Katharina Thalbach

  • Katharina Thalbach

    Frau Mischke (Katharina Thalbach) in "Liebe, Leben, Tod"

     

    Filmkritik kann unterschiedliche Aufgaben verfolgen. Die tagesaktuelle, den Kinostart begleitende Filmbesprechung mit persönlicher Bewertung, jene Kritik, die analytisch Stärken und Schwächen eines Filmes aufzeigt, oder die über das Einzelwerk weit hinausgehende, Genres oder Zeitphasen thematisierende Betrachtung sind nur ein paar Beispiele.

     

    Barbara Sichtermann zu "Liebe, Leben, Tod" (DIE ZEIT)

    „Wer ‚Liebe, Leben, Tod‘ gesehen hat und sich nicht zufrieden mit einer Welt, die solche Wunder zuläßt und bezahlt, zu Bett gelegt hat, ist entweder ein Banause oder ein unverbesserlicher Alarmist. Allarys Film […] führte die sogenannte Perversion zurück in die Normalität, wo sie längst angekommen ist und wo sie Liebe verdient, dem Leben Reiz verleiht und selbst den Tod nicht scheut.

     

    […] Wir haben alle unsere Eigenheiten, sagt dieser Film, und mehr: Erst in unseren Eigenheiten liegt unsere Würde. […] Solange solche Orchideen im Programm blühen, will man die Kommerzsender und ihren Druck auf die öffentlich-rechtlichen akzeptieren. Aber nur so lange! Wenn im Fernsehen keine Allarys mehr ihre Visionen vorführen dürfen, kann man das Medium als auch künstlerisches abschreiben.“

     

    Bedeutung

    Kritik kann, wenn sie produktiv verstanden wird, dem Zuschauer den Zugang zum Film erweitern, neue Sichtweisen eröffnen aber auch die Schöpfer eines Filmes über ihre eigene Arbeit bewusster werden lassen. Dabei erlauben nicht nur die bewertenden Bestandteile der Kritik, sondern auch die Inhaltsangabe Rückschlüsse darauf, ob die erzählte Geschichte richtig verstanden, ob die evozierten Emotionen und Haltungen auch tatsächlich vermittelt wurden.

     

    Beispiel für den Aufbau

    Kinosaal

    Als relevantes Entscheidungskriterium für Kinobesuche oder DVD Käufe, sind Filmkritiken von großer Bedeutung. Daneben aber sind sie Teil einer öffentlichen Auseinandersetzung mit künstlerischen Arbeiten

     

    Vom Aufbau her, wird in der Regel bei einer einfachen Kritik zunächst ein kurzer Inhalt zum Film geliefert, bevor dann die Kritik die gestalterischen und inhaltlichen Stärken und/oder Schwächen erläutert und zu einem Fazit kommt. Je nach Autor-in wird die Bewertung mehr persönlich oder neutraler zurückhaltend ausfallen.

     

    Konstruktive Kritik

    Die Kultur der Kritik hat maßgeblichen Einfluss auf die Qualität der Filme. Zeiten, zu denen in den Medien streitbare Geister über Einzelwerke, Stile und Tendenzen im Film gerungen haben, förderten die Risikobereitschaft und Entwicklungsfähigkeit der Filmemacher. Auch hitzige Diskussionen zwischen Publikum und Filmemachern waren letztlich, selbst wenn sie unangenehme Erkenntnisse zutage förderten, produktiv. Die legendäre Filmzeitschrift „Filmkritik“ (gegründet 1956 von Enno Patalas und dem 2001 verstorbenen Theodor Kotulla, herausgegeben unter Mitarbeit von Ulrich Gregor und Wilfried Berghahn), in welcher der Film bis 1984 auch im Sinne von Filmtheorie diskutiert wurde, kennt der heutige Filmnachwuchs schon gar nicht mehr.

     

    Die aufgeregten Diskussionen nach den Filmen sind selten geworden und beschränken sich auf Publikumsfragen nach den Herstellungskosten oder dem „Fun“ bei den Dreharbeiten. Und auch der prozentuale Anteil der Kritiken, die diesen Namen wirklich verdienen, hat deutlich abgenommen. Zudem wird der Begriff Filmkritik mehr und mehr verwässert durch fast wörtlich übernommene Pressetexte der Filmverleihe, die von werbefinanzierten Print-, Hörfunk oder Onlineredaktionen verbreitet werden.

