     

    Melden Sie Ihren Film zu wichtigen internationalen Filmfestivals an. Ein erfolgreicher Einsatz auf einem Festival kann den Vertrieb eines Filmes enorm erleichtern. Sobald Sie Zusagen erhalten, teilen Sie dies der Presse mit. Achten Sie darauf, es erst bei den größten Festivals (A-Festivals) zu versuchen.

     

    Märkte erschließen

    Filmverleiher sollten Sie bereits vor Drehbeginn in das Projekt einbinden. Idealerweise sollten diese (so fordern es die meisten Förderungen) auch noch eine Verleihgarantie (einen Vorschuss auf erwartete Kino- Einspielgewinne) bezahlen. Die Realität sieht aber anders aus. Man kann Verleihe nur schwer im Vorfeld vertraglich binden, es sei denn, große zugkräftige Stars spielen in dem Film mit.

    Falls es nicht gelingt, sollten Sie Verleiher erst wieder ansprechen, wenn der Film wirklich fertig ist. Halbfertige Rohfassungen am Schneidetisch irritieren Verleiher meistens. Auch wenn diese heilige Schwüre leisten, sie seien Profis und könnten sich vorstellen, wie der fertige Film mit Musik etc. aussieht – zeigen Sie keine unfertigen Filme!

    Kümmern Sie sich auch um den Markt der VOD bzw. BluRay & DVD-Vertriebe und -Verleihe! Es gibt Filme, die nie im Kino liefen und dennoch hohe Gewinne im Videobereich gemacht haben, ohne mit nackter Haut oder Gruseleffekten zu locken.

     

    Investieren Sie nicht zu viel in ein Filmplakat. Drucken Sie nur die Auflage, die Sie benötigen, am Besten im Copyshop plotten lassen. Wenn sich ein Verleih für den Film findet, wird dort ohnehin ein anderes Plakat entworfen und gedruckt. Man kann mit etwas Geschick vorläufige Plakate selbst am Computer entwerfen und mit Plottern in Copyshops Plakate in kleiner Auflage herstellen lassen, das genügt völlig für Ihre Festivalarbeit.

    Zusätzlich sollten Sie Aushangfotos in 18x24 sowie Pressefotos in 13x18 herstellen lassen. Versehen Sie die Fotos mit Aufklebern aus denen Filmtitel, Darsteller, Regie und Produktion hervorgehen. Die werden Sie brauchen, wenn der Film auf Festivals gezeigt wird.

     

    Falls Sie den Film nicht selbst vertreiben wollen, sondern dies einem erfahrenen Vertrieb überlassen wollen, sind genaue Kenntnisse der Vertragsgestaltung wichtig, damit Sie auch etwas aus Verkäufen abbekommen. Eine Liste der Weltvertriebe die in einem Verband zusammengeschlossen sind, finden Sie hier:

    http://www.vdfe.de/mitglieder.html

     

     

     

  • Fördervertrag

    Aktenordner

    Ordner voller Belege für die Abrechnung eines Films

    Diesen Vertrag schließt der Produzent mit einer oder mehreren Fördereinrichtungen. Hierin wird fixiert, welches Filmvorhaben mit welchen Gesamtherstellungskosten produziert und durch die Förderung mit welchem Betrag mitfinanziert wird. Es wird festgehalten, ob es sich um einen (nicht zurückzuzahlenden) Zuschuss oder um ein (bedingt rückzahlbares) Darlehen handelt. In letzterem Fall werden auch die Laufzeit, Rückzahlungsmodi und Verzinsung festgehalten.

     

    Auch die Auszahlung (z. B. 25% bei Projektbeginn, 25% zu Beginn der Dreharbeiten, 25% im Verlauf der Dreharbeiten, 15% bei Rohschnittabnahme und der Rest nach Prüfung der Abrechnungen) und die Voraussetzungen für die Auszahlung (z. B. vollständig geschlossene Finanzierung des Projekts) sind Gegenstand des Vertrages.

     

    Darüber hinaus wird auch vereinbart, welches Wirtschaftsprüfungs-Institut (Treuhand, PwC Deutsche Revision  etc.) die Abrechnung der Produktion prüfen wird (Verwendungsnachweis) und welcher Teil der Förderung für diese Prüfungstätigkeit oder als Verwaltungspauschale der Fördereinrichtung einbehalten wird. Für den Fall von Unterschreitungen des Budgets oder nachweislichem Fehlverhalten der Produktion (Produzent brennt mit Geld nach Brasilien durch) werden entsprechende Konsequenzen (Kürzung oder Rückforderung des Zuschusses) fixiert.