     

    Schreiben

    Eine gewichtende, den Kern eines Filmwerks offenbarende Kritik schreibt sich nicht leicht. Das ist harte Arbeit, erfordert viel Sachverstand, Herzensbildung und Sattelfestigkeit, was die Filmgeschichte angeht. Noch gibt es sie hier und da, jene Kritiker, die sich auf diese Arbeit einlassen und trotz der Buffets und attraktiver Reisen zu Filmstarts beim Schreiben letztlich nur auf sich selbst vertrauen. Filmkritik im professionellen Sinne ist viel mehr als die persönliche Geschmacksanalyse eines Kinobesuchs. Sie hat mit Verantwortung, Vertrauen und Filmkultur zu tun. Eine zu beliebige Haltung der Kritiker, die keine wirklichen Abstürze und keine echten Annerkennungen von Spitzenleistungen zulässt, trägt zu mehr mittelmäßigen Filmen bei. Eine aufrichtige, in kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen verankerte Kritik dagegen eröffnet echte Erkenntnisse und Chancen.

     

    Im Übrigen begannen auch einige bedeutende französische Regisseure etwa der Nouvelle Vague, wie z. B. Francois Truffaut, Jean-Luc Godard und Claude Chabrol als Filmkritiker. mehr...

     

    Links

    Die Linksammlung zu Seiten mit Filmkritiken offenbart bereits deutliche Unterschiede in Haltung und Anspruch der Kritiken.

    Kritiken-Archiv

     

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  • Die Seele des Schauspielers

    Helmut Griem in dem Film „Endloser Abschied

    Helmut Griem in dem Film „Endloser Abschied"

     

    Der Beruf des Schauspielers ist, wenn er gewissenhaft und mit größter Sorgfalt ausgeübt wird, ein sehr schwieriger, ausschließlicher. Während in anderen Kreativbereichen stets das Werk im Mittelpunkt der Beurteilung steht, so ist es beim Schauspieler doch immer auch der Mensch selbst. Beurteilt wird letztlich der Mensch, man trennt das Arbeitsergebnis selten von der Person. Das macht den psychischen Druck aus in diesem Beruf.

     

    Doch die Definitionen des Berufes sind unterschiedlich. Während früher viel Handwerk und Können Vorbedingung zur Ausübung dieses Berufes waren, ist heutzutage oft das bloße und möglichst wiederholte Erscheinen auf dem Bildschirm Legitimation genug. Die meisten wirklich großen Schauspieler haben jedoch eine klassische Ausbildung und lassen es sich auch nicht nehmen, neben dem Film immer wieder auch auf der Bühne zu spielen. Vom finanziellen Aspekt her ist dies sicher nicht lohnend, doch für die Seele des Schauspielers umso mehr. Eine Vielzahl von Techniken, aber natürlich auch der Erfahrungsreichtum, ermöglichen es den Schauspielern, vielfältige Rollenfiguren glaubhaft zu verkörpern. Die Fantasie des Schauspielers nutzt dabei eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Emotionen, um daraus Bausteine für seine Rollenfigur zu formen. Hinzu kommen sorgfältige Vorbereitung und Recherche.

     

    Katharina Thalbach in „Liebe, Leben, Tod

    Katharina Thalbach in „Liebe, Leben, Tod"

     

    Zudem gibt es einige Besonderheiten beim Film, Vorgehensweisen, Abläufe, Markierungen und Vorgaben, die an dieser Stelle erörtert werden. Es sind längst nicht immer die besten Vertreter ihres Standes, welche die meisten Rollen angeboten bekommen. Die Mechanismen des Marktes, bei denen auch Öffentlichkeitsarbeit, Agenturen und Beziehungen eine Rolle spielen, übernehmen auch beim Casting so manches Mal die Hauptrolle. Und dennoch eröffnen sich auch jenseits dieser Konventionen für echte Talente immer wieder Chancen, Ihr Können unter Beweis zu stellen.

     

     

    Im Bereich "Schauspiel" des Movie-College finden sich zahlreiche Seiten über die Technik und Kunst des Schauspiels.

     

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