     

    Regievertrag

    Der Regievertrag bindet eine(n) Regisseur(in) für ein Projekt an eine Produktionsfirma und sichert dessen volle Arbeitskraft dem Filmvorhaben zu. Vorbereitungs-Drehzeit und Postproduktionszeit werden grob festgehalten, ebenso wie Regeln die spätere Pressearbeit betreffend.

     

    Es werden, ähnlich dem Drehbuchvertrag, die notwendigen Nutzungsrechte für die Verwertung der Regiearbeit übertragen. Natürlich wird auch das Honorar festgelegt. Dies kann in verschiedenen Variationen geschehen. So kann eine Pauschale vereinbart werden oder auch eine Mindestgage sowie (bei renommierten Regisseuren und großen Kinoproduktionen) eine prozentuale Beteiligung an Gewinnen der Produktionsfirma aus dem Film.

     

    Wichtig in einem Regievertrag sind auch Regelungen über die Gestaltung. Das Recht am berühmten „Final Cut“ sichern sich Produzenten im Allgemeinen zu, um nicht mit diesem hohen finanziellen Risiko eines Filmes jeglicher künstlerischer Freiheit der Regisseure beim Schnitt ausgeliefert zu sein.

     

    Dienstleister-Verträge

    Die meisten Abmachungen mit Drittfirmen, mit denen die Produktion für die Herstellung des Filmes zusammenarbeitet, erfolgen mündlich. Man bespricht mit dem Geräteverleih oder dem Kopierwerk die Rahmenbedingungen, erhält einen Kostenvoranschlag o. ä.

     

    Es kann aber durchaus in besonders wichtigen Punkten oder Bereichen sinnvoll sein, Absprachen schriftlich zu fixieren. Ob es sich um die Catering-Firma oder das Trickstudio handelt: Je präziser Umfang, Zeitpunkt und Kosten von Leistungen festgehalten werden, desto sicherer kann sich die Produktion innerhalb des Budgets und der Planung bewegen. Bei besonders risikobehafteten Aufträgen sollten auch Haftungsfragen in den Vertrag aufgenommen werden.

     

    Mitarbeiter-Verträge

    Die Produktion schließt mit jedem Teammitglied einen individuellen Vertrag. Hierin werden Art (Berufsbezeichnung), Umfang (Zeit) und Ausschließlichkeit (keine Nebenjobs) der Arbeitsleistung festgehalten und Fragen wie Urlaubsanspruch, Wochenendzuschläge oder Überstundenhonorierung festgelegt. Voraussetzungen, die der Gesetzgeber verlangt (Arbeitserlaubnis etc.), werden hier zur Absicherung der Produktion als Voraussetzung für das Arbeitsverhältnis aufgenommen.

     

    Sonderabsprachen – wie etwa bei Low-Budget-Produktionen die Rückstellung eines Teils der Gage – werden hier ebenso eingebracht wie die etwaige Verpflichtung zur Verschwiegenheit, falls es sich um ein Projekt handelt, über das die Presse nur von der Produktion selbst Infos bekommen sollte. In machen Verträgen finden sich auch Klauseln, welche die Kostenabrechnung von Handygebühren oder die Benutzung von Privatfahrzeugen für die Produktion (Benzinkostenpauschale etc.) regeln.

     

    Manche Mitarbeiter bestehen auf ein eigenes, von der Produktion gestelltes Fahrzeug; auch so etwas kann in Teamverträgen festgehalten werden. Solange sich derartige Zusätze in Grenzen halten und nicht zum Selbstbewusstseins-Test der Mitarbeiter mutieren, gehören sie auch in den Mitarbeitervertrag hinein.

     

    Musikverträge

    Es ist schon merkwürdig, obwohl wir uns bei der Musik in einem auf vielfältigste Weise rechtlich abgesicherten und von härtestem Vermarktungswettbewerb geprägtem Bereich bewegen, beschäftigten sich Regisseure und Produzenten häufig viel zu spät mit diesem Thema. Eigentlich erst in der Postproduktion, in schlimmen (dilettantischen) Fällen erst nach erfolgter Mischung oder gar Aufführung des Films. Das kann sich vernichtend auswirken. Musik kann einen teuer zu stehen kommen, besonders wenn man die Rechte nicht frühzeitig abklärt.

     

    Der Plural Rechte deutet es schon an: Musik ist mit mehreren Rechten belegt. Man unterscheidet grob die Kompositionsrechte (Komponist), die Aufführungsrechte (Musiker), die Aufnahme-Rechte (Musikproduzent), die Synchronisations- oder Veröffentlichungsrechte (Plattenverlag/Verwendung der Musik im Film).

     

    Wer also bereits fertig produzierte und verlegte Musik verwenden möchte, benötigt die Erlaubnis verschiedener Personen oder Unternehmen. Häufig bündelt der Plattenverlag die wichtigsten Rechte (inkl. Text) und bekommt dafür die Nutzungsgebühr.

     

    Man kann alternativ auch einen Filmkomponisten beauftragen, die Musik exklusiv für den Film zu komponieren und zu produzieren; dann wird der Vertrag mit dem Komponisten geschlossen und von ihm werden alle erforderlichen Rechte eingeholt. Vertragsmuster gibt es im Movie-College-Shop.

     

  • Filmbazar

    Stand auf Filmmarkt Berlin

    Weltvertriebs-Stände auf dem internationalen Filmmarkt Berlin

    Äpfel, Birnen und Trauben werden auf dem Viktualienmarkt gehandelt, doch wo verkauft der erfolgreiche Produzent seine Filme? Zunächst einmal gibt es, wie auch beim Obst, die Unterscheidung zwischen dem Erzeuger (Landwirt) und dem Händler (Großmarkt und Obststand).

     

    Für den Verkauf von Filmen gibt es so genannte Weltvertriebe (World Sales Agents), die eine ganzes Sortiment an Filmen anbieten. Sie bieten diese für die Verwertungsländer (Territorien) an, für die jeweils noch die Nutzungsrechte frei sind. Sie handeln die Preise für die Lizenzen aus und bekommen dann vom Produzenten nach Abzug von so genannten Vertriebsvorkosten eine Provision von 15 bis 30 %.

     

    Diverse deutsche Weltvertriebe haben sich in einem Verband zusammengeschlossen. Die Adressliste finden Sie hier:

     

    http://www.vdfe.de/mitglieder.html

     

    Das Bild des Obsthandels hat noch weitere Parallelen: Denn auch für die Sales Agents gibt es Marktplätze, die Filmmärkte. Diese finden an verschiedensten Orten in der Welt statt und die Vertriebe mieten sich dort Standplätze. Dieser finanzieren sich, wie auch Reise, Hotelkosten, etc. über die erwähnten Vorkosten. Der Stand auf dem Markt wird mit Plakaten der Filme dekoriert und hat meistens neben Telefon und Fax einen Fernseher, um Kaufinteressenten gleich vor Ort Ausschnitte aus Filmen vorzuführen. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass – je nach Vertrieb – von den erzielten Einnahmen nach Abzug der Vorkosten für den Produzenten manchmal nichts mehr bleibt. Speziell kleinere Produzenten haben nämlich weder die Kontrolle noch einen Überblick darüber, wohin der Film denn wirklich verkauft wird, und ob die ausgewiesenen Vorkosten denn wirklich für den eigenen Film angefallen sind, lässt sich kaum überprüfen...

     

    Selbstvertrieb

    Einige Produzenten bieten ihre Filme aber auch direkt auf den diversen Filmmärkten an. Wenn man keinen Stand hat, kann man auf den Märkten Termine für „Marktvorführungen“ (Market-Screenings) buchen und potenzielle Käufer zu diesen einladen. Jeder Markt gibt Listen mit den Teilnehmern heraus, auf denen man die Firmen, Namen, Hotels aller Einkäufer, aber auch der Verkäufer, erfahren kann. Viele Deals und Kontakte bahnen sich auch auf zahlreichen Empfängen (Receptions) oder Gesprächen im Hotelfoyer etc. an. Da die Einkäufer ihr Programm meist schon vor Beginn der Filmmärkte festgelegt haben, bietet es sich an, bereits Wochen vorher vom heimischen Büro aus die Einkäufer per Fax, E-Mail oder auch telefonisch über den Film, den man anbietet, zu informieren. Namen und Anschriften? Wie oben erwähnt finden diese sich in den Katalogen vorangegangener Filmmärkte.

     

    Zusätzlich gibt es diverse Fachpublikationen der großen internationalen Filmzeitschriften (Variety, Hollywood Reporter, Screen International, Moving Pictures etc.), in denen man den Film meist kostenlos in Listen aufnehmen lassen kann. Wer einen reichen Werbeetat hat, kann natürlich auch ganzseitige Anzeigen schalten. In entsprechenden Zeitungen erkennt man sogleich, welche Filmnation weltweit das meiste Geld für Hochglanzanzeigen übrig hat...

     

    Egal wie auch immer Sie es anstellen, halten Sie Ihr Infomaterial kurz, knapp, und prägnant – die Käufer wollen schnell ein Bild von dem Film haben. Stars oder Filmpreise auf Festivals sind willkommene Verkaufsargumente.

     

    Noch eine Liste der Filmmärkten gewünscht? Hier bitte: Liste Filmmärkte (7 KB, RTF-Format – für jede Textverarbeitung)